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TEST: JBL Synthesis L82 Classic - 2-Wege-Kompaktlautsprecher im Vintage-Design

Bereits 2018 hat JBL mit den JBL L100 Classic eine HiFi-Ikone der 70er neu aufgelegt. In diesem Test befassen wir uns mit der kleineren L82 Classic. Diese basiert auf dem L100 Classic-Schallwandler und greift ebenfalls das unverwechselbare Design der berühmten Vorfahren auf. Neben dem klassischen Gehäuse im Walnuss-Furnier zieht insbesondere der Lautsprecher-Grill aus Quadrex-Schaumstoff, der in den Farben Orange, Schwarz und Blau erhältlich ist, die Blicke auf sich. Zusätzlich am der Frontabdeckung ist noch ein dezentes JBL Logo angebracht. Die JBL L82 Classic sind ausschließlich im Fachhandel zum Paarpreis von rund 2200 EUR erhältlich. Für die optional erhältlichen Standfüsse werden nochmal 200 EUR für das Pärchen fällig.

Frontansicht mit Abdeckgitter

Die JBL L82 Classic bringen knapp 13,7 Kilogramm auf die Waage und und sind etwas über 47 cm hoch, 28 cm breit und 32 cm tief, natürlich ohne die optional erhältlichen Standfüsse. Verwendet man die schönen und massiven Metallstandfüsse, ändert sich die Gesamthöhe auf 88 cm und die Lautsprecher stehen leicht nach hinten angewinkelt auf den Lautsprecherstativen.

L82 Classic ohne Frontabdeckung  

Entfernt man den Lautsprechergrill, wird der Blick frei auf die schwarz-matte Schallwand. Die Lautsprecherchassis sind sauber angebracht, leichte Spaltmasse sind allerdings sichtbar. Dass man um die Chassis sichtbare Schrauben erkennen kann, gehört bei einem Retro-Klassiker dazu. Die MDF-Gehäuse selbst präsentieren sich akkurat  verarbeitet und das Echtholzfurnier ist, wie man es bei dieser Preisklasse auch erwartet, exzellent aufgebracht. 

1-Zoll Titan-Hochtöner

Das 2-Wege-System ist mit einem 8-Zoll Weißkegel-Tieftöner im Gussrahmen bestückt, in Kombination mit dem nach vorne abstrahlenden Bassreflex-Design mit Slipstream-Port soll ein kräftiges, präzises und nachdrückliches Fundament gelingen. Hinzu kommt ein 1-Zoll Titan-Hochtöner mit Waveguide-Technologie für klare Höhen und laut JBL außergewöhnliche Dynamik. Selbstverständlich kommen moderne Frequenzweichen zum Einsatz. Laut dem Datenblatt soll diese Konstellation einen Frequenzbereich von 44 – 40.000 Hertz abbilden können.

8-Zoll Weißkegel-Tieftöner

Lautsprecher-Grill aus Quadrex-Schaumstoff im Detail

Die Lautsprecherabdeckung sind ebenfalls in Wallnuss furniert und der spezielle Quadrex-Schaumstoff kann bei der Bestellung in den Farben Orange, Schwarz oder Blau geordert werden. Er unterstreicht dabei den Vintage-Charakter des gesamten Lautsprechers. Wer sich aber bei der Bestellung nicht entscheiden kann, welche Farbe er wählen soll, für den bietet Harman zusätzliche Lautsprecher-Abdeckungen als Zubehör für 107 EUR/Paarpreis an.

Furnierter Rahmen der Lautsprecherabdeckung

Halterungen für das Abdeckgitter

Damit der Lautsprechergrill auch bombenfest an der Schallwand befestigt wird, befinden sich auf der Front vier kreisförmige Nippel, mit der das Abdeckgitter fest fixiert wird. Nicht die schönste Lösung, aber effektiv. 

Hochtonregler an Front


Oberhalb des Bassreflexrohrs der L82 Classic befindet sich ein Drehregler für den Hochtonbereich, der eine feine Rasterung besitzt und haptisch einen guten Eindruck hinterlässt. 

Bassreflexrohr

Rückseite der L82 Classic inklusive optionalen Standfuss

Wie bereits erwähnt, besitzt die Rückseite ebenfalls eine schwarz-matte Folierung und setzt so stimmig das Design der Schallwand harmonisch fort. Über zwei vergoldete Schraubterminals auf der Rückseite nimmt die Frequenzweiche der L82 Classic Audiosignale auf. Üblich in dieser Preisklasse sind Bi-wiring Terminals, auf die JBL allerdings verzichtet. Im Inneren der Schallwandler verrichten, wie ebenfalls schon angesprochen, moderne Frequenzweichen ihren Dienst. 

Vergoldete Schraubterminals in der  Detailansicht. Hier würden wir etwas mehr Liebe zum Detail und mehr Hochwertigkeit erwarten

JBL JS-80 Stands

Bei den JBL JS-80 Stands handelt es sich um massive Metallstative, um die L82 Classic einen sicheren Stand zu gewährleisten. Zudem sind die Stands schwarz pulverbeschichtet und sind für 200 EUR/Paar als Zubehör erhältlich, was für diese Qualität nicht zu viel Geld ist. Selbst bei harten Passagen wie z.B. "Altes Kamuffel" von Paul Kalkbrenner bewegten sich die L82 keinen Millimeter.

Schaumstoff sorgt für die richtigen Halt und schützt die Gehäuse vor fiesen Kratzern

Insgesamt ist die L82 Classic ein toller Schallwandler im Retro-Design, der aber auf moderne, hochwertige Technik setzt und auf diese Art und Weise eine gelungene Kombination aus Tradition und Moderne schafft. 

Klang

Als Zuspieler haben wir uns für die NAD Streaming-Vorverstärker NAD C658 und Stereo-Endstufe C298 verwendet. 

In diesem Abschnitt möchten wir nun prüfen, ob die L82 Classic auch das halten, was uns versprochen wird. Wir starten die Wiedergabe von "Altes Kamuffel" von Paul Kalkbrenner. Der sehr Kickbass-lastige Song wird aber von den L82 Classic tadellos wiedergeben. Der Hochtonbereich wird in keinster Weise spitz und die Kickbässe werden sauber strukturiert und staubtrocken an den Hörraum abgegeben. Für die Größe des Lautsprechers ist diese Bassleistung schon beeindruckend, vor allem aber auch die Präzision. Als der Bass richtig tief in den Keller geht, bleiben die Retro-Lautsprecher absolut stabil bei der Wiedergabe - der Tiefgang ist für diese Gehäusegröße enorm ausgeprägt. Wir erfreuen uns auch an der exzellenten Pegelfestigkeit. Mit dieser Performance agiert die L82 Classic sogar im 25 bis 30 Quadratmeter messenden Hörraum souverän. 

Weiter geht es mit Tiesto und dessen Charthit "The Business". Schon direkt zu Beginn trumpft die L82 auf und offeriert eine dichte räumliche Atmosphäre. Die Stimme kommt sehr gut zum Ausdruck und löst sich erstaunlich souverän von den Chassis. Der Kickbass wird solide getroffen, und wir sind begeistert, wie pegelfest die JBL Lautsprecher sind. Unsere oben genannte NAD-Vor-/Endstufenkombination kann durchaus massiv Leistung anliefern, die L82 gehen damit aber gelassen um und sichern einen nachdrücklichem, zugleich aber auch exakten Klang. Dieses Präzise, sauber Definierte hätten wir in diesem Umfang nicht von der JBL-Box erwartet.

Als nächsten Titel haben wir uns für "Don't Cha" von The Pussycat Dolls feat. Basta Rhymes. Und auch hier spielen die L82 Classic überragend auf. Die Stimmen werden tadellos voneinander getrennt, es wird viel Atmosphäre geschaffen, und die Bass-Akzente des Songs setzen die JBL-Schallwandler mit einer ausgezeichneten Impulstreue um. Die zahlreichen Effekte werden glaubwürdig aufbereitet, und auch hohe Frequenzen kommen prima heraus. Der Übergang zu den Mitten gelingt prima, und die Charakteristik einer "Badewanne", die man US-Schallwandlern gern nachsagt, ist zwar schon vorhanden, aber nur in sehr geringem Ausmaß. Mit einer so gelungenen Abstimmung des Mitteltonbereichs können wir der L82 Classic auf jeden Fall sehr gute Zensuren ins Test-Zeugnis schreiben. 

Nun geht es weiter und wir spielen der L82 Classic "Blackbird" von Alter Bridge zu. Die sehr gefühlvolle Stimme von Myles Kennedy wird hervorragend wiedergegeben. Als es dann richtig zur Sache geht, managt die JBL-Box den massiven Dynamiksprung souverän und schafft erneut eine räumlich sehr plastische Klang-Situation. Die Trennung von vokalen und instrumentalen Elementen gelingt unter allen Umständen tadellos. Auch Details, wie das Hi-Hat des Schlagzeugs, positioniert die L82 genau am richtigen Platz. Die fetzige E-Gitarre kommt praktisch ungefiltert zum Zuhörer, was den Eindruck einer gleichermaßen authentischen wie kraftvollen Wiedergabe weiter steigert. Auch die Tieftonpassagen werden mit beachtlichem Nachdruck in den Hörraum abgegeben.

Und der nächste und zudem letzte Titel wird den JBL L82 Classic noch einmal alles abverlangen. Wir haben wir uns in diesem Test für "I will remember" von Toto entschieden. Eines vorneweg, es ist sensationell, was diese beiden Regallautsprecher hier abliefern. Da der Titel mit sehr vielen Facetten und Effekten agiert, ist auch unsere Erwartung entsprechend hoch. Der Song startet mit Drums, die mit einer exzellenten Mischung aus Nachdruck und Klarheit präsentiert werden. Auch als der Chorgesang einsetzt, fesseln uns die Schallwandler, denn sie bringen Charisma und Struktur in diese schwierig zu handhabende Passage. Auch die Stimmfarbe des Sängers erklingt glaubwürdig und natürlich. Überdies zeigen uns die JBL Lautsprecher wieder ein großes und breites Bühnenbild auf.

Konkurrenzvergleich

Magnat Transpuls 1500: Natürlich hinkt dieser Vergleich gewaltig, kosten die Transpuls 1500 doch nicht einmal 1.000 EUR. Trotzdem möchten wir die Pulheimer Boxen gern erwähnen, da sie, was Nachdruck und Pegelfestigkeit angeht, für ihr Geld richtig gut sind. Auch bei den Transpuls 1500 wird ein authentischer Retro-Look angeboten, sodass man insgesamt für wenig Geld richtig gute Schallwandler bekommt.

Dali Oberon 9: Für rund 1.600 EUR Paarpreis stellen wir mit der Oberon 9 einen komplett anderen Entwurf vor. Richtig ausladend, aber trotzdem nicht plump, wirken die beiden dänischen Standlautsprecher. Prima verarbeitet, wenn auch ohne große Noblesse, begeistern sie akustisch mit einem wuchtigenm, dennoch exakten Bass, einem gut integrierten Mitteltonbereich sowie mit einer homogenen Abbildung hoher Frequenzen. Hinzu kommt die sehr hohe Pegelfestigkeit - beeindruckend aber, wie nahe die deutlich kleineren L82 Classic den Dali hier kommen.

Quadral Aurum Galan 9: Ein sehr eleganter, äußerst hochwertig verarbeiteter Standlautsprecher mit quSENSE-Bändchenhochtöner ist die Aurum Galan 9. Der Paarpreis liegt hier bei fairen 2.000 EUR. Das ungemein feine Auflösungsvermögen im Hochtonbereich, die sehr feine vokale Darstellung und der erstaunlich fest zupackende Bass sind große Vorzüge. 

Fazit

Zugegeben, sind wir Anfangs etwas erschrocken, als wir den Kaufpreis von knapp 2400 EUR inklusive Lautsprecherständer gesehen haben. Umso länger wir uns aber mit der L82 Classic befassen, umso begeisterter sind wir von den Schallwandlern. Auch wenn der Retro-Look nicht jedermanns Sache sein wird, uns gefällt aber das Vintage-Design sehr gut und bringt eine optische Abwechslung in den Redaktions-Alltag. Die Verarbeitung der MDF-Gehäuse ist ausgezeichnet und das Walnuss-Furnier ist auch sehr sauber aufgebracht. Selbst an den Rahmen der Lautsprecherabdeckung isr Echtholzfurnier zu finden. Klanglich überzeugten uns JBL Schallwandler auf ganzer Linie. Wir haben selten solche kompakte Lautsprecher gehört, die so eine Basskraft in den Hörraum bringen konnten. Auch bei schnelleren Titeln zeigten sich die Lautsprecher unbeeindruckt und schoben immer weiter an und wir mussten behutsam mit dem Lautstärkeregler umgehen, da selten ein Ende aufgezeigt wurde. Die akkurat eingebundenen Mitten und die klaren, aber nie zu spitzen Höhen vervollständigen unsere Eindrücke. Sehr zu empfehlen sind auch die separat erhältlichen Standfüsse.

Das passt zu 100 Prozent: Trendiger Vintage Style, gepaart mit überwätigenden Klangeigenschaften
Gesamt-Referenz Regallautsprecher Oberklasse
Test 17. Mai 2021

 

Test und Fotos: Sven Wunderlich
Redaktion: Carsten Rampacher
Datum: 17. Mai 2021

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