TEST: Samsung HW-Q950T - 9.1.4-System mit Dolby Atmos- und DTS:X-Support

Die Samsung HW-Q950T ist das aktuelle Topmodell im Soundbar-Portfolio des Unternehmens. Entwickelt und optimiert wurde der Klangriegel im Samsung Audio Lab in Kalifornien. Mit dem 9.1.4-Flaggschiff möchte der im UE-Bereich für seine exzellenten TV-Geräte bekannte Hersteller die in den letzten Jahren stark zunehmende, und nicht zuletzt durch die Übernahme von Harman gewonnene, Audio-Kompetenz erneut unter Beweis stellen. An Features mangelt es nicht: 20 integrierte Lautsprecher sollen in Kombination mit kabellosen Rear-Lautsprechern, die auch nach oben hin abstrahlen, und einem Subwoofer echten Dolby Atmos- und DTS:X-Sound bieten. Mit 564 Watt gesamt stehen dafür auch ausreichend Leistung bereit. An Bord außerdem: HDMI eARC, WLAN und Bluetooth. Außerdem Q-Symphony - damit lässt sich die Soundbar mit aktuellen Samsung TV-Geräten (ab Q80T) koppeln und sorgen in Kombination mit den Lautsprechern, die im Fernseher integriert sind, für ein besonders volles und atmosphärisches Klangerlebnis. Dies haben wir zusammen mit dem Samsung Q950T 8K-TV ausprobiert - und waren begeistert. Hier stellen wir das Gesamtpaket der HW-Q950T mit all seinen Facetten gesondert vor und prüfen die akustische Performance der Soundbar (+ Rears und Sub) im Alleingang.

Der Preis der HW-Q950T liegt bei 1.499 Euro, aufgrund der aktuellen Mehrwertsteuer-Senkung sowie den "Samsung Superdeals" kann man die Komponenten allerdings gerade für 1.219 Euro ergattern.

Ausstattung und Features

Abgesehen von der Kombination mit Samsung-Fernsehern, ob mit oder ohne Q-Symphony, kann die HW-Q950T natürlich auch mit Geräten anderer Hersteller verwendet werden. Das 9.1.4-System kommt mit zwei drahtlos mit der Soundbar verbundenen Surround-Satelliten sowie einem aktiven Wireless-Subwoofer daher, verspricht also in Kombination mit den in der Soundbar integrierten, nach oben abstrahlenden Lautsprechern, nicht nur echten Surround-Sound, sondern auch die native Verarbeitung und authentische, immersive Präsentation der objektbasierten Tonformate. Samsung setzt hier neben Dolby Atmos auch auf das Pendant von DTS, obwohl erst kürzlich die Dekodierung von DTS-Signalen aus den TV-Geräten dem Rotstift zum Opfer gefallen ist. Zweifellos ist, gerade im Streaming-Bereich, Dolby Atmos deutlich relevanter, dennoch kann man natürlich auch einen Ultra HD Blu-ray Player via HDMI an die HW-Q950T anschließen - und auch DTS:X nativ verarbeiten.

Das Samsung Spitzenmodell ist natürlich mit zahlreichen weiteren Features ausgestattet, darunter Adaptive Sound. Dabei wird die aktuelle Tonspur intern analysiert und automatisch Szene für Szene angepasst. Dies soll auch bei niedriger Lautstärke Vorteile liefern und dafür sorgen, dass z.B. Stimmen und Dialoge stets verständlich bleiben. Mit dem Game Mode Pro wollen die Entwickler zudem intensive Gaming-Sessions mit dynamischem Sound untermalen. Bereits genannt wurde auch der erweiterte Audio Return Channel eARC, womit eine Übertragung von objektbasierten Tonformaten über ein einziges HDMI-Kabel vom angeschlossenen TV zur Soundbar möglich ist.

Das Display befindet sich oben zwischen den Bedienelementen

"Nahtlose Konnektivität" wird groß geschrieben. Neben den Wireless Upfiring-Rears und dem Sub kann auch die Verbindung zum Fernseher drahtlos erfolgen, außerdem bringt die HW-Q950T Samsungs Tap Sound-Technologie mit. Hält man das kompatible Smartphone, auf dem gerade Musik wiedergegeben wird, an die Oberseite der Soundbar, soll die Wiedergabe auf die Soundbar übergehen. Voraussetzung hierfür ist allerdings ein Smartphone von Samsung, das mindestens  mit Android 8.1 und natürlich auch Bluetooth ausgestattet ist.

Nicht unerwähnt bleiben sollte auch die direkte Integration des Sprachassistenten Amazon Alexa. Hier wird, im Gegensatz zu vielen anderen Komponenten, kein zusätzlicher Smart-Lautsprecher von Amazon benötigt. Man kann direkt über die in der Samsung Soundbar integrierten Mikrofone mit Alexa kommunizieren und entsprechende Anfragen stellen bzw. Befehle ausführen lassen. Obligatorisch ist auch die Kompatibilität mit der SmartThings App, mit der sich die Soundbar ins Netzwerk integrieren und weiteren Samsung-Geräten kombinieren lässt.

Anzeige

Verarbeitungsqualität und Anschlüsse

Soundbar

Kvadrat-Bezugsstoff

Nach schräg vorne und seitlich abstrahlende Treiber

Oberer Bereich der Samsung HW-Q950T

Pegelanzeige mittels LEDs vorne

Rückseite

Hier können die Anschlusskabel herausgeführt werden

Anschlüsse unten

Netzkabel-Anschluss

Die Samsung Soundbar HW-Q950T ist solide und ohne grobes Spaltmaß verarbeitet, weist aber in Anbetracht des nicht unerheblichen Kaufpreises aber eine lediglich durchschnittliche Materialqualität auf. Zwar ist die Stoffbespannung aus hochwertigem Kvadrat-Textil, davon abgesehen besteht das Gehäuse allerdings aus Kunststoff. Auch die Satelliten bestehen aus einem Kunststoff-Gehäuse mit Kvadrat-Bespannung und wirken optisch edel, der Kunststoff weist auch eine angenehme Haptik auf. Die Kabel sind allerdings mit rund 140 cm ein wenig knapp bemessen. Je nach Aufstellungsort muss man dann mit zusätzlichen Verlängerungskabeln arbeiten, die Netzkabel sind erfreulicherweise aber austauschbar. 

Rear-Speaker

Rückseite

Detail des Surround-Satelliten

Hier sitzen Upfiring-Speaker

Unterseite inklusive Kabelführung für das Netzkabel

Subwoofer

Sidefiring-Treiber

Detailverarbeitung

Rückseite

Bassreflexöffnung

Der Subwoofer ist aus einem Holzgehäuse gefertigt und weist an den Seiten gerundete Kanten auf. Die "harten" Kanten an der Oberseite wirken aber ebenso solide und die Folierung ist auch hier gut aufgebracht und zeigt generell keine sichtbaren Einschlüsse. Insgesamt kann sich sowohl die Qualität der Verarbeitung als auch die Materialauswahl sehen lassen. Allerdings könnte man bei Preisen jenseits der 1.000 Euro ein wenig mehr Metall oder Glaselemente erwarten, selbst wenn man bedenken muss, dass man hier nicht nur den Klangriegel, sondern auch zusätzliche Satelliten mit Upfiring-Lautsprechern und einen drahtlosen Subwoofer dazu erhält.

Ersteinrichtung und Einstellungen

Samsung HW-Q950T Remote

Die Einrichtung der HW-Q950T ist erfreulicherweise sehr einfach. Befolgt man die Anleitung und schließt zuerst Satelliten und Subwoofer und danach erst die Soundbar an das Stromnetz an, verbinden sich die Geräte automatisch und ohne weiteres Zutun des Anwenders. Die Satelliten sind direkt mit links und rechts beschriftet, so dass man hier ebenfalls nichts falsch machen kann. Danach verbindet man entweder einen kompatiblen Fernseher drahtlos mit der Samsung Soundbar oder verwendet ein HDMI-Kabel und die mit "HDMI to TV (eARC/ARC)" markierte Schnittstelle der HW-Q950T. Natürlich kann man auch ganz konventionell einen Zuspieler an einen der beiden HDMI-Eingänge anschließen, der Pass-Through von 4K-Material und HDR-Inhalte stellt kein Problem dar.

Zum Abschluss kann und sollte man im Menü noch die Lautsprechereinstellungen vornehmen. Die einzelnen Lautsprecher, also nicht nur Satelliten und Subwoofer, sondern auch die Front-, Center-, Side- und Wide-Kanäle lassen sich hier gezielt auswählen und man kann den gewünschten Pegel justieren, der Abstand lässt sich nicht einstellen. Wichtig sind hier natürlich die Rears, aber bei einer Aufstellung nahe der Seitenwand beispielsweise empfiehlt sich auch die Anpassung der einzelnen Kanäle in der Soundbar. Darüber hinaus lassen sich Bass und Treble einstellen. Dies sowie der Pegel des Subwoofers geht übrigens auch in der App, die anderen Kanäle allerdings nicht.

Für die Installation und die konventionelle Handhabung der HW-Q950T ist die Samsung SmartThings App also nicht notwendig, dennoch kann man die Samsung Soundbar natürlich ins Netzwerk integrieren und kann den Lautsprecher ins SmartHome integrieren und erhält verschiedene Benefits. Natürlich setzt auch die Verwendung eines Sprachassistenten eine Internetverbindung der HW-Q950T voraus. Hier einige Screenshots der SmartThings App in Kombination mit der Samsung HW-Q950T Soundbar:

In welchem Raum steht die Soundbar?

Die HW-Q950T wurde automatisch gefunden

Herstellen der Verbindung

Ein Druck auf die Volume "-" Taste genügt

WLAN-Passwort eingeben

Registrierung mit dem Samsung Account

Die Soundbar ist erfolgreich mit dem Heimnetzwerk verbunden

Übersicht "Mein Zuhause"

Übersicht Soundbar

Quellenwahl mittels App

Tonmodus wählen

Bass/Treble-EQ

Subwoofer-Pegel

Spotify Connect und Bluetooth - Stereo und "Adaptiver Ton"

Sehr praktisch ist natürlich Spotify Connect. Das haben wir, wenn auch nicht Paradedisziplin der Samsung Soundbar, direkt ausprobiert und stellten fest, dass man auch prima Musik mit der Komponente hören kann. Natürlich darf hier der Anspruch nicht der eines audiophilen Stereo-Hörers sein, doch selbst die neue Bluesrock-Scheibe von Joe Bonamassa wird dynamisch, räumlich und lebendig wiedergegeben. Bei "Adaptivem Ton" bezieht die HW-Q950T alle Kanäle mit ein und so wird man in die Klangkulisse regelrecht eingezogen. Wie gesagt, hier steht die absolut authentische Stereo-Präsentation nicht zwingend im Vordergrund. Spaß soll es machen - und das tut es. Dabei gelingt die Stimme des Amerikaners durchaus authentisch und auch die typisch verzerrten Gitarrenklänge kommen klar heraus. Untenrum trägt die Soundbar-Kombination nicht zu dick auf und liefert recht präzise, nachdrückliche Bässe ab. 

Natürlich kann man auch via Bluetooth zuspielen. Die Verbindung gelingt binnen wenigen Sekunden, nach Auswahl des Bluetooth-Eingangs ist die HW-Q950T sofort als solche in den verfügbaren Geräten unseres Smartphones aufgeführt und mit nur einem Klick gekoppelt. Mit "Fallen Leaves" von Billy Talent muten wir der Soundbar ein komplexes Geschehen zu, dass mit Einschränkung von ein wenig zurückhaltenden Mitten sehr sauber und differenziert wiedergegeben wird. Wir haben uns hier gegen die Surround-Variante und für "Standard" entschieden. Hier schalten sich die Rears nicht zu und der Sound wirkt weniger umfassend, dafür natürlicher und einer Stereo-Präsentation deutlich ähnlicher. Auch in dieser Form kann die HW-Q950T mit einer ausgezeichneten Räumlichkeit punkten und besonders der Sub gefällt uns, trotz der hohen Geschwindigkeit, mit Präzision. In den seltensten Fällen hat man den Eindruck, dass der Bass-Punch noch einen Tick flinker kommen könnte. Sehr gut auch die Vokalstimme des Frontmannes. Insgesamt begeistert die Samsung HW-Q950T mit einem mitreißenden, dynamischen Sound, der über das gesamte Frequenzspektrum sehr gefällig und angenehm, aber zu keinem Zeitpunkt langweilig ist. Zudem kann man die exzellente Pegelfestigkeit erwähnen. Die Samsung Soundbar spielt, selbst in größeren Wohnzimmern, nicht nur laut, sondern auch souverän und verzerrt nicht. Auch der Wireless-Sub kommt bei hohem Pegel mit und liefert einen überaus soliden Tiefgang. Die Instrumente werden erstaunlich sauber differenziert, das hätten wir der Soundbar in dem Maße nicht unbedingt zugetraut. Lediglich die Weitläufigkeit der Bühne und die Loslösung des akustischen Geschehens von den Lautsprechern könnte im "Standard"-Betrieb noch etwas höher sein.

Dolby Atmos und DTS:X werden nativ dekodiert

Objektbasierte Tonformate - Dolby Atmos

Nun wollen wir aber den Wechsel hin zum Filmton vollziehen und spielen der Samsung Soundbar mit Mission Impossible - Rogue Nation eine objektbasierte Tonspur in Dolby Atmos zu. Direkt fällt auf, dass wir hier mit dem Pegel noch etwas anziehen müssen. Die Soundbar spielt für unseres üppig bemessene Wohnzimmerumgebung mit über 35 qm immer noch ausreichend laut auf, hier ist man aber immer etwas von der Abmischung des Filmes abhängig, die gerade bei den objektbasierten Tonformaten häufig etwas niedriger bezüglich des Pegels ausfällt. Wie erwähnt, gibt es hier aber noch keine Probleme und wir können den Film mit entsprechender Lautstärke, die in der Redaktion ohnehin stets immer recht hoch gewählt wird, wiedergeben. Noch erwähnt werden sollte, dass man hier von dem Klangmodus "Standard" auf "Surround" wechselt, damit die HW-Q950T alle Kanäle mit einbezieht, dies gelingt auch bei der Wahl von "Adaptiver Ton". Sofort reißt uns die Titelmelodie in den Bann, der Subwoofer setzt an passender Stelle mit nachdrücklichem Punch Akzente, ohne sich überbordend in das Gesamtgeschehen einzubringen. Den Vorteil der Überkopf-Ebene spielt die Samsung Soundbar klar aus. Natürlich bringt der kompakte Subwoofer nicht das Volumen und den Tiefgang eines Boliden und auch der Bereich der Mitten könnte etwas ausgeprägter sein, vergleicht man das System mit einem ausgewachsenen Surround-System. Dennoch bindet uns die HW-Q950T voll ins Geschehen ein und umhüllt uns mit einer atmosphärisch dichten, weitläufig wirkenden Kulisse. Die bereits beschriebene Dynamik und das insgesamt mitreißende, schwungvolle Klangbild trägt natürlich ebenso zum positiven Eindruck hier bei. Die Stimmen werden solide wiedergegeben, nicht alle Facetten genau erfasst, aber das Niveau ist hoch. Auch die Unterschiede zur Funkübertragung und direkt Gesprochenem werden klar herausgearbeitet. Das harmonische Zusammenspiel der einzelnen Komponenten zeigt sich sehr gut, als das Flugzeug startet und Ethan Hunt auf halsbrecherische Weise versucht, Zugang dazu zu erhalten. Satt und nachdrücklich geht der Sub zu Werke und spielt überraschend tief hinunter, selbst in seinen tiefsten Regionen bringt er noch Kraft mit. Der "Atmos"-Bereich wirkt natürlich, bedingt durch die per Reflexion arbeitenden Lautsprecher etwas diffus. Das Gefühl, komplett vom Klang eingehüllt zu sein, bringt aber generell Vorteile mit und man fühlt sich als Zuschauer deutlich mehr "mitten im Geschehen". Im vierten Kapitel muss die Samsung Soundbar nochmals zeigen, was sie kann und gefällt auch hier mit einer lebendigen Darstellung und sattem, dichten Sound. Sehr gut gefällt die Stimmdarstellung des Hauptdarstellers, zunächst über Funk und im späteren Verlauf in Person. In das Chaos der kämpferischen Auseinandersetzung bei gleichzeitiger Opern-Darbietung bringt die Soundbar gut Ordnung und gefällt auch mit einer durchaus akzeptablen direktionalen Nachverfolgung einzelner akustischer Elemente. Das Klatschen der Zuschauer wirkt zwar etwas auf die Hauptkomponente zentriert und auch die Staffelung der Orchesterinstrumente wirkt leicht gedrängt, das Gesamtgeschehen wirkt aber weitläufig und sehr räumlich. Von der Überkopf-Ebene ist hier weniger zu spüren, hier ist man aber auch stets der Willkür des jeweiligen Toningenieurs überlassen und nicht jede objektbasierte Tonspur bietet hier pausenlos Action. 

Mehrkanal - Surround Sound: DTS-HD Master Audio

So ist es also um die Dolby Atmos-Wiedergabe bestellt, doch wie schlägt sich die Soundbar-Kombi bei konventionellen Mehrkanal-Tonspuren. Dafür haben wir uns die DTS-HD MA Tonspur von Der Hobbit - Smaugs Einöde vorgenommen und auch hier kann die HW-Q950T überzeugen. Es ist natürlich stets die Frage, womit vergleicht man die Komponenten? Natürlich steht eine Kombination, wie es die HW-Q950T darstellt, gegenüber einem ausgewachsenen Surround-System, hintenan. Die Geschlossenheit der Kulisse und die räumliche Breite der Front wird damit schlichtweg nicht erreicht. Im Vergleich zu einer konventionellen Soundbar aber ist der Unterschied noch deutlicher und insbesondere der Vorteil der zusätzlichen Lautsprecher im Surround-Bereich sofort erkennbar. Auch bei diesem Beispiel fühlen wir uns mitten ins Geschehen versetzt. Nicht nur die Effekte von allen Seiten, auch die generell dichte Kulisse trägt dazu bei. Auch der präzise und überraschend nachdrücklich und tief agierende Subwoofer komplettiert das Ganze zu einer glaubwürdigen Mehrkanal-Präsentation. Die Stimme Smaugs, um noch einmal auf das eigentliche Filmbeispiel einzugehen, wird hier sehr gut erfasst. Der Sub hält sich wissenderweise etwas zurück, dennoch wirkt die Stimme furchteinflössend und voluminös. Exzellent gefällt uns die hohe Pegelfestigkeit, eine eklatante Veränderung der Klangfarbe ist nicht feststellbar. Außerdem neigt man nicht zu Übertreibungen, so dass eine Verzerrung gar nicht erst auftritt. Der Pegel reicht dennoch locker für mittelgroße Räume und auch bei 35 qm und mehr, sofern man kein Lautstärke-Fanatiker ist, spielt de HW-Q950T absolut ausreichend laut. Sehr gut gefällt uns auch wieder der Abspann mit Ed Sheerans "I See Fire", wenn auch hier zum ersten Mal der Sub ein wenig zuviel eingreift und geringfügig aufdickt. Die Stimme hingegen wirkt hervorragend und die akustische Gitarre wird nur an wenigen Stellen etwas überlagert. Sicher ist die Samsung-Komponente preislich kein Schnäppchen, bietet aber auch wirklich akustisch einiges fürs Geld. Eine saubere und natürlich wirkende Präsentation geht mit einer lebendigen, dynamischen und mitreißenden Kulisse Hand in Hand. Die dedizierten Rear-Lautsprehcer und auch die integrierten Upfiring-Speaker bringen Benefits in der Praxis mit, die eine konventionelle Soundbar nicht bieten kann - natürlich, kein Vorteil ohne Nachteil, die Rears müssen irgendwo Platz finden.

Q Symphony - Kombination mit Samsung QLED TV (2020)

Zum Abschluss wollen wir nochmal einen Abschnitt aus unserem Test des 8K QLED TVs Samsung Q950T zitieren. Darin haben wir die HW-Q950T und den Fernseher mittels Q Symphony kombiniert, die Soundbar arbeitet dann Hand in Hand mit den  im TV verbauten Lautsprechern.

Da wir gerade die HW-Q950T in der Redaktion haben, wurde sie direkt mit 8K-Fernseher verbunden. (...) Prinzipiell kann man Samsung TV und Samsung Soundbar auch drahtlos verbinden, für Q Symphony ist aber ein HDMI-Kabel (oder ein optisches Kabel) erforderlich. Obligatorisch verbindet man die HDMI-Schnittstelle der Soundbar mit dem eARC-fähigen Eingang des Samsung Q950T. Dass Q Symphony aktiv ist, bestätigt der Fernseher mit der Anzeige "TV + [AV] Soundbar Q950T" im Ton-Menü - wir mussten dies extra auswählen, ohne Zutun wäre der Ton nur über die Soundbar ausgegeben worden.

Auf die akustischen Eigenschaften der Soundbar werden wir im eigentlichen Test noch genauer eingehen. Zweifellos wird hier aber ein sehr immersives und umhüllendes Klangbild mit authentischer Kulisse geboten. Der Zuschauer fühlt sich bei Action-geladenen Szenen, wir haben hier die Dolby Atmos-Tonspur von Mission Impossible - Rogue Nation gewählt, inmitten des Geschehens. Zudem sind die Stimmen stets verständlich und das Gesamtgeschehen mit guter Struktur versehen. Doch wo liegt der Benefit von Q Symphony? Tatsächlich empfinden wir bei der Kombination mit dem Fernseher einen Zugewinn, insbesondere was die Einbeziehung in das Bildgeschehen und die Räumlichkeit betrifft. Die gesamte Kulisse erweitert sich spürbar nach oben hin und scheint sich noch freier, weitläufiger zu entfalten. Ein wenig Präzisionsverlust muss man in Kauf nehmen und es scheint, als würde es ein minimales Delay zwischen den Lautsprechern geben, was sich in einem ersten Eindruck als leichter Hall bemerkbar macht. Das fällt allerdings schon nach wenigen Sekunden kaum mehr auf und man sitzt mitten in einer glaubwürdigen, atmosphärisch dichten Kulisse, die jede Menge Spektakel bietet. Klassische Musik in Stereo würden wir hier vielleicht nicht hören, für den abendlichen Filmgenuss wird hier aber aus wenigen und vergleichsweise kompaktem Komponenten extrem viel geboten. Hier geht es zum Test des Samsung Q950T!

Konkurrenzvergleich

Canton Smart Soundbar 10

Auch die Canton Smart Soundbar 10 ist mit Upfiring-Lautsprechern ausgestattet. Sie kostet lediglich 899 Euro UVP, allerdings fehlen hier im Gegensatz zur HW-Q950T ein aktiver Subwoofer sowie Rear-Satelliten. Dank Cantons "Smart"-Portfolio ist auch hier eine Erweiterung der Haupteinheit mit diesen Komponenten möglich, dann aber liegt man preislich über dem Samsung-Pendant. Allein der Canton Smart Sub 8 kostet knapp 600 Euro. Die Verarbeitungs- und Materialqualität der Canton Soundbar ist hervorragend, Metall und Glas bestimmen hier das Bild. Das Display an der Samsung Soundbar gefällt uns besser, allerdings bietet Canton ein On-Screen-Display mit präziseren Lautsprechereinstellungsmöglichkeiten, auch der Aufstellungsort der Soundbar kann berücksichtigt werden. Die Canton Smart Soundbar 10 ist Chromecast-fähig. Aktuell fehlt hier die Möglichkeit, das DTS:X-Tonformat zu dekodieren. Akustisch klingt die Canton Soundbar ausgewogener und bringt etwas mehr Präzision in die Kulisse, auch die HiFi-Bühne bei Stereoton gefällt mit hoher Natürlichkeit. Immersion und Räumlichkeit ist hingegen Metier der Samsung-Kombination, zudem klingt sie etwas "spektakulärer". Für zusätzliche Lautsprecher muss man bei Canton tiefer in die Tasche greifen.

LG DSN8YG

Auch LG bietet u.a. mit der DSN8YG eine Dolby Atmos-fähige Soundbar an. Von Meridian klanglich optimiert wird eine 3.1.2-Konfiguration abgebildet. Die Preisempfehlung liegt bei 729 Euro, Rear-Lautsprecher sind hier optional erhältlich. Diese sollte man auch in Erwägung ziehen, wenn eine räumlich umschließende Kulisse mit präziser Platzierung der Effekte in der akustischen Kulisse angestrebt wird. Neben Atmos wird auch hier DTS:X codiert, Verarbeitungs- und Materialqualität liegen auf ähnlichem Niveau. Während LG auf ein Metallgitter und ein Kunststoff-Gehäuse setzt, verwendet Samsung eine Kvadrat-Stoffbespannung. eARC bringen beide mit, die Samsung verfügt über zwei HDMI-Eingänge. Chromecast ist bei der LG an Bord, dafür bringt die Samsung Soundbar Alexa "out of the box" mit. Akustisch sind beide auf sehr solidem Niveau und bringen durchaus Heimkino-Feeling ins Wohnzimmer, die DSN8YG kommt zudem mit einem gut funktionierenden Einmesssystem daher.

Fazit

Samsung HW-Q950T

Dank der gewonnenen Expertise, nicht zuletzt durch die Übernahme von Harman und der kontinuierlichen Arbeit der Ingenieure im Samsung Audio Lab in Kalifornien, kann Samsung inzwischen hohe akustische Kompetenz aufweisen. Diese schlägt sich auch klar in der HW-Q950T wider, die insbesondere bei der Wiedergabe von Filmton mit einer ausgeprägten Räumlichkeit und mitreißendem dynamischem Sound den Zuschauer mitten ins Geschehen platziert. Die Samsung Soundbar spielt insgesamt auch recht balanciert, der Subwoofer agiert nachdrücklich und bleibt präzise. Selbstverständlich wirkt das Gebotene sehr lebendig und etwas spektakulär, das ist allerdings für den ersonnenen Zweck keinesfalls nachteilig. Der Benefit von echten Rear-Lautsprechern ist unumstritten. Sicherlich könnte man in dieser Preisklasse etwas mehr als ein Kunststoffgehäuse mit Kvadrat-Bespannung erwarten, für den aufgerufenen Preis werden aber auch insgesamt vier Komponenten und zahlreiche Features geboten. Wer in der glücklichen Situation ist, einen aktuellen hochwertigen QLED TV zu besitzen, erhält mit Q Symphony weitere, in der Praxis nachvollziehbare, Vorteile.

Soundbar-/Sub-/Rear-Speaker-Kombination mit zahlreichen modernen Features für mitreißenden und immersiven Sound im Wohnzimmer

13.11.2020

Test: Philipp Kind
Datum: 13.11.2020

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