XXL-SPECIAL: Unser Besuch bei High End-Händler Alex Giese in Hannover - Innovation, Ästhetik und Klangstärke unter einem Dach
Boulder, YG und ATC
Gehört haben wir eine besonders noble Kombination zwei wahrlich extravaganter, zugleich akustisch begabter Komponenten: Ein Lautsprecher-Paar YG Ascent und der Boulder 866 Vollverstärker/DAC/Streamer dazu.
Klanglich sehr kraftvoll und fundiert, zugleich mit einer sauberen Auflösung über den gesamten Frequenzbereich. Richtig gut gefällt uns auch, wie plastisch sich Stimmen von den Chassis der beiden Standlautsprecher lösen können, und wie dicht, wie nahtlos das gesamte räumliche Gefühl wahrgenommen wird.
Nun stellen wir die Kette kurz vor.

YG Ascent
Der YG Ascent ist ein äußerst exklusiver, nur selten anzutreffender Dreiwege-Lautsprecher (passiv), der Frequenzen zwischen 26 Hz und 40 kHz darstellen kann. 90 dB beträgt sein Wirkungsgrad, jede Box wiegt satte 54 kg. Bestückt ist die interessant und edel aussehende Konstruktion mit eimem ForeCore-Hochtöner, einem 18,5 cm BilletCore Mitteltöner und mit einem 22 cm BilletCore Basstreiber. Die geschlossenen Gehäuse sind aus dickem Resin-Fiber-Material hergestellt und werden in höchster Qualität produziert. Die Schallwand besteht aus massivem Aluminium. Das clevere Frequenzweichen-Design vereint enorme akustische Präzision mit maximaler Kompatibilität zu vielen Verstärkermodellen. Die Impedanz: durchschnittlich 4 Ohm, minimal 2,5 Ohm.

Boulder 866

Aus schräger Perspektive

Display
Der Boulder 866 (22.000 EUR mit Streamingmodul) ist ein veritabler Vollverstärker mit großem Touch-Display und optionalem DAC sowie optionalem Streaming-Modul (inklusive Roon ready), der mit einer unglaublich soliden Verarbeitungsgüte zu gefallen weiß. Seine Kennzeichen umfassen einen symmetrischen Doppel-Mono-Aufbau sowie eine gute Auswahl an analogen Terminals (XLR und Cinch) sowie an digitalen Anschlussformen (AES/EBU, Digital-Optisch, 4 USB-Slots). Nur vier weitere Tasten sind auf der Gerätefront untergebracht, es gibt keinen klassischen runden Lautstärkedrehregler. Man kann den Boulder über Smartphone oder Tablet steuern, eine recht unauffällige Remote liegt zusätzlich bei. Eine extrem stabile Stromversorgung, unter anderem mit einem großformatigen Ringkern-Transformator, findet sich im Inneren des Geräts. Die Leistungswerte sind großzügig: 2 x 200 Watt an 8 Ohm, 2 x 400 Watt an 4 Ohm und 2 x 600 Watt an 2 Ohm.
Im Erdgeschoss bei Alex Giese stoßen wir auch auf den "kleinen Bruder" des Boulder 866, der auf den Namen Boulder 812 hört.

Boulder 812
Hierbei handelt es sich um einen Vorverstärker, DAC und Kopfhörerverstärker im typischen, robust-schlichten Boulder-Design. Er stellt Boulders ersten Headphone-Amp dar und gleich schöpfte man aus dem Vollen.

Vier unterschiedliche Anschlussformen für Kopfhörer
Er bietet vier unterschiedliche Anschlussformen für Kopfhörer und verschiedene Einstelloptionen für die Kopfhörer-Empfindlichkeit mittels der Boulder Controller-App. Er leistet in seiner Funktion als Kopfhörerverstärker 200 mW an 8 Ohm und 80 mW an 600 Ohm. Boulder verspricht, dass nahezu jeder denkbare Kopfhörer-Typ optimal vom 812 bedient wird. Wir allerdings hören den Boulder 812 in seiner Funktion als präzisen auf den Punkt kommenden Vorverstärker, der über den gesamten Frequenzbereich ein enormes Auflösungsvermögen offeriert.

ATC SCM-100
Als Ausgabe-Organe fungieren die ATC SCM-100 (vollaktiver Lautsprecher, Paarpreis als aktive Version 30.500 EUR, in passiver Variante liegt der Paarpreis bei 24.000 EUR). Das Gewicht von 68 kg pro Box lässt aufhorchen. Die Verstärkerleistung liegt pro Lautsprecher bei 50 Watt (Hochtonbereich), 100 Watt (Mitteltonbereich) und 250 Watt (Bassbereich).

Rückseite
So kommen durchaus kräftige 400 Watt pro Schallwandler zusammen. Maximal können 115 dB an Schalldruck realisiert werden. Der Übertragungsbereich (bei -6dB) reicht von 32 Hz bis 22 kHz. Akustisch bietet diese Kombination einen volle, zugleich aber mit Vehemenz auf den Punkt kommenden Klang und eine ausgezeichnete räumliche Abbildung, sowohl was die Weite, aber auch, was die Tiefe angeht.
GGNTKT
Ein völlig zu Unrecht noch nicht so bekannter Anbieter hochklassiger Lautsprechersysteme ist GGNTKT, 2018 gegründet und aus Deutschland stammend.

Model 1
Hier haben wir uns das Model M3 und das sehr kompakte Model M1 angeschaut. Wir starten mit dem kleineren Model M1: Der ungewöhnliche Formfaktor mit einer recht großen Breite im Verhältnis zur Höhe und einer geringen Tiefe von nur 140 mm sorgt umgehend für Aufmerksamkeit. Der 2,5 Wege-Aktivlautsprecher beeindruckt mit 140 x 100 Grad konstanter Abstrahlung, was zu einem größeren Sweet Spot und zu einer ausgzeichneten Räumlichkeit führt. Der Hersteller sieht in diesem aktiven Schallwandler die ideale Lösung für kurze bis mittlere Hördistanzen.
Er ist, so verspricht GGNTKT, für sämtliche Hörumgebungen geeignet und kann für private, aber auch für professionelle Anwendungen herangezogen werden. Daher sind die Einsatzzwecke vielfältig: Im Musikstudio, im Heimkino oder aber klassisch im Wohnzimmer, hier lässt sich nahezu alles realisieren. 32 Hz untere Grenzfrequenz zeigen, dass das Model M1 auch im Frequenzkeller durchaus leistungsfähig ist. Spitzenpegel von 119 dB belegen ebenfalls die Performance des aktiven Lauttsprechers. Der Waveguide, passend zum Hochtöner, wurde nahtlos in die Schallwand integriert.

Hochtöner
Bestückt ist der M1 mit einem 44 mm Druckkammertreiber mit Titanmembran für den Hochtonbereich sowie mit drei jeweils 170 mm messenden Tiefmitteltönern ((mit enormen 11 mm Hub) mit Aluminiummembran im geschlossenen Gehäuse. Ein besonders aufwändiges Gehäuse zeichnet die aktive Box ebenso aus. Eine aufwändige CNC-gefräste Grundstruktur aus Valchromat offeriert laut Hersteller 30 Prozent mehr Stabilität als ein MDF-Gehäuse.

Tiefmitteltöner
Die gesamte Elektronik ist im übrigen ausgelagert und einem elegante, sehr flachen sowie passiv gekühlten Aluminium-Gehäuse untergebracht. Im Inneren sitzen Verstärker mit 280 Watt Dauerleistung und 420 Watt Spitzenleistung pro Box, erzeugt von extrem effizienten PASCAL Class D-Endstufen mit UMAC-Technologie.

Ausgelagerte Elektronik
Sie sorgen für den nötigen Nachdruck und die passende Souveränität. Im Inneren des flachen Alu-Gehäuse befindet sich neben einem zweistufigen Netzfilter, einem 32 Bit Sharc-DSP und 24 Bit AD/DA-Wandlerstufen besagte Endstufeneinheit, die aus 3 Verstärkerkanälen pro Box besteht. Zum Model M1 gibt es auch passende Stative.

GGNTKT M-3
Wenden wir uns dem Model M3 zu. Dieser Lautsprecher weist ebenfalls eine geringe Bautiefe aus und wird mit einem Valchromat-Gehäuse versehen. Die vollaktive Box arbeitet nach dem 4-Wege-Prinzip und liefert satte 125 dB Spitzenpegel ab. Zu den Vorzügen gehören auch die sehr geringen Verzerrungen (THD kleiner als 0,3 Prozent, bezogen auf 90 dB, 1m). Die Endstufenleistung ist enorm: 2 x 1.000 Watt Dauerleistung und 2 x 1.500 Watt Spitzenleistung sind für den Antrieb der vier Kanäle pro Box verantwortlich.

Geringe Bautiefe
Bis 40 Hz erfolgt eine kardioide Abstrahlung, im Sinne einer einfachen Raumintegration und Wandaufstellung. 32 Hz beträgt die untere Grenzfrequenz. Zum Einsatz kommt eine FEA-optimierte, trichterförmige Schallführung (Waveguide), nahtlos in die Schallwand vorm Hochtöner eingefräst. Die Abstrahlung konnte horizontal konstant auf 140 Grad festgelegt werden. Gegenüber den sonst üblichen 90 Grad vergrößert sich der Sweet Spot deutlich. Wie auch die kleinere M1 setzt die M3 auf einen Ringmembran-Kompressionstreiber für den Hochtonbereich, hinzu kommt ein dedizierter Mitteltöner (210 mm) mit besonders leichter, faserverstärkter Papiermembran und zwei 260 mm Basstreiber mit einer enormen maximalen Auslenkung von 13,5 mm.

Front

Der zweite Basstreiber befindet sich auf der Rückseite des M3
Beide Basschassis sind in getrennten Bassreflex-Kammern untergebracht. Die 75 mm dicke Schwingspule erlaubt unglaubliche 1 kW maximale Belastbarkeit. Eine Vielzahl an lieferbaren Gehäusefarben vervollständigt das Konzept.
Linn

Linn 150
Hier haben wir uns den Linn 150 (6.545 EUR/Paar) angesehen, einen neuen, schlank-schlichten 3-Wege-Standlautsprecher. Er ist erhältlich in den Ausführungen Eiche, Satin Black, Satin Weiß oder Walnuss. Er bietet die Möglichkeit zum Linn-Systemaufbau (Kombination mit einem Selekt DSM Classic Hub (konfigurierbarer Netzwerk-Player, mit verschiedenen DAC-Optionen, mit oder ohne Endstufen etc.) von Linn sowie, als Highend-Lösung, ein vollständig aktives Linn „Exakt“ System mit modernster aktiver Audiotechnologie.

Linn 119
Linn 119 (2.795 EUR): Der Linn 119 ist ein äußerst kompakt bauender, aber akustisch starker Zweiwege-Lautsprecher. Er ist in den identischen Farben wie der Linn 150 erhältlich. Die Option zur Aufrüstung z.B. mittels des DSM Classic Hubs besteht hier auch.

Linn LP 12 Sondermodell

Ein extrem seltenes, wertvolles Modell
Linn Plattenspieler LP 12, 40 Jahre-Edition, nur 40 Stück, nur 3 in Deutschland, dazu gibt es einen 40 Jahre alten Highland Park Whisky, Zeitwert circa 8.000 EUR. Preis des LP 12 ohne Whisky: 30.000 EUR.
Auf der dritten Seite folgen einige Impressionen sowie unser Fazit des Besuchs.
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