TEST: Samsung HW-Q600A - 3.1.2 Soundbar mit Dolby Atmos und DTS:X Wiedergabe

Dass klangstarke Soundbars im Trend liegen, ist nichts Neues - daher werden wir auch in diesem jahr wieder zahlreiche "Klangriegel" einem ausführlichen Test unterziehen. Aus der Samsung Q-Soundbar Serie haben wir nun die HW-Q600A zum Einzeltest erhalten. Zusammen mit einem Wireless-Subwoofer ist sie ausschließlich in einer schwarz-/carbonsilbernen Variante für Marktpreise von derzeit 499 EUR anstatt 599 EUR (UVP) erhältlich. Optional sind Surround-Lautsprecher erhältlich.

Die Q-Soundbar Modelle sind optisch sowie technisch auf Samsungs hochwertige QLED Fernseher abgestimmt und daher keinesfalls Einsteiger-Soundbars, sondern gut austattete Sound-Systeme. Sie liefern ins heimische Wohnzimmer Immersive Sound in Form des Decodings von Dolby Atmos und DTS:X. Im kalifornischen Audio Lab von Samsung wurde zudem die "Acoustic Beam"-Technologie für bestmöglichen und raumfüllenden Klang entwickelt. Multimedial ist die Soundbar leider nicht so gut bestückt wie die großen Geschwister und muss auf AirPlay2 & Co. verzichten. Inhalte vom Smartdevice können aber dank der Bluetooth-Konnektivität wiedergegeben werden. Auch unterschiedliche DSP-Kurven finden bei der HW-Q600 Verwendung. So hat der Nutzer die Surround Sound Expansion, Game Pro, Standard sowie Adaptive. Der Game Pro sorgt für 3D-Sound beim Gaming und beim Adaptive Sound Soundbar analysiert die Soundbar die Tonspur und liefert automatisch Szene für Szene den optimierten Sound, selbst bei niedrigen Lautstärken.

Ebenfalls an Board ist Q-Symphony. Q-Symphony ermöglicht, dass die Lautsprecher des TV's und der Soundbar präzise aufeinander abgestimmt, gleichzeitig spielen können. Das erzeugt einen überzeugenden Surround-Effekt mit mehr Räumlichkeit und einer exakten Lokalisierungsmöglichkeit für alle Effekte. 

Das 3.1.2 System ist mit insgesamt acht integrierten Lautsprechern bestückt und der Wireless Subwoofer besitzt einen 6,5 Zoll großen Tieftöner. Auch in Sachen Leistung muss sich die Samsung Kombo nicht verstecken: Eine Gesamtleistung von 360 Watt wird bereitgestellt. Davon befeuern 160 Watt den Wireless Subwoofer und dementsprechend werden die acht Lautsprecher der Soundbar von 200 Watt angetrieben.

Soundbar

Die Frontansicht der Soundbar

In diesem Abschnitt möchten wir uns die Einzelkomponenten etwas genauer ansehen. Wir beginnen die Einzelvorstellung mit dem Herzstück des 3.1.2 Systems, der Soundbar. Wie eingangs erwähnt, sind die Komponenten ausschließlich in einer schwarz/carbonsilbernen Ausführung erhältlich. Auf der Front sowie der Oberseite des Klangriegels befinden sich schwarze Metallabdeckgitter, die sauber und fest angebracht sind. Mit Abmessungen von 980 mm Breite, 58 mm Höhe und 105 mm Tiefe eignet sich die Soundbar für Fernseher ab einer Bildschirmdiagonale von 49 Zoll. 

Wie bei den neueren Samsung Soundbars üblich, sitzt auf der rechten Seite der Front ein LCD-Display, dass via Laufschrift den Nutzer über den gewählten Eingang & Co. informiert. Das Display ist sehr gut ablesbar, ist aber eher einfach gestaltet. 

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Auf der rechten Seite der HW-Q600 ist das LCD-Display untergebracht

Auch auf der Oberseite befindet sich das Abdeckgitter aus Metall

Im Mittelteil der Soundbar befinden sich die Bedienelemente

Auf der Soundbar-Oberseite befinden sich im Mittelteil die Bedienelemente für die elementare Steuerung. Das System wird dort ein- sowie ausgeschaltet, die verschiedenen Eingänge können ausgewählt werden und die Lautstärke lässt sich verringern bzw. erhöhen. Die Tasten haben einen guten Druckpunkt und sind farblich von der Soundbar abgesetzt. 

Rückansicht der Soundbar

Die Rückseite der Samsung Soundbar gestaltet sich sehr "clean". Auf der Unterseite ist die Anschlusssektion untergebracht. Es befinden sich dort ein HDMI-Eingang sowie ein HDMI-ARC Anschluss für das Verbinden mit einem TV. Über einen optischen Digitaleingang verfügt die Soundbar ebenfalls. Auf der linken Seite der Soundbar sind dann der USB-Anschluß sowie der Anschluß für das externe Netzteil zu finden. 


Anschlußsektion 1 in der Übersicht

Stromanschluss und USB-Anschluss

Eine solide Fernbedienung ist im Lieferumfang enthalten

Im Lieferumfang befindet sich eine schwarze Fernbedienung, die aus Kunstoff gefertigt ist. Die Remote liegt gut in der Hand und die Taster haben einen guten Druckpunkt. Etwas Tadel gibt es aber bei den Drückreglern für die Lautstärke und den Subwoofer, da diese etwas wackelig und unpräzise ausgeführt sind.

Subwoofer

Wireless-Subwoofer in der Frontansicht

Wie wir bereits eingangs erwähnten, gehört zum Samsung Q600A Set zudem ein Wireless Subwoofer. Der Bassmacher besitzt ein schwarz-foliertes Holzgehäuse und arbeitet nach dem Front-Fire Prinzip, das heißt, der Tieftöner sitzt auf der Frontseite. Der Tieftöner wird von einem schwarzen Akustikstoff vor unerwünschten Feindkontakt geschützt. Mit seinen schlanken Abmessungen von 352 mm Höhe, 204 mm Breite und eine Tiefe von 302 mm passt der fügt der Bassmacher sich harmonisch in den Hörraum ein, ohne dabei aufdringlich zu wirken. Die Folierung ist sehr sauber auf dem Subwoofer aufgebracht, allerdings sind die Eckkanten etwas spitz. Für die nötige Standhaftigkeit des Subwoofer sorgen auf der Unterseite kleine Gummi-Standfüsse.

Schwarze Akustikstoffbespannung an der Front 

Rückseite des Bassmachers

Die Rückseite des Subwoofer zeigt sich aufgeräumt. Da der Bass-Experte mit einem drahtlosen Empfangsmodul ausgestattet ist und daher "wireless" mit der Soundbar kommuniziert, ist auf der Rückseite lediglich ein Anschluss für die Stromversorgung sowie ein Taster für die manuelle Verbindung mit der Soundbar zu finden. Im oberen Teil der Rückseite befindet sich das Bassreflexrohr, welches aus hochglänzenden schwarzen Kunststoff besteht. Unter der Frontabdeckung arbeitet der 6,5 Zoll große Tieftöner, welcher von einer Endstufe mit 160 Watt angetrieben wird. 

Bassreflexrohr im Detail

Stromanschluss und Pairing-Taste

Klang

In diesem Abschnitt möchten wir nun wissen, was die Samsung Q600A klanglich im Stande ist, zu leisten. Wir beginnen die Klangtestreihen mit der Wiedergabe von Musik, welche wir via Bluetooth an die Soundbar übermitteln. Wir beginnen mit der Ausnahmekünstlerin Zoe Wees, da ihre Stimme sehr speziell ist und bezüglich einer brauchbaren Wiedergabe durchaus Ansprüche an die jeweilige Kette oder Komponente, die für die Wiedergabe zuständig ist, stellt. Wir starten den Titel "Control" auf der Samsung Q600A. Als Soundmodus entscheiden wir uns für die "Adaptive Sound"-Betriebsart, bei dem die Samsung Soundbar die Tonspur analysiert und, so versprechen es die Südkoreaner, automatisch Szene für Szene den optimierten Sound abliefert. Zoes Stimme erklingt überraschend authentisch und natürlich aus dem Samsung Soundriegel, nur die feinsten Nuancen gehen bei der Wiedergabe erwartungsgemäß unter.

Der Wireless Subwoofer unterstützt die Samsung Soundbar erstklassig und liefert einen kräftigen, aber nicht aufdringlichen Bass. Anzumerken ist hierbei, dass wir den Bassregler auf 0 stehen haben und die Basswiedergabe absolut ausreichend und passend ist. Wechselt der Nutzer auf den manuellen Soundmodus "Surround Sound", wird die Stimmwiedergabe interessanterweise weiter verbessert, gerade die feineren Nuancen in Zoes Stimme werden besser in den Hörraum abgegeben. Eine kleine Kritik möchten wir hier aber äußern, der maximale Pegel könnte etwas höher angesiedelt sein. Für größere Hörräume oder erhöhten Lautstärke-Bedarf ist die Q600A demnach nicht der optimale Partner. 

Nun starten wir die Wiedergabe von "Hypnotized" von Purple Disco Machine, Sophie and the Giants. Auch hier gefällt uns die Stimmwiedergabe im Surround Sound-Modus sehr gut, diese wirkt authentisch und wird auf den Punkt wiedergegeben. Der Bassmacher liefert einen schönen Tiefgang ab, ohne dabei unstrukturiert zu wirken. Die gebotene Räumlichkeit können wir ebenfalls loben, die Struktuierung geht ebenfalls in Ordnung. 

Weiter geht es mit "Paradise" von Medusa feat. Dermot Kennedy. Auch hier fällt sofort auf, das der Hochtonbereich gerade bei Stimmwiedergabe sauber ausbalanciert erklingt, gerade sowas war früher defintiv kein Kernmerkmal von Soundbars. Hier hat sich demnach einiges in positiver Hinsicht getan. Die Stimme wirkt sehr glaubhaft auf uns, und das bei einer Soundbar für gerade einmal 500 EUR. Auch über den Subwoofer können wir nichts Negatives berichten, ganz im Gegenteil, für diese Preisklasse macht dieser einen tollen Job: Ordentlicher Nachdruck, gutes Volumen und ein beachtlicher Tiefgang verdichten sich zu einem tadellosen Gesamtpaket. 

Einen letzten Musiktitel möchten wir uns noch gönnen, bevor wir auf die Filmtonwiedergabe wechseln. Myles Kennedy mit seiner Band Alter Bridge hält nun Einzug in den Testraum. Wir lassen uns von der Samsung Q600A den Titel "Open Your Eyes" abbilden. Auch hier punktet die Q600A mit einer sauberen Stimmwiedergabe. Selbst wenn Myles zur Kopfstimme wechselt, sind die Unterschiede deutlich wahrnehmbar. Auch der Subwoofer kann hier ein stimmiges Gesamtklangbild glaubwürdig mit vermitteln, da er sich sauber integriert und keine störenden "Klanglöcher" zwischen der untersten Grenzfrequenz der Soundbar und der oberen Grenzfrequenz des aktiven Subwoofers auftauchen. Allerdings fehlt uns bei der Musikwiedergabe noch das Quäntchen Lautstärke, gerade wenn der Nutzer etwas "Rabatz" in seinem Wohnzimmer veranstalten möchte.

Da die Samsung Q600A Dolby Atmos verarbeiten kann, möchten wir nun wissen, wie sie sich bei der Wiedergabe einer Dolby Atmos-Tonspur schlägt. Wir starten die Wiedergabe von Mission: Impossible Rogue Nation. Dafür müssen wir die englische Tonspur auswählen, da nur diese in Dolby Atmos vorliegt. Wir skippen zu der Szene, in der Ethan Hunt und Benjamin Dunn den Anschlag in der Wiener Oper verhindern möchten. Die Dialoge erklingen authentisch und auch der Opernsänger ist mit einem sehr breiten und überraschend luftigen Klangbild wahrnehmbar. Auch der anschließende Fight zwischen Ethan und dem Terroristen erklingt authentisch, könnte aber etwas mehr Punch vertragen. Insgesamt eine lobenswerte Vorstellung, aber: Keine Soundbar kann eine leistungsstarke Mehrkanal-Anlage mit einem AV-Verstärker/Receiver im Mittelpunkt auch nur annähernd ersetzen. Erst bei den großen Soundbar-Paketen von LG, Samsung oder Canton kommt eine solche Performance auf, dass annähernd das geboten wird, was ein kleinerer AV-Receiver um 500 EUR mit einem Lautsprecher-Paket der 1.000 EUR zu leisten imstande ist. 

Weiter geht es mit der nächsten Dolby Atmos Wiedergabe, dafür haben wir uns für  Kingsman - The Golden Circle entschieden. Auch bei dieser Blu-Ray müssen wir die englische Tonspur bezüglich der Dolby Atmos Wiedergabe auswählen. Im Auftrag der englischen Gentleman-Geheimagenten muss Eggsy die kriminelle Organisation "The Golden Circle" aufhalten, die die ganze Welt als Geisel nimmt. Wir beginnen mit dem Taxi-Fight von Eggsy und Charlie. Diese sehr rasanten Szenen werden von der Samsung Kombo authentisch und klangvoll wiedergegeben, mit einer klaren Struktur und einer guten Räumlichkeit. Das Zerbersten des Glases und Blechs wirkt realistisch auf den Hörer, die Auflösung ist wirklich gut für ein solches System. Auch die fallenden Schüsse werden mit ordentlich Druckkraft in den Hörraum abgegeben. Allerdings würden wir uns etwas mehr Präzision gerade beim Hochton- sowie Mitteltonbereich wünschen.

Ein letztes Klangbeispiel möchten wir uns nun von der Samsung Q600 wiedergeben lassen, bevor wir zum Konkurrenzvergleich und unserem abschließenden Fazit kommen. Wir haben uns für die Blu-Ray von Herbert Grönemeyer "Mensch" entschieden, da diese ebenfalls über Dolby Atmos verfügt. Hier liefert die Samsung Soundbar ein weiteres Mal eine sehr gute Stimmwiedergabe ab, auch wenn im Detail Luft nach oben ist: Herberts Stimme ertönt bei gehobenem Pegel etwas spitz. Die Höheneffekte sind dafür sehr deutlich wahrnehmbar, was zu einer überzeugenden Räumlichkeit in allen Dimensionen führt. Etwas verblüfft sind wir bei der Wiedergabe des Titels "Mensch" über den Wireless Subwoofer, der die Bässe hier mit Nachdruck und tadelloser Präzision wiedergibt. Auch die verwendeten Instrumente sind differenziert wahrnehmbar, was insgesamt zu einem kultivierten Klangbild führt.

Konkurrenzvergleich

  • Panasonic SC-HTB600: Die 2.1 Kombo aus dem Hause Panasonic tritt in der gleichen Preisklasse wie die Samsung an. Exakt 499 EUR kosten beide Kontrahenten. Der Panasonic Soundriegel unterstützt ebenfalls Dolby Atmos und DTS:X, allerdings nur auf virtuelle Weise. Auch in Sachen HDR ist die Soundbar gut aufgestellt, denn sie schleift HDR10 Inhalte sowie Dolby Vision durch. Beim Punkt Ausstattung hat allerdings die Q600A die Nase vorn, so sorgen Top Firing Module für ein glaubhaftes Dolby Atmos Feeling und auch die Fernbedienung macht einen deutlichen besseren Eindruck, als die mitgelieferte Panasonic im Scheckkartenformat. Klanglich sind beide Kandidaten gleichauf, da mittlerweile bei den Herstellern sehr viel Wert auf Natürlichkeit gerade bei der Stimmwiedergabe gelegt wird.

  • LG DSN8YG : Für derzeit 519 EUR ist unser nächster Kandidat derzeit online erhältlich. Die LG DSN8YG lässt sich, dank optionaler Rücklautsprecher, zu einem 5.1.2. System aufrüsten. Sie gibt High Resolution Audio Dateien mit Abtastraten von bis zu 96 kHz und einer Tiefe von 24 Bit wieder. Auch für die Wiedergabe der neuen Tonformate wie Dolby Atmos und DTS:X ist der LG Soundriegel bestens gewappnet. Wie die Samsung Soundbar, verfügt die LG zudem über Top-Firing Module für eine glaubwürdige Dolby Atmos Wiedergabe. Dank der Integration von Google Home + Google Assistant ist eine Sprachsteuerung möglich. Klanglich und auch von der Ausstattung her zeigt die LG DSN8YG der Konkurrenz auf, was derzeit Benchmark für diesen Kaufpreis ist - auch wenn es sich um ein 2020er Modell handelt.

Fazit

Für den Einstieg in die Dolby Atmos und DTS:X Welt werden derzeit bei Samsung 499 EUR fällig - der aktuelle Marktpreis. Dafür erhält der Interessent ein 3.1.2-System mit echten Top-Firing Modulen und kräftigem Wireless-Subwoofer. Zudem kann die HW-Q600A noch zu einem 5.1.2 System ausgebaut werden, dank optional erhältlicher Rear-Lautsprecher. Die Verarbeitung der beiden Komponenten ist in Anbetracht der Preisklasse als sehr gut zu bezeichnen. Wir konnten nur etwas scharfe Kanten am Subwoofer feststellen. Die HW-Q600A verzichtet auf umfangreiche Netzwerkfunktionen, besitzt aber Bluetooth 4.2 und somit können Inhalte vom Smartdevice auf der Samsung Soundbar wiedergegebenen werden. Umfangreiche Netzwerkfunktionen sowie Airplay 2 sind erst ab den nächstgrößeren Modell (HW-Q700) verfügbar. In Sachen Klang gefiel uns die HW-Q600A gerade bei der Wiedergabe von Stimmen sehr gut und der Subwoofer unterstützte die Soundbar erstklassig. Auch bei der Dolby Atmos Wiedergabe wirkten die Höheneffekte glaubwürdig und authentisch auf den Hörer. Nur in Sachen Maximalpegel würden wir uns doch etwas mehr Power wünschen, gerade für größere Hörräume.

Edle 3.1.2 Soundbar mit Dolby Atmos und DTS:X Wiedergabe mit erstaunlich feiner Auflösung und kraftvollem Subwoofer

Dolby-Atmos Soundbar mit Subwoofer bis 500 EUR

 

 

Test und Bilder: Sven Wunderlich
Redaktion: Carsten Rampacher 
Datum: 30. August 2021

 

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