TEST: Marantz Model 50 Stereo-Vollverstärker und CD 50n CD-/Netzwerk-Audio-Player
Klangwertung

In diesem Abschnitt unseres Reviews möchten wir auf die klanglichen Qualitäten des Marantz Model 50 und des Marantz CD 50n genauer eingehen. Nach mehreren Hörversuchen haben wir uns als Ausgabeorgane für die Wharfedale Elysian 3 entschieden.
Im nun folgenden Schritt möchten wir die Klangqualität bei der Wiedergabe einer klassischen Compact Disc checken. Als erstes Klangbeispiel haben wir uns für den Titel "Like A Prayer" von Madonna entschieden. Bis die Disc komplett eingelesen und abspielbereit ist, vergehen, wie bereits erwähnt, rund sieben Sekunden, was unserer Meinung nach als tadellos einzustufen ist. Der Track beginnt mit einer leichten E-Gitarre sowie einem Chorgesang, der aus dem Hintergrund agiert. Beide Facetten können unsere beiden Marantz-Komponenenten facettenreich herausarbeiten. Als Madonna dann nach wenigen Momenten mit ihrer unverwechselbaren Stimme einsetzt, wird die Stimmfarbe der Künstlerin klar und akkurat abgebildet. Bei höheren Lautstärkepegeln wirkt die Stimme dann aber etwas nüchtern. Als der Titel weiter an Grobdynamik gewinnt, klappt die Differenzierung der unterschiedlichen Effekte hervorragend. Der Bassbereich wird ebenfalls hervorragend bedient und zeichnet sich durch Präzision und eine ausgezeichnete Durchsetzungskraft aus. Die verwendeten Wharfedale Elysian 3 liefern ein exaktes und sattes Bassfundament.
Bevor wir zum Streaming übergehen, legen wir noch die Compact Disc von Within Temptation "The Heart Of Everything" in den Marantz CD 50n ein. Als Klangbeispiel haben wir den Titel "Our Solemn Hour" ausgesucht. Der Titel beginnt mit einem leicht hallenden Gesang von Sharon den Adel, Frontfrau der Band, sowie einer männlichen Stimme aus dem Hintergrund und auch hier können die Marantz-Komponenten die Protagonisten hinsichtlich ihrer vokalen Präsenz hervorragend herausarbeiten. Als der Titel nach wenigen Momenten förmlich explodiert mit E-Gitarrenriffs, harten Drums und der sehr fordernden Stimme von Sharon, schafft die Marantz-Kette eine ausgezeichnete Präsentation der Stimmfarbe, die Drums werden mit einem anständigen und präzisen Volumen präsentiert und die E-Gitarren überzeugen durch ihre gute Struktur. In manchen Passagen wirkt der Hochtonbereich etwas harsch, gerade dann, wenn man mit höherem Pegel hört, leidet die Differenzierung etwas. Das Ganze geschieht aber erst in Lautstärkeregionen, in die man nicht allzu oft vordringt.
Weiter geht es in unserer Klangwertung mit der Wiedergabequalität bei Streaming. Hierfür starten wir die Wiedergabe "11 Minutes" vom britischen Musiker Yungblud, der US-Sängerin Halsey und dem Blink 182-Drummer Travis Parker, das wir via Spotify zuspielen. Der Titel startet mit einer E-Gitarre, die der Marantz Model 50 und der Marantz CD 50n kristallklar und stimmig herausarbeiten können. Als nach wenigen Momenten die Künstlerin Halsey mit ihrer sehr hellen und leicht hallenden Stimme einsteigt, ermöglicht das "Team Marantz" eine herausragende Darstellung der speziellen Stimmfarbe. Als sich dann im weiteren Verlauf Yungblud mit einer speziellen Gesangstechnik dazugesellt, können die Marantz-Komponenten eine hervorragende Differenzierung der unterschiedlichen Stimmcharaktere garantieren. Die zu Beginn des Titels erklingende E-Gitarre, die im ganzen Titel eine spezielle Melodie spielt, bleibt hinsichtlich Gesamtcharakteristik und Konturen ebenfalls in vollem Umfang enthalten.
Äußerst gefühlvoll wird es beim nächsten Klangbeispiel. Als Titel verwenden wir aktuell gerne die Coverversion des David Bowie-Hits "Heroes" von Moby feat. Mindy Jones. Der Song beginnt mit einem Klavier, das von einer zurückhaltenden gespielten Akustikgitarre begleitet wird. Die beiden Instrumente werden ausdrucksstark und homogen von unserer Kette präsentiert. Als dann nach wenigen Momenten die amerikanische Sängerin und Songwriterin Mindy Jones loslegt, bekommen wir förmlich Gänsehaut: Der Gesangspart wirkt gefühlvoll, verwundbar und zart, und die Marantz Komponenten schaffen es, das Gefühl zu transportieren, das David Bowie mit diesem Titel erzählen wollte - nämlich die Gefühle zweier Liebenden. Als sich im weiteren Verlauf Streicher und Bläser aus einem Orchester hinzugesellen, werden diese klassischen Instrumente mit hervorragender Plastizität und der nötigen Portion Fingerspitzengefühl von den Marantz-Komponenten dargeboten.

Thorens TD 403 DD Schallplattenspieler
Abschließen möchten wir unsere Klangwertung mit der Wiedergabe von Vinyl. Hierfür haben wir unseren Thorens TD 403 DD Schallplattenspieler mit dem Marantz Model 50 verbunden. Wir starten unsere Vinyl Wertung mit Diana Krall und ihrem Titel "The Look of Love". Auch hier notieren wir eine ausgezeichnete Differenzierung der musikalischen Elemente. Das zu Beginn des Titels erklingende Klavier wird absolut glaubwürdig und natürlich präsentiert. Das Orchester, welches Diana begleitet, arbeiten die beiden Marantz HiFi-Bausteine sehr differenziert heraus. Die Stimmfarbe der Künstlerin wird punktgenau getroffen und kann sich von den eingesetzten Lautsprechern hervorragend lösen.
Explosiv wird es nochmal beim nächsten und letzten Klangbeispiel. Hierfür haben wir uns "Come As You Are" von Nirvana ausgesucht, natürlich vom Vinyl-Album. Die zu Beginn des Titels erklingenden E-Gitarren werden glaubwürdig und nie zu harsch von unserem Testaufbau präsentiert. Als sich dann Drums in den Titel einfügen, gelingt ein sattes und präzises Bassfundament, welches auch im weiteren Verlauf nie überzogen oder unpräzise umgesetzt wird. Als Kurt Cobain mit seiner unverwechselbaren Stimme einsteigt, gelingt eine bis ins Detail natürliche und hervorragende Präsentation dieser doch nicht einfachen Stimmfarbe. Selbst die typischen Grunge-Elemente meistert der Model 50 mit Bravour.
Konkurrenzvergleich

- AVM AS 30.3: Beim AVM AS 30.3 handelt es sich um ein All-In One Device in Form eines potenten Streaming-Vollverstärker, der wahlweise in schwarz oder silber für 3.599 EUR im Fachhandel erhältlich ist. Alternativ steht die verchromte und handpolierte Variante Cellini Chrom Variante für 4.390 EUR zur Disposition. Der AS 30.3 aus dem Hause AVM verfügt über eine Verstärkerstufe mit einer Ausgangsleistung von 2 x 125 Watt an 4 Ohm. Dank der verbauten X-Stream Engine, unterstützt der AVM AS 30.3 eine breite Palette an Streaming-Services, wie z.B. TIDAL Connect MAX, Qobuz, Spotify Connect und Webradio. Lokale Musik-Server oder Dateien auf einer USB-Festplatte können ebenfalls über die RC X-App gesteuert werden. Der AVM X-STREAM Engine kann alle gebräuchlichen hochauflösenden Formate streamen, inklusive DSD (256). Die Streaming Engine ist eine komplette AVM-Eigenentwicklung und ist vollständig Software basiert und lässt dadurch zukunftssicher und sehr einfach online updaten. Als Digital/Analog-Wandler kommt hier ein selektierter ESS-DAC der Premium-Liga (9038Q2M) zum Einsatz. Neben AirPlay 2 ist der AVM Stereovollverstärker Roon Ready, und Bluetooth wird in der Version 5.0 unterstützt. Dank des auf der Rückseite des Streaming-Vollverstärkers befindlichen HDMI ARC-Eingangs kann ein Smart-TV ins Stereo-Setup eingebunden werden. Bei der Entwicklung des AVM AS 30.3 wurde zudem besonderes Augenmerk auf die Phono-Eingangsstufe für MM und MC gelegt. Die Verarbeitungsqualität vom AVM-Device ist komprimisslos erstklassig. An der Front des AS 30.3 ist eine massive Aluminiumplatte angebracht, die eine hervorragende Verarbeitungsqualität aufweist und einige Bedienelemente und eine OLED Display beherbergt. Die Drehregler für die Eingangswahl und den Lautsprecherpegel sind ebenfalls aus Metall hergestellt, besitzen eine hervorragende Auslegung und haben keinerlei Spiel oder Unwucht. In unserer Klangwertung bot uns der AVM AS 30.3 eine detaillierte und präzise Wiedergabe dar, gerade wenn es um Instrumente oder auch um elektronische Effekte handelte. Die Stimmcharaktere wurden von der Grundcharakteristik her nüchtern, aber enorm detailverliebt präsentiert und konnten sich hervorragend von den eingesetzten Schallwandlern lösen. Die tieffrequenten Signale wurden mit Fingerspitzengefühl, Präzision und Nachdruck umgesetzt.

- Technics SU-G700M2: Weiter geht es mit dem Technics SU-G700M2 in unserem Konkurrenzvergleich. Der Technics ist als reiner Stereo-Vollverstärker ohne Streamingfunktionen konzipiert und bringt eine Leistung von 2 x 140 Watt an 4 Ohm mit. Die UVP beträgt 2.599 Euro Wahlweise in Aluminium-Schwarz oder Aluminium-Silber erhältlich, weist er eine exzellente Verarbeitungsqualität, ein elegantes klassisches HiFi-Design und einen sehr hochwertigen inneren Aufbau mit dreiteiligem Layout und einzelnen Sektionen auf. Exklusive Features wie LAPC und die JENO-Engine verhelfen zu hoher audiophiler Performance mit einer Vielzahl an Lautsprechern. Außerdem eine proprietäre Jitter-Reduktionsschaltung und das optimierte Netzteil auf Basis des Flaggschiffmodells SU-R1000 von Technics. Eine Anschluss-Sektion mit Digitaleingängen inklusive USB sowie auch einem Phono-Input für MM- und MC-Tonabnehmer ist ebenfalls an Bord, auf HDMI muss man hier verzichten. Dazu gibt es einen hochwertigen Kopfhörerverstärker der Klasse AA. Klanglich agiert der Technics SU-G700M2 mit außerordentlich hoher Auflösung und Detailreichtum, aber auch bei fordernden Tiefton-Passagen sehr souverän.

Für 2.500 EUR bekommt man den edlen SACD/CD-Player Denon DCD-3000NE. Er ist wahlweise in schwarzer oder premiumsilberfarbener Variante erhältlich und verarbeitet DSD-Dateien mit bis zu 11,2 MHz. PCM-Signale dürfen maximal 384 kHz/32-Bit aufweisen, damit die Unterstützung im nativen Format gewährleistet ist. An Bord für die digital-analoge Wandlung zuständig ist ein hochwertiger Vierfach-DAC aus dem renommierten Hause ESS. Der edle Player bringt ein enorm aufwändiges, extrem leise und sehr effektiv geschirmtes Luxus-Laufwerk mit, das mit des Marantz CD 50n kaum zu vergleichen ist. Dafür besitzt der DCD-2000NE kein HEOS-Modul und ist daher weniger flexibel einzusetzen. Direkt an einen PC anschließen kann man aber auch den DCD-3000NE dank asynchornem USB-Anschluss. Der Denon Disc-Player ist exzellent verarbeitet, und zwar innen sowie außen. Er besitzt im Inneren gleich zwei unterschiedliche Stromversorgungen und setzt darüber hinaus über Denons im Haus entwickeltes Ultra AL32 Processing. Dieses sorgt durch spezielle Algorithmen auch bei niedriger auflösenden Quellen für ein wirkungsvolles Upscaling. Klanglich breitet sich ein tiefes Glücksgefühl aus, wenn man diesem erstklassigen Discplayer lauscht. Er arbeitet gleichermaßen detailreich wie homogen und stellt ein subtiles, fein gegliedertes räumliches Gefühl bereit.

Technics SL-G700M2: Mit dem Hightech-Multiplayer SL-G700M2 von Technics betritt der nächste Kontrahent den Ring, der in silberner oder schwarzer Variante für 2.999 EUR den Besitzer wechselt. Damit ist der Technics ein echter Bolide unter den Netzwerk-Streaming-Playern. Das Universaltalent tritt die Nachfolge des beliebten SL-G700 an und bringt neben umfangreichen Streaming-Features (kompatibel unter anderem zu TIDAL/Spotify/Qobuz in den Connect-Versionen) auch SACD- und CD-Wiedergabe mit. Darüber hinaus bringt der Player Chromecast built-in, AirPlay 2 und Bluetooth mit. Die präzise Signalverarbeitung erledigt der ESS ES9026PRO in Doppel-Mono-Konfiguration. Dem schließt sich eine diskret aufgebaute Verstärkerschaltung an. Der Hersteller verwendet hier keinen einfachen Operationsverstärker-IC, sondern speziell entwickelte Verstärkerzüge mit Transistorem mit geringem Eigenrauschen und Dünnfilmwiderständen für eine originalgetreue Wiedergabe. Besonderheit ist auch das mehrstufige "Silent-Netzteil" für geringstes Rauschen. Es kommen ein ultraschnelles Schaltnetzteil, ein rauscharmer Regler und eine aktive Rauschunterdrückung durch die sogenannte Strominjektion in Verbund zum Einsatz. Seine Preisklasse macht der SL-G700M2 bereits beim ersten Kontakt mit dem Gerät deutlich. Das Innere des Gehäuses ist in vier Bereiche gegliedert, wobei die Stromversorgung, die digitalen Schnittstellen, die analogen Schaltungen sowie die Laufwerkssektion jeweils voneinander entkoppelt sind und unabhängig arbeiten können. Das Disc-Laufwerk ist eine dreifach-geschachtelte Chassis-Konstruktion, um Vibrationen zu verhindern und ein fehlerfreies Auslesen garantieren zu können. Mit sehr feiner Detaillierung, einer ausgeprägten, präzise aufgebauten Räumlichkeit und einem enormen Funktionsumfang verdeutlicht der Technics, warum sein immenser Kaufpreis durchaus gerechtfertigt ist. Für deutlich weniger Geld präsentiert sich der Marantz aus unserer Test-Kombination ebenfalls als üppig ausstaffiert, sehr gut verarbeitet und als flexibel zu verwenden. Wer die SACD-Wiedergabe und Luxus-Technik braucht, greift zum Technics, wer ein Optimum an Leistung fürs investierte Geld sucht, nimmt den Marantz.
Tags: CD-Player • HEOS • Marantz • Netzwerk-Streaming-Player • Stereo-Vollverstärker












