TEST: Edler Bluetooth-Lautsprecher Magnat Prime One - für knapp 200 EUR der Maßstab

Aktuell gibt es den sehr edlen Bluetooth-Lautsprecher Prime One direkt beim Hersteller Magnat für unglaubliche 199 EUR (ehemalige UVP: 399 EUR). Warum "unglaublich"? Weil es sich beim Prime One wahrhaftig um ein feines Stück Technik handelt, mit dicker Aluminium-Platte oben, feinem Schliff an den Kanten, soliden, hochwertigen Standfüßen und einem schicken, sehr gut verarbeiteten grauen Gitter, das sich rund um den Lautsprecher zieht. Oben sind die Bedienelemente schick arrangiert, allerdings würden wir uns bei der Bedienung einen klarer definierten Druckpunkt wünschen. Sechs Kilo wiegt der noble Speaker - das klingt tatsächlich nach Hochwertigkeit. 

Finish im Detail, gut zu erkennen - die dicke Platte oben aus echtem Aluminium

Eingraviertes Magnat-Logo

Gerätestandfuss

Bedienelemente aus Metall

Rückseite

Anschlüsse: 3,5mm Aux, USB-Aufladefunktion für Smartphones und Tablets, Anschluss fürs externe Netzteil, Netzschalter

Basschassis mit 130 mm Durchmesser unten

Integriert ist Bluetooth 4.0 inklusive aptX, für Schwung sorgen vier getrennte Verstärkerzüge (Class D) mit insgesamt 100 Watt Musikleistung und 50 Watt RMS-Leistung - das kann man durchaus als sehr kräftig bezeichnen. Inkludiert ist eine aktive Filterung plus präzise abgestimmtem DSP-Prozessor. Daher wird jedes einzelne Lautsprecherchassis ohne Verluste bestens versorgt. Verbaut sind zwei 2-Wege-Systeme, die jeweils aus einer 25 mm Gewebekalotte und einem 84 mm messenden Tiefmitteltöner bestehen. Hinzu kommt unten ein großer 130 mm Bass-Radiator. Dieser sorgt für einen, wie später die Testreihen beweisen, überraschend mächtigen Tiefbass. Das gesamte Lautsprechersystem ist aufwändig Klippel-optimiert (lasergestützte Messungen), für die perfekte Aufteilung der Frequenzen ist laut Magnat eine äußerst hochwertig bestückte Frequenzweiche zuständig. Unter dem Begriff "FE Dynamics" fällt zudem das optimierte Antriebssystem mit starken Magneten. Dass das noble Device im Bassbereich nicht durchschlägt, dafür soll der "Real-Time Limiter" sorgen. Frequenzen zwischen 38 Hz und 30 kHz werden wiedergegeben.

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199 EUR sind eine echte Ansage bei einem so enorm hochwertigen Stück Technik, aber natürlich muss der Prime One Bluetooth-Lautsprecher auch in der Lage sein, akustisch abzuliefern. Ob das funktioniert, klären wir jetzt. 

Klang

Und sofort starten wir mit "Swing" von Sofi Tukker durch. Was für ein Volumen! Der Magnat Prime One schafft einen weiten, zugleich realistischen Raum. Was für ein Bass! Der Nachdruck  begeistert, hier tut sich etwas. Der nach unten abstrahlende Subwoofer erzeugt einen präzisen Nachdruck. Die Klarheit des Klangs ist überragend, das ist schon beinahe echtes "HiFi-Niveau". Beim nächsten Sofi Tukker-Track, "Playa Grande" hören wir, dass auch eine sehr saubere sowie detailreiche Stimmwiedergabe zu den Vorzügen des Prime One gehören. Die präzise platzierten vokalen Elemente treffen auf einen erneut schlagkräftigen Bass, so dass man insgesamt von einem umfassenden Höreindruck sprechen kann. Beim "One RMX" von Blank & Jones beweist der Magnat Speaker einmal mehr, zu welcher Form er im Bassbereich auflaufen kann. Souverän und ohne erkennbare Anstrengung erreicht er deutlich gehobene Pegelregionen, gleichzeitig ist er aber in der Lage, unterschiedliche Bass-Elemente passend auseinander zu differenzieren.

Zeit für "Electric Dreams" /Talla 2 XLC+Taucher. Mit dieser "Trance-Hymne" kommt der Prime One bestens zurecht und baut den Track impulstreu auf. Der schnelle Beat trifft genau den richtigen Punkt, die melodiösen, ruhigen Parts entfalten eine freie, weitläufige Räumlichkeit. Feine Unterschiede beim Aufbau und bei Tempo-Wechseln bleiben dem Magnat-Speaker nicht verborgen. Und auch beim nächsten Track bleiben wir dem Trance-/Club-Genre treu und hören das "Bart Skills Remix" des Klassikers "Universal Nation" von Push. Die Großhallen-Discohymne im neuen Gewand ist eine echte Wucht, wenn der Prime One sich der Wiedergabe annimmt. So nobel die Optik, so nachdrücklich kann der Lautsprecher im Bassbereich zupacken. Auch die maximal mögliche Lautstärke und die maximal mögliche Dynamik sorgen für ein volles Punkte-Konto. Da wirken selbst ordentliche andere Bluetooth-Speaker eher wie ein lauer Sommerwind, während der Prime One mit nachhaltiger Wirkung eher den Herbststurm markiert. Er sollte auf einer Fläche stehen, die nicht zu Vibrationen neigt, denn ansonsten regt die nach unten abstrahlende tieffrequente Energie das Rack oder Sideboard gleich zu einem lebhaften Eigenleben an.

Wir springen nun einige Jahrzehnte zurück und füttern den Prime One mit "You Spin Me Round (Like A Record" von Dead Or Alive. Hier kann der Lautsprecher zwar nicht die leicht zum Quäken neigenden oberen Mitten kaschieren, die vom Quellmaterial herrühren, aber auch hier gibt der Bluetooth-"Aktivist" wieder richtig Gas - dynamisch, mit gutem Nachdruck und tadelloser Raumwirkung können wir hier auch unser "ok" geben. Gilt auch für den legendären Titel-track "Axel F." von Harold Faltermeyer, der uns sogar noch besser gefällt, was wohl am äußerst kräftigen Bass liegen könnte. Auch, dass der Prime One praktisch gar nicht rauscht, ist als positiv zu bewerten, nicht nur bei diesem 80er Jahre-Klassiker. Die Tempo-Wechsel innerhalb des Songst managt der Prime One erneut impulstreu. Wir bleiben in den 80er Jahren, nun geht es ins Land der aufgehenden Sonne: Gewohnt basskräftig und lebendig agiert der Magnat-Lautsprecher bei "Big In Japan" von Alphaville. Hier bindet er auch die Stimme des Sängers sauber ein und betont gleichzeitig, was andere Lautsprecher oft vergessen, gekonnt die vokalen Konturen.

Und wieder musikalischer Wechsel, und wieder erfüllt der Prime One unsere Erwartungen: "Cose Della Vita" von Eros Ramazzotti zeigt, dass die Pulheimer Schönheit (zur Erinnerung: Es geht nach wie vor um einen Lautsprecher) auch mit italienischem Schmelz bestens zurechtkommt.  Auch hier, im Duett von Eros und der legendären Tina Turner, besticht der Prime One wieder durch das richtige Maß an Räumlichkeit, und einer akkuraten Modellierung der vokalen Konturen, sowohl bei Tina als auch bei Eros. Seiner Auslegung bleibt er auch bei "Millennium" von Robbie Willams treu - ehrlich, direkt, kräftig und dynamisch. Die Stimme von Robbie löst sich sehr gut vom Lautsprecher und verteilt sich sauber im Raum. Bei diesem Song wird es erst bei hohem Pegel leicht spitz im Hochtonbereich - dafür ist die Wiedergabe zuvor sehr klar und fein. 

Konkurrenzvergleich

Eines vorweg - es fällt schwer, für knapp 200 EUR etwas Vergleichbares zu finden. Der Magnat Prime One ist kein kleiner Bluetooth-Lautsprecher zu Mitnehmen, sondern eine akustisch vollwertige Lösung zum Bespiel fürs kleinere bis mittelgroße Wohnzimmer. Daher mussten wir suchen und teilweise auch Bluetooth-/Multiroom-Speaker zum vergleich heranziehen, die nicht zu 100 Prozent das identische Aufgabengebiet erfüllen. 

Mit Preisen ab rund 375 EUR ist der Yamaha MusicCast 50 sehr deutlich teurer, verglichen mit der UVP (499 EUR) ist er aber auch schon spürbar günstiger geworden. Mit MusicCast-Modul und einer umfangreichen, leicht verständlichen App zur Bedienung überzeugt er, Bluetooth ist natürlich auch an Bord. Akustisch aber kann er dem Prime One nicht folgen. Weniger Bass, weniger Detailreichtum, und so edel kommt der Yamaha in seinem Kunststoffgehäuse nicht daher. 

Zwei kompakte, akustisch tadellose Bluetooth-Lautsprecher - so kann man die Quadral breeze blue L charakterisieren.  Mit einer unverbindlichen Preisempfehung von 299 EUR sind die breeze blue L mittlerweile bei Marktpreisen auf dem Level des Magnat Prime One gelandet. Diese Noblesse beim Finish bieten die beiden breeze L nicht, auch nicht diese Kraft und Wucht im Bassbereich. Bedingt dadurch, dass es zwei einzelne Boxen sind, ist aber die breite Stereo-Wirkung ein Vorzug. 

Robust, doch gleichzeitig schick, nach IPX5 zertifiziert, und schlichtweg für beinahe alles gerüstet: Das ist der Teufel Rockster Cross, den es derzeit (Stand 20. September 2019) für knapp 250 EUR gibt. Als Beschallungsmeister für alle Lebenslagen ist der Rockster Cross eine Wucht - wer aber hauptsächlich zuhause hört und zudem maximale Basskraft und Dynamik zum kleinen Preis sucht, wird beim Magnat Prime One landen, der auch noch mit seiner Luxus-Optik begeistert. 

Fazit

Ums es kurz zu machen: Mehr Lautsprecher für 199 EUR geht nicht. Edle Materialien, hochwertige Verarbeitung, vergleichsweise aufwändige Technik. Leistungsfähige Endstufen, vehementer Bassbereich, ausgeprägte Dynamik, sehr gutes Auflösungsvermögen: Der Magnat Prime One dürfte zu diesem unschlagbaren Preis der Konkurrenz die Sorgenfalten auf die Stirn treiben.

Der Maßstab, wenn es ums Preis-/Leistungsverhältnis geht: Mehr geht für einen Preis von 199 EUR nicht mehr - kraftvolle Akustik trifft auf noble Optik

Bluetooth-Lautsprecher Mittelklasse
Test 28. September 2019

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 28. September 2019

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