TEST: Teufel MusicStation – Bluetooth/CD-Komplettanlage mit FM-RDS-Radio und USB-Port

Teufel MusicStation Front Seitlich3

Dass Teufel mehr und mehr optisch sehr schicke Produkte auf den Markt bringt, die trotzdem nichts an der „typisch Teufel“-Klangstärke eingebüßt haben, hat sich mittlerweile herumgesprochen. Besonders elegant kommt die neue „MusicStation“ für 350 EUR daher, die sich keinesfalls hinter den Produkten der Brands, die traditionell für bestes Design stehen, verstecken muss.

Teufel MusicStation Bedienelemente

 Beleuchtete Touch-Bedienelemente

Teufel MusicStation Wandhalter

Wandhalterung

Mit ordentlicher Materialqualität, gut auflösendem Display und insgesamt engen Spaltmaßen wird dokumentiert, dass man sich in Berlin verstärkt um die anspruchsvollen Kunden als Käufer bemüht. Die ordentliche mitgelieferte Fernbedienung ist nicht einfach ein liebloser Bedienriegel, sondern passt bezüglich der optische Gestaltung sehr gut zum Hauptgerät.

Teufel MusicStation Display

 Gerätedisplay mit ordentlicher Auflösung 

Teufel MusicStation Fernbedienung

 Attraktive Fernbedienung mit hohem praktischen Nutzwert

Teufel MusicStation Disc Einschub

 Disc-Einschub als Slot-In-Laufwerk

Wie es sich für ein Teufel-Device gehört, ist aber auch die technische Ausstattung ansprechend. Bluetooth 3.0, USB, ein RDS-UKW-Radio, damit man die MusicStation auch als modernes Küchenradio verwenden kann, und ein CD-Laufwerk, damit man die geliebten Silberlinge auch noch mit Berliner Sound wiedergeben kann. Zwei Sidefire-Subwoofer plus zwei Chassis an der Frontseite sollen die akustische Kompetenz Teufels auch in diese Geräteklasse holen. Wer das Designerstück im Übrigen an der Wand anbringen möchte, was sich aufgrund der Optik durchaus anbietet, kann dies ebenfalls dank der mitgelieferten Halterung tun. Um die Flexibilität zu steigern, kann die Uhrzeit angezeigt werden, ebenfalls gibt es eine Alarmfunktion, und wenn man niemanden beim Hören stören möchte, nutzt man den vorhandenen 3,5 mm Kopfhörerausgang. Vorhanden ist auch eine Ein-/Ausschaltautomatik, und Ausschalten kann sich bei Nichtgebrauch durchaus lohnen: Nur 0,4 Watt Stromverbrauch im Standby-Betrieb. Mit Abmessungen von 14,2 cm (Tiefe), einer Breite von 52 cm und einer Höhe von 15,7 cm erweist sich die MusicStation als recht kompakt. Das Gewicht liegt bei 4,2 kg. 

Teufel MusicStation Tieftoener2

 Seitliche Tieftöner für tadellosen Bassdruck

Teufel MusicStation Anschluesse Unterseite

Anschluss für externes Netzteil, FM-Antennenbuchse für Radiotuner

Teufel MusicStation Anschluesse Seitlich

 Seitliche Anschlüsse, 3,5 mm Kopfhörer, AUX IN 3,5 mm, USB

Zu den technischen Einzelheiten. Ein maximaler Schalldruck von 94 dB/1m kann erzeugt werden, der Frequenzbereich, der dargestellt wird, reicht von 60 Hz bis 20 kHz. Die beiden Tieftöner weisen 100 mm Durchmesser auf, die Membran besteht aus beschichteter Zellulose. Die zwei Breitbänder, die nach vorn abstrahlen, haben 63 mm Durchmesser, auch hier kommt eine Zellulosemembran zum Einsatz. Damit unter allen Bedingungen ein klarer Klang gewährleistet ist, arbeitet die MusicStation als geschlossenes 2-Wege-System. Bassreflex-Systeme weisen zwar oftmals mehr Volumen im Bassbereich auf, durch die Öffnung des Bassreflexrohres aber können sich auch kleinere akustische Disharmonien einschleichen, z.B. wenn die Öffnung auf der Rückseite untergebracht ist und das Device direkt an der Wand steht.

Das Netto-Innenvolumen liegt bei 5 Litern, für die nötige Kraft sorgt ein Class D-Verstärker im 2.1-Layout. 26 Watt maximal und 20 Watt sinus für den Subwooferkanal und 2 x 12 Watt maximal beziehungsweise 2 x 10 Watt für die Satelliten beweisen, dass es Teufel ernst meint mit dem Versprechen, einen kräftigen, dynamischen Sound bieten zu wollen – man spricht sogar auf der Website stolz vom „stärksten Bass seiner Klasse“. Den kann man auch beim Radio hören erleben, das schon erwähnte UKW-RDS-Radio bringt sogar satte 40 Stationsspeicher mit, das reicht auch für eine größere Auswahl an Lieblingssendern. Je nach Genre, kann man die vier EQ-Programme der MusicStation einsetzen: Rock, Pop, Jazz und Classical lassen sich direkt über die praktische Fernbedienung aktivieren. Die Fernbedienung verfügt über richtige Tasten anstatt fummeliger Folientasten. Die einzelnenn Tasten sind zwar etwas klein, dafür aber sogar gummiert, dass man nicht abrutscht. 

Und wie klingt Teufels aufwändig aufgerüsteter Schönling nun in der Praxis? Wir spielen über Bluetooth zu und freuen uns über die problemlose, schnelle Kopplung. Dass NFC fehlt, sehen wir nicht als echten Nachteil, wir sind uns ziemlich sicher, dass außer absoluten Technik-Freaks ohnehin kaum jemand dieses Feature nutzt, und auch ohne NFC ist die Kopplung ein Kinderspiel. Die BT-Verbindung steht stabil, es kommt nicht zu unschönen Aussetzern.

Bei „License To Kill“ von Gladys Knight erfreut uns der klare, nachdrückliche Klang – mit der Bassqualität hat Teufel beileibe kein leeres versprechen abgegeben. Der Bass hat Kraft, der Tiefgang überrascht, und das Volumen ist hervorragend für ein Device dieser Klasse. Die Stimme der Sängerin wird lebendig und sogar mit nachvollziehbarer Struktur wiedergegeben. Was mit „nachvollziehbarer Struktur“ gemeint ist? Die Stimme bringt Charisma und sorgfältigen Aufbau mit, das Ergebnis ist durchaus kultiviert und keinesfalls oberflächlich und emotionslos.

„All Time High“ ist vermutlich das Lieblingslied kolumbianischer Drogendealer, aber für einen so finsteren Hintergrund viel zu schade. Das emotionsgeladene Titellied, gesungen von Rita Coolidge, stammt aus dem 007-Streifen „Octopussy“ mit Maud Adams als Bond-Girl, die das Glück hatte, diesen Job nach dem „Mann mit dem goldenen Colt“ zum zweiten mal machen zu dürfen – beide Male an der Seite von Roger Moore. Teufels modernes Küchenradio ist weit mehr als das – es ist eine vollwertige, kompakte Musik-Zentrale, mit erneut hervorragendem Bassbereich und einer Pegelfestigkeit, von der die Konkurrenz nur träumen kann. Souverän, kraftvoll, dynamisch – Teufel führt die meisten Kontrahenten gnadenlos vor, zumal auch der Hochtonbereich frei aufspielt und nicht muffig-bedeckt auftritt. 

Richtig gefordert wird der Teuflische Spaßbringer bei „The Biz“ von TwoLoud. Das bassstarke Stück, enthalten z.B. auf der Kontor 2015.01 Compilation, bereitet der MusicStation überraschenderweise gar keine Probleme. Der Bass wird exakt getroffen und weist sogar eine gewisse Härte auf. Klar, unten herum fehlt es schon etwas, aber da muss man schon mit richtigen Kalibern an Anlage auffahren, um aus diesem Track alles herauszuholen. Die elektronischen Effekte werden bis weit in den Hörraum gewuchtet, also ist es auch um die Räumlichkeit sehr gut bestellt.

Die beiden Tracks „Won’t Look Back“ von Duke Dumont und „Runaway“ von Galantis zeigen das außerordentliche Können der MusicStation ebenfalls auf. Vor allem die gebotene Dynamik ist im höchsten Maße überraschend: Es geht „richtig zur Sache“, da brennt richtig Feuer – und nicht nur ein müder Aufguss, der vielleicht einigermaßen homogen klingt, aber keinen vom sprichwörtlichen Hocker reißt. Der Bass schiebt, natürlich sollte man nicht zu weit von der MusicStation weg sein, richtig nachdrücklich an – wir sind begeistert. Das hätten wir, obwohl wir durchaus von den klanglichen Qualitäten von Teufels Produkten überzeugt sind, in diesem Umfang nicht erwartet.

CDs wiedergeben kann die MusicStation auch – also rein mit dem Silberling. Bitte mit der silbernen Seite zum Anwender hin, dann geht es, akustisch zunächst untermalt von einem etwas kräftigen Einlesegeräusch, auch flott los. Wir checkten „Sounds Like A Melody“ von Alphaville, und auch bei diesem 80er Jahre-Hit überzeugt uns die MusicStation: Wieder ist es die dynamische und gleichzeitig kultivierte Wiedergabe, die uns für die Berliner Klang-Komplettlösung einnimmt. Man vermisst nichts – es ist Substanz vorhanden, Ausdruckskraft, und erstaunlicherweise auch ein gerüttet Maß an Präzision. „Don’t Break My Heart“ von Den Harrow bringt die MusicStation ebenfalls nicht aus dem Konzept – klar, lebendig, nie aggressiv, selbst dann nicht, wenn der Pegel deutlich wächst – man kann das Device wohl tatsächlich schwer auf dem „falschen Fuß“ oder besser „auf dem falschen Chassis“ erwischen. 

Bezüglich der Bedienung des Radios ist anzumerken, dass man in der Mitte des Navigationskreuz wechseln kann zwischen Sendersuchlauf und den abgespeicherten Presets. Der Klang des Radios ist auch wirklich gut, der Tuner findet relativ viele Sender, die dann auch in tadelloser Qualität wiedergegeben werden. 

Auf welche Konkurrenz trifft die MusicStation? Auf sehr extravagante, wie das Yamaha Relit LSX-700, einen schlanken Tower mit Leder-Besatz, Lichteffekten und Bluetooth. Ganz so nobel, wie es auf den ersten Blick erscheint, ist das Finish aber nicht, und akustisch wird eine ordentliche Leistung, aber keine absolute Spitzen-Peformance geboten. Mit App-Steuerung und den stylischen Lichteffekten betätigt sich Relit aber erfolgreich in der Kategorie „Eyecatcher“. 

Und es geht außergewöhnlich weiter – mit dem Tool „from outer space“. Für gnadenlos abgefahrene Formgebungen ist vor allem Harman International zuständig, und der Harman Kardon Aura BT-Lautsprecher mit DLNA und AirPlay klingt auch noch grandios. Harte Konkurrenz – aber Teufels „Küchenradio“ kokettiert mit einer mitgelieferten Fernbedienung, und ein UKW-Radio ist für eher klassisch orientierte Anwender ein nicht zu unterschätzender Vorzug. 

Aus dem Hause Heco kommt der Bluetooth-Lautsprecher Ascada 300 BTX. Gut verarbeitet und mit Heco-typischem sehr ausgewogenen Klang, ist das gute Stück mittlerweile für deutlich unter 399 EUR (UVP) zu bekommen. Für Marktpreise unter 300 EUR macht man mit dem Ascada einen sehr guten Fang. Akustisch weiß Teufels MusicStation allerdings noch etwas mehr zu überzeugen.

Fazit

Teufel MusicStation Front Seitlich2

Berliner Sound-Kunst – dass bei Teufel ein neuer Wind weht, der nun den Aspekt „Design“ ohne Vernachlässigung der Teufel-typischen Klangqualität mit einbezieht, verdeutlicht gerade die MusicStation sehr gut. Gute Materialqualität, ordentliche Verarbeitung und sehr schicke Optik gehen eine harmonische Verbindung miteinander ein. Akustisch schöpft Teufels Lösung aus dem Vollen. Reichlich Leistung, belastbare Chassis und die große Erfahrung beim Sound-Tuning bescheren der MusicStation eine in dieser Preisklasse bislang beispiellose Leistungsfähigkeit. Der Bass kommt kraftvoll zur Geltung, die Dynamik ist überragend und die gebotene Räumlichkeit verblüffend. Somit stellt die MusicStation eine kleine, feine, kultivierte, praxisgerecht ausgestattete Komplettanlage dar – Schwächen sucht man vergeblich.

Berliner Wundertüte: Aus kompakten Abmessungen zaubert die MusicStation brillanten Sound – und sieht äußerst nobel aus
preisklassenreferenz
Micro-Komplettanlagen bis 500 EUR
04. Februar 2015

+ Exzellenter Klang
+ Pegelfest
+ Flexibel einzusetzen
+ Gute Fernbedienung
+ Schicke Optik
+ Gute Materialqualität
+ Günstiger Kaufpreis

– Nur in schwarz lieferbar

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 04. Februar 2015




Alle aktuellen Tests auf AREA DVD
  ZURÜCK