TEST: Manueller Plattenspieler clearaudio compass - grandiose Qualität für unter 1.300 EUR

Klang

Clearaudio Compass 2

Wie schlägt sich der compass aus akustischer Perspektive?

A Tribute To Eva Cassidy - Margriet Sjoerdsma: Wir starten mit "In The Early Morning Rain" (Gordon Lightfoot) und freuen uns direkt von der ersten Sekunde an über den homogenen, vollen, zugleich aber erstaunlich sensiblen, exakten Klang. Eine sehr gut ausbalancierte Mischung, die Stimme und Instrumentierung hervorragend herausstellt. Gerade die Streicher haben ein dichtes Flair, werden feinsinnig, aber nie zu harsch präsentiert. Die vokale Präsenz von Margriet erfüllt den Raum mit einer enormen Selbstverständlichkeit, klar, auf den Punkt, und mit einer sauberen Ausarbeitung der vokalen Konturen. 

Wir bleiben bei dieser Platte und wechseln zu Margriets Interpretation von "Fields Of Gold" (Sting). Wir schätzen diese Cover-Version des legendären Klassikers sehr, und wir sind gespannt, wie akkurat der compass das akustische Geschehen herausmodellieren kann. Er agiert auch hier wieder mit viel Gefühl, und mit einer sehr runden, gefälligen Präsentation. Zugleich notieren wir eine enorme Präzision bei der Detailarbeit. Wer keine deutlich höherpreisigen Plattenspieler kennt, fragt sich: Wozu braucht man noch mehr? Es fehlt schlichtweg an nichts, weder an charismatischen Merkmalen der Stimme noch an der Ausformung der Instrumente. Die Räumlichkeit tritt voll und zugleich echt auf, und die einzelnen musikalischen Ebenen werden tadellos voneinander getrennt. Man kann dem compass durchaus eine sehr hochwertige Kette zur Seite stellen - idealerweise aus Komponenten mit einem feinen, zugleich harmonischen Klang. Unser Hegel H150, ein brandneuer Streaming-Vollverstärker mit ausgezeichneter Phonostufe, und unsere Wharfedale Elysian 3 mit dem herausragend auflösenden AMT-Hochtöner und dem sehr geschliffenen, immer sehr angenehmem Klang sind hier passende Partner. 

Nun hören wir direkt von Eva Cassidy "Ain't No Sunshine" - und dass der compass hier für Begeisterung sorgt, war uns nach den beiden vorherigen Beispielen fast klar. Mit weiblichen Stimmen kommt er glänzend klar, vollmundig, kultiviert, fein gibt er auch Evas Stimme wieder. Die Instrumente beeindrucken durch den ausgewogenen Facettenreichtum, auch bei den Passagen, in denen nur die Instrumente aktiv sind, erweist sich die Präsentation als äußerst reizvoll, ganz besonders, als das Klavier in den Vordergrund tritt: Die Temperatur des Tasteninstruments wird exakt getroffen, und die Anschlagdynamik kommt erstaunlich feinsinnig heraus - schließlich kostet der compass weniger als 1.300 EUR. Überragend auch die weitläufige, zu jedem Zeitpunkt realistische Räumlichkeit: Jedes Instrument und die Stimme sind sehr genau im Raum platziert.

Pink Floyd, The Dar Side Of The Moon, Money: Schon das klimpernde Geld direkt zu Beginn des Titels beweist, wie gelungen der compass auch Einzelheiten einarbeitet. Er bringt sie aber nicht nur exakt zur Geltung, sondern fügt sie in ein Klangbild von hoher Plastizität ein. Im weiteren Verlauf des Songs begeistert dann wieder die kultivierte, aber ausgesprochen dynamische Darstellung der einzelnen Instrumente, ganz besonders des Saxophons. Aber auch die Stimmpräsentation ist  erneut überzeugend, und stimmtypische Merkmale holt der Plattenspieler enorm treffsicher heraus. Der Rhythmus wird mit einer untadeligen Impulstreue in den Hörraum getragen, Wechsel in der Dynamik des Stück erkennt der compass sofort. 

"Smells Like Teen Spirit" von Nirvana soll nun die Frage beantworten, wie der compass sich einnordet, wenn nun Musik dargestellt werden soll, die Nachdruck und viel Lebendigkeit erfordert. Wir haben den compass als sehr souverän, homogen und detailgetreu kennengelernt. Bei "Money" haben wir schon ein wenig von seinen Fähigkeiten bei der Präsentation von nachdrücklich-kraftvoller Musik mitbekommen und waren sehr angetan, hier aber drehen wir weiter an der Dynamik- und Nachdruck-Schraube. Der hochwertige Plattenspieler aber managt den Titel gelassen - er liefert eine fundierte, saubere, schwungvolle Wiedergabe, die dem legendären Song definitiv gerecht wird. Klar - manch andere Komponente würde hier noch entschlossener, kompromissloser vorgehen, das ginge dann aber zu Lasten einer stets gut hörbaren, nie zu metallischen Gesamtdarstellung, die unser Testkandidat auf hohem Level bietet. Denn hier blüht der compass auf, bleibt immer auf der sicheren Seite und ermuntert dadurch auch immer wieder zum lauten Hören.

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Weil's so schön war, bleiben wir bei Nirvana, und lauschen "Come As You Are". Die gescnmeidige, smarte Auslegung des compass macht sich auch hier sofort bemerkbar. Die klaren Konturen der Stimme von Kurt Cobain mit allen charakteristischen Elementen steht im Fokus, den Instrumenten wird aber zugleich viel Platz eingeräumt, um ihre lebendige Wirkung zu entfalten. Bei diesem Track kann man erneut richtig laut hören, der compass ermöglicht durch seinen genau ausbalancierten Vortrag eine stets kraftvolle, auf den Punkt kommende Wiedergabe. Wir sind beeindruckt von der Konsequenz der akustischen Auslegung, der compass schert nie aus und zeigt irgendwelche Unwägbarkeiten, sondern bleibt sich immer vollumfänglich treu. 

Machtvoll und zugleich sensibel soll es klingen, wenn das "Main Theme" aus der Star wars Episode IV, A New Hope wiedergegeben wird. Und das bekommt der compass richtig gut hin. Unten herum notieren wir ein sehr solides, klar definitiertes Fundament, und eine schöne Untermalung der orchestralen Einsätze. Hauotaugenmerk des clearaudio-Plattenspielers ist aber auch bei diesem Titel wieder eine angenehme, stets in sich schlüssige Wiedergabe - die durch die auch hier wieder stets präsente Weitläufigkeit weiter gewinnt. Dynamische Unterschiede kommen impulstreu heraus, der compass stellt aber immer Homogenität über maximalen Nachdruck. 

Fazit

Clearaudio Compass 13

Der clearaudio compass bietet zum verblüffend fairen Preis eine äußerst solide Konstruktion - er wirkt sehr robust und langzeitstabil. Nimmt man sich etwas Zeit, dürfte es kein Problem sein, den compass betriebsfertig zu bekommen, auch wenn man schon sorgfältig und mit der nötigen Ruhe vorgehen sollte - das ist aber eigentlich grundsätzlich so. Der renommierte Hersteller aus Erlangen bietet mit dem compass bewusst kein Ausstattungs-Wunder an - vielmehr wurde hier nach der Maxime vorgegangen, Basic-Features mit maximaler Hochwertigkeit zu verbinden, was wir für den richtigen Weg halten, denn einer exzellenten Produktqualität sollte man stets den Vorzug geben. Klanglich überzeugt uns der compass mit seiner souveränen, räumlich authentischen, stets homogenen und angenemen Spielweise. Unserer Meinung nach eignet er sich ideal auch für lange Hörsessions, da keinerlei unnötige Härte oder ein metallischer Einschlag ins Klangbild kommen. Sehr löblich ist auch, dass clearaudio mit dem N1 gleich einen hochwertigen MM-Tonabnehmer aus eigener Produktion mitliefert, der hervorragend auf den compass abgestimmt ist. 

Der compass bietet für den Kaufpreis eine Top-Verarbeitung, ein elegantes Design und einen extrem angenehmen, feinen Klang
Überragend 2024
Plattenspieler bis 2.000 EUR
Test 29. Oktober 2025

Test: Carsten Rampacher, Sven Wunderliich
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 29. Oktober 2025

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