Test: XTZ Subwoofer SUB 3X12 – Bass-Gigant mit 2.700 Watt Peak-Leistung für 2.000 EUR

XTZ Sub3x12 Front Seitlich3

Ein ganzer Kerl – oder besser gesagt drei ganze Kerle stecken im 2.000 EUR kostenden Monster-Subwoofer XTZ Cinema Series SUB 3X12. Warum gleich drei ganze Kerle? Weil sich gleich drei Basschassis im sauber verarbeiteten Gehäuse breit machen, und jeder dieser großen Basstreiber hat eine eigene Claridy Class D-Endstufe. Und wiederum jede dieser Endstufen ballert maximal 900 Watt Peak-Leistung in den Hörraum. Schnell noch rechnen, bevor der muskelbepackte Schwede loslegt, denn dann verschlägt es einem den Atem: 2.700 Watt Peak- und 1.500 Watt RMS-Leistung stellt der SUB 3X12 bereit.  Da wirkt die Performance vieler Wettbewerber bestenfalls wie ein laues Lüftchen. 

Die Folge der Muskelmasse: Pegel, bei denen einem Angst und bange wird. 120 dB (!!!) schafft der 71 kg wiegende aktive Bassist. „Alter Schwede“, möchte man da sagen, „großer Schwede“ passt besser: 1.130 mm hoch, 535 mm breit und 555 mm tief, überragt der Tiefbass-Meister viele modische, schicke, schlanke und ranke Standboxen problemlos und wird zum Staatsfeind Nr. 1 für viele Ehefrauen, denen eine geschmackvolle Optik im Haus über alles geht. Der Technik-Freund wird die professionell angehauchte Optik und die enorme Solidität des SUB 3X12 durchaus als geschmackvoll empfinden, aber Hand aufs Herz: Eigentlich gehört der SUB 3X12 ins dedizierte Heimkino. Und das sollte auch über 20 Quadratmeter messen, damit sich das tieffrequente Kraftwerk wohl fühlt. Die Verarbeitung selber ist makellos, hier lässt sich XTZ nicht das geringste zu Schulden kommen. Dass die Optik nüchtern geraten ist, mit riesiger, speziell schlitzförmig konstruierter Bassreflexöffnung vorn, nimmt der versierte Heimcineast gern in Kauf. 

XTZ Sub3x12 Front Seitlich4

Ohne Abdeckung – mit Logo auf den Membranen

Und der XTZ fühlt sich unter allen Quellmaterial-Bedingungen sehr wohl. Wir starten mit der „Lichtmond 3“ Blu-ray in DTS-HD Master Audio 5.1 und hören uns die ersten vier Titel an: „Nighflight To Chronos Part 1 und Part 2“, „Feel The Spirit“ und „Wheel Of Time“. Der SUB 3X12 läuft ohne Luft zu holen zu größtmöglicher Form auf: Was hier an Bassgewalt freigesetzt wird, ist zutiefst beeindruckend. Der starke Schwede geht spielerisch bis hinunter in den Frequenzkeller und bietet auch im sehr leistungsintensiven Tiefstbassbereich eine unglaubliche Performance.

Alle Bassanteile in den Lichtmond-Stücken, die von subtilen Elementen ganz tief unten bis hin zu harten Bässen höherer Frequenz reicht, werden in einer Qualität wiedergegeben, dass man nur erstaunt sein kann. Wir reden schließlich über einen 2.000 EUR Aktivsubwoofer. Das ist sicherlich viel Geld, aber es gibt aktive Subwoofer für weit mehr als das Doppelte, die Mühe haben werden, dem SUB 3X12 zu folgen.

Der Subwoofer in Bassreflex-Bauweise bietet verschließbare Bassreflex-Öffnungen, um unterschiedlichen Aufstellungs- und Raumbedingungen Rechnung zu tragen. Ganz gleich, wie und wo aufgestellt: Das Kraftwerk marschiert stets nach vorn. Bei „Lichtmond“ ist zudem die enorme Präzision zu loben. Wer denkt, dass die drei 30 cm Chassis zu träge für zügige Reaktionen sind, irrt. Auch kurze, trockene Bassimpulse gibt das Monster mit krassen 16 Hz unterer Grenzfrequenz wieder. 

XTZ Sub3x12 Tieftoener

3 x 30 cm Langhub-Chassis mit hochwertiger Konstruktion

Die drei 30 cm Chassis sind auf ein extrem geringes Gewicht hin optimiert, was für die tadellose Impulstreue sorgt. Gleichzeitig ist die Membran enorm steif, was dazu führt, dass auch bei hoher Belastung die Auslenkung noch sauber ist. Schnelligkeit und enorme Auslenkung bei gleichzeitig hoher Präzision sind die Vorzüge, das merken wir bei „Lichtmond“ deutlich. Natürlich ist es nicht die Membran allein – es gehört auch ein großzügig dimensionierter Magnet dazu. Maximal linearer Hub wird auch aufgrund des praktisch perfekt homogenen Magnetfelds erzeugt. Die Membrane selber bestehen aus Langfaser-Zellstoffmischgewebe.

Damit alles in der Praxis auch so funktioniert, wie sich das die XTZ-Techniker vorstellen, wird mittels eines Klippel-Laser-basierten Testsystems die Voraussetzung für perfekte Nutzung unter allen Bedingungen geschaffen. Die Schwingspule ist extrem widerstandsfähig und agiert auch bei hoher Temperatur souverän, das heißt: Kein Einbrechen bei hoher Lautstärke auch bei längerem Betrieb. Die hochwertige Gummisicke garantiert ebenfalls maximale Linearität über den gesamten Auslenkungsbereich, die Zentrierspinne aus spezieller Mischung aus Poly-Cotton und Nomex steht für enorme Leistungsfähigkeit. 

XTZ Sub3x12 Anschluesse Bedienelemente1

Anschlüsse und Bedienelemente hinten

Dass es kein Halten gibt, merken wir auch beim Intro des Within Tempatation-Livekonzertes „Black Symphony“ in DTS 96/24 5.1. Hier, gerade während des Intros, wird mit subtilem Tiefbass-Grollen und heftigen Bassattacken viel vom angeschlossenen Subwoofer verlangt. Und der SUB 3X12 lässt keine Zweifel daran aufkommen, dass er gewillt ist, auch bei enormem Pegel stets einen massiven, durchdringenden, aber stets präzisen Bass in den Hörraum zu werfen.

Mit verschiedenen, parallel stattfindenden Basseffekten kommt er ausgezeichnet zurecht und sichert immer ein hohes Maß an Differenzierung. Die schiere Wucht, die der Schwede ermöglicht, beeindruckt und lässt den Hörraum in den Grundfesten erzittern.  Und das Ganze geht dem SUB 3X12 so leicht von der Hand, als gäbe es nicht Einfacheres. Dadurch, dass jedes Chassis eine eigene Endstufe hat, kommt es zu keinerlei Leistungseinbrüchen, auch nicht bei hoher Belastung. 

Zeit, uns kurz die Anschlusssektion und Bedienelemente hinten anzusehen. Mit XLR-Eingang, XLR Direct Pass-Trough, zwei Cinch-Eingängen, variablen Reglern für Tiefpass, Phase und Pegel sind die Basisvoraussetzungen für eine stimmige Einbindung gegeben. Es gibt auch eine Automatik-Schaltung, hinzu kommen ein Low Pass-Filter (aktivier- oder deaktivierbar). Der Basslautsprecher bringt hinten (Metall-Kippschalter) einen speziellen Room Gain-EQ mit, der den Subwoofer entzerrt und etwas Tiefgang nimmt, damit es nicht zu raumakustischen Problemen kommt. Von 30 Hz bis 160 Hz geht dann der Frequenzgang, während in der Einstellung “Anechoic” der Frequenzgang von 19 Hz bis 160 Hz reicht. 

Der SUB 3X12 kommt mit jedem Quellmaterial hervorragend zurecht, so auch mit verschiedenen Titeln der Tiesto Blu-ray „Elements Of Life“ (DTS-HD Master Audio 5.1): „Back In Your Head“, „Adagio For Strings“ und „He’s a Pirate“ stellen nachhaltig unter Beweis, wie reaktionsschnell der große Bass-Bolide ist. Und es gibt Reserven,, die selbst den erfahrenen Hörer erstaunen, vor allem auch hier erneut der Hinweis, wenn wir bedenken, welcher Preisklasse der SUB 3X12 entstammt. Harte Kickbässe stellen für ihn kein Problem dar, die Membranen schlagen nicht an, auch dann nicht, wenn wir Pegel fahren, bei denen viele pegelfreudige Konkurrenten, zu denen so namhafte aktive Subwoofer wie der Teufel S 10000 SW oder auch der Nubert nuLine AW-1100 gehören, schon langsam Probleme anmelden und an Souveränität einbüßen.

Und selbst der Nubert nuLine AW-1500, seinerzeit einer der pegelfestesten Basslautsprecher überhaupt, muss der schieren schwedischen Gewalt beugen. Uns gefällt der AW-1500 so gut, dass wir bis heute noch einen besitzen, daran wird auch der SUB 3X12 nichts ändern. Aber was das Drei-Membran-Kraftwerk an strukturierter Gewalt bietet, ist schon schwer zu fassen. Trotz aller Kontrolle, der genialen DSP-Elektronik und der für seine Abmessungen enormen Pegelfestigkeit: Der Dali SUB-P10 DSS zieht auch den Kürzeren gegenüber dem SUB 3X12. Mit 2.199 EUR ist der Dali sogar noch etwas teurer, spielt aber dafür kultivierter auf und eignet sich auch sehr gut für Jazz oder Klassik. Und wohnraumtauglich ist er aufgrund seiner eleganten Erscheinung und der gemäßigten Abmessungen auch noch. 

XTZ Sub3x12 Innenleben Gesamt

Elektronik

XTZ Sub3x12 Innenleben3

Guter Aufbau, etwas viel Kontaktflüssigkeit

XTZ Sub3x12 Innenleben2

ELKOs

Wer es mit dem Begriff „Heimkino“ ernst meint, sollte sich den kraftvollen XTZ-Woofer erst recht anhören. Bei „Avengers“ und beim 007-Film „Ein Quantum Trost“ feuert der sorgfältig  8-fach lackierte Tiefgänger erneut Bass-Salven mit unnachgiebigem Druck in den Hörraum. Gehäusegeräusche treten dabei nie auf. Das ist Verdienst des massiven Gehäuses, das durch die Trapezform akustisch günstige Bedingungen bietet. Die MDF-Wände sind 25 mm dick, hinzu kommen Verstärkungen, die 40 mm Stärke aufweisen. Frontwand und Boden des Gehäuses sind jeweils 55 mm stark. Schall, der nach hinten abgestrahlt wird, wird durch das üppig verwendete Dämmmaterial absorbiert.

Das große Gefecht mit den Aliens in „Avengers“ lässt jedenfalls wieder keine Zweifel an der Aussage zu, dass es sich beim SUB 3X12 um einen extrem leistungsfähigen Basslautsprecher handelt, der zum Beispiel auch dann nicht nachgibt, als die gepanzerte Riesenechse unter ohrenbetäubendem Gebrüll aus dem schwarzen Loch auftaucht. Hier schlagen oft die Membranen an, und es kommt zu Verzerrungen.

Nicht so beim SUB 3X12 – hier wird diese Sequenz mit vollem Nachdruck und mit exzellenter Klarheit übertragen. Kein Anschlagen, keine Verzerrungen, nur purer Bass – so schätzt dies der Heimkino-Experte. Doch auch in den anderen Sequenzen präsentiert uns der SUB 3X12 sein Können – so bei Explosionen, durch die Gegend fliegenden Autos und auch bei harten Faustschlägen. Ganz gleich, wie zeitlich umfassend das gerade anliegende Basssignal ist – der XTZ-Woofer gibt es exakt richtig wieder. Das hätten wir nicht von einem so ausladenden Subwoofer erwartet, dass er auch bei kleinen Basseffekten mit korrektem Timing zur Stelle ist. Dank der schon erwähnten, schlitzförmigen Bassreflexöffnung gibt es nahezu keine Ströumungsgeräusche. 

Die wilde Verfolgungsjagd rund um den Gardasee zu Beginn von „Ein Quantum Trost“ stellt den XTZ auch nicht vor unerwartete Probleme. Als der eine Alfa Romeo 159 der Bond-Jäger in einen entgegenkommenden LKW kracht, stellt der SUB 3X12 umgehend ein nachdrückliches, präzise strukturiertes Fundament zur Verfügung. Und auch, als der Landrover Defender der Carabinieri erst in die Hausmauer donnert und dann den Abhang herunterrollt, ist der Subwoofer zur Stelle und setzt den gesamten Hörraum, der gern auch über 30 Quadratmeter groß sein darf, nachhaltig unter Druck. Alles, was der SUB 3X12 macht, wirkt so leicht, so locker – nie scheint sich der Schwede über Gebühr anstrengen zu müssen. 

Fazit

XTZ Sub3x12 Front Seitlich2

Insgesamt ist festzustellen, dass der XTZ SUB 3X12 für 2.000 EUR Kaufpreis ein Optimum bietet. Sicherlich, seine Optik und die Abmessungen sorgen für gewisse Einschränkungen hinsichtlich der Nutzungsmöglichkeiten, aber wahre Heimkino-Liebhaber mit eigenem Raum wird das kaum abschrecken. Der Schwede ist robust verarbeitet, auch im Detail, und liefert bei Pegelfestigkeit, Nachdruck, Tiefgang und Volumen durch die Bank Spitzenleistungen ab. Mehr aktiver Subwoofer dürfte für weniger Geld kaum zu bekommen sein. Auch, wenn er schon recht dominante XTZ für Klassik- und Jazz-Freude vielleicht nicht die erste Wahl ist, so bringt er für einen fairen Kaufpreis „tieffrequentes Leben“ in nahezu jedes Heimkino. 

Erstklassiger, extrem pegelfester und nachdrücklich agierender Aktivsubwoofer zum sehr günstigen Kaufpreis
preisklassenreferenz
Aktive Subwoofer bis 2.000 EUR
Test 12. Mai 2015

+ Pegelfestigkeit ist sensationell
+ Erstklassiger Tiefgang
+ Enorme Dynamik
+ Impulstreu trotz großer Treiber
+ Solide Verarbeitung
+ Für Leistungklasse und Konstruktionsaufwand sehr günstiger Preis

– Optik wirkt sehr nüchtern

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 12. Mai 2015




Alle aktuellen Tests auf AREA DVD
  ZURÜCK