PREVIEW: Canton Smart Vento 3 - edel verarbeitetes Aktivlautsprecher-Paar mit drahtloser Signalübertragung und 350 Watt pro Lautsprecher

Zum Paarpreis von exakt 2.300 EUR gibt es das Canton Smart Vento 3-Set. Mit den vollaktiven Vento-Modellen begann bei den Hessen die "smarte Erfolgsstory", und nach wie vor sind die Smart Vento 3 die kompaktesten Smart Lautsprecher in Form eines Stereo-Paares. Ganz klassisch - das entspricht auch der Formensprache - gibt es die Smart Vento 3 wahlweise in weißem oder schwarzem Hochglanz-Finish. Was die Canton Smart-Serie ist und welche Produkte sie umfasst, dazu finden Sie bei uns ein Special.

Exzellente Verarbeitung

komplette Rückansicht

Wenden wir uns umgehend wieder der Smart Vento 3 zu. Überzeugend ist das sehr hochwertige Finish. Die Hochglanzlackierung entwickelt einen tiefen, makellosen Glanz, die spezielle Bauform der Vento-Serie mit der sich nach hinten verjüngenden Form findet sich auch bei der Smart Vento 3. Das Lautsprecher-Schutzgitter haftet natürlich magnetisch und ist akkurat mit Stoff bezogen.

Elektronik

Modul komplett

Unter der Box befinden sich kleine, silberfarbene Füße. Vorn mittig ist das in Königsblau leuchtende, leider recht grob auflösende Display eingelassen. Die Anschlussplatte auf der Rückseite ist solide verschraubt, die Elektronik, die sich auf der Innenseite befindet, überzeugt durch sauberen Aufbau. 

Display

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Die Lautsprecher sind beide vollaktiv und kommunizieren drahtlos (96 kHz/24-Bit) untereinander. Möchte man sie als Stereo-Paar verwenden, so ist die Inbetriebnahme außergewöhnlich einfach: Beide Boxen per Netzkabel ans Stromnetz anschließen, die zwei finden sich sofort und es kann losgehen. 350 Watt stehen, was sehr üppig bemessen ist, pro Lautsprecher an Endstufenleistung bereit.

Keramik-Hochtöner

Titanium Tiefmitteltöner

Die Zweiwege-Bassreflex-Konstruktion stellt Frequenzen zwischen 25 Hz und 30 kHz dar - dies wird durch folgende Bestückung ermöglicht: Ein 25 mm Keramik-Hochtöner arbeitet zusammen mit einem 180 mm Tiefmitteltöner mit Titanium-Membran. Mit 22 cm Breite, 40 cm Höhe und 30 cm Tiefe kann man die Smart Vento 3 tatsächlich als sehr kompakt bezeichnen. Pro Stück wiegt eine Box 9,1 kg.

Die Anschlussbestückung umfasst alles, was man braucht, aber eine Anschlussform fehlt: HDMI. Das ist umso trauriger, da nämlich ein Dolby Digital/DTS-Decoder verbaut ist, hinzu kommen sehr gute virtuelle Surround-Modi für Musik und Filmton. Verwendet man die Smart Vento 3 z.B. in einem Canton Smart 4.0 Mehrkanal-Ensemble, ist die virtuelle Center-Funktion sehr nützlich. Für eine besonders hohe Sprachverständlichkeit sorgt die "Voice"-Funktion. 

Anschlussterminal

Fernbedienung

Zählen wir nun die Anschlussformen auf. Bluetooth 3.0 inklusive aptX, 1 x XLR, 1 x Stereo-Cinch, ein optischer sowie ein koaxialer Digitaleingang und ein USB-Input (mit XMOS, zur direkten Verbindung mit Notebook, Mac, PC).  Erfreulicherweise liefert Canton gleich, außer der bestens bekannten, leicht handhabbaren und sauber verarbeiteten Fernbedienung, noch ein optisches plus ein koaxiales Digitalkabel mit jeweils 3 Metern Länge mit. Auch ein analoges, ebenfalls 3 Meter langes Cinchkabel fehlt nicht. Das ist äußerst großzügig. 

Klang

Mit an Bord sind virtuelle Sound-Modi für Film&Musik, als Alternative zum normalen Stereo-Sound. Wir haben in unseren ersten Testreihen mit musikalischem Material gearbeitet und haben sowohl in nativem Stereo als auch mit dem Musik-DSP gehört. Letzteres macht einen exzellenten Job. Kaum Präzisionsverluste, dafür mehr räumliche Weite, was dazu einlädt, tief ins musikalische Geschehen einzutauchen. Gerade Stimmen sind natürlich bei der nativen Stereowiedergabe noch exakter platziert. Letzten Endes eine Frage der eigenen Prioritäten. Nun zu unseren Ergebnissen. 

Die Smart Vento 3 zeigen akustische Fähigkeiten, die man den kompakten Boxen so nicht zugetraut hätte, und zwar bei ganz unterschiedlichen Musikrichtungen. Zunächst merken wir an, dass die tonale Auslegung absolut gelungen ist. Sehr angenehm, sehr rund, sehr homogen, zugleich jedoch mit einer enorm ausgeprägten Dynamik und dem Gefühl fürs Feine. Dank der großzügigen Leistung der Endstufe kann man die zierlichen Regallautsprecher auch ohne Probleme in Hörräumen einsetzen, die mehrmals 25 Quadratmeter aufweisen.

Das möchte man spontan nicht glauben, bei "Land Of Konfusion" in der Version von Disturbed beweisen die beiden Aktivlautsprecher aber, dass selbst im größeren Hörraum das Durchsetzungsvermögen immens ist: Die gewollte Aggressivität in der Stimme des Sängers kommt sehr gut heraus, die Dynamik der E-Gitarre ebenfalls, und der Bass erweist sich als straff und enorm kräftig. Die Räumlichkeit, die die beiden Smart Vento 3 entfalten, ist hervorragend, man muss die beiden Kompaktboxen zudem nicht einmal direkt auf den Hörplatz anwinkeln, um von Klang umschlossen zu sein.

Bei "Nessun Dorma", aus Puccinis Turandot und gesungen von Jonas Kaufmann, modellieren die Smart Vento 3 die Stimme des Tenors feinfühlig heraus, die Trennung von den Instrumenten ist komplett sauber. Der Chorgesang wird mit der nötigen Sensibilität präsentiert, zugleich aber stehen bei dynamischen Sprüngen stets genug Reserven bereit. Die runde, harmonische Präsentation mit nahtlosen Übergängen sorgt für ein gleichermaßen intensives wie stressfreies Hören, ein praktisch perfekter Kompromiss. 

Ganz anderer Musikstil: Der JRMX Edit von "The Rhythm Of The Night"/Simon From Deep Divas+Corona untermauert die Ambitionen der Smart Vento 3, im Bassbereich so manche kleinere aktive Standbox an die Wand zu spielen. Nicht nur der Kickbass, auch der Tiefgang ist ausgezeichnet, mit "Sheep" von LAY (Alan Walker Relift) und dem enorm satten , druckvollen, tiefen Bass kommen die hessischen "Aktivisten" blendend zurecht. Immer überzeugend ist die großartige Impulstreue der Endstufen, sofort schieben sie Leistung in beträchtlichem Umfang zu den Membranen, die diese dann nahezu ohne Verzögerung umsetzen.

Erstes Fazit

So kennen wir Canton, und so kennen wir insbesondere die modernen, extrem leistungsfähigen Produkte aus der Smart-Serie: Kraftvolle Endstufen, eine überragende Mischung aus Dynamik und akustischer Kultur, optimal ergänzt durch eine dichte, authentische Räumlichkeit. Die Ersteinrichtung ist so einfach, dass sie jeder bewerkstelligen kann. Die formschönen Smart Vento 3 sind hervorragend verarbeitet, die High Glass-Lackierung erstrahlt in tiefem, makellosem Glanz. Nur das grob auflösende Display und der fehlende HDMI-Slot trüben den ansonsten nahezu perfekten Gesamteindruck. 

Preview: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 13. Februar 2020

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