TEST: Wilson Audio Regallautsprecher Tune Tot - Premiumtechnologie und faszinierende Akustik im kompakten Gewand

Bei Audio Reference in Hamburg haben wir im Rahmen unseres Besuchs auch die Gelegenheit gehabt, den am kompaktesten bauenden Lautsprecher aus dem Hause Wilson Audio zu testen, und zwar am uns bestens bekannten Stereo-Vollverstärker Krell K-300i (in der digital bestückten Version 13.650 EUR).

Krell K-300i
Der Kompaktlautsprecher Wilson Audio TuneTot ist zwar durchaus als kostspielig einzuordnen, beweist aber zugleich, dass nicht nur große, modular aufgebaute Standlautsprecher im preislich sechsstelligen Bereich zum Portfolio der renommierten US-Brand gehören. Der Bookshelf-Speaker, dessen Optik charakteristische Wilson Audio-Merkmale aufweist, liegt (ohne Standfüße) bei einem Paarpreis von 16.360 EUR (in den Standardfarbausführungen, Sonderfarben kosten Aufpreis).

Der Paarpreis liegt auf Premium-Level, dafür aber bekommt man auch viel Exklusivität
Bestückt ist die Konstruktion mit einem 14,61 cm messenden Tiefmitteltöner mit speziell behandelter Zellstoff-Membran sowie einem 2,54 mm Hochtöner, der über eine Seidenkalotte verfügt und der mit einer für Wilson Audio-Lautsprecher typischen, ausgestanzten Filzumrandung ausgestattet ist (damit Gehäusereflexionen wirksam unterdrückt werden).

Hochtöner

Tiefmitteltöner
Er besitzt eine Empfindlichkeit von 86 dB (1W/1m) auf und eine Nominalimpedanz von 8 Ohm (Minimalimpedanz 6,61 Ohm bei 172 Hz).

Terminals
Als kleinstmögliche Verstärkerleistung pro Kanal nennt Wilson Audio 25 Watt. Unserer Meinung nach entschieden zu wenig, unter 50 Watt würden wir hier gar nicht erst anfangen. Der Frequenzgang geht von 65 Hz bis 23 kHz (+/- 3dB). Wird der Lautsprecher in direkter Wandnähe positioniert, kann man den Bassreflexport über den Terminals verschließen. Weitere Spezialität: Auf der Rückseite der TuneTot ist eine massive Alu-Abdeckung angebracht. Nimmt man diese ab, kann man zur Pegelanpassung im Hochtonbereich die serienmäßig installierten Widerstände gegen andere aus dem Wilson Audio Zubehör-Programm austauschen, um die Charakteristik im Hochtonbereich den eigenen Wünschen gemäß anzupassen. Dadurch wird sichergestellt, dass sich die Hochtonwiedergabe an unterschiedliche Hörumgebungen anpassen lässt und grundsätzlich homogen und zugleich feinfühlig ist.

Ansicht von oben
Die TuneTot Regalbox weist eine Höhe von 37,67 cm auf, sie ist 21,87 cm breit und 25,88 cm tief. Jeder Lautsprecher bringt 13,15 Kilogramm auf die Waage. Das Gehäuse des Lautsprechers stellen die US-Amerikaner aus zwei hauseigenen Verbundwerkstoffen hergestellt, und zwar aus der bewährten Kombination aus Wilson X- und S-Material. Die hochfesten Materialien garantieren, so deer Hersteller, dass man nur die Musik hört und keine störenden Geräusche des Lautsprecher-Gehäuses. Die TuneTot wird mit anwinkelbaren Spikes (jeweils zwei kurze und zwei längere Spikes) für die optimale Ausrichtung auf den Hörer versehen, um die klangliche Leistungsfähigkeit zu maximieren. In Galaxy Grey, GT Silver, Quartz oder Carbon (Wilson Gloss Standard Colors) sind die sehr nobel auftretenden Lautsprecher zu bekommen.

Box auf dem Standfuß
Hinzu kommen 12 weitere Farbvarianten (Wilson Gloss Upgrade Colors), die gegen Aufpreis möglich sind. Nochmals 5 optionale Farbversionen sind unter "Wilson Premium Pearl" zusammengefasst. Wilson Audio liefert ferner die "Trim Rings" auf Wunsch mit (1 Paar = 1.060 EUR), die sich als hochwertige Metallringe entpuppen, die mittels Magneten vor den Tief-/Mitteltöner gesetzt werden können, um die Optik zu verschönern - bei dem Preis werden aber vermutlich selbst eingefleischte Wilson Audio-Fans kurz innehalten.

Standfuß, unterer Bereich
Auch zum Zubehör gehören maßgefertigte Stoff-Abdeckungen, die in insgesamt sechs Farben zu haben sind. Standfüße kosten pro Paar ab 4.100 EUR. Stolze Preise demnach, das ist eben ein Nebeneffekt, wenn man sich aus dem Portfolio eines Luxusherstellers bedient.

Kantenverarbeitung vorne

Finish hinten

Sichtbare Schrauben bei der Chassiseinpassung in die Hörwand

Membranoberfläche aus der Nähe betrachtet
Verarbeitet ist die Tune Tot erstklassig, was man in Anbetracht des Kaufpreises auch erwarten darf. Die Oberflächenlackierung bewegt sich auf Premium-Niveau, und die Chassis sind solide und fest in die Schallwand eingepasst, dem technokratischen Stil des Hauses folgend mit sichtbaren Schrauben. Die Lautsprecherkabel-Anschlussterminals liegen in Single-Wiring-Form vor.
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