XXL-SPECIAL: Firmenpotrait von Hegel - nordische Klarheit trifft auf technische Raffinesse

In Deutschland liegt der Vertrieb der exklusiven Hochleistungskomponenten des norwegischen Herstellers Hegel in der Hand von GP Acoustics. Zusammen mit KEF und Arcam vervollständigt die aufstrebende Marke für noble Vorverstärker, Endverstärker, Vollverstärker und Phonovorstufen das Portfolio. Seit kurzer Zeit ist nun auch die deutsche Hegel-Website online.

History

Die "Hegel-Story" begann 1988 (demnach ist die Firma noch relativ jung) und zwar an der technischen Universität in Trondheim, Norwegen. Ein talentierter Student namens Bent Holter entschied sich dazu, neue Ansätze auszuarbeiten, wie man das Design von Transistoren, die in Verstärkern zum Einsatz kommen, optimieren kann - um bestehende Probleme bei traditionellen HiFi-Verstärkern zu lösen. Als Hauptfeind hat Holter schnell das Thema "Verzerrungen" ausfindig gemacht. Dass während der Signalverstärkung, teilweise sogar in deutlichem Ausmaß, Verzerrungen auftreten, wollte der junge Mann ganz und gar nicht hinnehmen.

Er entschied sich, sich von konventionellen Ansätzen komplett freizumachen, und begann, die heute als "Hegel Sound Engine" bekannte Technologie zu entwickeln. Der Name "Hegel" kommt übrigens nicht vom gleichnamigen Philosophen und der Bewunderung  seines Schaffens durch Bent - weit gefehlt. Vielmehr spielte der Student in einer Musik-Formation namens "The Hegel Band", so wurde der Name geboren. Für diese Band baute Bent zudem die Verstärker selbst. Um seine Projekte zu finanzieren, kam Geld von Telenor, einer starken Marke aus dem Telekommunikations-Segment.

In den frühen 90er Jahren wurde die Sound Engine patentiert, 1994 wurde ein D/A-Konverter entwickelt und 1996 der erste Hegel CD-Player. Über die nächsten acht Jahre wurde das Produkt-Portfolio ausgeweitet, und mehr und mehr verdiente man Geld mit den Komponenten. In der Finanzkrise, die um sich griff, hat sich Hegel nicht defensiv und kostensparend verhalten - im Gegenteil: Man holte sich hoch talentierte Ingenieure ins Team, die neue, besonders präzise D/A-Konverter zur Serienreife brachten. Heute ist Hegel bestens etabliert, und das elegante nordische Design und die hochwertige Technik sind bei HiFi-Fans heiß begehrt. 

Produkt-Portfolio

Hörraum bei Hegel

Generell gilt für die Hegel Vollverstärker, Vor- und Endverstärker: Sie sind akustisch absolut homogen und stimmig ausgelegt. Dadurch eignen sie sich exzellent für den Betrieb zusammen mit KEF-Schallwandlern. Erwähnenswert deswegen, weil auch KEF von GP Acoustics aus Essen vertrieben wird, und die sehr angenehme, musikalische und detailreiche Wiedergabe gerade von den KEF Lautsprechern der R-, Reference- und Blade-Serie .

Integrierte Verstärker:

  • H95: Den Einstieg in die Produktgruppe der Stereo-Vollverstärker aus dem Hause Hegel markiert der H95, der für 1.795 EUR angeboten wird. Mit 2 x 60 Watt an 8 Ohm eignet er sich sehr gut für die Beschallung kleinerer Hörräume. Optisch im typischen, nordisch-minimalistischen Hegel-Design gehalten, macht er auch im anspruchsvollen Wohnambiente eine ausgezeichnete Figur. 

H120 in weißer Version

H120 bei uns im Test

Innenleben

Fernbedienung

Umfangreiche digitale Anschlüsse

  • H120: Im elegant-zurückhaltenden Hegel-Design gehalten, stellt der H120 2 x 75 Watt an Leistung zur Verfügung, optimal für kleinere bis mittelgroße Hörräume. Integriert ist Hegels SoundEngine, die die Vorteile von Class A- und Class AB-Technik miteinander vereint. Verglichen mit dem H95 bietet der H120 ein erweitertes Funktions- und Anschlussangebot. Mit 2.595 EUR ist er auch teurer, aber für den Mehrwert halten wir die Mehrkosten für angemessen. Vorhanden sind zunächst ein analoger XLR-Eingang und zwei analoge Cinch-Eingänge, nichts Besonderes. Aber der H120 kommt zusätzlich mit vielen relevanten digitalen Eingängen: Koaxial, gleich 3 x optisch, und USB-B sowie RJ45. Wir sprachen einen erweiterten Funktionsumfang an. Der Hegel H120 ist kompatibel zu UPnP-Streaming, Apple AirPlay, Spotify Connect, überdies ist er Control4-ready (wichtig für die Integration ins Smart Home). 

Hegel H190

Hegel H190 von hinten


  • H190: Für 3.695 EUR stellt der H190 das nächstgrößere Modell dar. Im Vergleich zum H120 bringt er deutlich höhere Leistungsreserven mit, realisiert von klassischen analogen Endstufen und der patentierten Hegel SoundEngine2 Technologie. 2 x 150 Watt an 8 Ohm sorgen dafür, dass auch im größeren Hörraum keine Leistungs-Defizite auftreten. Neben den obligatorischen analogen Eingängen (1 x XLR-Analog, 2 x Analog-Cinch-In, 2 x Analog-Cinch-Out) finden sich zahlreiche digitale Anschlussmöglichkeiten. Koaxial, 3 x optisch, und USB-B sowie eine RJ45 Ethernet-Schnittstelle. Erg-nzt wird das Sortiment durch einen Kopfhöreranschluss auf der Vorderseite. Der H190 ist zudem flexibel hinsichtlich seiner Einsatzmöglichkeiten: Er ist kompatibel zu UPnP-Streaming, Apple AirPlay, Spotify Connect und ist Control4-ready (wichtig für die Integration ins Smart Home).

Hegel H390

Anschlussbestückung

Elegant in jedem Ambiente

  • H390: Unterhalb des Topmodells H590 rangiert der H390 für 5.995 EUR, der mit großzügigen 2 x 250 Watt an 8 Ohm antritt, um auch in großen Hörräumen nie das Gefühl von Leistungsmangel aufkommen zu lassen. Die analogen Endstufen sind mit Hegels SoundEngine ausgestattet. Natürlich arbeitet der elegante Norweger, wie übrigens auch schon der H190, mit äußerst leistungshungrigen und komplexen Boxen zusammen. Für eine überdurchschnitlich präzise Signalverarbeitung stehen beim H390 streng selektierte, exakt arbeitende und langzeitstabile Baugruppen bereit, zu erwähnen wären z.B. die Hochleistungs-D/A-Konverter. Sie sind auch kompatibel zu 384 kHz/32-Bit PCM-Dateien, die über USB eingespeist werden können. Die Anschlusssektion ist besonders hinsichtlich der digitalen Verbindungsoptionen interessant: BNC, koaxial, 3 x optisch, sowie USB-B plus 1 x RJ45 Ethernet-Schnittstelle. Technisch ist der H390 auf modernstem Stand, denn er ist in der Lage, mittels USB sogar Master Quality Authenticated (MQA) Dateien zu präsentieren. Zudem kann der H390 Direct Stream Digital (DSD, und zwar DSD64/128/256) Dateien wiedergeben. Auch ist der Hegel-Verstärker AirPlay- und Spotify Connect-kompatibel und "Roon ready", was heißt, dass er auch mit 384 kHz/24-Bit (kein Tippfehler bei Roon sind es 384 kHz/24-Bit und nicht 394 kHz/32-Bit) Material klarkommt. 

Hegel H590

Rückseite

Darth Vader würde sich auch einen H590 kaufen, es gäbe da ständig ein "Erbeben de akustischen Macht"

  • H590: Das Spitzenmodell der integrierten Hegel Stereoverstärker hört auf den Namen H590 und kostet 9.995 EUR. Sehr hohe Leistungswerte darf man definitiv erwarten, und der H590 enttäuscht nicht: Über 300 Watt Leistung pro Kanal (an 8 Ohm) stehen bereit. Damit kann man auch Lautsprecher mit enorm komplexen Lastverhalten im großen Hörraum kompromisslos antreiben. Anschlussseitig wird das geboten, was auch der H390 auffährt. Damit digitale eingehende Signale in bestmöglicher Qualität in analoge Signale gewandelt werden können, setzt Hegel auf Highend.-DACs von höchster Qualität. Weiterhon kann der H590 mittels USB auch Master Quality Authenticated (MQA) Dateien wiedergeben - und DSD-Material in DSD64/128/256. Der H590 ist AirPlay- und Spotify Connect-kompatibel und "Roon ready".

Vorverstärker:

Hegel P20

  • P20:Rein analog aufgebauter Vorverstärker für den Stereo-Betrieb. Er kommt auf 2.895 EUR und überzeugt durch den stringenten Aufbau. Der P20 offeriert vier Cinch-Eingänge, einen XLR-Eingang, einen "Home Theatre" Eingang und einen XLR-Ausgang. Bei der Konstruktion der Vorstufe wurde auf kürzestmögliche Signalwege Wert gelegt, im Sinne eines reinen, unverfälschten Klangs.

Hegel P30

  • P30: Ebenfalls rein analog aufgebaut ist der P30 Vorverstärker für 6.295 EUR. Dass der Preisunterschied zum P20 so groß ausfällt, liegt an den enorm hochwertigen Bauteilen, die im P30 zum Einsatz kommen: Handverlesene FET Transistoren oder besonders exakte Lautstärkeregelung wären beispielsweise zu nennen. Der Lautstärkeregelungsknopf dient lediglich dazu, dem Array von Gigahertz-MOS-Transistoren den gewünschten Lautstärke-Ausgangspegel näherzubringen. Das Musiksignal wird im Anschluss durch ein Netzwerk von hochwertigen Widerständen geschleust, die den Signalpegel reduzieren. Die Anschlussbestückung besteht aus zwei Cinchausgängen und einem XLR-Ausgang. Eingangsseitig finden sich zwei symmetrische XLR-Eingänge sowie vier Cinch-Analog-Eingänge. darunter ein "Home Theatre Input"für die Integration in eine Heimkino-Umgebung. Praktisch ist, dass auch 12V Trigger-Terminals auf der Rückseite zu finden sind. Im Lieferumfang enthalten ist eine hochwertige Systemfernbedienung.

Phono-Vorverstärker:

Hegel V10

  • V10: Der Phono MM/MC Voverstärker der Luxusklasse bietet eine überragende Technik und flexible Anpassungsmöglichkeiten. Das eingehende Signal wird in ebenso geräuscharme Verstärkerschaltungen geleitet. Sowohl die MM- als auch die MC-Verstärkungsstufen setzen dabei auf überdurchschnittlich rauscharme Netzteile. Diese sind mit diskreten bipolaren Transistoren bestückt, um das Signalrauschen auf extrem kleine Werte herabsetzen zu können, was wiederum eine hochpräzise Verstärkung des vom Plattenspieler angelieferten Eingangssignals sicherstellt. Für die optimalen Betriebs-Bedingungen unerlässlich ist zudem ein hochwertiges Netzteil. Hier verwenden die Norweger aus Oslo ein linear arbeitendes und überaus rauscharmes, analoges AC-Netzteil. Ein großer, speziell für diesen Einsatzzweck angefertigter E-Kern-Transformator bildet die Basis. Er ist in einem separaten Gehäuse untergebracht, damit keinerlei störende Signalbeeinflussungen stattfinden können. Natürlich kann man den Phono-Vorverstärker auf jedes MM- und MC-System feinjustieren. 

Endstufen:

Imposant - die große H30 Mono-Endstufe kommt auf 13.495 EUR pro Stück

  • H30: Die Mono-Endstufe Hegel H30 bringt es auf krasse 1.100 Watt an 8 Ohm. Sie ist und ist mit der Hegel SoundEngine für die optimale Synthese von Class A und Class AB Technik ausgestattet. Die H30 kann entweder mit symmetrischen XLR- oder asymmetrischen Cinch-Anschlüssen nebst entsprechender Verkabelung mit der Vorstufe in Kontakt treten. Ideal passt der 45 kg wiegende Monoblock zum Hegel P30 Vorverstärker. Es findet sich zudem noch ein spezielles Merkmal bei der H30: Obwohl eigentlich als Mono-Endstufe konzipiert, kann man sie auch in Einzel-Konstellation für den Stereobetrieb einsetzen. So muss man nicht sofort zwingend zwei Stück der immens teuren Highend-Konstruktion kaufen. Die weiteren technischen Daten sprechen für sich: Die Stromversorgung (2000 VA Dual Mono) und die Kapazität der Elkos (270.000 Mikrofarad) verdeutlichen, dass die H30 schlichtweg zum Besten gehört, was der gesamte Weltmarkt aufzubieten hat. Sogar den Ausnahme-Lautsprecher KEF Muon treiben zwei H30 erstklassig an. 

Hegel H20

  • H20: Die Hegel H20 für 5.395 EUR ist eine äußerst nachdrücklich aufspielende Stereoendstufe mit 2 x 200 W an 8 Ohm und ist mit der Hegel SoundEngine für perfekte Verbindung der Class A- und der Class AB-Arbeitsweise Technik ausstaffiert. Wahlweise kann man die im kompromisslosen Dual Mono-Layout aufgebaute Endstufe mittels XLR- oder Cinch-Kabeln mit der passenden Vorstufe verbinden - z.B. mit einer Hegel P20. Die H20 Endstufe geizt nicht mit Superlativen: So mit einer außergewöhnlich leistungsfähigen Stromversorgung (1000 VA Dual Mono) und einer überdurchschnittlich großen Kapazität der Elkos (90.000 Mikrofarad). Mit 25 kg macht auch das Gewicht deutlich, was hier an Technik drinsteckt. 

Endstufen für Custom Installations:

Hegel hat auch flexible Endstufen für Custom Installations

Optisch sehen die drei Modelle von vorn identisch aus

Hegel hat auch drei „Rack-fähige“ Endstufen im Programm: Die 5 Kanal Endstufe C55, die C54 mit vier Kanälen und die C53 als 3-Kanal-Modell. Alle Modelle sind für die Rack-Montage vorbereitet.

 

Fünfkanal-Modell

Vierkanal-Modell

Dreikanal-Modell

150 Watt werden pro Kanal an 8 Ohm mobilisiert. Jede der kleineren Versionen kann über ein oder zwei Verstärkermodule bis zur 5-Kanal-Version ausgebaut werden. Als Einsatzschwerpunkt sieht Hegel Mehrkanal-Anlagen für das Heimkino, besonders im Custom-Installations-Bereich. Die C55 bzw. C53 und C54 ergänzen auch für KEF, ebenfalls im Vertrieb von GP Acoustics, auf hervorragende Art und Weise das Sortiment an Ci-Einbaulautsprechern – insbesondere den Ci5160REF-THX. 

Fazit

Hegel ist klar auf der Gewinnerseite: Extrem belastbare Technik, bestmögliche Baugruppen, ein klar definierter, souveräner, detailreicher und homogener Klang, schlicht-elegantes nordisches Design und eine wohl durchdachte Auswahl an Technologien und Features zeichnen die Produkte aus Norwegen aus. Hier wird mit Sorgfalt und Cleverness entwickelt, nichts überstürzt, sondern lieber alles konsequent zu Ende gedacht. Daher prognostieren wir Hegel noch viele Erfolge in der Zukunft, denn die langlebigen Produkte punkten auch hinsichtlich der Nachhaltigkeit. 

Special: Carsten Rampacher
Fotos: Hegel, AREADVD
Datum: 10. September 2021

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