TEST: Dreiwege-Standlautsprecher Sonus faber Olympica Nova V - Meister feiner Konturen und lebendiger Räumlichkeit

Luxus-Flair bei Anmtung und Akustik? Der Sonus faber Olympica Nova 5 Dreiwege-Standlautsprecher kommt auf 20.000 Euro Paarpreis. Wir haben im Rahmen dieses Testberichts überprüft, ob die Box auch stark gehobenen Ansprüchen kompromisslos standhält.
Der optisch edel auftretende Schallwandler, in Handarbeit in Italien hergestellt, weist eine Impedanz von 4 Ohm auf, und empfohlen wird eine Verstärkerleistung zwischen 60 und 400 Watt - demnach können auch äußerst kräftige Verstärker an den Olympica Nova V angeschlossen werden. Die Empfindlichkeit liegt bei 90 dB (2.83V/1 m), und es können Frequenzen zwischen 32 Hz und 35 kHz wiedergegeben werden. Der Lautsprecher misst 1174,5 mm in der Höhe, 424 mm in der Breite und 529,8 mm in der Tiefe. Das Gewicht beträgt 44 kg pro Box.

Hoch- und Mitteltöner
Bestückt ist der Olympica Nova V mit dem 28 mm H28 XTR3 Hochtöner mit starkem Neodymium-Antrieb und DAD-Technologie. Hinter der Abkürzung verbirgt sich der Damped Apex Dome (D.A.D.)-Hochtöner, eine spezielle Entwicklung von Sonus faber. Bei konventionellen Kalotten-Hochtönern kommt es wegen störender Vibrationen an der Spitze der Kalotte oftmals zu einer verminderten Wiedergabequalität bei hohen Frequenzen.
Die Technologie begegnet diesem Problem mittels der Integration eines Dämpfungsmechanismus, der die Spitze der Seidenkalotte stabilisiert und auf diese Art eine präzise Hochfrequenzübertragung sowie hörbar reduzierte Verzerrungen ermöglicht. Der D.A.D. Hochtöner optimiert da gesamte Membranverhalten für verbesserte klangliche Kontrolle sowie akustische Klarheit. Er besteht aus hochwertigen Bestandteilen wie aufwändig beschichteten Seidenmembranen und präzisionsgefertigten Aluminiumkomponenten.

Drei 180 mm Basstreiber
Nächster Treiber im Sortiment ist der 150-mm-Mitteltöner (Typ M15 XTR2-04). Er besitzt eine Naturfasermembran, die in einem speziell konstruierten Korb montiert ist. Ein Phase-Plug aus Aluminium sorgt für eine homogene Akustik im gesamten Hörbereich. Nun folgt die dreifache Bassbestückung mit 180-mm-Tieftönern (Typ W18XTR2-12). Die Sandwich-Konus-Tieftönern mit Papierzellstoffmembranen liefern nachdrückliche, impulstreue und kontrollierte Bässe.
Wenden wir uns nun dem Finish zu.

Sockel

Im Detail
Besonders auffällig ist die hochwertige, liebevolle Detailverarbeitung. Ein sehr edler Sockel sorgt für ausgezeichneten Stand und präsentiert sich massiv gefertigt. Der Sonus faber Olympica Nova V verfügt über ein Unibody-Gehäuse und wirkt von seinem gesamten Erscheinungsbild her ungemein nobel.

Charakteristische Formgebung, der Bassreflexkanal wurde vollständig ins Gehäuse integriert
Die Form der Boxen verjüngt sich von Sicht nach oben nach hinten, und die Treiber sind präzise in die Schallwand eingepasst. Kleines, liebevolles Detail ist der Sonus faber Schriftzug im Mitteltöner, während sich der Hochtöner eigens geschützt gegen externe Einflüsse zeigt.

Metallrahmen oben
Hochwertigkeit wird auch durch den Metallrahmen oben mit Sonus faber-Logo und die Metallplatte unten demonstriert. Hinzu kommt eine ebenso hochwertige Rückseite, hier trifft sozusagen Technologie auf Design mit einem vollständig ins Gehäuse integrierten Bassreflexkanal, der praktisch ohne Strömungsgeräusche und sehr effizient arbeitet.

Bi-Wiring-Terminals
Wir notieren außerdem Bi-Wiring-Terminals in Premiumqualität, die übereinander angeordnet sind .
Klang

Das Setup aus Soulnote A-2, HiFi-ROSE RD160 und HiFi-ROSE RS130
Till Tomorrow, Till Brönner/Yello: Zu loben ist die hohe Präzision sämtlicher akustischer Elemente, der Bass gehört natürlich ebenfalls dazu: Er tritt sehr exakt, sauber ausbalanciert, nicht überzogen auf. Tills Trompete wirkt ausgesprochen filigran, auch wenn er nur leicht ins Instrument bläst, sind nahezu sämtliche akustischen Feinheiten zu vernehmen. Zudem bieten die Sonus faber-Boxen eine gute, realistische Räumlichkeit, und der Klang löst sich ausgesprochen plastisch von den Chassis.
The Look Of Love, Diana Krall: Sehr sensibel erfolgt direkt ab Beginn die Präsentation vor allem auch kleiner, feiner Einzelheiten. Dianas Stimme wird exakt richtig dosiert, und ihr ganzes vokales Spektrum kommt eindrucksvoll heraus. Erneut notieren wir ein sehr gelungenes räumliches Profil der Darbietung und eine hohe Auflösung über den gesamten Frequenzbereich. Dianas Stimme löst sich erneut sehr gut von den Treibern der Olympica Nova V, die Trennung der vokalen von den instrumentalen Anteilen gelingt vorzüglich.
Ain‘t no Sunshine, Eva Cassidy: Aus feindynamischer Perspektive ist der Titel ab Anfang Extraklasse: Eine reine, unverfälschte Stimmdarstellung, besonders beeindruckend bei kleinen Facetten, und eine grandiose Darstellung aller Instrumente. Die instrumentale Wiedergabe erfolgt mit überragender Kontur, das merkt man besonders beim Klavier mit der hervorragend herausgearbeiteten Anschlagdynamik, aber auch bei der Gitarre. Die Tonfarbe wird sauber getroffen, und dynamische Unterschiede kommen impulstreu heraus.
Vivo per Lei, Andrea Bocelli & Georgia: Beide Stimmen, die weibliche wie auch die männliche, überzeugen mit extremer Präsenz und überaus sauber durchzeichneten Konturen. Wir nehmen einen enormen dynamischen Gesamtumfang wahr, das Auflösungsvermögen befindet sich zudem auf hohem Niveau, auch für diese durchaus beträchtliche Preisklasse. Räumlich sind alle klanglichen Elemente am richtigen Platz untergebracht und jederzeit nahezu perfekt zu orten. Wiederum lösen sich gerade die vokalen Anteile exzellent von den Lautsprechern.
Nothing Else Matters, Jungle Cruise: Der Titel besitzt einen filigranen, sehr differenzierten Auftakt: Herausragend werden hier alle akustischen Elemente zusammengefasst und fein ausbalanciert präsentiert. Als es dann weitergeht innerhalb des Songs, bemerken wir das solide Fundament und die akkurat durchzeichneten Strukturen - auch, wenn viele klangliche Elemente zusammenkommen, verlieren die Olympica Nova V nie den Überblick, sondern bleiben stets souverän und kontrolliert. Dies ist auch der Fall, wenn die Lautstärke beträchlich ist und man sich schon weit von der viel zitierten "Zimmerlautstärke" entfernt hat. Der musikalische Spannungsbogen wird eindrucksvoll herausgearbeitet Die Impulstreue nehmen wir erneut als grandios wahr.
Land Of Confusion, Disturbed: Beim energiegeladenen Titel überzeugt der Sonus faber-Schallwandler mit einem klaren Bass, der sehr straff und konturenreich zum Ausdruck kommt. Die gewollte Aggressivität in der Disturbed Cover-Version kommt gut heraus, zugleich wird aber nicht übertrieben. Dadurch ist auch bei beachtlichen Pegeln noch alles akkurat durchzeichnet. Die gebotene Räumlichkeit ist erneut ohne Fehl und Tadel, die räumliche Balance ist absolut stimmig und trägt mit zum realistischen Gesamteindruck bei. Der Olympica Nova V geht hier einen anderen Weg als viele Lautsprecher der Konkurrenz: Das Detailgetreue, Klare wird gekonnt betont, der enorme Nachdruck, den manch anderer Lautsprecher hier herausholt, ist nicht in diesem Umfang vorhanden. Die italienische Box ist demnach ein Fall für Klangliebhaber, die es feinst detailliert, luftig und facettenreich lieben, und sehr gern Klassik, Jazz oder auch Filmmusik und Pop-Balladen hören.
Breathe, The Prodigy: Der Bass kommt genau auf den Punkt, er wieder nicht überzogen, sondern mit genau ausbalancierter Härte präsentiert. Hohe Pegel sind kein Problem für die Olympica Nova V, die natürliche, authentische Auslegung des Lautsprechers bleibt auch bei deutlich gehobenen Lautstärken vollumfänglich vorhanden. Unterschiedliche akustische Elemente werden darüber hinaus sauber im virtuellen Raum platziet, zeigen sich tonal neutral und sind sehr gut durchhörbar. Insgesamt ist der Olmypica Nova V nicht der perfekte Lautsprecher für den Prodigy-Fan, dazu agiert er zu kultiviert und zu geschliffen. Natürlich managt er auch diesen Titel äußerst gut, man merkt aber, dass die immense Leistungsfähigkeit der Olympica Nova V hier nicht voll ausgeschöpft werden kann.
Silver Surfer, André Visior, Aquagen: Hier freuen wir uns über die unglaublich klare Effektwiedergabe, der bei diesem Track recht dominante sowie harte Bass wird straff und kontrolliert, auch bei höherem Pegelohne störende Verzerrungen, wiedergegeben. Das Bassgefüge kommt darüber hinaus ungemein detailreich zur Geltung. Man spürt es in jeder Sekunde: Auch bei solchen Tracks ist Präzision ein Garant für Freude am Hören, die Auflösung ist enorm, und das über den gesamten Frequenzbereich. Hohe Lautstärken sind in Verbindung mit unserem Soulnote A-2 zu jedem Zeitpunkt problemlos möglich. Man muss allerdings trotzdem hinzufügen, dass diese Art von Musik nicht diejenige ist, die die Vorzüge der Olympica Nova V auf das Vorteilhafteste herausstellen kann.
Konkurrenzvergleich

Canton Reference 2: Ab 16.000 EUR gibt es die Canton Reference 2, die durch unglaubliche Pegelfestigkeit und eine enorm dichte Räumlichkeit für Begeisterung sorgt. Von ihrer gesamten Auslegung her ist sie völlig unproblematisch, einfach aufzustellen und vom Wirkungsgrad so gut, dass man nicht einmal einen enormen "Kraftprotz" als Verstärker braucht. Schaden kann es aber nicht, einen solchen zu verwenden, denn dann kann man die schon erwähnte Pegelfestigkeit optimal ausnutzen. Mit einer absolut nahtlosen Wiedergabe des gesamten Frequenzbereiches ohne irgendwelche klanglichen Lücken erweist sich der Reference 2 Standlautsprecher als Musterbeispiel für Homogenität.

Perlisten Audio S5t "Audio Reference Edition" (13.900 EUR): Nur 50 Paar wurden von der speziellen Audio Reference-Edition gefertigt. Mit Feinarbeit bei Bauteilen (Frequenzweiche), mit besonders sorgfältiger akustischer Abstimmung sowie in der sonst nicht erhältlichen Farbe und mit dem "Audio Reference"-Schriftzug auf der Rückseite findet sich hier eine echte Rarität. Und der nicht einmal besonders große Standlautsprecher beeindruckt durch seinen sehr fundierten Auf- und Antritt. Er eignet sich gleichermaßen gut für Musik und Filmton, als Frontlautsprecher in einem Mehrkanalsetup macht er sich auch erstklassig. Die Optik wirkt "professionell", ganz anders als bei der feinsinnigen Schönheit von Sonus faber. Stimmen gibt der Perlisten Audio 5t sehr gut verständlich und mit absolut sauberem Aufbau wieder. Der Bassbereich ist enorm nachdrücklich, und für die Lautsprecher-Größe ist der Tiefgang überragend.

PIEGA COAX 611: Ab 14.900 EUR (wer die Excellence-Ausführungen in speziellen Farbvarianten möchte, bezahlt pro Box 800 EUR extra) gibt es die Alu-Box aus der Schweiz. Massiv verarbeitet und mit einer vorbildlichen Materialqualität versehen, erfüllt der durchgestylte Standlautsprecher höchste Ansprüche. Während unser Testkandidat von Sonus faber eher die künstlerisch-emotionale optische Art verkörpert, ist der COAX 611 eher der Vertreter einer technokratisch-elitären optischen Erscheinung. Hier ist es Geschmackssache, zu welchem Lautsprecher man hinsichtlich des Designs lieber greifen möchte. Der COAX 611 sollte an einem sehr kräftigen Verstärker betrieben werden - ist ein solcher vorhanden, sind Dynamik, Pegelfestigkeit, Auflösungsvermögen und die gesamte Klarheit auf höchstem Level.
Fazit

Die Sonus faber Olympica Nova V beeindruckt mit der edlen, charakteristischen Optik und feiner Detailverarbeitung. Man kann sie vom Design-Konzept her kaum mit anderen Lautsprechern vergleichen, die einem Musikinstrumente nachempfundene Form besitzt einen hohen Wiedererkennungswert. Technisch präsentiert sich die Olympica Nova V als aufwändige Konstruktion, und diesen Aufwand münzt der Standlautsprecher auch klanglich um. Das exzellente Auflösungsvermögen, das hohe Maß an Realismus bei der Wiedergabe und die ausgezeichnete Dynamik gehen hier Hand in Hand.
Optisch wunderschöner, akustisch kultiviert und feinauflösend auftretender Standlautsprecher höchster Fertigungsqualität

Standlautsprecher Luxusklasse
26. September 2025
Test und Fotos: Carsten Rampacher
Datum: 26. September 2025
Tags: Lautsprecher • Sonus Faber














