XXL-TEST: Marantz Cinema 30 - Äußerst hochwertiger Elfkanal-AV-Verstärker mit erstklassiger Ausstattung

Der Marantz Cinema 30 für 4.500 EUR markiert die aktuelle Speerspitze im AV-Verstärker-Portfolio der japanischen Sound-Experten. Wahlweise ist der im "Modern Musical Luxury" Design gehaltene Elfkanal-Amp in klassischem Schwarz oder im für Marantz-Komponenten typischen Silbergold erhältlich. Das "Modern Musical Luxury" Styling vereint klassische Marantz-Merkmale wie das Bullaugen-Display mit optisch progressiven Ansätzen, was zu einer unserer Meinung nach äußerst attraktiven Gesamterscheinung führt. Wie man es von großen Marantz AV-Verstärkern auch aus der Vergangenheit her kennt, befinden sich weniger oft benötigte Bedienelemente hinter einer Klappe auf der Gerätefront. Für der Preisklasse angemessene Noblesse sorgt zudem die im Lieferumfang enthaltene Aluminium-Fernbedienung.
Die schönste Optik nutzt natürlich wenig, wenn die "inneren Werte" nicht mindestens mithalten können. Daher entschloss man sich bei Marantz, dem Cinema 30 eine überaus leistungsfähige, symmetrische und monolithisch aufgebauten Endstufensektion mit auf dem Weg zum Kunden zu geben. Natürlich kommen praktisch ausschließlich streng selektierte Baugruppen zum Einsatz, um ein durchweg enorm hohes Niveau kompromisslos halten zu können.
Besagter monolithischer Leistungsverstärker ist auf einer eigenen Platine exakt gegenüber der Stromversorgung untergebracht. Hervorstechende Merkmale der Konstruktion sollen eine erstklassige Impulstreue und sehr geringe Verzerrungen sein. Die ebenfalls hochwertigen Elektrolyt-Kondensatoren als Kurzzeitstromspeicher verfügen über eine hohe Fassungskapazität, um bei plötzlichen Stromspitzen wie der gigantischen Explosion im Action-Blockbuster sofort eingreifen zu können - im Sinne eines maximal dynamischen Klangbilds auch bei hohem Pegel. Zum Gesamtkonzept gehören auch streng selektierte Leistungstransistoren.
Sämtliche Aspekte der Leistungsverstärkung, der Stromversorgung sowie des Signalwegs wurden von den Marantz Soundingenieuren bis ins letzte Detail durchdacht und entsprechend in Shirakawa, Japan, im dortigen Marantz-Werk konzipiert. Alle digitalen sowie analogen Signale passieren die Vorverstärkerstufe des Cinema 30, die über die hauseigene HDAM-SA2-Technologie verfügt.
Weitere verwendete Bauteile unterfüttern die Ausnahmestellung des Cinema 30 weiter. So der rechenstarke SHARC Dual-DSP-Prozessor des renommierten Anbieters Analog Devices oder die extrem jitterarmen ESS SABRE 32-Bit D/A-Konverter. Die dem Konzept des Cinema 30 zugrunde liegende digitale Plattform ist demnach enorm leistungsstark und flexibel. Daher verwundert es auch kaum, dass sämtliche interessanten Formate und Tonnormen in hoher Qualtät decodiert werden. Zu nennen wären hier beispielsweise Dolby Atmos, DTS:X, DTS:X Pro, Auro-3D sowie IMAX Enhanced.
In der Serienausstattung verfügt der Cinema 30 über die bewährte Audyssey MultEQ XT32-Raumkorrektur zum Einmessen des angeschlossenen Lautsprechersystems. Optional gibt es ein kostenpflichtiges Dirac Live-Upgrade, das auch die Dirac Live Bass Control für eine vollständig optimierte Basswiedergabe von bis zu vier aktiven angeschlossenen Subwoofern umfasst.
Die Anschlusssektion ist bestens bestückt. Unter anderem finden wir sieben HDMI-Eingänge, die allesamt 8K-Signale unterstützen. Hinzu kommen zahlreiche weitere digitale sowie analogen Ein- und Ausgänge sowie Bluetooth und Dualband-WLAN. Integriert ist auch ein Heos-Streaming- und Multiroom-Modul, das mittlerweile schon seit Jahren fester Bestandteil sehr vieler Marantz- und Denon-Komponenten ist. Vor kürzere Zeit wurde die zugehörige App optisch überarbeitet, sodass sie jetzt modern und frisch daherkommt. Spotify Connect, Apple AirPlay 2 werden unter anderem unterstützt.
Natürlich befindet sich auch der schon beinahe legendäre Assistent für die erste Einrichtung mit an Bord, inklusive Darstellung in HD auf dem jeweiligen Bildausgabegerät. In verständlichen Schritten und mit begleitenden Grafiken wird der Besitzer des Cinema 30 durch den Prozess der ersten Inbetriebnahme geführt.
Verarbeitung

Edel wirkt das "Modern Musical Luxury" Design immer noch, hier die detaillierte Ansicth vorn links aus schräger Perspektive
Gänzlich neu ist das elegante Design des Marantz AV-Verstärker-Flaggschiffs nicht mehr, die gesamte CINEMA Serie wartet mit entsprechendem Look auf. Dennoch wirkt die Optik bei den großen Boliden, z.B. auch bei der hochwertigen AV10 Vorstufe von Marantz, besonders eindrucksvoll. An der großen Vorstufe hat sich auch das Verstärker-Topmodell zweifellos orientiert. In der Variante Premium-Silber macht der Cinema 30 einen exzellenten Eindruck und kommt, einer 11-Kanal-Komponente würdig, entsprechend massiv und imposant daher.

Strukturierte Seitenteile, weniger oft benötigte Bedienelemente sitzen hinter einer Klappe und stören so die optische Harmonie der Frontblende nicht

Akkurates Finish mit geringen Spaltmaßen, hier die Frontblende aus seitlicher Sicht. Auch ein Merkmal der Hochwertigkeit - die Kupferschrauben

Gesamtansicht von der Seite aus betrachtet

Cinema 30 von oben. Den Gehäusedeckel zieren zahlreiche Kühlluft-Öffnungen für thermisch optimale Verhältnisse
Die strukturierten Seiten, die mit einer weißen Illuminationsbeleuchtung, völlig optional, in Szene gesetzt werden können, sind aus Kunststoff gefertigt. Davon abgesehen aber herrscht Aluminium als Material vor. Die massive Frontplatte mit integrierter, praktisch unsichtbarer Blende weist eine äußerst hohe Wandstärke auf und beherbergt die, ebenfalls aus Metall gefertigten, Drehregler für Lautstärke und Quellenwahl.

Front, linke Seite

Front, rechte Seite

Haptisch tadellose Drehregler, hier links

Rechter Drehregler von oben aus betrachtet
Die Bedienelemente sind passgenau integriert und fühlen sich ebenfalls sehr wertig an. Wie es sich gehört, ist der Quellenwahlregler gerastert, der Lautstärkeregler hingegen nicht. Beide verfügen über eine sehr gute Führung. Ganz typisch sitzt inmitten der beiden Bedienelemente das Marantz Bullaugen-Display, welches mittels zwei Zeilen Infos über den aktuell gewählten Eingang und den Pegel gibt. Auch dieses ist sehr sauber integriert, eine goldene Umrahmung setzt einen edlen Akzent.

Marantz-typisches Bullauge plus zweizeiliges Punktmatrix-Display hinter der Klappe

Finish der Klappe im Detail
Die breitere Anzeige mit nochmals deutlich mehr Informationsgehalt verbirgt sich hinter der massiven Blende, die man einfach, gestützt durch Metallscharniere, nach unten aufklappen kann. Außer dem konventionellen Punktmatrix-Display mit absolut solider Ablesbarkeit auch bei hellerer Umgebung (die Anzeige-Helligkeit kann im Menü eingestellt werden) befinden sich hier weitere Bedienknöpfe sowie der Klinkenanschluss für das Audyssey-Mikrofon und ein USB-Slot. Die große 6,35mm-Kopfhörer-Buchse sitzt auf der rechten Seite außerhalb der Blende. Auch die kleinen Buttons sind sehr gut eingepasst und weisen einen sehr guten Druckpunkt auf.

Komplettes Bedienfeld hinter der Klappe

Mit Navigationskreuz auf der rechten Seite

Links befinden sich direkte Zugriffstasten für zahlreiche Funktionen

Marantz Cinema 30 "Ambient-Beleuchtung"
Neben einigen Direktzugriffstasten steht auch ein Navigationskreuz mit umliegenden Tasten mit identischen Positionen wie auf der Fernbedienung parat, um den AV-Verstärker im Bedarfsfall auch ohne Remote bedienen zu können.
Rein bezüglich des Informationsgehalts ist die breite Anzeige des Cinema 30 nicht zu beanstanden. Eingang, Lautstärke, Tonformat, verwendete Lautsprecher, etc. wird alles angezeigt. Auf eine farbige Anzeige von Covern, wie es andere aktuelle AV-Komponenten bieten, muss man allerdings verzichten. Schick macht sich der Marantz Verstärker aber auch ohne große OLED-Farbanzeige nicht nur im dedizierten Heimkino, sondern auch im Wohnzimmer. Insbesondere im Premium-Silber unseres Testgerätes. Wie bereits erwähnt, kann man das breite Display, ebenso wie das Bullauge, gänzlich deaktivieren.

Hochwertige Gerätestandfüße
Rundum vermittelt der Cinema 30 den Eindruck eines echten AV-Boliden. Dazu tragen auch die üppigen Dimensionen, die großen Standfüße sowie die soliden Seitenwände und der Gehäusedeckel, ausgestattet mit vielen Lüftungsschlitzen, bei.
Innere Werte

Blick auf das Innenleben des Marantz Cinema 30

Trafo und Kühlkörper

Symmetrischer Aufbau

Massiver Kühlkörper und Kupferplatte für hohe Wärmeleitfähigkeit

Marantz-Transistoren
Wirft man einen Blick ins Innere, verstärkt sich dieser Eindruck. Neben dem äußerst großen Ringkerntrafo, den unterhalb der Digitalplatine versteckten Elkos, den massiven Kühlkörpern und Marantz-beschrifteten Transistoren sind es vor allem die Details, die das Verstärker-Topmodell auszeichnen. Kupferschrauben finden sich überall, aber auch die Kühlkörpersind mit einer Kupferplatte versehen. Erst darauf befinden sich die empfindlichen elektronischen Bauteile - Kupfer sorgt hier für exzellente Wärmeleitfähigkeit. Auch unten und seitlich geizt das Chassis nicht mit dem hochwertigen Kupfermaterial.

Oberer Bereich - Digitalboard mit HEOS-Modul obenauf

Seitliche Ansicht

Ansicht des Kupfer-Chassis von unten
Für die Befeuerung der Heimkino-Lautsprecher steht der symmetrische, monolithisch aufgebaute 11-Kanal-Verstärker bereit. Er ist auf einer separaten Platini genau gegenüber der Stromversorgung montiert und soll besonders impulstreu und verzerrungsarm agieren. Alle digitalen und analogen Signale durchlaufen die Vorverstärkerstufe mit HDAM-SA2-Technologie. Alle Aspekte der Leistungsverstärkung, der Stromversorgung und des gesamten Signals wurden im japanischen Shirakawa abgestimmt. Auch die Fertigung des Cinema 30 erfolgt im dortigen Werk.
An Bord ist, identisch zur AV10 Flaggschiff-Vorstufe, der neueste SHARC Dual-DSP-Chipsatz von Analog Devices sowie ESS SABRE 32-Bit-D/A-Wandler.
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Tags: AV-Verstärker • Marantz







