XXL-TEST: Marantz Cinema 30 - Äußerst hochwertiger Elfkanal-AV-Verstärker mit erstklassiger Ausstattung
Anschlüsse

Rückseite Marantz Cinema 30

HDMI-Abteilung

Linker Teil in der Detailaufnahme
Eine üppige Bestückung bringt das AV-Verstärker-Topmodell des japanischen Herstellers mit. In der oberen Ebene, entsprechend der Platinenanordnung im Gerät, befinden sich die digitalen Eingänge. Den größten Teil beanspruchen hier die HDMI-Schnittstellen für sich. Alle sieben Eingänge sind als HDMI 2.1-Slot ausgeführt und unterstützen die entsprechenden Signalformate und Bildwiederholraten. Die ultrahohe 8K-Auflösung ist damit mit 60 Bildern pro Sekunde möglich, 4K UltraHD wird mit bis zu 120Hz unterstützt. Das gilt übrigens auch für alle drei Ausgänge, selbst Zone 2 ist hier mit HDMI 2.1 bestückt worden.

Gesamter linker Teil des Anschlussfeldes
Links von den HDMI-Anschlüssen bietet der Cinema 30 vier weitere digitale Audioeingänge. Jeweils zwei optische und zwei koaxial-elektrische Inputs. Auf der rechten Seite gegenüber befinden sich noch Anschlüsse, die man heutzutage kaum mehr bei AV-Schaltzentralen findet. Zwei FBAS-Videoeingänge und sogar noch ein Komponentenvideo-Eingang sind hier untergebracht. Links und rechts in der Ecke sind die Anschlüsse für die beiliegenden WLAN-/BT-Antennen.

Vergoldete Cinch-Terminals
Ein Stockwerk tiefer sitzen, neben einem lediglich für die Stromversorgung nutzbaren USB-Slot, zahlreiche analoge Cinch-Schnittstellen. Zunächst gibt es sieben Stereo-Cinch-Eingänge für analoge Quellgeräte. Daran schließt sich der 13.4-Vorverstärkerausgang an. 11 Lautsprecher befeuert der Cinema 30 im Alleingang, es können aber 13 Kanäle verarbeitet werden. Nimmt man eine Stereo-Endstufe oder zwei Mono-Endstufen zur Unterstützung dazu, kann man auch ein entsprechend größeres Setup mit dem Cinema 30 unterhalten. Eine Besonderheit - bereits bekannt z.B. aus der AV10 Vorstufe oder den Denon-Flaggschiffen AVC-A1H und AVC-X6800H - sind die vier unabhängigen Subwoofer-Vorverstärkerausgänge. Zu jedem angeschlossenen Sub sind indivuelle Einstellungen und eine individuelle Einmessung möglich. Beim Marantz Cinema 30 steht die fortschrittliche Dirac Live Bass Control zur Verfügung. Identisch zum "konventionellen" Dirac Live Einmess-System muss man hier eigens eine kostenpflichtige Lizenz erwerben.
Links nach unten versetzt erblickt man einen weiteren Stereo Cinch-Eingang, der für Plattenspieler mit MM-Tonabnehmer reserviert ist. Dahinter verbirgt sich eine, laut Hersteller, hochwertige Phonostufe, für die Marantz etwas mehr Platz im Gehäuse bereitstellt. Direkt daneben befinden sich die im Heimkino nicht unwichtigen Trigger-Ausgänge. In dreifacher Ausführung kann man hier zusätzliche externe Geräte entsprechend schalten. Ein IR-Flasher kann angeschlossen werden und es stehen jeweils ein Remote Control In/Out Cinch-Slot zur Verfügung. Direkt daneben gibt es noch einen RS-232C-Anschluss.

Anschlüsse für die Height-Lautsprecher

Hochwertig ausgeführte Lautsprecherkabel-Anschlussbuchsen
Schließlich folgen die vielzähligen Lautsprecher-Terminals. Sie sind vergoldet, mit Acryl gekapselt und nehmen dickere Kabelquerschnitte oder auch Bananenstecker auf. Für die einfache Installation sind alle Anschlüsse klar und farbig beschriftet, Verwechslungen sollte es hier nicht geben. Es sind zwar "nur" 11 Endstufen an Bord, Lautsprecher kann man aber insgesamt 13 Stück an den Verstärker anschließen. Das ist besonders deshalb praktisch, weil man hier im Gerät zwei unterschiedliche Lautsprecher-Konfigurationen abspeichern und auswählen kann. So kann man recht schnell zwischen verschiedenen Konstellationen hin und her wechseln. Abgespeichert wird nicht nur die Lautsprecher-Konfiguration an sich, sondern auch eventuell vorhandene Einmess-Parameter und EQ-Einstellungen.
Inbetriebnahme

Beim ersten Start öffnet sich der Einrichtungsassistent

Ausführliches Initial-Setup mit vielen Hilfetexten und Grafiken

Der Anwender wird Schritt für Schritt durch die Inbetriebnahme geführt
Wie man an den farbig markierten Lautsprecheranschlüssen bereits erahnen kann, legt Marantz Wert auf eine einfache Installation und Inbetriebnahme des Gerätes. Große Lautsprecher-Setups und Aufbauten erfordern ein gewisses Verständnis und sind alles andere als leicht zu handhaben. Damit hier wirklich nichts schief gehen kann, bringt der Marantz Cinema 30 - wie alle Verstärker oder Vorstufen des Hauses - einen überdurchschnittlich ausführlichen und klar verständlichen Installationsassistenten mit.
In den aktuellen Geräten ist die grafische Benutzeroberfläche in HD gehalten, so dass auch bei Projektoren oder Fernsehern mit hoher UHD-Auflösung hier ein scharfes Bild mit klar erkennbarem Text realisiert wird. Der Einrichtungsassistent führt den Anwender besonders ausführlich durch die Inbetriebnahme. Hier kommen wirklich kaum Fragen auf. Es wird abgefragt, welche Lautsprecher vorhanden sind, dann gibt es Informationen zur entsprechenden Position und den Anschluss an die Marantz-Komponente. Selbst beim Konfektionieren der Kabel steht der Assistent beratend zur Seite. Nur selbst verkabeln kann der Cinema 30 leider noch nicht. Es folgt, auf Wunsch, die Einmessung per integriertem Audyssey MultEQ XT32 an maximal 8 Positionen. Leichte Abweichungen beim Abstand und Pegel kann man jederzeit nach der Messung noch manuell korrigieren.

Sämtliche Parameter werden berücksichtigt, hier Festlegung der Deckenlautsprecher

Einmessung per Audyssey MultEQ XT32
Deckenlautsprecher, Dolby Atmos-Module, etc. werden allesamt berücksichtigt. Marantz ist hier auf aktuellem Stand und es können sowohl Rear Height- als auch Surround Height-Lautsprecher definiert werden und auch Auro-3D mit Top Middle ist möglich. Wer nicht auf das beliebte All-in-One-Setup setzt, findet natürlich auch die Option für Dolby Atmos Top-Lautsprecher. Praktisch ist, dass der AV-Verstärker gleich auf jedem Lautsprecher ein Tonsignal ausgeben kann, um zu überprüfen, dass man alles richtig angeschlossen hat.
Außerdem erledigt man die Netzwerkverbindung wahlweise per Kabel oder WLAN und legt die HDMI eARC-Einstellung fest, wenn Audiosignale direkt vom Fernseher über das angeschlossene HDMI-Kabel zum Verstärker transportiert werden sollen. Den Anschluss weiterer Quellgeräte kann man ebenfalls direkt beim Initial-Setup vornehmen. Sind die Schritte erledigt, stellt der AV-Verstärker noch verfügbare Apps vor und bildet auch gleich einen QR-Code ab, dass man die entsprechende Software sofort im entsprechenden App Store findet. Auch das ist praktisch, denn häufig ist gar nicht so genau klar, welche App-Version oder welche App für das Gerät die Richtige ist. Neben der HEOS App kann der Cinema 30 mit der Marantz AVR Remote App gesteuert werden. Außerdem steht die Audyssey MultEQ Editor App zur Verfeinerung der Audyssey-Einmessung zur Verfügung, auch für die Dirac Live Room Correction-Technologie ist eine App verfügbar und man kann sich die Bedienungsanleitung als elektronisches Dokument auf das eigene Mobilgerät herunterladen. Danach ist der Installationsassistent vollständig abgeschlossen.
- Eine Übersicht des kompletten Einrichtungsassistenten gibt es in der Bildergalerie auf der letzten Seite
Bedienung & Menü

Setup-Menü in HD-Auflösung

Festlegen, welche Parameter bei Smart Select berücksichtigt/gespeichert werden sollen

Lautsprecher-Konfiguration, Pegel, Abstände, etc. können natürlich auch manuell justiert werden

Optional kann man den Cinema 30 auch mit Dirac einmessen, eine kostenpflichtige Lizenz ist erforderlich
Identisch zum Installationsassistenten ist auch das Menü in 1080p-Auflösung gehalten. Im Gegensatz zur 480p SD-Auflösung wirkt die Anzeige auf aktuellen 4K-Bildschirmen deutlich hochwertiger. Wie beim Einrichtungsassistenten, der auch mit vielen hilfreichen Bildern aufwartet, stehen auch bei den einzelnen Menüpunkten Hilfetexte zur Verfügung und erleichtern das Handling der AV-Komponente. Die Übersetzung ist nicht zu beanstanden und auch die Reaktionsgeschwindigkeit, also wie schnell der Marantz AV-Verstärker auf Eingabebefehle von der Fernbedienung reagiert, ist hoch.
- Eine Übersicht des kompletten Einrichtungsassistenten gibt es in der Bildergalerie auf der letzten Seite
Fernbedienung

Fernbedienung Marantz Cinema 30

Edler Akzent: Goldener Ring um das Navigationskreuz

Knopf zur Aktivierung der Beleuchtung

Komplette Tastenbeleuchtung
Sehr gut gefällt uns auch die Fernbedienung. Gut, sie ist aus Kunststoff gefertigt und nur die Oberfläche besteht aus Aluminium. Die Haptik ist insgesamt aber keinesfalls zu beanstanden und mit etwas aufgefrischtem Design wurde das sinnvolle Layout der Marantz-Vorgänger übernommen. Die Tasten weisen einen tadellosen Druckpunkt auf und die wichtigsten Elemente lassen sich problemlos mit einer Hand bedienen. Ausgezeichnet ist die weiße Hintergrundbeleuchtung aller Tasten, die sich, auch das kennt man von früheren D&M-Geräten, über eine kleine seitliche Taste an der Remote aktivieren lässt.
Um das Navigationskreuz herum befinden sich die wichtigen Option-, Setup- und Info-Tasten. Im oberen Bereich hat man Direktzugriff auf sämtliche Eingänge, darunter wechselt man die Quellgeräte durch und justiert die Lautstärke. Unten gibt es dann noch Wiedergabetasten sowie vier Smart Select-Tasten und der Klangmodus lässt sich auswählen. Auf der rechten Seite aktiviert man die Hintergrundbeleuchtung der Remote - im dunklen Heimkino unerlässlich. Edel wirkt die weiße Beleuchtung hinter allen vorhandenen schwarzen Tasten, der angenehme Druckpunkt ist nicht zu beanstanden.
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Tags: AV-Verstärker • Marantz






