XXL-TEST: 3-Wege-Standlautsprecher KEF R11 Meta - der Beste unter den Exzellenten

Klang

Hegel H590 Bild 1

Hegel H590

Wir haben die KEF R11 Meta im akustisch äußerst performanten Hegel H590 gehört, der mit mehr als 300 Watt Leistung pro Kanal und hochwertiger Technik der perfekte Partner für die schlanke Box ist. 

Kef R11 Meta Stereo Aufbau

Unser Setup

Unshaken von D'Angelo macht hier den Anfang und sorgt sofort für ein Lächeln auf den Lippen des Zuhörers. Es geht gleich mächtig los, abgrundtiefe, nachdrückliche Bässe zeichnen schon die ersten Sekunden des Tracks aus. Die R11 Meta geben sich völlig unbeeindruckt. Unfassbar tief spielen die schlanken, wenngleich hochgewachsenen Säulen der aktuellen KEF R Meta-Serie auf und versehen auch die untersten Regionen noch mit enormem Nachdruck. Gleichzeitig zeigen sie aber auch, dass sie sehr präzise und reaktionsschnell agieren, denn ein ungewünschtes Nachschwingen bleibt praktisch vollständig aus. Die einsetzende Stimme erstickt dann jeden weiteren Zweifel im Keim. Nicht nur löst sich das Geschehen exzellent von den Lautsprechern und es wird eine weitläufige, breite Bühne mit ausgeprägter Räumlichkeit generiert, auch die Stimmcharakteristik wird nuanciert und mit tadelloser Feindynamik wiedergegeben. Das sehr voluminös wirkende und vor Substanz strotzende Klangbild nimmt den Zuhörer vollständig ein. Mit dem H590 haben wir natürlich auch einen entsprechend leistungsfähigen Verstärker an der Hand, der den R11 Meta bei der Entfaltung des vollen Potentials tatkräftig unterstützt. Hohen Pegel quittieren sie nämlich völlig unaufgeregt und zeigen sich unbeeindruckt.

Wir werden etwas feinfühliger und hören in eine Gitarrenversion aus dem Netflix-Serienhit "The Witcher" hinein. Luca Stricagnoli präsentiert eine Instrumentalvariante von "Toss a Coin to your Witcher". Die R11 Meta bilden das sehr luftige und durchhörbare Klangbild tadellos ab. Sensationell klar und detailreich werden die Stahlsaiten der Gitarre erfasst und mittig vor dem Zuhörer platziert. Der italienische Fingerstyle-Gitarrist arbeitet mit der Gitarre auch als Percussion-Instrument und die KEF-Standlautsprecher versehen die Schläge auf den Gitarrenkorpus hier exakt mit der richtigen Kraft und dem richtigen Nachdruck. Satt, aber nicht übertrieben. Als der Künstler von Fingerzupfen auf Streichen und Anschlagen übergeht, kann man auch das mühelos wahrnehmen. Hier profitiert man von der sehr klaren Detaillierung der R11 Meta. Trotz des hohen Detailreichtums und der klaren Auslegung wirken die Komponenten allerdings durchweg angenehm und niemals fordernd. Das gilt auch für hohe Lautstärken, die die R11 Meta mit völliger Gleichgültigkeit hinnehmen und ihre ausgewogene, balancierte und sehr harmonische Tonalität beibehalten.

Mit Jennifer Warnes und "Way Down Deep" darf sich auch eine weibliche Vokalstimme auf den R11 Meta präsentieren. Bevor der Gesang einsetzt, empfängt uns aber zunächst einmal eine bis ins Detail überzeugende Percussion-Sequenz. Die tiefen Bass-Schläge bereiten schlichtweg pure Freude. Sie erklingen ultratief und extrem nachdrücklich. Blitzschnell setzen das die R Meta-Lautsprecher um und sind dabei trotzdem in der Lage, auch die übrigen akustischen Elemente zu berücksichtigen. Wieder zeigt sich auch die hohe Transparenz, sämtliche Effekte sind einem Ort auf der Bühne eindeutig zugeordnet und werden komplett erfasst. Mittig zementiert steht die warme, wohlige Stimme der US-Amerikanerin und wird mit jeder Nuance erfasst. Pauke, Streicher, Stimmen, Percussion - jedes einzelne Element kann man in all seinen Facetten einzeln herauskristallisieren und wahrnehmen, gleichzeitig verschmilzt das Geschehen zu einem absolut stimmigen, authentischen, glaubwürdigen Ganzen, dass es eine wahre Freude ist. Gänsehaut ist hier garantiert. Auch hier wird klar: Was die R11 Meta für 6.500 Euro Paarpreis zu leisten imstande sind, ist sensationell.

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"Riverside" von Agnes Obel schlägt in die ähnliche Kerbe und auch hier geben sich die Standlautsprecher nicht den Hauch von Blöße. Die beinahe gehauchte Stimme wird exzellent wiedergegeben und von einer sehr stimmigen Piano-Klangtemperatur untermalt. Teurere Komponenten arbeiten hier den Tastenanschlag vielleicht noch etwas prägnanter heraus, aber hier suchen wir schon beinahe das Haar in der Suppe. Es ist schlicht zu 100 Prozent beeindruckend, was man hier geboten bekommt. Wie bereits erwähnt, Transparenz, Detailreichtum, Klarheit und Harmonie stechen heraus, aber es ist das Gesamtergebnis, was uns in diesem Übermaß begeistert. Es ist ein so entspanntes, angenehmes Hören - trotz der klaren Höhen und akkurat hervorgehobene oberen Mitten. Selbst bei enormem Pegel bleibt das Ausnahmetalent der R11 Meta voll erhalten. Bei "The Curse" setzt der Kontrabass noch das i-Tüpfelchen. Die sehr tiefen Bässe gelingen zwar vielen hochwertigen passiven Lautsprechern sehr nachdrücklich, meist steht das Instrument aber dann etwas außen vor und wirkt nicht als zugehöriger Teil der Bühne. Anders löst die R11 Meta die musikalische Mission. Trotz der identischen Kraftentfaltung erscheint die Kulisse weiterhin als Ganzes, als harmonische, geschlossene Einheit, die sehr natürlich aber ebenso mitreißend und emotional ist.

V for Vivaldi von Power-Haus kombiniert klassische Violinklänge mit elektronischem Drive und stellt Komponenten durch die Kombination aus außerordentlich hoher Geschwindigkeit, kraftvollem Tiefbass und komplexen Percussion-Elementen vor eine schwere Aufgabe - die die KEF R11 Meta natürlich mit Bravour meistert. Die Streicher ertönen mit samtiger Wärme, sind aber ebenso transparent und klar. Die satten Bässe im Hintergrund sorgen für keinerlei negative Nebenerscheinungen. Nichts auf der Bühne gerät aus dem Fokus, die zahlreichen akustischen Elemente sind ihren Positionen eindeutig zuzuweisen und die blitzschnellen Triolen der Streicher werden vollständig berücksichtigt. Hoher Pegel? Unerheblich, die R11 Meta marschieren unentwegt weiter und behalten ihre absolute Souveränität zu jedem Zeitpunkt bei. Aber sie spielen auch bei geringer Lautstärke dynamisch auf und nehmen den Zuhörer durch das fein differenzierte, detaillierte Klangbild mit. Die Bühne ist breit, weitläufig, dreidimensional und auch die Tiefenwirkung ist beachtlich. Sollten die Reference-Topmodelle der britischen Klangexperten ein Manko aufweisen, wir konnten es jedenfalls nicht finden.

Als nächstes Beispiel nehmen wir uns mit "Battery" von Metallica noch ein besonders flinkes und sehr komplexes Stück vor. Hier kommt hinzu, dass die Produktions- und Aufnahmequalität zwar solide, aber eben doch nicht so audiophil wie bei den vorherigen Beispielen ist. Aber auch hier entfalten die R11 Meta ein wahrlich erstaunliches akustisches Potential und differenzieren die einzelnen Instrumente sauber und klar heraus. Der Abmischung mangelt es ein wenig an Tiefgang, Spaß bereitet der Track zusammen mit den KEF-Standboxen aber trotzdem und ein sattes Fundament mit voluminösen Punches wird durchaus geboten. Die hohe Geschwindigkeit bereitet natürlich erneut keine Probleme und auch die Stimme von Hatfield wird sehr charakteristisch wiedergegeben. Die Bühne ist ein wenig konzentrierter zur Mitte hin, aber auch hier ist das Differenzierungsvermögen auf sehr hohem Niveau.

Wir bleiben bezüglich des Genres nicht in identischen, aber doch ähnlichen Gefilden, legen produktionstechnisch aber etwas nach. Und das kann man sofort nachvollziehen. Absolut klar und mit exzellenter Feindynamik werden die Stahlsaiten der Gitarre bei "Rose Tattoo" von den Dropkick Murphys abgebildet. Die Bühne wirkt auch direkt etwas weitläufiger und macht die lokale Zuordnung der weiterhin ausgezeichnet differenzierten Instrumente nochmals einfacher. Zentral steht die raue Stimme mit hohem Wiedererkennungswert des Frontmannes. Keine Nuance entgeht den Flaggschiffen, auch die Rahmenschellentrommel wird praktisch ohne Einschränkungen erfasst. Gegen Ende des zweiten Drittels wird das Schlagzeug etwas nachdrücklicher und auch hier nimmt man die tieferen, sehr voluminösen Bass-Schläge sofort wahr. Es wird auch etwas schneller, komplexer und dichter, eben wie es sich für ein Finale gehört. Die R11 Meta haben damit keinerlei Probleme, agieren mit höchster Präzision und Geschwindigkeit und lassen sich wiederum von kaum aushaltbaren Lautstärken nicht beeindrucken.

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