TEST: Teufel Cinedeck - einfachste Installation trifft auf kraftvollen Schub

Die weiter entwickelte zweite Generation des Teufel Cinedecks (Name in der ersten Generation: Teufel Cinebase, noch für aktuell 399,99 EUR zu haben) ist für exakt 599,99 EUR zu erwerben. Solche Sounddecks, auf die man den TV stellen kann, hatten vor einigen Jahren (2013 - 2015) einen richtigen Boom, dieser ist aber mittlerweile stark abgeebbt und nur noch wenige Hersteller, darunter Nubert, Magnat und Bose, bauen noch Sounddecks. Ein Markt dafür scheint aber trotzdem vorhanden zu sein, sonst würde Teufel nicht in eine  neue Generation investieren, die im Gegensatz zur ersten Generation nun mit dem Teufel-eigenen Dynamore ausgestattet ist. Bei der Cinebase kam "Sonic Emotion Absolute 3D" als virtuelles Raumklang-System zum Einsatz, das sehr gut arbeitete. Das Cinedeck wiegt 10,7 kg, ist 35 cm tief, 80 cm breit und 8,5 cm hoch. 

Hervorragendes Display, Dynamore an Bord

Zwei 130 mm Tieftöner unten

Tieftöner im Detail

Optisch tritt das Cinedeck noch schlichter auf - bis auf das hervorragend ablesbare, rote Display. Ein Display hatte die Cinebase nicht, was wir damals und auch heute als Nachteil sahen und sehen.

Seitliche Bedienelemente

Sehr hochwertige Fernbedienung

Die aus Metall bestehende Fernbedienung des Cinedecks kann man nicht mit dem sehr deutlich einfacheren Teil vergleichen, das der Cinebase beiliegt. Das gesamte Finish des Cinedecks wirkt gediegen und sehr hochwertig. Hier konnte Teufel zulegen, obwohl sich nun Stoff- anstatt Metallgitter über die insgesamt 9 Chassis spannen.

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Komplette Rückseite

Anschlussbestückung 

Micro-USB, HDMI-In, HDMI-Out (Version 2.0a, Unterstützung von HDCP 2.23D/4K/HDR), ein optischer Digitaleingang, ein Stereo-Cinch-Eingang und Bluetooth mit aptX stellen die ordentliche Anschlussbestückung dar. Decoder für Dolby Digital und DTS sind vorhanden, Decoder für Dolby Atmos und DTS:X fehlen. Letzteres braucht man nicht unbedingt, aber ein Dolby Atmos Decoding wäre schon wünschenswert. 

Klang und Handhabung

Wir starten mit den Stücken "The Journey 1" und "The Journey 2" von der Lichtmond-Blu-ray "The Journey" (Tonspur DTS-HD). Und hier beeindruckt uns, wie weit Dynamore in der Lage ist, den Raum in horizontaler Richtung zu öffnen, sodass eine breite, zugleich aber nicht schwammige Bühne entsteht. Die Räumlichkeit, die das Cinedeck bereitstellt, ist mit dem Wort "imposant" treffend umschrieben. Und diese Umschreibung passt auch bestens zum erstklassigen Bassbereich: Tiefgang, Volumen und Nachdruck sind überragend. Zu diesen Pluspunkten gesellt sich die hervorragende Pegelfestigkeit.

Dank des großen, in Teufel-typischem Rot leuchtenden Displays hat man alles stets unter Kontrolle. Die hochwertige Fernbedienung ist einfach bezüglich der Handhabung, und sie liegt exzellent in der Hand. Wäre der Arbeitswinkel noch besser, gäbe es keinerlei Kritikpunkte. 

Weiter geht es. Wir wählen "Back In Your Head" (DTS-HD, Blu-ray, Tiesto, Elements Of Live, Track 3, Disc 2) und hier hält sich unsere Begeisterung in Grenzen. Wirkliche Dynamik wird hier nicht entwickelt, mit aktiviertem Dynamore ist der Klang dumpf und von unzureichender Detaillierung. Was also tun? Mehr Klarheit bei der vokalen Wiedergabe der weiblichen Stimme bringt die Deaktivierung von Dynamore. Aber so richtig zündet das akustische Ergebnis nach wie vor nicht. Also wechseln wir von der DTS-HD-  auf die Stereo-Spur der Blu-ray. Bringt auch nichts. Das Cinedeck wird mit dieser Blu-ray einfach nicht warm.

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Wie heißt es so schön: Einmal ist keinmal. Wir wechseln zu einer anderen Disc. Anspruchsvoller, aber deutlich besser hinsichtlich der Wiedergabe ertönt die Version von "My Heart Will Go On" von der Celine Dion Blu-ray "A New Day". Aktiviertes Dynamore weitete effektiv den Raum, wirkt aber in den Höhen etwas weniger brillant. Deaktiviertes Dynamore lässt das Raumgefühl augenblicklich schrumpfen, dafür sind Hochtonbereich und Auflösung feiner. Hier muss man sich also entscheiden. Ernsthafte Kritik lässt sich hier nicht anbringen. Gerade mit aktiviertem Dynamore ertappt man sich, wie man die Augen schließt und die räumliche Weite genießt. Gäbe es noch echte Top Firing Lautsprecher-Arrays, die zu den neun Treibern (inklusive echtem Center-Kanal) hinzuaddiert würden, man wäre durch und durch begeistert. Schon jetzt aber kann man in der Musik versinken und genießt ein plastisches akustisches Gesamt-Gefühl.

Teufel montiert beim nach dem Bassreflex-Prinzip arbeitenden Cinedeck sieben 50 mm Breitbänder und zwei 130 mm Tieftöner. Frequenzen zwischen 42 Hz und 20 kHz können so abgebildet werden. 96 dB/1m maximaler Schalldruck sind in der Theorie laut Datenblatt ordentlich, in der Praxis überzeugt uns die Pegelfestigkeit durchaus. 

Wem der Tiefgang und der Nachdruck im ohnehin sehr vollen Bassbereich immer noch nicht reicht, der kann einen entsprechend kompatiblen Teufel T 8 Aktivsubwoofer (320 EUR) per Funk verbinden. Und wer möchte, dass hinten noch mehr "Action" herrscht, kann optional drahtlose Effektlautsprecher verbinden. Die Teufel "Effekt" liegen im Paarpreis bei knapp 400 EUR und können richtig was. Für 949 EUR gibt es auch direkt ein Paket aus Cinedeck und Effekt-Lautsprechern. 

Dank 220 Watt (RMS) müsste eigentlich genug Kraft auch für die Wiedergabe von Filmmaterial bereitstehen. Der Class D Verstärker arbeitet dabei effizient und erzeugt kaum Verlustwärme. Teufel empfiehlt das Cinedeck für Räume bis 25 Quadratmeter, dem würden wir zustimmen. 

Und wie sieht es bei Kinofilmen aus? Wir  hören bei "Batman - The Dark Knight" (Dolby Digital, Deutsch) ab Filmbeginn genau hin. Für eine richtig gute Wiedergabe der tiefen, satten Bassschläge zu Beginn braucht man einen externen aktiven Subwoofer - zaubern hinsichtlich des Tiefgangs kann auch Teufel nicht. Der erste Effekt, der Schuss und die daraufhin zerspringende Scheibe, kommt sehr gut heraus. Bei aktiviertem Dynamore fliegen die Glassplitter quer durch den Raum, schnell und impulstreu. Als sich die Gangster hoch oben über die Straße "seilen", werden auch solche kleineren Effekte prima dargestellt. Die Stimmen hinter den mit Clownsmasken bedeckten Gesichtern haben genau diesen leicht dumpfen Charakter, der durch die Maskierung hinzukommt. Hier überzeugt das Cinedeck ebenso wie bei den Schüssen in der großen Schalterhalle.

Der Music Score, der die Spannung weiter steigert, ist flüssig eingearbeitet. Der Hall der bedrohlichen Stimme des sprechenden Gangsters kommt im großen Raum sehr gut heraus. Mit Wucht folgen nun die Schüsse aus der Schrotflinte des erbosten Filialleiters. Die akustischen Unterscheide zwischen den scharfen Schüssen aus den automatischen Waffen der Gangster und von der Schrotflinte werden feinfühlig herausgearbeitet. Die Stimmen sind stets nahtlos eingearbeitet und stehen mit sauberer Balance genau dort, wo sie hingehören. Das Durchladen der Waffen, um wieder einen kleineren Effekt zu nennen, wird ebenso dynamisch präsentiert wie der massive Effekt, als der Schulbus durchbricht. 

Beim "Mord Im Orientexpress" (Ultra HD-Blu-ray, deutsche DTS 5.1 Tonspur, ab Filmbeginn) hören wir das 7. Kapitel. Hier schafft es die Teufel Cinebase, die großen dynamischen Unterschiede zwischen dem tobenden Schneesturm draußen und der gedämpften Wahrnehmung des Spektakels im Zuginneren zu präsentieren. Die Fahrgeräusche des Orientexpresses kommen glaubwürdig heraus, der französische Akzent des Meisterdetektives ebenfalls. Kleine Effekte wie eine zuschlagende Abteiltür arbeitet Teufels Soundlösung schnell und mit der richtigen Gewichtung ein. Als der Zug während des Schneesturms durch die Nacht donnert und letztendlich von herabfallenden Schneemassen gestoppt wird und teilweise entgleist, wird diese Effektfolge vom Cinedeck mit Nachdruck und Kraft herausgestellt. Der Music Score, teils durchaus filigran und sensibel, ertönt akkurat eingearbeitet. Dynamore erweist sich wieder als sehr nützlich, wenn es darum geht, den Zuhörer mit Klang einzuhüllen. Die speziell fürs Abstrahlen nach der Seite hin montierten Lautsprecher-Chassis erfüllen ihren Zweck voll und ganz. 

Konkurrenzvergleich

Canton Smart Soundbar 9: Mit sehr klarem Klang und integriertem Chromecast sorgt die 699 EUR kostende Canton Smart Soundbar 9 für Akzente. Sie ist extrem edel verarbeitet und mit 300 Watt Gesamt-Systemleistung auch für höhere Pegel optimal geeignet. Mit DTS Virtual Surround steht eine virtuelle Raumklang-Betriebsart bereit. Teufels 100 EUR günstigere Lösung offeriert durch das größere Gehäusevolumen mehr Basskraft und Tiefgang - im Gegenzug löst die Smart Soundbar 9 gerade im Hochtonbereich feiner auf. Allerdings werden im Falle der Smart Soundbar 9 mehr Anwender den Smart Sub 8 als externen aktiven Subwoofer für 599 EUR extra benötigen. 

Nubert bringt in der Preisklasse darunter eine der derzeit besten Lösungen. Für gerade einmal 375 EUR gibt es beim Nubert Sounddeck nuBox AS-225, erstmals bei Nubert, auch hervorragend abgestimmte DSPs für Musik und Filmton. Hinzu kommt ein ausgewogener und lebendiger Klang. Nachteil: Keinerlei Decoder, die Zuspielung muss per PCM erfolgen. Für nicht einmal 400 EUR trotzdem ein tolles Angebot. 

Fazit

Das Teufel Cinedeck ist, wie wir es kennen, preislich fair kalkuliert und solide verarbeitet. Die Ausstattung umfasst viele wesentliche Dinge, was uns aber fehlt, ist eine zumindest virtuelle Verarbeitung von Dolby Atmos. Dass kein Streaming-Modul integriert ist, sondern dieses extern und somit separat erworben werden muss, sehen wir nicht als echten Nachteil, da Teufel dafür hochwertige Treiber, ein solides MDF-Gehäuse und eine leistungsfähige Class D-Endstufe einbaut. 

Akustisch kraftvoll, räumlich weitläufig und solide, erfüllt das Cinedeck der zweiten Generation unsere Erwartungen beinahe zur Gänze

Soundbars/Sounddecks Mittelklasse
Test 13. Januar 2020

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 13. Januar 2020

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