TEST: LG OLED65M59LA - Bild-Ass mit Wireless-Übertragung
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1080p Blu-ray-Disc, Upscaling auf 4K UHD, Skyfall
Wir starten beim LG OLED65M59LA mit 1080p-Auflösung, zugespielt via Blu-ray-Disc, und dem 23. Film der Bond-Reihe "Skyfall". Die Signalverarbeitung im LG OLED-TV muss die niedrigere Auflösung also auf die native Panel-Auflösung von Ultra HD (3.840 x 2.160 Pixel) hochrechnen. Bevor wir aber die Qualität der Skalierung näher ansehen, wählen wir einen passenden Bildmodus aus. Für eine natürliche Farbgebung kommt hier der Kino-Modus oder der Filmmaker Mode in Frage. Die Modi sind bezüglich der farblichen Darstellung praktisch identisch, im Kino-Modus sind aber noch zusätzliche dynamische Optimierungsalgorithmen aktiv, auf die im Filmmaker Mode verzichtet wird. Da wir zunächst auch die Zwischenbildberechnung des LG OLED-Fernsehers nicht nutzen möchten, wählen wir den Filmmaker Mode.
Erwartungsgemäß legt der LG OLED M5 die Messlatte enorm hoch, was Kontrastwert und Bilddynamik betrifft. Das Ergebnis ist ein sehr plastisches Bild mit tadelloser Tiefenstaffelung und Differenzierung. Auch hier bei 1080p-Material wird eine erstaunlich fein durchzeichnetes Bild mit klarer Herausarbeitung der unterschiedlichen Bildebenen geboten. Auch die Objektplastizität ist auf überragendem Niveau. Das gesamte Bild wirkt absolut dreidimensional und man kann nahezu ins Bildgeschehen eintauchen. Das sorgt dafür, dass man sich wirklich als Teilnehmer am Action-Geschehen fühlt. Dazu trägt auch die insgesamt sehr angenehme Darstellung mit geschmeidigen Bewegungen und hoher Bildruhe bei. Zwar ist die Abbildung nicht völlig makellos und auch das LG Topmodell kann Rauschen im Bild nicht völlig vermeiden, aber doch auf ein Minimum reduzieren. Die besonders realistische Abbildung profitiert natürlich ungemein auch von der authentischen Farbgebung und den zwar intensiven, knackig dynamischen, aber gleichzeitig sehr natürlichen Farben. Auch die unterschiedlichen Hauttöne werden praktisch perfekt getroffen und es zeigen sich keinerlei unschöne Farbstiche.
Die Lobeshymne kann auch bei der Helligkeitsperformance fortgeführt werden. Im teils dunklen, teils ausgeleuchteten Appartement, welches von künstlicher Beleuchtung und hellen Sonnenstrahlen durchflutet wird, liefert der OLED65M59LA eine praktisch perfekte Trennung der unterschiedlichen Helligkeitsebenen. Mit OLED-typischer perfekter Ausleuchtung gelingt ein kontraststarkes Bild, sowohl in den tiefdunklen Arealen, noch bevor Bond den Raum überhaupt betritt, bis hin zu sehr hellen Bereichen im Bild. Wirklich überdurchschnittlich gut ist die extrem scharfe, aber nicht überscharfte Detailabbildung. Hier werden feinste Poren und Strukturen an 007s Hand sowie auch der Kleidung der verschiedenen Charaktere herausgearbeitet, ohne dass irgendwelche Kanten überschärft wirken.
Als einziger kleiner Schwachpunkt ist das vereinzelt nachvollziehbare Bildrauschen zu nennen. Bei genauem Hinsehen fällt dies zwar auf, aber man muss schon darauf achten - wirklich störend ist es während der Filmwiedergabe keinesfalls. Nicht zu kritisieren hingegen ist die 24p-Wiedergabe und die Bewegungsdarstellung allgemein. Hier liefert der LG M5 wirklich eine Top-Leistung und zeigt geringsmöglichen Judder und stets ein sauberes, scharfes Bild. Das gilt auch für schwierige Situationen, also schnelle Kameraschwenks oder flinnke Bewegungen im Bild. Sowohl bei der Verfolgungsjagd im PKW über die Märkte und Gassen von Istanbul als auch in der Szene, wenn Bond den Schurken auf dem Motorrad verfolgt, wird hier großes Kino geboten. Keine zitternden Kanten, keine ausgeprägten Bewegungsunschärfen, sondern ein stabiles und angenehmes Bild. Das folgert ein regelrecht unanstrengendes, im Gegenteil entspannendes Sehen und fördert das Eintauchen in das Filmgeschehen zusätzlich. Der Schwarzwert ist, das ist kaum erwähnenswert, schlicht perfekt und auch die Abgrenzung zu helleren Bereichen ist rasiermesserscharf.
Während der 1080p-Wiedergabe ist uns auch direkt die überdurchschnittlich gute Blickwinkelstabilität des LG OLED65M59LA aufgefallen. Hier lässt sich selbst im extremen Winkel praktisch keine Farbveränderung oder ein Abfall der Helligkeit wahrnehmen. Das gilt nicht nur für den vertikalen, sondern auch den horizontalen Betrachtungswinkel. Es ist also, zumindest für die authentische Bilddarstellung, kein Drama, wenn der Fernseher etwas höher oder niedriger als die Sitzposition an der Wand montiert wird oder auf dem LG Gallery Stand platziert wird. Als Bond und sein Kontrahent sich auf dem Zug einen heftigen Kampf liefern, sehen wir ein weitläufiges Bild mit tadelloser Tiefenstaffelung während der Panorama-Aufnahmen. Die zahlreichen Schnitte zeigen aber auch M und Moneypenny in Großaufnahme und hier wird nochmal deutlich, wie präzise der LG OLED M5 arbeitet und beim 1080p-Upscaling eine nahezu perfekte Balance aus hoher, aber nicht überzogener Schärfe realisiert. Feinste Details in den Gesichtern der unterschiedlichen Schauspieler werden exakt herausgearbeitet, ohne dass es an Kanten zur Bildung von Treppenstufen oder sonstigen Artefakten kommt.
4K UHD HDR, UHD Blu-ray, Mord im Orient-Express
Bei der HDR-Wiedergabe sind weitgehend die identischen Bildmodi verfügbar wie im SDR-Betrieb. Kleine, aber feine Unterschiede gibt es dennoch. Zum einen kommt zum "Kino"-Modus der "Kino Home"-Modus hinzu. Im Gegensatz zum SDR-Betrieb (wie bei der 1080p-Zuspielung mit Blu-ray-Disc), in dem sich Filmmaker Mode und der Modus Kino praktisch nicht wahrnehmbar unterscheiden, fällt hier der Unterschied deutlicher aus. Sowohl Kino als auch Kino-Home weisen eine höhere Helligkeit und ganz geringfügig kühlere Farbtemperatur auf. Kino-Home scheint hier die höchste Authentizität beizubehalten. Kino ist nochmals etwas heller und beide Modi sind vermutlich für die HDR-Darstellung gedacht, bei der noch etwas Umgebungslicht im Wohnzimmer herrscht. Hier kann man ruhig einmal mit den verschiedenen Presets spielen und das bevorzugte wählen. In dunkler Umgebung hingegen würden wir weiterhin den Filmmaker Mode empfehlen, der dann eine Darstellung realisiert, die dem Kino-Look am deutlichsten entspricht. Zum Kino-Modus kommt der Kino-Home Modus hinzu, dafür fallen die beiden Modi isf Experte (Tag) und isf Experte (Nacht) weg.
Wir bleiben beim Filmmaker Mode und zunächst auch bei der nativen 24p-Wiedergabe ohne zugeschaltetes "TruMotion". Die erste Szene von Mord im Orient-Express ist ein echter Härtefall für jeden Flachbildschirm, als die Kamera von oben nach unten an der Klagemauer schwenkt. Schon der G5 hat hier ausgezeichnete Ergebnisse erzielt und der M5 leistet sich ebenfalls keine Schwächen. Im Vergleich mit dem Panasonic Z95B, der hier die absolute Messlatte ist und eine native 24p-Wiedergabe mit einer schlichtweg faszinierenden Stabilität bietet, kann man schon leichtes Ruckeln an den Fugen und den Mauersteinen erkennen. Aber auch nur im Vergleich mit diesem Topmodell, der allerdings auch knapp 2.000 Euro teurer ist als der LG M5. Klammert man diesen Ausnahmefall aus, wird eine hervorragende Darstellung geboten. Schließlich ist diese Szene auch ein Extremfall, der den 24p-Judder besonders forciert. Auch die vielen Pilger, auf die die Kamera herabschaut, werden sauber abgebildet. Ganz leichte Instabilität an den Kanten und Rändern während der Arm- und Gehbewegungen kann man mit Argusaugen beobachten, den grundsätzlich ruhigen, angenehmen Bildeindruck kann dies auch das nicht eklatant schmälern.
Absolut top ist wieder der sehr klar gestaffelte und plastische Bildeindruck. Die unterschiedlichen Ebenen kommen hervorragend heraus und sorgen dafür, dass nicht nur die Bildtiefe sehr ausgeprägt ist, sondern einzelne Objekte derart dreidimensional abgebildet werden, dass man sie beinahe greifen möchte.
Wir schalten natürlich auch die Zwischenbildberechnung "TruMotion" während der Filmwiedergabe zu. Der LG OLED65M59LA bietet hier mit Aus, Filmische Bewegung, Natürlich, Glatte Bewegung und Nutzerauswahl verschiedene Intensitäten der Frame-Interpolation. Während Natürlich und Glatte Bewegung eher stark ins Geschehen eingreifen, fällt der Einfluss auf die Darstellung bei Filmische Bewegung deutlich geringer aus. Glatte Bewegung sorgt zwar für einen sehr cleanen Look insgesamt und eine sehr geschmeidige, nahezu aalglatte Abbildung, dafür geht der von Film-Enthusiasten so geschätzte Kino-Look verloren. Alles wirkt etwas steriler, digitaler und weniger natürlich. Die Farbgebung bleibt davon unbeeinflusst, hier wird weiterhin eine sehr hohe Authentizität geboten.
Zur weniger kino-gerechten Darstellung gesellen sich allerdings bei der hohen Intensität der Frame-Interpolation Artefakte hinzu. Bei Schwenks ist Kantenzittern nachvollziehbar und noch etwas ausgeprägter kann man es bei Bewegungen im Bild erkennen, zum Beispiel als Personen vor den Sicherheitsleuten vor der Klagemauer vorbeilaufen oder auch als der Junge im Sprint die Frühstückseier zu Hercule Poirot bringt. An Armen und Beinen sind dann Ghosting-/Nachzieh-Effekte sichtbar. Anders stellt es sich beim weniger intensiv eingreifenden Preset "Filmische Bewegung" dar. Zwar werden hier dann nicht alle Unzulänglichkeiten der nativen 24p-Wiedergabe ausgemerzt, dafür bleibt der authentische Film-Look praktisch vollständig unbeeinflusst und auch die Artefaktebildung hält sich, zwar nicht komplett, aber nahezu gänzlich in Grenzen.
Drahtlose Signalübertragung mit der Zero Connect Box
Noch kurz etwas zur drahtlosen Signalübertragung mit der Zero Connect Box. Schon beim Test des LG M4 im letzten Jahr wurde hier eine der Kabelverbindung in nichts nachstehende Übertragungsqualität realisiert und daran hat sich auch 2025 nichts geändert. Die aktuelle Version der Zero Connect Box überträgt 4K-Auflösung mit einer Bildwiederholrate von bis zu 144 Bildern pro Sekunde und ermöglichte während des Testbetriebes durchgehend eine stabile, tadellose Verbindung mit dem TV-Display. Zumindest, solange die Zero Connect Box nicht hinter dem Fernseher steht. Die Position hinter dem Display scheinen weder Fernseher noch Verbindungskästchen sehr zu mögen und quittieren dies mit vereinzelten Bildaussetzern. Nachdem wir die Zero Connect Box davor platziert haben, kam dies kein einziges Mal mehr vor. Die Signalstabilität wurde auch stets mit der Status-LED in "Blau" attestiert, was höchste Verbindungsqualität und Zuverlässigkeit bedeutet. Auch wenn die LED grün leuchtet, ist eine stabile Übertragung in maximaler Qualität gewährleistet. Ganze zehn Meter entfernt konnten wir die Zero Connect Box zwar aufgrund der räumlichen Gegebenheiten nicht platzieren, aber auch bei rund sechs Metern fanden wir eine tadellose Signalübertragung vor.
Tuner 720p
Der Tuner des LG M5 macht einen exzellenten Eindruck und zeigt, identisch zur nativen 4K-Darstellung, eine hohe Farbauthentizität und ein dynamisches, plastisches Bild. Wichtig ist, dass man auch hier für eine natürliche Farbgebung, insbesondere was die Hauttöne betrifft, auf ein passendes Bildpreset setzt, wie z.B. Kino. Der 65-Zöller liefert dann auch eine angenehme, nicht überzogene Schärfe mit guter Detailtreue. Die Bildstabilität und Bildruhe ist auf sehr gutem Niveau, je nach Produktionsqualität des Materials kann es aber schon einmal vorkommen, dass die Kanten nicht immer 100% stabil sind und bei großen Flächen leichtes Scalingrauschen sichtbar ist. Bei hochwertig produzierten Sendungen wirkt das Bild aber sehr angenehm und kann auch mit einer ausgezeichneten Detailschärfe überzeugen. Von den sonstigen exzellenten Eigenschaften des LG Fernsehers, tadellose Kontrastwerte, ausgeprägte Bilddynamik und Tiefenstaffelung sowie die bereits angesprochene Farbtreue profitiert natürlich auch der TV-Tuner. Die nicht ganz perfekte Kantenstabilität ist zwar vereinzelt immer mal wieder sichtbar, wirklich störend für den sonst sehr ansprechenden und durchweg angenehmen Bildeindruck ist das aber nicht. Beim TV-Tuner haben wir den Fernseher auch bei typischen Alltagsbedingungen mit etwas externem Lichteinfall verwendet und auch dann liefert der M5 einen räumlich tief gestaffelten Bildeindruck mit sehr gutem Kontrast. Direkter Leichteinfall mag das Panel aber nicht und quittiert dies, besonders in dunklen Szenen, mit Spiegelungen. Hier muss man also Achtung walten lassen und den TV am besten nicht neben einem Fenster platzieren bzw. im Idealfall auf Räumlichkeiten mit kontrollierten Lichtverhältnissen setzen.
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Tags: 4K OLED-TV • LG • OLED • OLED-Fernseher






