XXL-TEST: IOTAVX NP3 - Streamer/Vorverstärker mit DAB+ Radiotuner und CD-Laufwerk

Hoch flexibel ist der IOTAVX NP3 - ein vollwertiger Streamer mit CD-Laufwerk und DAB/DAB+ Radiotuner, den man dank der integrierten Lautstärkeregelung zudem als Vorstufe verwenden kann. Mittels der "Wiim Home"App lässt sich die gesamte Streaming-Funktionalität des NP3 bedienen. Der NP3 bietet einen USB-DAC, einen klassischen analogen FM-Tuner und vorn sowie hinten einen USB-A-Eingang. Bluetooth gibt es auch, allerdings nur in Form eines Dongles für 35 EUR Aufpreis. Ohne Dongle kostet der NP3 599 EUR, inklusive des Dongles folgerichtig 634 EUR.

Anschlüsse

Rückseite komplett

Audio Out - nutzt man den IOTAVX NP3 als Vorstufe, legt man von diesem Anschluss ein Cinchkabel zu den Cincheingängen der Endstufe 

Neben dem Cinch Audio-Out finden sich ein optischer sowie ein koaxialer Digitaleingang und auch ein optischer/koaxialer digitaler Ausgang. Ferner ein USB-B-Eingang für die direkte Verbindung zu PC/Notebook, um den NP3 als "externe Soundkarte" mittels des eingebauten USB-DACs zu verwenden.

Bluetooth mittels Dongle (35 EUR Aufpreis)

Bluetooth ist mittels Dongle möglich, hierfür gibt es einen eigenen Extension Port. Daneben sitzen USB-A-Buchse und die Ethernet (RJ459 Buchse. Ein Modus-Umschalter (Service/für Updates und Normal) ist ebenfalls vorhanden.

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RS232 Schnittstelle

Natürlich fehlen rückseitig auch die beiden Antennten für BT/WiFi nicht. Ferner vorhanden ist eine RS232C Schnittstelle sowie Trigger/Dimmer In-/Out. 

USB-B-Anschluss vorn

Vorne ist, um z.B. einen USB-Stick schnell anzuschließen, noch ein USB-B-Terminals untergebracht. 

Verarbeitung, Bedienung und Menü

Standby-Knopf und Logo

Hochwertiger Lautstärkeregler, den man auch zum Bestätige, z.B. bei der Quellwahl, drücken kann

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Sehr sauberes Finish

Am Gerät selbst ist links der Standby-Schalter, es folgt das gut ablesbare, zweizeilige Punktmatrix-Display. Der mittelgroße, gerasterte Lautstärkeregler besteht, wie auch das Gehäuse des NP3, aus edlem Metall - das ist deutlich mehr, als man in diesen Preisregionen erwarten kann. Das gilt auch für die hochwertigen Gerätestandfüße. Rechts neben dem Lautstärkeregler ist die sehr praktische Mode-Taste. Mit dieser schaltet man zur gewünschten Betriebsart. Verfügbar sind:

  • CD-Player
  • Streaming
  • Digital Coax
  • Digital Opt
  • USB Front
  • USB Back
  • PC Audio (USB-B, USB-DAC)
  • DAB
  • FM
  • Bluetooth (externes Dongle für 35 EUR erforderlich, bei uns für den Test mitgeliefert)

Unter den möglichen Quellen folgen direkt die "System Settings". 

  • System Info (Infos zur aktiven Firmware, Gerätename etc.)
  • Network Wizard - zeigt verfügbare WiFi-/WLAN-Netzwerke an und regelt die Verbindung 
  • APD Setting - ist diese Funktion aktiviert, schaltet sich der NP3 nach 30 Minuten automatisch in den Standby-Modus
  • MCU Upgrade - Zum Updaten der Chip-Software, nur nach Anweisung durch Fachpersonal!
  • CD Upgrade: Update für die Software des CD-Laufwerks, nur nach Anweisung durch Fachpersonal!
  • Firmware Upgrade: Installation neuer Firmware, nur nach Anweisung durch Fachpersonal
  • System Reset - Rücksetzung des NP3 auf die Werkseinstellungen

Die Handhabung ist einfach, auch dann, wenn man die mitgelieferte, recht einfach gehaltene Fernbedienung verwendet.

Fernbedienung

Oben sind Standby-Taste und die Taste für den Disc-Auswurf untergebracht. In der nächsten Zeile folgen die elementaren Tasten für den Spielbetrieb, dann kommen die Quellen, die per Direktwahltaste anwählbar sind. Darunter dann unterschiedliche Wiedergabearten, die Auto Scan-Funktion und der Display-Dimmer. Menü und Repeat-Knopf sind links und rechts oberhalb des Navigationskreuzes mit zentraler Enter-/Play-Pause-Taste zu finden. Unterm Navikreuz angeordnet sind die Return-Taste und der Mode-Button. Dann kommen Wippschalter für Presets und Lautstärker, in der Mitte die Mute-Taste, darunter der Info-Button. Das von oben aus gesehen letzte Element auf der Fernbedienung stellt die 10er Tastatur dar. Die Tasten sind angenehm gummiert, der Druckpunkt ist gut definiert. 

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App

Nach einer App des Herstellers sucht man vergeblich. Die "WiiM Home" App passt zum NP3

Alle Inhalte in einer App

Die WiiM App bietet auch hinsichtlich Multiroom-Optionen und Stereo-Pairing Optionen, wenn es das zu bediendene Gerät hergibt

Auch kompatibel zu Apple Siri und Amazon Alexa. Voraussetzung: ein entsprechender Smart Speaker ist vorhanden

Nun ist die Vorschau mit den Möglichkeiten der App vorbei

Zugriff zulassen?

Einstellungen zum verbundenen Device

"Lautsprecher-Info"

Infos über Version der App, Feedback, FAQ und Bedienungsanleitung

Übersicht über Quellen, Teil 1

Übersicht über Quellen, Teil 2

WiFi oder Bluetooth?

Track läuft über Spotify Connect

Die App lässt sich einfach handhaben und bereitete im gesamten Testbetrieb keinerlei Probleme. Möglich ist auch der Zugriff auf Musik, die auf dem Tablet oder Smartphone gespeichert ist, auf dem die App läuft. Zudem kann man auf PCs, Home Server oder NAS-Systeme zugreifen, auf denen kompatible Musikdateien untergebracht sind.

Klang und Funktions-Check

Wir haben es dem multifunktionalen Device gleich schwer gemacht: Nur als Streamer, am besten noch über den digitalen Ausgang verbunden, sodass nicht einmal der DAC arbeiten muss? Nicht hier. Wir haben den NP3 über den Audio Out Cinchausgang mit unserem Audiolab 6000 A Play verbunden, den man nämlich auch - nach kompletter Deaktivierung der Vorstufensektion - als Endstufe verwenden kann. Somit muss der NP3 die Qualitäten als Vorstufe und die Güte des eingebauten DACs unter Beweis stellen. Wir stellen fest, dass die Akustik etwas anders ist im Vergleich zur Verwendung des 6000 A Play im Vollverstärker-Modus, also mit der Vorstufe des Audiolab-Verstärkers. Der NP3 sorgt für einen etwas "milderen", homogeneren Klang, während die Vorstufe im Audiolab-Verstärker noch dynamischer agiert und Konturen eine Idee schärfer umreißt. Als Lautsprecher haben wir die Canton Vento 886 DC und die Dali Opticon 2 MK2 verwendet. Mit beiden Boxen kommt der NP3 aus Sicht der klanglichen Auslegung sehr gut zurecht, noch besser gefällt er uns fast mit der Canton Standbox aus der letzten Vento-Serie. Hier notieren wir bereits bei niedrigem Pegel eine exzellente Räumlichkeit und einen äußerst harmonischen Sound. Natürlich, da Regallautsprecher, können die Opticon nicht ganz die identische Räumlichkeit und das identiscen Volumen bieten. Sie überzeugen mit ihrem hervorragenden Auflösungsvermögen, das wir schon im Test der Box gelobt haben. 

DAB/DAB+ Tuner

Nach erfolgreichem Sender-Scan lauschen wir verschiedenen Digitalradio-Sendern und stellen erfreut fest, dass der NP3 Vorverstärker/Streamer einen klaren, angenehmer Klang liefert. Hier, beim Sender "80s80s", bei "Head Over Heils" von Tears for Fears, notieren wir einen homogenen, runden Klang, der räumlich sehr sauber gestaffelt ist und eine tadellose Weitläufigkeit freisetzt. Als Lautsprecher haben wir die Canton Vento 886 DC und die Dali Opticon 2 MK2 verwendet. Bei "Love Train" von Holly Johnson, ergibt sich das gleiche akustische Bild: Klar, aber nicht zu scharf, immer auf ein angenehmes Klangbild bedacht, überzeugt uns der NP3 auf der ganzen Linie. Wir wechseln zu Radio Energy, es läuft gerade "all My Live" von YouNotUs featuring Nea. Und wieder hören wir die sehr gute Gesamthomogenität heraus, die auch mehrstündiges Hören komfortabel möglich macht. Das realistische Volumen gefällt uns ebenfalls. Der NP3 ist nicht das Gerät, welches ungeahnte Höhenflüge bei der Brillanz im Hochtonbereich anstrebt. Klar ist der Klang, aber nicht enorm transparent und nicht übertrieben scharf umrissen - die akustische Auslegung ist demnach sehr konsequent und richtet sich an Vielhörer, die einen zuverlässigen, akustisch in sich stimmigen Begleiter suchen.

Spotify

Der NP3 wird via Spotify Connect sofort erkannt. 

Spotify-Wiedergabe

Wir starten durch mit "Live Goes On" (Oliver Tree, Clean Bandit Remix) und stellen fest: Auch hier bleibt der NP3 seiner Auslegung treu. Rund, in sich schlüssig, ohne es in irgendeine Richtung zu übertreiben: Ideal für den Alltag, klar, auf den Punkt gebracht, aber nie überbetont, unsymmetrisch. Der Vorverstärker-/Streamer ist akustisch ausgezeichnet ausbalanciert und dürfte es daher vielen Hörern Recht machen. Die ausgeprägte Basskraft des Tracks kommt sauber und mit Härte, aber ohne störende Überbetonung heraus. Und auch mit "In & Out" von LA Vision und Gigi d'Agostino kommt der NP3 problemlos zurecht. Wieder zeigt sich die Konsequenz seiner Entwickler in einer soliden, für hohe Pegel geeigneten Auslegung, die durch ihre gleichmäßige räumliche Ausbreitung für Freude sorgt. 

AAC- und HiRes-Flac-Files vom NAS-System

Über die App kann man auch die auf dem iPhone gespeicherte Musik oder Musik vom Home Server/NAS-System wiedergeben

AAC-Titel werden ebenfalls wiedergegeben

 

HiRes-Wiedergabe

Entsprechend kompatible Musikdateien, die auf dem iPhone oder auf dem Home Server/NAS-System gespeichert sind, kann der NP3 ebenfalls wiedergeben. Wir haben erst normale AAC-Titel (kein HiRes) getestet. Hier läuft alles problemlos. So auch bei "Raumpatrouille" (Reprise Mix) von Kosmonova. Die volle, gefällige und nachdrückliche Basswiedergabe können wir loben. Die Vorstufe des Audiolab 6000 A Play ist noch etwas mehr auf Dynamik und Nachdruck ausgelegt, dafür empfinden wir den Sound des NP3 als besonders angenehm - es bestätigt sich immer wieder, was wir bereits in den ersten Checks festgestellt haben. Und die Zusammenarbeit mit den Vento 886 DC von Canton funktioniert einfach hervorragend - ein nahtloser, stimmiger Klang, der auch nach Stunden des Hörens nie nervt. Und wie sieht es bei "Desperado" in der Cover-Version von Diana Krall aus? Klar, das geht noch detailreicher, was man zum Beispiel am Klavier merkt. Die hervorragende Gesamtharmonie und die recht präzise Fokussierung der Stimme Dianas finden aber unsere volle Zustimmung, ebenso die realistisch vorgetragene Räumlichkeit. 

CD-Laufwerk

Das Slot-In-Laufwerk macht keine Probleme. Das Geräusch, während die CD eingezogen wird, ist etwas laut, das Einlesen im Laufwerk geht aber relativ leise und mit absolut vertretbarer Geschwindigkeit vonstatten. Akustisch muss sich der NP3 mit "James Bond Themes" (instrumentale, orchestrale Präsentation bekannter 007-Titelmelodien) vom Royal Philharmonic Orchestra auseinander setzen. Und wir starten gleich mit dem "James Bond Theme", das schon bei "James Bind jagt Dr. No" zum Einsatz kam. Mit sehr gutem Volumen, ordentlichem Nachdruck und mit der typischen runden Auslegung haben wir auch bei höherem Pegel viel Freude, wenn wir diesen Titel anhören. Bei "Goldfinger" gefällt uns auch die sehr lebendige, nie metallische oder aggressive Herausarbeitung der Streicher und Bläser. Die hohe akustische Gesamtharmonie zieht sich wie ein roter Faden durch den Test des IOTAVX NP3.

Bluetooth

Das Dongle für 35 EUR arbeitet völlig problemlos, innerhalb von wenigen Sekunden ist das Pairing mit unserem iPhone 13 Pro erledigt. Wir streamen von Tidal und hören aus Puccinis "Turdandot" die legendäre Arie "Nessun Dorma", gesungen von Jonas Kaufmann. Mit dem gewohnt stimmigen, räumlich dichten Klangbild zeigt der NP3 Streamer-/Vorverstärker auch hier sein Können und liefert auch beim Chorgesang eine gefällige Leistung ab. Richtig zur Sache geht es nun imn Anschluss beim Trance-Klassiker "Twistes" von Svenson & Gielen. Dynamisch, homogen und klar, mit straffem Bass, managt der NP3 auch diese Aufgabe gelassen und souverän. 

Konkurrenzvergleich

Magnat MMS 730: Optisch sehr attraktiv, Bluetooth 5.0 integriert und nicht wie beim NP3 per Dongle gegen Aufpreis, und ebenfalls mit DAB-Tuner ausgestattet, präsentiert sich der MMS 730 Streamer von Magnat. Als Vorstufe eignet er sich nicht, da er keinen eigenen Lautstärkeregler besitzt. Die Link Play-basierte App zur Steuerung ist verständlich aufgebaut und dementsprechend leicht bedienbar. Anschlussauswahl und Einsatzmöglichkeiten sind bilanzierend absolut in Ordnung, den höheren praktischen Nutzen aber bietet der IOTAVX NP3, der zudem auch noch einen USB-DAC offeriert und mit einem CD-Laufwerk ausgestattet ist. Preislich liegt der MMS 730 bei 499 EUR. 

Cambridge Audio CXN V2: Mit edler Optik und entsprechend hochwertiger Verarbeitung setzt sich der Vorverstärker/Streamer/DAC CXN V2 für 1.099 EUR in Szene. Das große Display und die enorm vielfältigen Einsatzmöglichkeiten zeichnen das Gerät des britischen Traditionsherstellers aus. Kompatibel zu nahezu allen Formaten, kann man den Streamer über die Cambridge Audio-eigene StreamMagic App oder auch über die Google Home App (Chromecast built-in) steuern. Apple AirPlay 2 und ein Roon ready-Zertifikat fehlen ebenfalls nicht. Top ist auch die Anschlussbestückung. Minuspunkte: Keine Kompatibilität zu MQA. Ein eingebautes CD-Laufwerk gibt es nicht, Bluetooth auch nicht. Dafür setzen die Briten sehr hochwertige DACs ein. Das WLAN-Modul liegt in Form eines Dongles vor. 

Fazit

Der IOTAVX NP3 punktet mit solider Verarbeitung (als Beispiel für preisklassenunübliche Hochwertigkeit wäre hier der gerasterte Lautstärkeregler aus edlem Metall anzuführen) und enorm hohem Nutzwert. Alles ist vorhanden: CD-Laufwerk, Ethernet-Buchse, WLAN-Modul, leicht verständliche und zuverlässige App, USB-DAC, Verwendung als vollwertiger Vorverstärker dank Lautstärkeregelung, und auch ein digitaler Radiotuner sowie ein klassischer FM-Tuner sind an Bord. Die Bedienung ist extrem einfach, auch wenig versierte Anwender können schnell den gesamten Funktionsumfang nutzen. Die runde, gefällige akustische Auslegung, die verdeutlicht, dass man den NP3 sehr wohl als ausgezeichneten Vorverstärker einsetzen kann, füllt das Punktekonto des IOTAVX-Multitalents weiter an. Als Nachteile wären zu nennen, dass wir gern noch zusätzlich eine Plattform wie Google Chromecast oder DTS Play-Fi sowie Apple AirPlay 2 hätten. Klar, die App ist einfach zu bedienen und recht flexibel, trotzdem wäre eine der wichtigsten Plattformen zusätzlich eine sehr gute Sache. Überlegen sollte man sich auch, ob man Bluetooth nicht zukünftig integriert, anstatt es optional in Form eines Dongles für 35 EUR extra anzubieten.

Klanglich sehr guter Vorverstärker-/Streamer mit sehr hohem praktischen Nutzwert zum fairen Preis

Vorverstärker-/Streamer Mittelklasse
Test 09. Februar 2022

 

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich, Carsten Rampacher 
Datum: 09. Februar 2022

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