XXL-TEST: Denon AVC-X3800H - nicht auf dem falschen Fuß zu erwischender Mehrkanal-Champ für 1.699 EUR


Der kleinste AV-Verstärker aus der aktuellen Denon Produktpalette ist der AVC-X3800H, der auf der Denon-Website gar als "Traum für Heimkinofans" deklariert wird. Dieser "Traum" bedient sich eines berühmten Namens - zumindest beinahe. Die AV-Receiver AVR-3801 und AVR-380ß2 boten stets vorzügliche Technik zum fairen Preis. In diese Kerbe möchte nun auch der AVC-X3800H stechen. Mit einem Kaufpreis von 1.600 EUR ist das voll ausgestattete Neunkanal-Gerät alles andere als überteuert, gerade jetzt, in einer Zeit, in der AV-Receiver und AV-Verstärker immer teurer werden. Lieferbar ist das Mehrkanal-Ass ausschließlich in schwarzer Variante, ein hochmoderner Griffin Lite DSP sorgt für hohe Rechenleistung. 

Der AVC-X3800H im Überblick

Innenansicht des Denon AVC-X3800H

Beginnen wir mit den leistungsfähigen Endstufen, die bis zu 180 Watt pro Kanal mobilisieren. Es handelt sich um klassische Class AB-Endstufen, das lässt auf einen Denon-typisch homogenen, zugleich aber intensiven Sound hoffen. 

Leistungsstarke Elkos kommen zum Einsatz

Decoderseitig fehlt es an nichts. Daher ergänzt Arzt-3D das Standard-Sortiment der 3D Audio-Normen Dolby Atnos und DTS:X. Das von vielen Herstellern gepushte, in der Praxis aber beinahe komplett obsolete, auf DTS:X basierende IMAX Enhanced fehlt auch nicht. Die drei Surround-Aufpolierer DTS Neural:X, Auro-Matic (schon allein für das hervorragende Auro-Matic lohnt sich die komplette Auro-Kompatbilität) sowie Dolby Surround sind an Bord.

Die Hochleistungskühlkörper in der Detailansicht

Anzeige

Man kann dabei auf "Cross Upmixing" bauen, das heißt, beispielsweise für eine klassische DTS-HD Master Audio-Tonspur kann man entscheiden, ob fürs 3D-Audio-Upscaling DTS Neural:X, Dolby Surround oder Auro-Matic verwendet werden soll. Wer keine echten Height-Lautsprecher verwenden kann oder möchte, freut sich über die Dolby Atmos Height Virtualization. MPEG-H sowie, erstaunlich, 360 Reality Audio werden zudem ebenfalls unterstützt. An "älteren" Decodiernormen werden natürlich DTS-HD, Dolby TrueHD verarbeitet. 

Üppig dimensionierter Trafo im Inneren des AVC-X3800H

Sauber gestaltetes HDMI-Board 

Mikrofon für die Audyssey-Raumkalibrierung

Der AVC-X3800H erweist sich zudem als äußerst flexibel. Das hängt auch stark mit der Vorstufe zusammen, die sogar bis zu 11.4 Kanäle verarbeiten kann. Das bedeutet für die Praxis, dass man eine weitere Stereo-Endstufe hinzunehmen kann und dann auch große Setups mit bis zu 11 Hauptkanälen und vier Subwoofer-Kanälen bedienen kann. Ein spezieller Vorverstärkermodus ist darüber hinaus an Bord. Die Flexibilität hört selbst bei den Lautsprecher-Einmess- und Room EQ-Systemen nicht auf. Das altbewährte Audyssey MultEQ XT32 ist serienmäßig vorhanden, gegen Gebühr kann man in diesem Jahr (Zeitpunkt wird noch bekannt gegeben) zusätzlich aufs moderne Dirac Live setzen.

HDMI-Bestückung auf der Rückseite

Anzeige


Weiter geht es mit der 8K-Kompatibilität. An allen sechs HDMI-Eingängen und an den beiden HDMI-Ausgängen wird 8K (8K60Hz, 4K/129Hz) unterstützt, zudem selbstredend HDCP 2.3. Ergänzend kommt der Support von Dolby Vision, HDR10, HDR10+, Dynamic HDR und HLG dazu. Weiterhin über HDMI kompatibel ist der 3800er zu VRR (Variable Refresh Rate), QFT (Quick Frame Transport), QMS (Quick Media Switching) sowie ALLM (Auto Low Latency Mode). HDMI eARC gehört selbstverständlich auch dazu, zudem DSD Audio. Das neue hochauflösende GUI gefällt uns sehr gut, wir konnten es bereits beim Test des AVR-X2800H genau anschauen. Wie man es mittlerweile seit Jahren von Denon und Marantz AV-Receivern und AV-Verstärkern kennt, ist auch der Assistent für die erste Einrichtung mit dabei. 

Mit an Bord ist natürlich auch ein Heos Streaming-Modul, das per App komfortabel bedienbar ist. Zudem ist der Denon AV-Verstärker zu allen drei Sprachassistenten Amazon Alexa, Google Assistant und Apple Siri kompatibel, ein entsprechender Smart Speaker vorausgesetzt. Selbstverständlich fehlt auch Apple AirPlay 2 nicht. An Hi-Res-Formaten unterstützt der AVC-X3800H FLAC, ALAC und WAV bis 192 kHz/24-Bit sowie DSD (2,8Mhz sowie 5,6MHz). Was fehlt, ist der Support für MQA und für DSD 11,2MHz. Der AVC-X3800H ist darüber hinaus auch "Roon Tested" und verfügt natürlich über ein leistungsstarkes Dualband-WiFi-Modul sowie über einen Ethernet-Anschluss. Für besonders einfaches drahtloses Streaming wurde zudem Bluetooth integriert. 

Verarbeitung

Saubere Kantenverarbeitung

Der AVC-X3800H tritt in gewohnt routinierter Verarbeitung auf. Hier gibt es nichts zu bemängeln, auch wenn der 3800H nicht in Japan vom Band läuft wie die absoluten Spitzenmodelle. Die Frontblende ist auch aus seitlicher Perspektive präzise eingepasst, die beiden Regler für Quellwahl und Lautstärke eiern zwar leicht, aber das ist nichts Gravierendes und kommt auch bei teureren Geräten vor. Unter dem AV-Verstärker befinden sich solide Standfüße. Das Display geht in Ordnung, wirkt aber trotzdem mittlerweile leicht antiquiert. Im Inneren erwarten uns keine bösen Überraschungen. Auch hier ist alles wieder auf typischem Denon-Niveau. Ordentliche Verkabelung, für die Preisklasse hochwertige Baugruppen sowie ein sauberes Platinenlayout bringen weitere Pluspunkte aufs Denon-Konto. 

Anzeige

Drehregler für die Lautstärkeregelung

Drehregler für die Eingangswahl sowie On/Off Taster

Anschlüsse

Die Rückseite des AVC-X3800H

Über die sechs HDMI-Eingänge, die zwei HDMI-Ausgänge, das Dualband WLAN-Modul, Bluetooth und den Ethernet-Anschluss haben wir bereits geschrieben. Hinzu kommen noch zwei koaxiale sowie zwei optische Digitaleingänge, Trigger Out, Remote In/Remote Out, eine RS232-Schnittstelle zur Integration in Haussteuerungssysteme, sowie Cinch-Eingänge für folgende Devices: Tuner, CBL/SAT, Media Player, Aux 1, Aux 2, CD sowie Phono. Pre-Outs sind vorhanden für: Front L/R, Center, Surround L/R, Surround Back L/R, Height 1 und Height 2 (L/R). Ergänzt wird das Sortiment von vier Subwoofer-Pre-Outs und einem Zone 2 Pre-Out. Die Lautsprecherkabel-Schraubanschlüsse weisen keinerlei Besonderheiten auf. 

Pre-Outs im Detail

Weitere Audioanschlüsse im Detail

Zwei Bluetooth/Wifi-Antenne kommen bei Denon zum Einsatz

Die vergoldeteten Schraubterminals des Denon Kraftpaket

Anzeige
Weiter auf: Nächste Seite

Seiten: 1 2 3 4

Tags:

Anzeige

Alle aktuellen Tests auf AREA DVD
  ZURÜCK