TEST: XTZ 99.25 & Sub 8.17 – Empfehlenswertes 2.1-Lautsprechersystem aus Schweden?

XTZ Sub 8.17 99.25 LCR Gruppenbild2

Die Standlautsprecher der 99-Serie der schwedischen Lautsprecher-Experten von XTZ haben uns vollends überzeugt: die 99.36 FLR konnten sich damals sogar einen Platz auf unserer Bestenliste im Jahr 2015 sichern. Ein weiteres Familienmitglied aus dieser Baureihe haben wir bisher allerdings übersehen, die Regallautsprecher 99.25 (MK3). Zeit, die für 495 EUR erhältlichen 2-Wege-Lautsprecher genauer zu begutachten. Schwarz hochglanz und weiß matt steht zur Wahl, wir haben uns für die weiße Variante entschieden.

Auch, weil wir den Sub 8.17 in mattem Weiß zur Unterstützung der recht kompakten 99.25 eingeladen haben. Der kleinste aus der Subwoofer-Reihe X.17 mit 8 Zoll Chassis kostet gerade einmal 345 EUR – und sollten der Sub 10.17 und Sub 12.17 auch nur annähernd ein Anhaltspunkt bezüglich seiner Leistungsfähigkeit sein, darf man viel erwarten.

XTZ 99.25 LCR Gruppenbild2

XTZ 99.25 mit und ohne Frontabdeckung

XTZ 99.25 LCR Hochtoener

Bändchen-Hochtöner

XTZ 99.25 LCR Tieftoener

Tiefmitteltöner

Trotz ihrer kompakten Größe trumpfen die 99.25 mit sehr hochwertigen Komponenten auf. Der integrierte Bändchen-Hochtöner, der zudem aus der Fountek-Schmiede kommt, fällt Kennern sofort auf. Der 180 mm Tiefmitteltöner, der aus einem Verbund von Magnesium und Naturkautschuk besteht, wird von SEAS gefertigt. Die Chassis sind absolut sauber integriert, der Bändchenhochtöner von einem Metallgitter gut geschützt. Stört man sich an der sichtbaren Verschraubung der Töner, bringt man die mit schalltransparentem Akustikstoff versehene Frontabdeckung an. Die solide Holzkonstruktion wird von sechs Magneten gehalten und positioniert sich daher auch automatisch korrekt.

XTZ 99.25 LCR Front Seitlich1

Seitliche Ansicht eines einzelnen 99.25 Lautsprechers

Wie eingangs erwähnt, sind die 99.25 Regallautsprecher in schwarzem Klavierlack und weißem Schleiflack zu haben. Die Oberfläche unserer Testmodelle ist hervorragend verarbeitet und sauber poliert. Die seitlichen Kanten sind leicht gerundet und machen ebenfalls einen exzellenten Eindruck, auch die Oberflächenqualität der Rückseite, der häufig etwas weniger Aufmerksamkeit geschenkt wird, können wir als makellos bezeichnen.

Wer die kompakten Schallwandler einmal anhebt, erlebt eine Überraschung. Satte 11kg bringt nur eine der 99.25 Regallautsprecher auf die Waage. Selbstverständlich tragen die Chassis zum Gewicht bei, der Großteil aber ist auf die massive Gehäusekonstruktion inklusive interner Verstrebungen zurückzuführen. Als Standfüßchen sind an der Unterseite konventionelle Gumminoppen angebracht, die für eine gute Standfestigkeit sorgen.

XTZ 99.25 LCR Rueckseite Seitlich

Rückseite

XTZ 99.25 LCR Bassreflexrohr

Bassreflexöffnung an der Rückseite

XTZ 99.25 LCR Anschluesse Rueckseite

Lautsprecher-Terminals und Möglichkeiten der Klanganpassung

Die 99.25 sind Bi-Amping- und Bi-Wiring-fähig, solide Schraubterminals befinden sich an der Rückseite. Eine Besonderheit stellen die darüber liegenden Möglichkeiten der Klanganpassung mithilfe von Steckbrücken dar. Hier kann man den Hochtonbereich um +3dB anheben oder um -2 bzw. sogar -4 dB absenken. So kann man das Klangerlebnis nicht nur dem eigenen Geschmack nach, sondern auch den Gegebenheiten des Raumes anpassen. In hellhöriger Umgebung empfiehlt es sich womöglich, den Hochtonbereich ein wenig zu dämpfen. Außerdem liegen den Lautsprechern Stopfen für die Bassreflexöffnung bei, um eine geschlossene Konstruktion weitestgehend zu realisieren.

XTZ Sub 8.17 Front Seitlich3

XTZ Sub 8.17

Auch der Sub 8.17 macht bezüglich seiner Oberflächenqualität eine hervorragende Figur. Die Kanten sind gerundet und die Standfüße sind aufgrund der erforderlichen Bodenentkopplung etwas größer ausgefallen. Zusätzlich zu Weiß matt und Schwarz hochglanz ist der Sub 8.17 auch noch in einer mattschwarzen Lackierung erhältlich. Das Gehäuse besteht aus 25mm starkem MDF und auch hier sorgen interne Verstrebungen für hohe Stabilität. Die Chassis und die Bassreflexöffnungen sind sauber integriert, die Frontabdeckung mit schalltransparentem Akustikstoff wirkt robust und kann problemlos abgenommen werden. Bei der weißen Variante des Sub 8.17 ist auch  die Abdeckung in weiß, ein wenig scheint die schwarze Membran und die schwarzen Bassreflexöffnungen aber durch.

XTZ Sub 8.17 Tieftoener

200mm Tieftöner

XTZ Sub 8.17 Bassreflexrohre

Bassreflexöffnungen

XTZ Sub 8.17 Innenleben1

Innenleben

Das 200 mm messende Chassis des Tieftöners im Sub 8.17 besteht aus polymerverstärkter Baumwolle und ist für großzügigen Hub optimiert. Ein 200 Watt Class D-Verstärker dient als Antrieb des 13 kg schweren Tieffrequenzemitters. Mit Abmessungen von 260 x 335 x 360 mm (BxHxT) wirkt er sehr kompakt und passt hervorragend zu unseren Regallautsprechern – einzig die unterschiedliche Farbgebung der Lautsprecherabdeckungen muss man in Kauf nehmen.

XTZ Sub 8.17 Rueckseite Seitlich2

Rückseite des Sub 8.17

XTZ Sub 8.17 Anschluesse Rueckseite

Anschlüsse und Bedienelemente

Auch die Rückseite des XTZ Subwoofers weist solide Verarbeitungs- und Materialgüte auf. Neben den Cinch-Anschlüssen ist auch ein Hochpegeleingang vorhanden. Außerdem Drehregler für Lautstärke, Übergangsfrequenz, Phase und die EQ-Einstellung. Zusätzlich zu den drei Equalizern sind dem Subwoofer Stopfen für die Bassreflexöffnungen beigelegt, die die Öffnungen verschließen und dem Sub 8.17 die Klangcharakteristik eines geschlossenen LFEs verleihen sollen. Die Charakteristik kann auch durch das Verschließen von nur einer der Öffnungen beeinflusst werden. Inwiefern sich dies auswirkt, ist in der Bedienungsanleitung ausführlich beschrieben – z.B. kann man den Sub 8.17 auf maximalen Tiefgang, hohe Geschwindigkeit oder besonders trockenen Bass hin individualisieren.

Auch die EQ-Einstellungen dienen der individuellen Anpassung. Die „Standard“-Einstellung „REF“ realisiert maximalen Tiefgang und ist ideal für Räume geeignet, die bereits eine gute akustische Ausgangslage bieten oder bereits optimiert worden sind. „EQ“ verhindert störendes Dröhnen und ist besonders in kleineren Räumen und bei wandnaher Aufstellung empfehlenswert. „EQ2“ sorgt für kräftigsten Kickbass mit viel Punch und hoher Geschwindigkeit.

Klang

Mozarts Violinkonzert der „2L – The Nordic Sound“ Blu-ray macht den Anfang unserer Klangtestreihen. Gespielt wird das Konzert no. 4 in D-Dur von Marianne Thorsen und den Trondheim Solistene – für die akustische Demonstration zeichnen sich die XTZ 99.25 sowie der Sub 8.17 verantwortlich, den wir aber für die ersten Sequenzen deaktivieren. Den Regallautsprechern gelingt ein sehr schwungvoller und dynamischer Einstieg in die Saitenklänge, gleichzeitig wird auch ohne Subwoofer ein solides Fundament und eine atmosphärische Dichte geboten, die dem Konzert-Feeling Leben einhaucht. Aktuell verwenden wir die 99.25 ohne Verwendung der Steckbrücken, also in neutraler Stellung. Der Hochtonbereich ist sehr detailliert und fein ziseliert, aber nicht unangenehm. Wir können aber nachvollziehen, dass der ein oder andere hier vielleicht im hellhörigen Raum um ein paar dB absenken möchte, in unserer akustisch optimierten HiFi-Höhle ist das aber nicht notwendig. Auch bei hohem Pegel werden die hohen Violinenklänge nicht unangenehm. Exzellent löst sich das Geschehen von den Lautsprechern und es entwickelt sich eine weitläufige Räumlichkeit. So hat auch die Instrumentalstaffelung ausreichend Platz, sich entsprechend zu entfalten. Die einzelnen Instrumente können ausgezeichnet lokal zugeordnet werden.

Beim Zuschalten des Subwoofers ist die Unterstützung in den tiefsten Bereichen auch für weniger versierte Ohren recht schnell zu erkennen. Bei korrekter Einstellung des Subwoofers agiert dieser aber sehr chirurgisch und übertüncht nicht andere Frequenzbereiche. Besonders am Tiefgang und dem ausgeprägteren Volumen im oberen Bassbereich werden die Benefits hörbar. Erfreulicherweise agiert der Sub 8.17 ähnlich schnell wie die Regallautsprecher, so dass eine hervorragende Kombination entsteht. Bei der Experimental-Percussion-Musik von Nordheim wird der positive Einfluss des Subwoofers noch deutlicher. Die Regallautsprecher agieren mit hoher Geschwindigkeit und erfassen selbst kleinste Details, der Sub 8.17 sorgt dann dafür, dass auch beim unterschwelligen Grollen der tiefsten Regionen keine Feinheiten verloren gehen. Zudem arbeitet er ebenfalls sehr präzise und die vorhandenen Strukturen der einzelnen Bassbereiche sauber heraus.

Eine exzellente Figur macht die Subwoofer-Regallautsprecher-Kombi auch beim Konzert der Farewell-Tour der Eagles in Melbourne. Die 99.25 bieten hohe Authentizität, versprühen aber gleichzeitig eine schwunghafte Lebendigkeit, die den Zuhörer in ihren Bann zieht. Fein detailliert für den aufmerksamen Hörer, aber ebenso unangestrengt und angenehm, dass man auch längere Zeit die Musik „nebenher“ genießen kann, sehr gefällig eben. Hervorheben möchten wir auch wieder die Spritzigkeit der Komponenten, auch der Subwoofer gehört hier dazu. Hohe Impulstreue garantiert einen knackigen Tieftonbereich, der nur bei Bedarf zur Geltung kommt. Die Mitten sind ausgeprägt, wenn man die Stimmcharakteristik bei Heartache Tonight bei manchem Standlautsprecher noch ein wenig natürlich und fein ziselierter kennt. Was Geschwindigkeit und Bühnenstaffelung sowie die Loslösung des Klanggeschehens vom Lautsprecher angeht, suchen sie in dieser kompakten Größe ihresgleichen.

Auch beim Klassiker „Hotel California“ haben wir kaum etwas auszusetzen. Das Posaunenintro kommt mit der entsprechenden Schärfe eines Blechbläsers, wird aber auch bei hohem Pegel nie unangenehm. Überhaupt ist die Souveränität, mit der die kompakten Regallautsprecher bei hohem Pegel in einem vergleichsweise großen Raum aufspielen, ausgezeichnet. Der unverkennbare Klang einer Stahlsaitengitarre wird gut erfasst und auch die einzelnen Elemente des Schlagwerks geraten nie in den Hintergrund.

Wir schalten noch einen Gang zu und lassen die brachialen Metal-Sounds von Metallicas „For Whom The Bell Tolls“ erschallen. Der Titel ist eine echte Herausforderung für den kompakten Subwoofer, der diese bedenkenlos annimmt und enorme Bassgewalt für ein 8-Zoll Chassis entwickelt. Der Subwoofer bleibt weitestgehend präzise und wirkt erst bei sehr hohem Pegel überfordert. Bis dahin liefert er ein voluminöses Fundament mit präzisen Kickbässen. Er arbeitet weiterhin ausgezeichnet mit den beiden Regallautsprechern zusammen und ein stimmiges, balanciertes Gesamtbild entsteht. Die massiven Tiraden des Schlagzeugs stehen hier klar im Fokus, die übrigen Instrumente geraten aber nur geringfügig in den Hintergrund, auch bei der Vokalstimme müssen wir den Regallautsprechern keinerlei Vorwürfe machen. Die Komplexität des Geschehens stellt die hohe Impulstreue der Komponenten nicht in Frage, die 99.25 bleiben flexibel, schnell und präzise in allen Frequenzbereichen.

Zum Abschluss gönnen wir uns noch die Element of Life-Tour von Dj Tiesto in Kopenhagen und fordern sowohl die 99.25 Regallautsprecher als auch den kompakten Sub 8.17 noch einmal richtig. Die weitläufige Bühne und sehr gute Räumlichkeiten bestätigt sich hier erneut, die Großhallen-Club-Atmosphäre kommt hervorragend zur Geltung und die kompakte Lautsprecher-Kombination scheint dabei noch nicht einmal überdurchschnittlich stark bemüht. Der Subwoofer liefert mit hoher Impulstreue und knackigem Kickbass eine exzellente Performance ab. Sicher kann man hier noch steigern, gerade was Volumen und Tiefgang betrifft, für die Größe – und besonders wenn man den günstigen Preis des kleinen Basskraftwerkes bedenkt – kann man hier nicht annähernd Kritik üben. Die Synthesizer-Elemente sowie auch die Vokalstimme von Sara&Teagan bei „Back in Your Head“ sind sehr gut in die räumliche Kulisse integriert und verleihen dem Gesamtbild noch mehr Lebendigkeit.

Konkurrenzvergleich
  • Teufel Definion 5S: Knapp 2.000 EUR Paarpreis ist für die gebotene Leistung absolut in Ordnung. Die großvolumigen Bookshelfs sind keinesfalls auf den Support durch einen separaten aktiven Subwoofer angewiesen, sondern bestechen auch für sich betrachtet durch den runden, kräftigen sowie präzisen Bass. Noch mehr Lebendigkeit im Hochtonbereich, noch mehr feindynamische Raffinesse sowie eine noch etwas weitläufigere Räumlichkeit machen klar, warum die Definion 5S nochmals teurer ist als die XTZ-Kombination aus aktivem Subwoofer und Regallautsprechern. 
  • Nubert nuVero 60: Mit 1.570 EUR Paarpreis ist die nuVero 70 für ihre Leistung ebenfalls fair kalkuliert. Hochwertige Technik, enorme Belastbarkeit und die Nubert-typische hochwertige Verarbeitung sprechen für die schwäbische Alternative. Klar ist aber auch, dass die ebenfalls akustisch sehr talentierte  99.25 von XTZ zusammen mit dem kleinen aktiven Sub 8.17 eine durchaus verlockende, weil voluminös und komplett aufspielende Alternative darstellt. Der Sub integriert sich äußerst harmonisch zwischen die beiden ebenfalls ausgesprochen gut verarbeiteten Regallautsprecher, und das gesamte Volumen weiß zu begeistern. Gerade für nicht so leistungsstarke Stereoverstärker/Stereoreceiver ist die XTZ-Alternative ausgezeichnet geeignet. 
Fazit

XTZ Sub 8.17 99.25 LCR Gruppenbild1

Zum vergleichsweise günstigen Kaufpreis erhält man mit der Kombination aus den Regallautsprechern 99.25 und dem aktiven Subwoofer 8.17 ein leistungsstarkes 2.1-Ensemble, das mit vielen Stärken glänzen kann. Der kleine Subwoofer gibt sich akustisch erwachsen und offeriert einen tadellosen Nachdruck, überdies agiert er präzise und gliedert sich stimmig zwischen die beiden 99.25 ein. Die schmucken Regallautsprecher im Unibody-Design liefern eine tadellose Detaillierung, eine angenehme Tonalität sowie eine authentische Räumlichkeit. Bilanzierend also eine ausgezeichnete, sehr empfehlenswerte Kombination. Da der Subwoofer auch über Hochpegelanschlüsse verfügt, ist ein Subwoofer-Vorverstärkerausgang für die Einbindung nicht zwingend notwendig. Die Verarbeitung der XTZ-Komponenten überzeugt uns wie gewohnt. 

Hochwertige Verarbeitung, erstklassiger Klang und günstiger Kaufpreis: XTZ bietet mit 99.25 und Sub 8.17 ein rundherum gelungenes 2.1 Ensemble an
preisklassenreferenz
2.1-Systeme bis 1.500 EUR
Test 03. Juni 2016

Test: Philipp Kind
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 03. Juni 2016




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