TEST: JVC Nearphones - JVC denkt mit den HA-NP35T den TWS-Kopfhörer neu

Klang

Bevor wir loslegen, müssen wir die Kopfhörer erst einmal anlegen. Das sollte ganz einfach sein, erfordert in der Praxis aber doch ein wenig Fingefertigkeit sowie für den ersten Versuch am besten einen Spiegel an der Wand. Mit dem flexiblen Bügel befestigt man jede Hörmuschel am Außenohr. Der Lautsprecher sitzt dann vor dem Ohr und der Gehörgang bleibt frei.

Kommen wir zur Freisprecheinrichtung - zwei Mikrofone pro Hörmuschel sorgen in Kombination mit einer aktiven Geräuschreduzierung fsollen ür eine klare Sprachübertragung verantwortlich sein,  Mit an Bord ist auch eine Mikrofon-Stummschaltung. Der Betrieb ist auch mit nur einem Ohrhörer möglich - einer kann geladen werden, während der andere genutzt wird. Praktisch für gewisse Anwendungesgebiete. Wie schlägt sich die Fernbedienung? Es scheint eine gewisse Distanz zwischen beiden Gesprüchsteilnehmern zu sein, zudem klingt die Stimme für beide Seiten etwas blechern. Dafür rauscht es praktisch gar nicht, und störender Hall ist ebenfalls nicht vorhanden. Insgesamt eine durchaus gute Performance. Nun hören wir musikalisch in die Nearphones hinein. 

Passend zum ersten Advent und der Vorweihnachtszeit, starten wir durch mit dem allerersten Part aus Johann Sebastian Bachs weltberühmten Weihnachtsoratorium, hier hören wir den Chor "Jauchzet, Frohlocket" - und sind in mehrerlei Hinsicht wirklich überrascht. Zum einen nimmt man, was bei diesem Konzept gewünscht ist, einwandfrei Umgebungsgeräusche wahr, wie fließendes Wasser in der nahen Küche, damit also mit man nach wie vor Bestandteil der Umgebung. Gleichzeitig erleben wir einen unvergleichlich luftigen, angenehmen Klang.

Klar, wer sich wirklich auf die Musik konzentieren möchte, sollte die Nearphones in einem ruhigen Umfeld verwenden. Dann entfalten sie erstaunliche Qualitäten, denn was Räumlichkeit in Weite sowie Tiefe angeht, überrascht uns das JVC-Konzept auf der ganzen Linie. Der Chorgesang kommt plastisch heraus, und die vorderen musikalischen Ebenen werden allesamt gut auseinander differenziert.

Sind die Nearphones erst einmal so, wie gedacht, rund um die Ohrmuschel befestigt, überzeugt uns auch der Tragekomfort. Man spürt die beiden Ohrstücke kaum, trotzdem fallen sie nicht bei jeder unbedachten Kopfbewegung gleich herunter. Im Gegenteil, man läuft mit den Nearphones z.B. durchs Haus, geht normalen Tätigkeiten nach, und genießt nebenbei Unterhaltung - wie wir finden, ein durchaus überzeugendes Konzept.

Dass man selbst komplexe klassische Musikstücke wie die Eröffnung des Weihnachtsoratoriums gut hören kann, mit angenehmer Tonalität und ordentlicher Detaillierung, verblüfft uns umso mehr. Die mit Verve gespielten Instrumente werden stets gut mit klarer Kontur präsentiert, und die maximal erreichbaren Pegel sind für die alltägliche Praxis hoch genug - im direkten Vergleich, technologiebedingt, werden sie aber als geringer wahrgenommen im Vergleich zu klassischen TWS-Hörern. 

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Diana Kralls "Look Of Love" ertönt lebendig und mit erneut überzeugender Detaillierung. Wieder fällt auf, dass die Räumlichkeit konstruktionsbedingt sehr gut ist und als authentischer als bei klassischen TWS-Hörern wahrgenommen wird. Man freut sich ferner über die sehr saubere Differenzierung von Stimmen und Instrumenten. Erkauft wird dieses befreiende Hör-Feeling allerdings davon, dass es etwas an Nachdruck fehlt. Im Bassbereich spürt man zwar einen gewissen Einsatz, aber so viel Punch, wie ihn gute TWS erzeugen, darf man definitiv nicht erwarten. 

"Land Of Confusion" in der Cover-Version von Disturbed macht mehr Spaß als erwartet, was in erster Linie am überraschend sauberen Spiel der Nearphones liegt. Souverän und mit passender Betonung der im Song enthaltenen Aggressivität manchen sie sich ans Werk, das leider oft gehörte deutliche Verzerren bereits mit mittlerem Pegel entfällt ebenso wie ein zu metallischer Unterton. Klar, der Nachdruck ist auch hier eher durchschnittlich, dafür hört es sich schlichtweg äußerst angenehm. 

Wir setzen fort mit "Won't Forget You" von Shouse im Remix von Felix Jeahn. Dieser sehr nachdrückliche Titel wird umfassend präsentiert, der Bassbereich beeindruckt durch Impulstreue und Präzision. Tiefgang und Nachdruck sind hingegen nicht die Dömane der Nearphones. Ein weiteres Mal schlagen die JVC-TWS aber beim Thema Räumlichkeit zu und liefern eine hervorragende Leistung ab. Und wir müssen uns wiederholen, auch die angenehme, unbeschwerte Art zu hören ist ein großer Pluspunkt unserer Testkandidaten.

Wechseln wir zu einem Hörbuch - wie kann man die Leistung der Nearphones hier bewerten? Wir lauschen dem Sprecher Michael Schwarzmaier, wie er den neuesten Kriminalroman von Andreas Föhr aus der "Wallner & Kreuther" Reihe liest: "Herzschuss - jedes Verbrechen hat seine Geschichte". Und wir sind begeistert: So entspannt, so angenehm haben wir lange nicht mehr gehört, mit sehr passender Betonung der Stimme von Schwarzmaier. Der luftige Sitz der Ohrstücke ist ein Genuss, man spürt sie kaum. Nur, wenn man die Nearphones zum abendlichen Hörbuch-Genuss im Bett verwenden möchte, dann sind die systembedingt eher sperrigen linken und rechten Teile der Nearphones etwas im Weg.

Ab Laufzeit 23 Minuten hören wir nun, gestreamt von Netlfix, "London Has Fallen". Hier, im Filmtonbetrieb, sind die Nearphones erwas leise, gerade bei Actionfilmen mit hohem Dynamikumfang sind leisere Sequenzen nur dann verständlich, wenn man sich in ruhiger Umgebung aufhält. Ansonsten bauen die Nearphones kurz vor den verheerenden Terroranschlägen in London eine facettenreiche Kulisse auf und bieten eine gute Unterteilung zwischen Music Score, Effekten, sowie vokalen Elementen. Bei den dann folgenden  zahlreichen Explosionen sowie den Schusswechseln kann man nicht die Durchschlagskraft erwarten, die man von manchen TWS kennt - dafür aber ist das Maß an Verzerrungen sehr gering und das Differenzierungsvermögen bleibt auch bei höherer Lautstärke erhalten. 

Fazit

Sehr gut gemacht, JVC - zu einem mehr als fairen Kaufpreis liefern die Nearphones eine überzeugende Leistung ab. Das Konzept erschien uns, ehrlich gesagt, etwas merkwürdig, als wir von den Nearphones erstmalig lasen. Doch mit dem Beginn des Testbetriebs lernten wir rasch, diese neue Art von TWS zu schätzen. Hoher Tragekomfort, die gewollte Wahrnehmung der Umgebung, das dichte, zugleich luftige Gefühl echter Räumlichkeit: Das alles passt. Gut, das Case ist ebenso leicht klobig wie die beiden Ohrstücke, aber das ist dem Gesamt-Konzept geschuldet. Akustisch fehlt es etwas an Nachdruck, Maximalpegel und Durchschlagskraft, dafür aber gibt es als dicken Bonus ein Hören der unbeschwerten, angenehmen Art, mit stimmiger Tonalität, klarer Definition vokaler Elemente und mit einer Detaillierung, die wirklich erstaunlich gut ist. Für uns, auch aufgrund der flexiblen Einsatzmöglichkeiten in der Praxis, ein absolut empfehlenswertes Produkt. 

Ein überzeugendes Produktkonzept: Die JVC Nearphones punkten mit Top-Räumlichkeit und einem harmonischen Hörgefühl

TWS-Hörer bis 100 EUR
Test 07. Dezember 2022

 

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Test und Fotos: Carsten Rampacher
Redaktion: Philipp Kind
Datum: 07. Dezember 2022

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