TEST: PIEGA Dreiwege-Regallautsprecher COAX 411 "Excellence Linie" - Schweizer Finesse bei Akustik und Optik?

Klang

Hifi Rose Ra280 Frontansicht2

HiFi rose RA280

Hifi Rose Rs250a Frontansicht1

HiFi rose RS250A

Ganz wichtig: Man muss sich intensiv mit der Zuspieler-Kette befassen, mit der man den COAX 411 Lautsprecher antreiben möchte. Hier gilt es, mehreres zu beachten. Zum einen raten wir zu einem kräftigen Verstärker, der Schweizer Lautsprecher braucht nachdrückliche Endstufeneinheiten, um die Talente voll entfalten zu können. Zum anderen sollte es eine Kette sein, die einen äußerst homogenen, runden Klang bereitstellt. Wir raten, den COAX 411 vor dem Kauf auf jeden Fall mit entsprechenden Verstärkern etc. Probe zu hören, um die optimale Lösung zu finden. Wir griffen im Test auf den HiFi rose RA280 mit satten 250 Watt Ausgangsleistung pro Kanal zurück. Im Rahmen der Kooperation rose x PIEGA bot sich diese Wahl auch an, schließlich sollten die Komponenten auch akustisch zusammenpassen, wenn man sie als Kette kauft und betreibt. Als Streamer haben wir auf den HiFi rose RS250A gesetzt, denn der RA280 ist ein Stereoverstärker mit analogen Anschlüssen und ohne eigene Streamingsektion. Vom RA280 erscheint bei uns ebenfalls ein Preview, und danach veröffentlichen wir den finalen Test des kraftvollen Verstärkers, der exzellent mit der COAX 411 harmoniert und mit seinem Preis von 3.299 EUR auch gut zu den eleganten Schallwandlern aus finanzieller Perspektive passt. 

Starten wir nun mit den Klangtestreihen.

Bei der Jungle Cruise-Version des Metallica-Klassikers "Nothing Else Matters" beeindruckt uns der kompakte Dreiwege-Lautsprecher mit einem fundierten Bassbereich und mit einer überragenden Dynamik. Der gesamte Aufbau wird mit absolut untadeliger Impulstreue und mit einer hohen klanglichen Brillanz dargeboten. Dynamische Unterschiede kommen so direkt und spontan heraus, dass man immer wieder aufs Neue verblüfft ist. Man sollte schon zumindest in etwa im Stereo-Dreieck sitzen - dann genießt man auch aus räumlicher Perspektive eine überaus glanzvolle Präsentation, die sowohl, was die Weitläufigkeit, als auch, was die Tiefenwirkung angeht, auf höchstem Level operiert. 

"Klassisch" fahren wir fort mit der legendären Arie "Nessun Dorma" in Hi-Res-Qualität (96 kHz/24-Bit) aus Puccinis "Turandot". Startenor Jonas Kaufmann fasziniert uns mit seinem vokalen Facettenreichtum, und die PIEGA COAX 411 gibt dem Sänger die richtige Bühne, damit jedes akustische Stimm-Element in hoch dynamischer sowie kultiviert-klarer Form zum Zuhörer vordringt. Die Instrumente des Orchesters gruppieren sich feinfühlig um den Startenor, die gesamte Akustik erweist sich, auch als Chor eingreift, als auergewöhnlich stimmig, rund sowie detailreich. 

Weiter geht es mit Eva Cassidy "Ain't No Sunshine". Gleich von Beginn an begeistert uns das Durchzeichnungsvermögen der COAX 411, obwohl es sich nur um Material in CD-Qualität handelt, und nicht um eine Hi-Res-Audio-Datei. Schon das Zupfen der Saiten wirkt sehr plastisch, und als Eva ihre Stimme erhebt, ist stets ein hohes Maß an vokaler Vitalität herauszuhören. Die COAX 411 realisieren eine authentische Wiedergabe, die auch bei der Darstellung tiefer Frequenzen sauber und mit erstaunlichem Fundament auf den Punkt kommt. Das Klavier ist aus feindynamischer Sicht herausragend eingearbeitet, man merkt, dass mit unterschiedlichem Druck auf dei Tasten eingewirkt wird. 

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In Hi-Res-Qualität (FLAC 96/24) hören wir nun "Land Of Confusion" in der Cover-Version von Disturbed. Nicht ganz einfach, der Titel, hier haben schon nicht wenige Komponenten für Kritik unserseits gesorgt. Die COAX 411 aber nimmt von Beginn an das Zepter in die Hand und "eiert" nicht irgendwo im monotonen Nirvana herum, das durch übertrieben harsche Elemente ergänzt wird. Hier wird echte, unmittelbare Dynamik und ein sauber ausbalanciertes Maß an Aggressivität offeriert, was zu einer Wiedergabe führt, die das Audiotorium auch mitnimmt. Die dichte Räumlichkeit und die fetzigen Gitarren-Riffs sind weitere Pluspunkt der PIEGA-Box.

"No Goodbye" von Paul Kalkbrenner (Hi-Res, 96/24) steht nun an. Und der Bassbereich ist nicht einfach zu reproduzieren, hier braucht man eigentlich fast zwingend einen größeren Standlautsprecher mit ordentlich Innenvolumen und Mehrfach-Chassisbestückung im Bassbereich. Unter dieser Prämisse ist es höchst überraschend, wie solide und präzise der Bass dargeboten wird. Klar, ganz unten herum fehlt etwas, aber wer dies auch noch hören möchte, kombiniert unsere Testkandidaten mit einem aktiven Subwoofer zu einem 2.1-System. Die sehr gute Trennung der vokalen Anteile vom Rest der Akustik ist in jedem Moment der Wiedergabe herauszuhören, und auch die impulstreue Wiedergabe des Rhythmus. 

Der Club-/Trance-Track "Pegasus - How We Know" (Hi-Lo, Space 92 & Oliver Heldens) beweist eindrucksvoll, dass die COAX 411 Pegel erreichen, von der so  mancher deutlich größere Regallautsprecher nur träumen kann. Mit einer Kompromisslosigkeit, die man nie erwartet hätte, schiebt der Schweizer Schallwandler voran, ohne Verzögerungen, ohne Verzerrungen und stets souverän. Der Bass erweist sich als hart und treffsicher, dabei wird der Rest des Klangbilds immer akkurat von den vehementen Bassanteilen getrennt. 

Konkurrenzvergleich 

Elac Concentro S 503 New Brown Style

Elac Concentro S 503: Mit einem Paarpreis von rund 7.000 EUR sind die Concentro S des Traditionsherstellers aus Kiel nicht weit entfernt von den COAX 411. Zudem setzt auch Elac auf einen koaxialen Treiber, der allerdings anderes aufgebaut ist als der in der PIEGA-Box: Im zentrum steht hier der JET5 Bändchenhochtöner (Anmerkung: mittlerweile der neue JET6, der noch etwas mehr Brillanz und Durchzeichnung bietet), der allerdings nicht von einem Bändchen, sondern von einer Kalotte für die Darstellung des Mitteltonbereichs umgeben ist. Ein Hightech-Basschassis mit spezieller, diamantartiger Oberflächenstruktur gibt tiefe Frequenzen wioeder. Das Finish der Concentro S 503 ist edel  und der Preisklasse angemessen, im direkten Vergleich wird die COAX 411 aber noch massiver und nobler. Klanglich kann die Concentro S 503 definitiv für Begeisterung sorgen, da sie sehr lebendig, zugleich aber auch kultiviert und stimmig aufspielt. Die PIEGA scheint noch etwas schneller in den Mitten zu sein - dafür aber muss man bei der COAX 411 mehr aufpassen, an welche Elektronik man den Schweizer Lautsprecher anschließt. Hier ist der COAX 411, wie auch schon weiter oben beschrieben, etwas speziell und braucht üppig Leistung. Die Concentro S 503 gibt sich hier verbindlicher. Insgesamt handelt es sich um zwei faszinierende, handwerklich toll gemachte passive Lautsprecher, und für welchen man sich entscheidet, ist eine Frage des persönlichen Geschmacks. 

Canton Reference 9 Gruppenbild2

Canton Reference 9: Die einzige Regalbox aus der aktuellen Canton Reference-Serie ist für einen sehr fairen Paarpreis von 3.600 EUR erhältlich - in ihrer Preisklasse ist die Reference 9 derzeit eine der besten kompakten Boxen überhaupt, daher schloss sie den Test auch mit der höchsten Auszeichnung ab. Die PIEGA COAX 411 ist sehr viel teurer, wirkt aber auch noch massiver und luxuriöser als die bereits exzellent verarbeitete Reference 9. Klanglich macht der hessische Schallwandler dem Schweizer Konkurrenten das Leben erwartungsgemäß schwer. Für unter 4.000 EUR dürfte kaum eine Regalbox besser klingen als die Reference 9, und selbst im Vergleich mit der COAX 411 schneidet sie keinesfalls schlecht ab. Mit noch höherer Impulstreue und noch mehr Dynamik im Hochtonbereich kann sich die COAX 411 aber letzten Endes absetzen. Dafür aber verlangt sie auch nach einem richtig teuren Verstärker als Zuspieler. Daher das klare Fazit: Die Canton Reference 9 bleibt der Preis.-/Leistungs-Champion, wer kompromisslosen optischen, verarbeitungstechnischen und akustischen Luxus wünscht, greift zum Produkt aus dem Land der Eidgenossen. 

Fazit

Piega Coax 411 Gruppenbild1

Die PIEGA COAX 411 benötigt eine sehr kraftvolle, kultivierte Zuspielung, die stets souveräne Reserven bereit halten sollte. Ist dies gegeben, schwingt sich der Schweizer Dreiwege-Regallautsprecher zu absolut kompromisslosen akustischen Glanzleistungen auf, die sich quer durch alle Musikrichtungen ziehen. Ganz gleich, ob Klassik, Jazz, Pop, Heavy Metal, Trance oder Club-Musik: Der Schweizer Premium-Lautsprecher ist stets mit überragender Impulstreue, enormer Grob- und Feindynamik und einer für einen so kompakten Schallwandler exzellenten Pegelfestigkeit am Start. Was das relativ kleine Basschassis an tieffrequenter Energie bereitstellr, ist auch famos. Schließt man bei etwas erhöhtem Pegel die Augen, denkt man kaum, dass hier ein Regallautsprecher spielt. Zur akustischen Performance gesellt sich noch eine beispielfafte Material- und Fertigungsqualität. Schon das enorme Gewicht von 45 kg pro Lautsprecher dokumentiert, dass in Horgen am Zürichsee aus dem Vollen geschöpft wird. Dickes Aluminium trifft auf meisterhaftes Design, und die sich nach hinten verjüngende Gehäuseform hat auch akustische Vorteile, da sich im Boxen-Inneren keine stehenden Wellen bilden können. 

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Meisterstück vom Zürichsee: PIEGAs COAX 411 wird bei richtiger Zuspielung zu einem der weltweitbesten Regallautsprecher
Masterpiece Neu
Regallautsprecher Luxusklasse
Test 15. Juli 2024

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 15. Juli 2024

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