TEST: XTZ Spirit Sub 12 – kraftvoller Bass und zeitlose Eleganz zum Kampfpreis?

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Schon im 5.1-Ensemble-Test hat uns der XTZ Spirit Sub 12 überzeugt. Auf Wunsch des Herstellers folgt nun noch ein Einzeltest, um die Qualitäten des schwedischen Bass-Spezialisten noch präziser auszuloten. Fest stand schon damals, dass die Schweden für äußerst faire 495 EUR ein enorm interessantes Paket geschnürt haben, sowohl optisch als auch technisch. 

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Schick mit weißem Gitter, das sorgfältig mit Stoff bezogen wurde

XTZ-Spirit-SUB12-Rueckseite

Rückseite komplett

Der Spirit Sub 12 sieht sehr schick aus, und man würde nie darauf tippen, dass er sich preislich in eher niedrigeren Gefilden aufhält. Gut, das bei der weißen Variante ebenfalls in weißer Farbe gehaltene Lautsprecherschutzgitter haftet nicht magnetisch, sondern wird mittels vier Bolzen in den dafür vorgesehenen Vertiefungen arretiert. Aber das als ernsthaften Makel darzustellen, wäre etwas übertrieben. Alles andere gefällt richtig gut: Das mit Schleiflack überzogene Unibody-Gehäuse zum Beispiel und das sauber eingefügte Terminal auf der Rückwand, auf dessen nach Innen gerichteter Seite die gesamte Elektronik untergebracht ist. 

XTZ-Spirit-SUB12-Innenleben

Einfach aufgebaut, aber akustisch effektiv – Elektronik des Spirit Sub 12

Leistungsfähig ist der schwedische Bassist auf jeden Fall, denn der XTZ Spirit Sub 12 wird von einer kraftvollen 400 Watt Class D-Digitalendstufe (400 Watt maximale Leistung, 200 Watt Dauerleistung) befeuert. Das reicht problemlos auch für mittelgroße Räume aus. 

XTZ-Spirit-SUB12-Tieftoener

300 mm Membran, mit verantwortlich für den sehr guten Tiefgang

Eine 300 mm Long-Stroke-Membran aus einer speziell entwickelten Langfaser-Zellstoff-Mischung kommt als Treiber zum Einsatz. Mit an Bord ist auch ein sehr leistungsfähiges Magnetsystem. Der Frequenzgang bei +/- 3 dB reicht von 25 Hz bis 160 Hz, das kann man durchaus als sehr beachtlich bezeichnen. Der Spirit Sub 12  kann als Bassreflex-Subwoofer oder aber auch, wenn die Bassreflex-Öffnungen verschlossen sind, als Aktivbass mit geschlossenem Gehäuse verwendet werden. Dies sollte auch von der Akustik im jeweiligen Hörraum abhängig gemacht werden, wie man den Spirit Sub 12 betreibt. 

XTZ-Spirit-SUB12-Anschluesse-Bedienelemente

Zahlreiche, sinnvolle Einstellmöglichkeiten sind alles andere als selbstverständlich in der Preisliga um 500 EUR

Die Ausstattung des Spirit Sub 12 ist für die Preisklasse sehr reichhaltig. So finden sich drei unterschiedliche EQ-Modi (Reference, EQ1, EQ2), die jeweils unterschiedliche Schwerpunkte in der Abstimmung fokussieren. Die Betriebsart „Reference“ zeichnet sich für maximalen Tiefgang verantwortlich. Die EQ1 Einstellung ist so abgestimmt, dass störendes Dröhnen im Tiefbassbereich, leider ein bekanntes Problem, wirkungsvoll unterbunden wird. Das Bass wird besonders dann, wenn der Spirit Sub 12 in kleineren Räumen in direkter Wandnähe aufgestellt ist, exakter und konturierter. Die EQ2 Einstellung soll sich durch einen besonders nachdrücklichen Kickbass beweisen – extrem schnell und mit dem richtigen „Punch“, gerade für das Hören von Musik wichtig. Der Tiefbass wird, ebenso wie bei „EQ1“, etwas zurückgenommen, deutlich weniger Dröhnen ist die Folge. 

XTZ-Spirit-SUB12-Bassreflexrohre

Die Bassreflexrohre können auch verschlossen werden

Hinsichtlich der Bassreflex-Öffnungen gilt folgendes:

  • Bassreflexrohre – Hohe Frequenzen (offen / offen)
    Durch diese Einstellung wird ein punchiger und schneller Bass erreicht, welcher insbesondere in den „oberen“ Frequenzbereichen des Subwoofer auftritt.
  • Bassreflexrohre – Mittlere Frequenzen (geschlossen / offen)
    Durch diese Einstellung wird der Bass im „mittleren“ Frequenzbereich des Subwoofers erhöht.
  • Bassreflexrohre – Mittlere Frequenzen (offen / geschlossen)
    Durch diese Einstellung wird der maximale Tiefgang des Subwoofers erreicht.
  • Bassreflexrohre – Geschlossen (geschlossen / geschlossen)
    Durch diese Einstellung wird ein trockener und knackiger Bass erreicht.

Die vierte Einstellung ist gerade auch bei etwas problematischen Lokalitäten durchaus zu empfehlen.

Weitere Justage-Parameter:  Die Phase kann variabel von 0 bis 180 Grad eingestellt werden, die Übernahmefrequenz variabel in einem Spektrum zwischen 40 und 160 Hz. Im Standby-Modus werden nur 0,5 Watt verbraucht. Der Spirit 12 Sub ist mit seiner hochwertigen Schleiflack-Oberfläche ebenso wie die anderen Vertreter der Spirit-Baureihe als sehr edel zu bezeichnen. Er wiegt satte 24 kg und ist 365 mm breit, 490 mm hoch und 400 mm tief (Höhe inklusive Füße). 

Unser Fazit: Der XTZ Spirit Sub 12 hinterlässt einen ausgezeichneten Eindruck. Er ist fürs investierte Geld äußerst hochwertig verarbeitet, ansprechend ausgestattet und bietet eine kraftvolle Endstufe. 

Klang

Das Angebot an aktiven Subwoofern, die zum recht günstigen Kaufpreis schon Großes leisten, ist gar nicht einmal klein. Demnach befindet sich der XTZ Spirit Sub 12 durchaus in einem gut besetzten Umfeld. Wie versucht sich der Schwede, hier durchzukämpfen? Zwei Antworten sollen einen Hinweis darauf geben. Zum einen durch enorm hohe Ausgewogenheit von der grundsätzlichen akustischen Abstimmung her, zum anderen durch enorm hohe Flexibilität durch die weiter oben beschriebenen zahlreichen Einstellmöglichkeiten. 

Mit „hoher Ausgewogenheit“ meinen wir, dass man den XTZ bei praktisch jedem Quellmaterial bedenkenlos einsetzen kann. Ob Andrea Bocelli „Romanza“, beziehungsweise, im Duett mit Sarah Brightman, „Canto Della Terra“ singt, oder ob Trance-Tracks, gemixt vom Weltklasse-DJ Tiesto, durch den Hörraum donnern: Der Spirit Sub 12 behält immer die Kontrolle und hat die Gabe, sich ausgezeichnet zu integrieren. Er schafft eine offene, sauber gestaffelte Bass-Kulisse innerhalb der Front, und bedingt durch seine Möglichkeit, die Bassreflexrohre zu verschließen, ist der Bass auch in akustisch kritischen Räumen präzise und trocken. Die EQ2 Einstellung am Spirit 12 Sub sorgt für einen harten und zugleich exakten Kickbass, der auch im größeren Hörraum bis knapp 25 Quadratmeter noch eine durchsetzungskräftige Wirkung hat. Was die Behandlung von musikalischem Material angeht, lässt der Spirit Sub 12 wirklich kaum einen Wunsch offen: Die orchestrale Eröffnung von Wolfgang Amadeus Mozarts „Figaros Hochzeit“ belegt ebenfalls, dass der schwedische Subwoofer auch vor schwierigen Passagen nicht zurückschreckt und sich durch eine differenzierte, gleichzeitig zupackende Basswiedergabe auszeichnet.

Keinesfalls muss man – auch wenn es natürlich optisch schön aussieht und klanglich sehr gut passt – den Spirit Sub 12 zwingend mit anderen passiven XTZ Spirit-Boxen kombinieren. Der kombinationsfreudige aktive Bassist gibt sich stets von der besten Seite, so harmoniert der schicke Schwede auch mit Nubert nuLine-Lautsprechern erstklassig. Hören wir „Desperado“ von den Eagles (BD „Farewell Tour“ in dts-HD Master Audio), überzeugt uns der XTZ-Subwoofer ein weiteres Mal durch die harmonische Aufbereitung des Bassbereiches. Der Spirit Sub 12 verbindet zwei Dinge sehr geschickt: Einen runden, kultivierten Bass mit sehr guter Präzision, der aber gleichzeitig Emotionen weckt durch seine Kraft und seinen Nachdruck.

Gut, Musikmaterial ist die eine Seite der „Flexibilitäts-Medaille“ – wie sieht es bei kraftvollen Mehrkanal-Filmtonspuren aus? Hier haben wir einige „Benchmarks“ wie zum Beispiel die Kapitel „Die Invasion beginnt“ und „Der Krieg“ aus dem Marvel Action-Spektakel „Avengers“. Und gefürchtet ist die Sequenz, als eine gepanzerte Riesenechse aus dem schwarzen Loch mit ohrenbetäubendem Gebrüll entweicht. Hier sind viele aktive Subwoofer, die auch in deutlich höheren Preisklassen beheimatet sind, hinsichtlich ihres maximal möglichen Membranhubs am Ende. Gerade, wenn man noch in kinotauglicher Lautstärke hört, hissen die Bassisten die weiße Fahne. Wie schlägt sich der XTZ? Ein kurzes Anschlagen der Membran ist auch hier zu hören, aber: Geschickt bringt sich der Spirit-Subwoofer schnell wieder auf die richtige Spur zurück und produziert wieder satten Bass ohne Verzerrungen. Auch, wenn klar sein dürfte, dass Ausnahme-Subwoofer wie ein Nubert nuLine AW-1100 in dieser Sequenz nochmals mehr bieten (Chassis schlägt praktisch gar nicht an, noch mehr Tiefgang & Volumen), so brilliert der Spirit Sub 12 absolut.

Übrigens – der aktive Subwoofer, der das Auftauchen der Riesenechse akustisch mit am besten überhaupt dokumentiert, stammt auch von XTZ. Es handelt sich um den 2.000 EUR (sehr fair!) kostenden Tiefbass-Überflieger SUB 3X12, der ganz in Hollywood-Manier „Besser geht’s nicht“ als Motto für seine tieffrequenten Wiedergabequalitäten auf seine Fahnen geschrieben hat. Im weiteren Verlauf des „Avengers“ Spektakels tut sich der Subwoofer aus dem „hohen Norden“ durch akkurate Herausmodellierung auch komplexerer tieffrequenter Strukturen hervor, alle Arten von großen Effekten wie Schusswechsel oder Explosionen werden mit enormer Dynamik dargestellt. In Anbetracht der durchaus noch als kompakt zu bezeichnenden Gehäuseabmessungen ist der gebotene Tiefgang höchst beachtlich. Auch versierte Filmton-Liebhaber werden hier glücklich gemacht. 

Auch der Beginn von „Star Wars Episode 3“, als der riesige Sternzerstörer über den Bildschirm donnert, zeigt die Güte des Spirit Sub 12. Auch hier werden kaum Verzerrungen beim massiven Effekt erzeugt. Wir raten hier zu „EQ1“ als Einstellung am Spirit Sub 12. Die folgende Raumschlacht oberhalb des Regierungsplaneten Coruscant managt der schwedische Bass-Experte souverän. Dass auch parallel stattfindende tieffrequente Ereignisse einwandfrei auseinander differenziert werden, ist lobenswert und in der Preisklasse um 500 EUR keinesfalls selbstverständlich. Durch seine kompakten Abmessungen und seine zeitlos-schicke Optik kann man mit dem Spirit Sub 12 im Übrigen auch die Wohnzimmer-Surroundanlage bereichern. Wir denken sogar, dass das moderne Wohnzimmer der Haupteinsatzort für den aktiven Bass ist. Für den dedizierten Heimkinoraum hat XTZ andere Alternativen, wer nicht gleich den riesigen SUB 3X12 aufstellen möchte, findet zum Beispiel den ebenfalls außerordentlich leistungsstarken – dabei aber recht kompakten – Cinema 1X12 im XTZ-Sortiment, der mit rund 800 EUR ebenfalls eine Top-Leistung zum vergleichsweise kleinen Preis bietet. 

Fazit

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Der XTZ Spirit Sub 12 überzeugt im Einzeltest auf der ganzen Linie. Schicke Optik, hochwertige Verarbeitung, eine reichhaltige Ausstattung für große Flexibilität und ein kraftvoller, dabei gleichzeitig präziser Klang zeichnen den schwedischen Bassisten aus. Schwächen sucht man vergeblich. Natürlich, es geht in allen Belangen noch deutlich mehr, aber nicht zu einem Preis von mittlerweile unter 500 EUR. Die Konkurrenten sind ebenfalls stark, doch der XTZ sticht durch seine hohe akustische Harmonie und das absolut identisch gute Handling von Musik- und Filmmaterial aus der Menge hervor. Sehr gute Pegelfestigkeit und ein überragendes Differenzierungsvermögen bei parallel stattfindenden Basseffekten runden den eindrucksvollen Auftritt wirkungsvoll ab. 

So baut man aktive Subwoofer: Der XTZ Spirit Sub 12 vereint enorme Leistungsstärke und hochwertige Anmutung zum kleinen Kaufpreis
preisklassenreferenz
Aktive Subwoofer Mittelklasse
Test 20. Juni 2017

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 20. Juni 2017




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