XXL-TEST: 7.2-Kanal-AV-Netzwerk-Receiver Denon AVR-X2400H – mit HEOS-Modul zu neuer Flexibilität?

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Auf besonderes Interesse bei unseren Lesern stoßen schon traditionell voll ausgestattete AV-/Mehrkanal-Receiver der Liga um 600 bis 700 EUR. Die Gründe sind klar nachvollziehbar. Klanglich haben diese AVRs schon seit einigen Jahren eine erstaunliche Reife erreicht. Man kann sie mit zahlreichen Lautsprechersystemen betreiben, und dank umfangreicher Decoding- und Netzwerk-Fähigkeiten stellen sie eine preislich fair kalkulierte und zugleich enorm flexibel einsetzbare Entertainment-Zentrale nicht nur fürs Wohnzimmer, sondern sogar schon fürs dedizierte Heimkino dar. 

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Rückseite komplett

Denon ist in dieser Preisliga schon seit Jahren erfolgreich unterwegs, und brandneu aus dem Hause Denon begrüßen wir den 7.2-Kanal-Netzwerk-Receiver AVR-X2400H in unserer Redaktion. Er hat sich zur Mission gemacht, die Erfolgsgeschichte des beliebten Vorgängers AVR-X2300W fortzuführen und wird zu einer unverbindlichen Preisempfehlung von 699 EUR ausschließlich (laut Website) in schwarzer Variante offeriert. Der 9,4 kg wiegende AVR-X2400H entwickelt 95 Watt/Kanal (8 Ohm, 20 Hz bis 20 kHz, 0,08 % Klirrfaktor, 2-Kanal-Betrieb). Das Frontpanel des AV-Receivers, der nun 2017 mit einem vollwertigen HEOS-Modul ausgestattet wurde, besteht zwar aus Kunststoff, dieser erscheint uns aber relativ hochwertig.

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Fernbedienung

Die mitgelieferte Systemfernbedienung RC-1218 ist der Preisklasse absolut angemessen und ist uns schon gut bekannt, was Layout und Funktionsumfang angeht. Alternativ kann man den AVR-X2400H natürlich auch per App steuern – und zwar in zweifacher Hinsicht: Zum einen die AVR-App zur Bedienung der AV-Receiver-spezifischen Funktionen, zum anderen die HEOS-App für die Multiroom- und Streaming-Unit an Bord des Siebenkanal-Gerätes, das selbstverständlich über Decoder für die aktuellen objektbasierten Audioformate dts:X und Dolby Atmos verfügt. Aufgrund der Tatsache, dass sich sieben Endstufen im Inneren des AVR-X2400H befinden, sind maximal 5.2.2 Konfigurationen möglich. Ja, nicht nur 5.1.2, denn der 2400H bringt zwei Vorverstärkerausgänge zum Anschluss aktiver Subwoofer mit. Während man bei den großen Denon und Marantz Modellen optional ein Update auf Auro-3D als drittes objektbasiertes Audioformat bekommt, fehlt diese Möglichkeit beim AVR-X2400H. Das beurteilen wir aber als nicht wirklich schlimm, da, wie wir aus zahlreichen Testsequenzen wissen, auch dts:X inklusive dts Neural:X Surroundaufpolierer und Dolby Atmos inklusive Dolby Surround als Aufpolierer für konventionelle Tonspuren ebenfalls sehr empfehlenswert sind. 

 

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HDMI-Sektion

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Lautsprecherkabelanschlüsse

Die HDMI-Sektion des AVR-X2400H entspricht natürlich aktuellem Standard. Das heißt: Acht HDMI-Eingänge, zwei HDMI-Ausgänge. Alle acht Eingänge, und nicht nur ein Teil davon, unterstützen HDCP 2.2, 4K Ultra HD 60 Hz Video, 4:4:4 Pure Color Subsampling, High Dynamic Range (HDR,  und zwar HDR10, HLG und Dolby Vision), 21:9 Video, 3D und BT.2020 Passtrough. Der AVR-X2400H ist zudem auch in der Lage, nicht nur Full-HD-Videosignale in 4K zu konvertieren, sondern auch niedrigere Auflösungen, demnach 480/576i, 480/576p sowie 720p. Das sichert im Vergleich zu zahlreichen Konkurrenten eine erweiterte Flexibilität. 

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Audyssey-Einmessmikrofon

Um den Denon korrekt auf den Hörraum und das angeschlossene Lautsprechersystem anzupassen, ist Audyssey MultEQ XT integriert. Optional, das ist eine Besonderheit, kann man die „Audyssey MultEQ Editor App“ auf Smartphone oder Tablet installieren, die kostenpflichtig erhältlich ist und noch mehr Justagemöglichkeiten für den versierten und erfahrenen Anwender mitbringt. Schon dann, wenn man die App nicht zusätzlich kauft, ist das Gebotene aber sehr gut. Audyssey MultEQ XT misst an acht Hörpositionen zuverlässig ein und garantiert eine überzeugende akustische Balance im Betrieb. Homogenität, Klarheit und Natürlichkeit des Klangbildes lassen keinen Spielraum für Kritik. Die automatische Lautsprechereinmessung nebst Room-EQ ist nahtlos in den schon bekannten Einrichtungsassistenten integriert. Dieser ermöglicht es auch weniger erfahrenen Anwendern, den AVR-X2400H komfortabel in den Zustand der betriebsfertigen Konfiguration zu versetzen. Was noch wichtig ist: Der AVR-X2400H bringt eine leistungsstarke DSP-Prozessoreinheit mit, 4 x 300 MHz Multicore-Processing mit über einer Milliarde Berechnungen pro Sekunde sind ein Wort. 

Der AVR-X2400H ist mit zwei rückseitig untergebrachten Antennen für WLAN und Bluetooth ausgestattet. Apple AirPlay wird unterstützt. Wie es mittlerweile längst Standard ist, erweist sich der AVR-X2400H als kompatibel zu zahlreichen Hi-Res-Audio-Tonformaten. ALAC, WAV  und FLAC werden entgegen genommen, ebenso DSD (2,8 und 5,6 MHz). Dank des schon erwähnten HEOS-Moduls kann man den AVR-X2400H bequem in ein HEOS Multiroom Audio-Setup einbinden und zudem auf alle im HEOS-Kosmos enthaltenen Streaming-Services zurückgreifen. Spotify, SoundCloud, TIDAL, Deezer, JUKE!, Napster, Mood:Mix und TuneIn Internet Radio stehen zur Verfügung, das ist eine zeitgemäß reichhaltige Auswahl. 

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Gute Verarbeitung, optisch schick auch im Detail

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Bekannte Fernbedienung

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Der AVR-X2400H präsentiert sich als umfangreich überarbeitet

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Source Select-Drehregler

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Einzeiliges Display

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Frontanschlüsse

Der AVR-X2400H ist hinsichtlich der optischen Erscheinung etwas überarbeitet worden – das Ergebnis gefällt uns sehr gut. Der Mittelklasse-Mehrkanalreceiver wirkt sogar richtig edel und schick. Begünstigt wird dies dadurch, dass nur wenige Bedienelemente auf der Front untergebracht sind, was einer aufgeräumten Optik sehr zuträglich ist. Im Leerlauf verbraucht der 2400H bei aktiviertem Eco-Modus 35 Watt, ist der Eco-Modus aus, sind es 75 Watt. Im reinen Standby verbraucht der AV-Receiver 0,1 Watt, der CEC Standby-Stromverbrauch wird mit 0,5 Watt angegeben. Der durchschnittliche Stromverbrauch im Betrieb wird mit 500 Watt angegeben. 

Nun zum GUI und den Screenshots:

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Start der Einrichtung

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Natürlich fehlt der für Denon typische Einrichtungsassistent nicht

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Hier eine Übersicht von allem, was benötigt wird

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Jetzt geht es ums Lautsprecher-Setup

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Und sogleich wendet sich der Einrichtungsassistent Audyssey MultEQ XT zu

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Tipps, wie die Einmessung am besten gelingt

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An 8 Hörpositionen misst der AVR-X2400H ein

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Nach vertretbarer Zeit ist die Einrichtung abgeschlossen

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Nachdem die Einmessung beendet ist, widmet sich der Einrichtungsassistent der Einbindung ins Netzwerk

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Verschiedene Varianten zur Netzwerkeinbindung

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Hinweis auf die mobilen Apps, erst wenn diese verwendet werden, erschließt sich das gesamte Funktionsspektrum des AVR-X2400H

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Wichtig für Dolby Atmos Top Firing Module oder Deckenlautsprecher: Zuweisung der Endstufen!

Weitere Screenshots des Menüs:

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Einfache Bluetooth-Kopplung auch per OSD

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Wiedergabe von Musik vom NAS-System. Die Menüführung wurde leicht überarbeitet

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Flac-Dateien in 88,2 Mhz/24-Bit gibt der 2400H natürlich wieder

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Video-/HDMI-Konfiguration

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Video-Ausgabe-Einstellungen

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4K Signalformat

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Eingangszuweisung 

Wir stellen beide Apps, die Denon AVR-App sowie die HEOS-App, noch kurz vor:

Denon AVR Remote 2016:

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AVR App startet

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Der AVR-X2400H wird sofort erkannt

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Quelle „Blu-ray“

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Optionen

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Auch 2017 setzt Denon wieder auf verschiedene Bildmodi inklusive ISF Day/Night

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Audioeinstellungen

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Videoeinstellungen

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Ausgabeeinstellungen

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Menü „Eingänge“

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Verwendung der App als Fernbedienung

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App – Hauptmenü

Screenshots der HEOS-App:

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Die HEOS-App wird gestartet

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Zahlreiche Streaming-Dienste integriert

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Übersicht der Räume

Der AVR-X2400H gefällt mit Vollausstattung, hochwertiger Technik und mit guter Verarbeitung. Nun überprüfen wir, in welcher Form er sich klanglich präsentiert, und überprüfen, ob die eingebaute Videosektion auch leicht gehobenen Ansprüchen gerecht wird. 

Klang

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Die Audyssey-Kurve „Reference“ hinterließ einen ausgezeichneten Eindruck. Wahlweise gibt es noch „L+R Bypass“ oder „Flat“ an weiteren Modi für Audyssey

Das Audyssey-Einmesssystem liefert beim AVR-X2400H eine sehr gute Leistung ab. Der komplett eingemessene AV-Receiver bietet ein ausgewogenes Klangbild mit einer homogenen Front-Surround-Balance und einem lebendigen, exakt austarierten Hochtonbereich. 

Blu-ray „Mission Impossible – Rogue Nation“, Dolby Atmos

Wir hören eine Sequenz, die uns bestens bekannt ist, und zwar das „Wien“ Kapitel aus Mission Impossible – Rogue Nation“ in Dolby Atmos. Gleich zu Beginn des Kapitels wird kurz die Skyline von Wien bei Nacht gezeigt, dazu ertönt klassische Musik. Mit Geschmeidigkeit und Kraft agieren die sieben analogen Endstufen im AVR-X2400H. Nach kurzem Intermezzo in der U-Bahn-Station unweit der Wiener Oper, als Ethan Hunt Kontakt mit Benjamin Dunn aufnimmt und der Denon alle Umgebungsgeräusche tadellos einarbeitet, erscheint das Wiener Opernhaus formatfüllend auf dem Bildschirm, dazu Musik, die den Spannungsbogen steigert.

Der AVR-X2400H verdeutlicht, was er besser kann als sein Vorgänger: Er tritt schneller an, agiert dynamischer, und löst im Hochtonbereich besser auf. Enorm, dass Denon diese Qualitätssteigerung realisieren konnte. Der AVR-X2300W aus 2016 konnte sich akustisch nicht vom Vorläufer abheben – noch lange nicht jede neue Generation ist auch automatisch klanglich besser. Als dann die Zuhörer in der Oper vor dem Beginn von Puccinis „Turandot“ klatschen und anschließend die Oper beginnt, zeigt uns der 2400H, was er noch so alles kann: Eine besonders fließende, nahtlose Einarbeitung der Top Firing-Module zum Beispiel. Und: Die Musik des Opernorchesters klingt ebenfalls sämiger, homogener – enorm. Denn gerade ein harmonisch-homogene Gesamtwiedergabe war schon zuvor Kennzeichen von Denons AV-Receivern. Sehr gelungen sind auch die Stimmen von Ethan und Benjamin eingearbeitet, jederzeit gut wahrnehmbar, aber gleichzeitig nicht unpassend überbetont. 

Verschiedene Handlungsstränge aus akustischer Perspektive verarbeitet der 2400H souverän und stellt so ein räumlich präzise gestaffeltes Hörerlebnis wieder. Was meinen wir damit? Das Geschehen auf der Bühne, die Dialoge zwischen Ethan und Benji, sowie etwas „Action“ wie der Kampf von Hunt mit seinem Widersacher oberhalb der Bühne modelliert der Denon tadellos auseinander. Er ist akustisch so gut geworden, dass er gnadenlos den Kampf mit einem 999 EUR AVR-X3300W aus 2016 aufnimmt. Fairerweise muss aber auch erwähnt werden, dass mittlerweile der 3300W bereits zum Preis des 2400H offeriert wird, das dokumentiert den massiven Preisverfall. Aber – der 3300W tut sich akustisch schwer, das neuere Modell zu übertrumpfen, und wem ein HEOS-Modul wichtig ist, der bekommt dieses mit dem 2400H. 

Zurück zum akustischen Geschehen von „Rogue Nation“. Hart kommen die Faustschläge hoch über der Bühne heraus, umfassend ist das Raumgefühl, auch und gerade auch in der Überkopf-Ebene. Sehr gut arbeitet der im Verhältnis preiswerte Denon AV-Receiver mit unserem Nubert nuLine Ensemble zusammen. Ein dichter Klangeindruck auch beim legendären „Nessun Dorma“ entsteht, der Denon fokussiert bei allem, was sonst passiert, die Stimme des Sängers hervorragend. Dieses enorme Differenzierungs- und Fokussierungsvermögen zeichnet den 2017er AVR ganz besonders aus. 

Ultra HD Blu-ray „Independence Day“, dts:X

Beim Sci-Fi-Klassiker setzt der AVR-X2400H weitere Akzente. Er bezieht in allen Kapiteln die Über-Kopf-Ebene glaubwürdig mit ein und erzielt ein ungemein dichtes Raumgefühl. Schon direkt zu Beginn, als das Alien-Mutterschiff den Mond passiert, überzeugt uns der AVR-X2400H durch den kraftvollen Antritt. Die analogen Endstufen sind sehr leistungsfähig, doch wir mahnen: Man sollte dem 2400H genug Luft nach oben lassen, denn die analogen Verstärkereinheiten erhitzen sich schon spürbar. 

Beim Alien-Spektakel brilliert der Denon nicht nur mit der gelungenen Effektwiedergabe, sondern auch in den Dialogszenen: So, als David direkt am Anfang des Films mit seinem Vater in einem Park Schach spielt. Auch sehr viel später, als der US-Präsident in der Krankenhaus-Sektion der AREA 51 mit seiner sterbenden Frau spricht, punktet der AVR-X2400H mit seiner charismatischen Stimmwiedergabe, die auch Facetten berücksichtigt – das gelingt sogar noch überzeugender als beim Vorgänger. 

Die diversen erbitterten Schlachten mit den Aliens werden mit hoher Dynamik und ausgezeichnetem Nachdruck präsentiert. So, als Steve den ihn verfolgenden Alien in seinem Jäger „zu Fall“ bringt. Die wilde Jagd durch enge Fels-Passagen mit schnellem Durchwechseln der Kanäle beweist uns, dass Denon das Ansprechverhalten der Endstufen hörbar verbessert hat. Konnte man dem AVR-X2300W noch eine leichte Trägheit vorwerfen, agiert der 2017er AV-Receiver direkter, impulstreuer.

Keine Probleme bereiten dem AVR-X2400H auch parallel stattfindende akustische Ereignisse. Stimmen in den Cockpits der Jets, Explosionen, durch die Luft fliegende Raketen: Gerade beim finalen Kampf der Erdenbürger gegen die feindlich gesinnten Außerirdischen verdeutlicht der Denon, dass er das „neue Gesicht“ in der 700 EUR Liga werden kann. So souverän und nachdrücklich, dabei gleichzeitig mit tadelloser Präzision: Die Auslegung des neuen Siebenkanal-AV-Receivers überzeugt ohne Einschränkungen. In allen Sequenzen wird überdies der Music Score wirkungsvoll eingearbeitet. 

Aufpolieren von Spotify-Tracks auf 5.1.2 mittels Dolby Surround

Erneut tut sich Dolby Surround als sehr guter und vor allem universell einsetzbarer Surround-Aufpolierer hervor. Wir hören das Sebastien Remix des Nalin&Kane-Evergreens „Beachball“ und stellen fest: Ein sehr überzeugendes Raumgefühl, auch in der Überkopf-Ebene, ein Bass, der sich präzise präsentiert, und kaum störender Hall. Natürlich – klassische HiFi- oder HiRes-Hörer, denen eine exakte Wiedergabe über alles geht, werden hier nicht glücklich. Wer aber einfach Spaß am Hören haben möchte, liegt hier richtig. „Millionen Farben“ von Gestört aber Geil verdeutlicht, dass der AVR-X2400H gerade bei aktuellen Club-Tracks richtig aufdreht.

Vergleichen wir Dolby Surround mit dts Neural:X, so liegt der Dolby-Aufpolierer in Führung, wenn man 2-Kanal-Material bearbeiten und für 5.1.2 „fit“ machen möchte. Weniger Substanz, ein Bass, dem es an Nachdruck fehlt: So gut dts Neural:X bei nativem Mehrkanal-Material, z.B. 5.1 Content, agiert – beim Aufpolieren von Stereomaterial sind Abstriche hinzunehmen. Souverän und lebendig hingegen wird „Waves“ (Nora En Pure) vom AVR-X2400H mit Dolby Surround-Algorithmus dargestellt. Die Endstufen erweisen sich ein weiteres Mal als belastbar und antrittsstark – so kann man festhalten, dass die Performance des Denon auch bei datenreduzierten Spotify-Tracks als überragend einzustufen ist. 

2-Kanal-Hi-Res-Audio-Wiedergabe

Setzt sich die Erfolgsgeschichte auch im 2-Kanal-Hi-Res-Betrieb fort? In Flac 48 kHz/24-Bit lauschen wir Diana Kralls Adaption von „California Dreamin“. Sehr problemlos erfolgt die Steuerung mit der HEOS App, sofort wurde unser 2400H erkannt, so loben wir uns das. Schnell konnten wir den gesuchten Titel finden, der 2400H reagiert sehr zügig auf alle per App gegebenen Befehle. Die Wiedergabe erfolgt mit ausgezeichneter Impulstreue über die nuLine 284 als Frontbox, klar kommt Dianas Stimme heraus, sie wird präzise vom instrumentalen Rest getrennt. Schneller Antritt und feinere Auflösung, das zeichnet den neuen Denon auch im Stereo-Betrieb aus.

Und auch das schnelle, aggressive „Changing Tide“ der Punk-Rocker von Bad Religion liegt dem AVR-X2400H – wieder eine Verbesserung, die man hören kann. Der neue 2017er AV-Receiver agiert schneller, unmittelbarer, bringt das an diesem Song Spezifische besser heraus. Die Aggressivität der E-Gitarre kommt sehr gut heraus, ohne dass der Denon es übertreibt. Pegelfest, mit bewundernswerter Gelassenheit, treten die Endstufen an.

Aber: Wer ordentlich Pegel einschenkt, muss, wie schon weiter oben angesprochen, damit rechnen, dass sich der AVR-X2400H deutlich erwärmt. Bei analogen Endstufen ist eine Erwärmung, auch in dem Umfang wie beim 2400H, völlig normal, da während des Verstärkungsprozesses ein gewisses Maß an Verlustwärme auftritt. Diese fehlt bei digitalen Endstufen beinahe völlig, dafür wird diesen, gerade bei günstigeren Varianten, oft eine gewisse synthetische Spielweise nachgesagt. Teure, große AVRs mit digitalen Endstufen sind mittlerweile klanglich exzellent, aber hier reden wir auch über Summen, die über 1.500 EUR betragen.

Videosektion

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Das Upscaling auf 4K gelingt dem AVR-X2400H sehr gut

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Verschiedene Bildprogramme anwählbar

Bei „Mission Impossible – Rogue Nation“ haben wir auch die Videosektion des AVR-X2400H unter die Lupe genommen. Das Upscaling von Full-HD auf 4K steht demnach nun auf dem Programm. 2016 hat sich hier nicht viel getan, der AVR-X2300W lieferte keine bessere Performance ab als der Vorgänger. Wie sieht es 2017 aus? Gleich schon in der kurzen Anfangssequenz zum „Wien-Kapitel“, als Wien bei Nacht gezeigt wird, erfreut uns der neue Denon AVR mit einem stabileren Bild. Die Bildmodi gefallen wie gehabt: Die ISF-Betriebsarten „Day“ und „Night“ sind für den jeweiligen Verwendungszweck sehr gut gelungen. Bei geringem bis gar keinem externem Lichteinfall würden wir, auch das ist nicht neu, stets „ISF Night“ dem ebenfalls verfügbaren „Movie“ Modus vorziehen.

Der AVR-X2400H liefert ein natürliches Bild, das hinsichtlich der visuellen Ausgewogenheit noch mehr überzeugen kann als früher. Wir notieren etwas mehr Plastizität und leicht gestiegene visuelle Dynamik. Die U-Bahnstation an der Wiener Oper wird detailreich präsentiert, besonders überzeugend schlägt sich der Denon, als die Rolltreppen aus der Vogelperspektive zu sehen sind. Hier steht das Bild komplett stabil, auch im hochfrequenten Bildbereich ist kein Zittern zu sehen. Das hat der AVR-X2300W in der identischen Sequenz nicht im selben Ausmaß geschafft.

Auch das Innere der Oper wird noch facettenreicher präsentiert. Größtes Plus des 2400H ist aber nicht der leicht gestiegene Detailreichtum, sondern auch hier die bessere visuelle Gesamt-Stabilität. Al sich Ethan hinter der Bühne bewegt, um seinen Widersacher zu suchen, punktet der AVR-X2400H mit enorm stabilem Bild ohne Artefakte oder Flimmern. Obwohl wir uns fast sicher sind, dass aus technischer Sicht nichts gravierendes „Neues“ Einzug in den Denon erhalten hat, schlägt sich der AVR-X2400H doch merklich besser als der Vorläufer und verdient sich auch hinsichtlich seiner Upscaling-Qualitäten eine große Empfehlung. 

Konkurrenzvergleich

Aufgrund der Tatsache, dass wir erst in Kürze weitere 2017er AVR-Modelle ähnlicher Preisklassen erwarten, findet unser Konkurrenzvergleich in wesentlichen Teilen noch mit 2016er Modellen statt. 

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Yamaha RX-V583

Ein 2017er Modell aus dem Hause Yamaha konnten wir schon etwas Probe hören. Aufgrund unterschiedlicher Bedingungen vor Ort aber ist dieser Vergleich höchstens als kleine Annäherung zu sehen. Den 569 EUR kostenden 7-Kanal AV-Netzwerk-Receiver RX-V583 haben wir bereits gehört, leider nicht den besser passenden RX-V683 (669 EUR). Der Yamaha bietet schon ein erstaunliches Niveau, mit straffem Bass und homoger Gesamtakustik. Der teurere Denon 2400H kommt noch etwas entschlossener zur Sache und offeriert noch etwas mehr Räumlichkeit. Genaue Eindrücke können wir erst nach einem Test des Yamaha RX-V683 (der, wie erwähnt, preislich und hinsichtlich der Ausstattung besser zum Denn passt) schildern.

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Denon AVR-X2300W

Der 2016er Denon AVR-X2300W zieht im Vergleich zum neuen Modell den Kürzeren. Das ist nicht immer so, keinesfalls kann man verallgemeinern, dass sich der Umstieg aufs neue Modell grundsätzlich lohnt. Beim Wechsel vom AVR-X2200W auf den AVR-X2300W war zwar etwas Feinschliff am 2300 zu erkennen, aber die Unterschiede vom 2300 auf den 2400 mit HEOS-Modul fallen – auch wegen des HOES-Moduls – gravierender aus. Mehr Punch, mehr Präzision, mehr Feingefühl, bessere Videosektion und mehr Ausstattung: Der AVR-X2400H lohnt sich. Zu erwähnen ist allerdings, dass der AVR-X2300W günstiger zu haben ist: Aktuelle Preise vom heutigen Tag (26. Juni 2017) zeigen 515 EUR für den 2300 (der schon mal billiger war) und 681 EUR für den aktuellen 2400H. 

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Pioneer VSX-1131

Der Pioneer VSX-1131 sorgt in unserem Test im Mai 2016 für Furore. Damals kostete er 649 EUR, heute sind es nur noch rund 460 EUR (Stand 26. Juni 2017), wenn man geschickt einkauft und auch bei der Farbe (lieferbar in silbern oder schwarz) flexibel ist. Für diesen Kurs ist der VSX-1131 nach wie vor eine erstklassige Wahl, mit üppiger Ausstattung, hoher Pegelfestigkeit, tadelloser Gesamtdynamik und enormer Räumlichkeit. Der AVR-X2400H liefert eine noch etwas bessere Feindynamik, räumlich eine leicht verbesserte Tiefenstaffelung, er kommt mit umfangreicherer Videosektion und der – was nur natürlich ist, da der 2400H aus dem Jahrgang 2017 stammt – moderneren Ausstattung. 

Fazit

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Der AVR-X2400H schlägt sich in unseren Testreihen glänzend. Er überzeugt schon durch die reichhaltige, erweiterte Ausstattung (HEOS-Modul, sehr gute Lautsprecher-Einmessung, 8 x HDMI, alle mit HDCP 2.2, kompatibel zu Dolby Vision, HDR10 und HLG wären hier stellvertretend genannt), ausgezeichnet verarbeitet und ist komfortabel in der Handhabung. HEOS App und die Denon AVR-App (die Tablet-Varianten der Apps sind übrigens auch für Amazon Fire Devices herunter zu laden) arbeiten gelungen „Hand in Hand“. Natürlich fehlt der bewährte Einrichtungsassistent (per GUI) auch 2017 nicht. Klanglich präsentiert sich der AVR-X2400H als äußerst gelungen und hörbar verbessert: Mehr Auflösungsvermögen über den gesamten Frequenzbereich, schnellerer, geschmeidigerer Antritt der sieben pegelfesten Endstufen und eine noch bessere räumliche Staffelung zeichnen den optisch nur maßvoll, aber trotzdem mit ansprechender Wirkung überarbeiteten AV-Receiver aus. Hinzu kommt eine gegenüber der Vorgängergeneration verbesserte Videosektion. 

Moderner, üppig ausgestatteter AV-Receiver mit exzellenter Akustik, sehr guter Videosektion und einfacher Handhabung
preisklassenreferenz
AV-Receiver Mittelklasse
Test 29. Juni 2017

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Philipp Kind
Datum: 29. Juni 2017

3 Monate Amazon Music Unlimited für 0,99 EUR




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