XXL-IMPRESSIONEN: Dan D'Agostino Relentless-Ultra High End-HiFi bei Audio Reference in Hamburg
Klang

Setup
Wir möchten vorausschicken, dass man bei allem, was nun bei der Schilderung der Klangeindrücke folgt, bedenken muss, dass es sich hier um ein absolutes Ausnahme-System handelt. Selbst extrem anspruchsvolle HiFi-Fans verfügen nur äußerst selten über ein solches. Es handelt sich zudem hier nicht um einen Testbericht. Wir hielten es für komplett vermessen, uns anzumaßen, eine solche Kette "testen" zu können im Sinne objektiver Aussagen. Darum handelt es sich um akustische Impressionen, um einen Erlebnisbericht, in dem wir versuchen, das sprachlich festzuhalten, was unsere Ohren wahrgenommen haben im Verlauf der Klang-Checks, die wir vorgenommen haben.
Till Tomarrow/Yello, Till Brönner: Sofort auffällig sind für uns die extrem feinen Konturen beim Saxophon. Hier geht die Kette bis ins letzte Detal, Als Till nur leicht ins Instrument haucht, wird auch diese Kleinigkeit sofort erfasst und passend eingearbeitet. Der Rhythmus des Titels wird stets von einem grandiosen Fundament getragen, exakt ausgeformt, mit unglaublicher Greifbarkeit des Klangs. Jedes akustische Element sitzt zu 100 Prozent an der richtigen Stelle. Zugleich erweist sich der Klang als unglaublich angenehm. Man kann mit jeglichen Intentionen hören: Ob man sich entspannen möchte, oder ob man den Wunsch verspürt, jede Einzelheit auf dem Silbertablett serviert zu bekommen - diese Kette, bestehend aus Dan D'Agostino-Komponenten, einem dCS-DAC und Wilson Audio-Schallwandlern, beherrscht alles in einer Souveränität, die faszinierend ist. Zu diesen besonderen Eigenschaften gehört auch eine gleichbleibend exzellente Detaillierung über den gesamten Frequenzbereich. Das perfekte Timing aller akustischen Anteile, liegt natürlich auch an den außergewöhnlichen Fähigkeiten der Wilson Audio WAMM Master Chronosonic.
Celestial Echo, Amalia, Boris Blank: Der extrem sensible Aufbau ist umgehend herauszuhören. Die weibliche, raue, ausdrucksstarke Stimme kommt in allen Facetten heraus,wirkt dabei extrem körperhaft. Jeder Bassschlag begeistert durch perfektes Timing, zudem notieren wir einen enormen Tiefgang, was in Anbetracht der Abmessungen der WAMM aber nicht wirklich verwundert. Die Trennung von Stimmen und Instrumenten setzt unserer Meinung nach Maßstäbe, so wird den vokalen und den instrumentalen Anteilen gleichermaßen der volle Entfaltungsspielraum zur Verfügung gestellt. Eine enorme, aber zugleich realistisch anmutende Dichte des Raums vervollständigt unsere Eindrücke. Zusammen genommen führt das dazu, dass man selber zum Bestandteil der Musik wird und die unglaublich feine Auflösung exzellent und ungefiltert wahrnehmen kann.
Diana Krall, The Look Of Love: Über alle Maßen gut ist die Anschlagdynamik des Klaviers zu hören. Das Charakteristische in Dianas Stimme wird plastisch herausgestellt, und überzeugend ist die sehr feine Struktur der gesamten Wiedergabe. Der Bass erweist sich als trocken und zugleich kraftvoll. Das Zusammenspiel all dieser akustischen Elemente führt zu einer geschlossenen, homogenen Klangkulisse. Innerhalb dieser erweisen sich die Streicher als angenehm sanft, lassen es zugleich aber an keinem Detail missen.
Andrea Bocelli, Dell‘Amore Non Si Sa: Gleich hervor sticht der sehr temperamentvoller Auftakt, er erfolgt energiegeladen und mit Nachdruck. Andreas Stimme erweist sich als sehr feinfühlig, sinnlich, charismatisch - sodass man jede vokale Facette perfekt wanrnehmen kann. Aber auch die instrumentalen Elemente lassen bei der Darstellung keinen Wunsch unerfüllt. Sie gruppieren sich präzise um Andreas vokale Präsenz, und die gesamte Wiedergabe begeistert durch den sehr harmonischen, kultivierten Klang. Dynamische Differenzen werden mit erstklassiger Impulstreue dargestellt, udn das Klavier weist genau die richtige Temperatur auf - das haben wir auf diesem Niveau bislang nicht gehört. Zu den wichtigen Eindrücken gehört zudem die enorme Gesamtdynamik.
Ouvertüre zu Figaros Hochzeit, Staatskapelle Dresden, dirigiert von Otmar Suitner: Der feinfühlige Auftakt ist aus chronologischer Sicht das erste, was uns erwähnenswert erscheint. Wie sich das musikalische Bild langsam steigert, ist ungemein gut gelungen. Jedes einzelne Instrument besitzt einen hohen Wiedererkennungswert. Faszinierend ist der sensible Aufbau, der es aber zugleich nicht an enormer, stets authentischer Dynamik missen lässt. Die Streicher erklingen „smooth“, ebenso aber präzise, auf den Punkt. Nur sehr selten vernimmt man eine allumfassende Wiedergabe sämtlicher musikalischer Ebenen, die unsere Kette offeriert. Das beinhaltet auch viel Strahlkraft, das führt zu außergewöhnlich intensivem Hören, jede filigrane Kontur wird optimal präsentiert und wirkt dadurch äußerst realistisch.
Star Wars, Imperial March, Wiener Philharmoniker, John Williams: Wie schon zu erwarten, beherrschen der eindrucksvolle Antritt und die enorme Geschmeidigkeit von Anfang an das Geschehen. So entsteht viel Atmosphäre, und jedes Instrument/jede instrumentale Gruppe im Orchester ist genau auszumachen. Auffällig ist die sehr schnelle Herausarbeitung aller dynamischen Differenzen sowie die grandiose Dichte der gesamten Akustik. Die Bläser sind tonal absolut sauber getroffen, und zu jeder Sekunde ist der Aufbau bis ins letzte Detail präzise.
Land Of Confusion, Disturbed: Kompletter Wechsel der musikalischen Stilrichtung - das macht unserer Kette aber nicht das Geringste aus, denn so kraftvoll und zugleich so homogen haben wir den Titel noch nie gehört. Ein extrem nachdrücklicher Bass und die saubere vokale Präsentation gehen Hand in Hand. Die Aggressivität in der Stimme wird deutlich, erscheint aber nie übertrieben, insgesamt wirkt die Stimme etwas zurück genommen - dadurch kann man besser lauter hören. Dass die eigentliche Aufnahme qualitativ höchstens durchschnittlich ist, wird hier geschickt kaschiert, und die E-Gitarre wartet mit sauberen Konturen auf. Das ganze Klangbild erweckt einen lebendigen und zugleich runden Eindruck.
Push, Universal Nation: Der Trance-Klassiker wird ohne jegliche Berührungsängste wiedergegeben. Ein massiver, perfekt getimter Bass, eine enorm weitläufige Effektwiedergabe, innerhalb derer man sich räumlich komplett umschlossen fühlt, sowie ein exakter Aufbau des Tracks sind zu bemerken. Eine rekordverdächtig schnelle Umsetzung aller akustischen Anteile ist ein Trumpf, auch im kritischen Bassbereich wird unglaublich zügig gearbeitet, was auch bei diesem Track zu einer rundherum fesselnden Hör-Atmosphäre führt.
Fazit

Natürlich kann man die hier vorgestellte Kette nicht mit normalem Maßstab messen. Damit würde man dieser außergewöhnlichen Kombination hochleistungsfähiger Geräte nicht gerecht. Ebenso wenig halten wir etwas davon, solche Komponenten zu "testen". Denn was soll hier der vergleichende Maßstab sein? In dem Segment, in dem sich die Relentless-Serie von Dan D'Agostino aufhält, wird die Luft dünn. Dahin traut sich kaum ein Hersteller. Auf dem Weg zu einem Statement des Klangs an sich, der reinen Musikalität bleiben viele bei den letzten Prozenten auf der Strecke.
Was auch nicht weiter schlimm ist. Richtig gut hören kann man schon für viel, viel niedrigere Beträge. Darum geht es hier aber nicht. Es geht nicht darum, "echt gut" zu hören. Es geht darum, nahezu alles zu hören. Die paar fehlenden Prozent, die man sonst nicht vermisst, aber sogleich bemerkt, wenn man diese Kette hört. Dann spürt man doch, dass es nicht nur ein paar fehlende Prozent sind, sondern dass man "Musik wie live gespielt" oder "Stimmen wie live gesungen" auf diesem Grad der Perfektion noch nicht kannte.
Hier das perfekte Timing. Dort die fein abgestimmte Tonalität. Es ist die Summe vieler, komplexer Details, die den Unterschied ausmacht. Und die dann dafür sorgt, dass man so noch nie gehört hat und so auch nur noch selten hören wird. Zauberei ist das nicht, auch keine Magie. Es ist die Folge dessen, wenn Geld keine Rolle spielt, nicht bei der Konzeption, nicht bei der Produktion, und das Ganze mit Meistern ihres Fachs als Initiatoren hinter solchen Produkten und Projekten vereint wird. Es ist handwerkliches und akustisches Können höchster Güte, nicht nur ein Hang, sondern ein Drang zur Perfektion, der eben nicht irgendwo anhält, sondern der kompromisslos durchgehalten wird bis zum bestmöglichen Ergebnis.
Special und Fotos: Carsten Rampacher
Redaktion: Philipp Kind
Datum: 28. Juni 2023
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Tags: Audio Reference • Dan D'Agostino • High End • Stereo






