TEST: Yamaha Relit LSX-700 – Bluetooth-Lautsprecher mit Lichteffekt und Edel-Optik

Yamaha Relit LSX-700 Rueckseite2 Yamaha Relit LSX-700 Detail Oberseite4

Für 599 EUR liefert Yamaha nicht nur einen Bluetooth-Säulenlautsprecher, sondern auch ein echtes Stilobjekt aus: LSX-700 alias „Relit“ ist mit braunem oder schwarzem Leder-Finish erhältlich und wirkt nicht nur dadurch anders und edel – der Effekt des Besonderen wird durch die regelbare, integrierte Beleuchtung (6 LEDs) weiter verstärkt. Relit empfängt BT-Streams von Tablet oder Smartphone nach einfacher Kopplung mit großer Zuverlässigkeit. Natürlich wird der apxX-Standard beim BT-Streaming unterstützt,  so ist eine Bluetooth-Wiedergabe im Falle der Relit-Klangsäule in CD-Qualität möglich. Der verbaute BT-Standard entspricht der Version 2.1 + Enhanced Data Rate (EDR), die Profile A2DP und AVRCP werden unterstützt. Maximal 10 Meter Reichweite besitzt Relit, sind einige Wände dazwischen, kann man immer noch mit gut 6 Metern rechnen.

Yamaha Relit LSX-700 Standfuss

Standfuß – auch hier wurde aufs Design geachtet

Yamaha Relit LSX-700 Verarbeitung3

Leder-Finish sorgt für Hochwertigkeit

Yamaha Relit LSX-700 Verarbeitung2

Saubere Materialübergänge

Yamaha Relit LSX-700 Bedienelemente Rueckseite

Etwas einfach gemacht – die Bedienelemente am Gerät

Yamaha Relit LSX-700 Aux Anschluss Rueckseite

AUX-In 3,5 mm Anschluss

Yamaha Relit LSX-700 Beleuchtung Rueckseite

LEDs und Chassis, Bassreflexöffnung, über dem ganzen ein Abdeckgitter, das etwas hochwertiger und „stylischer“ sein könnte

Yamaha Relit LSX-700 Fernbedienung

Mitgelieferte Fernbedienung im Scheckkartenformat

1.154 mm ist die LSX-700 Klangsäule noch, 300 mm breit und 300 mm tief. Das Gewicht liegt bei 5,7 kg, unter dem Lautsprecher sorgt ein Standfuß für sicheren Halt. An Lautsprechern sind zwei 7 cm Treiber und ein 6 cm Chassis integriert. Laut Yamaha-Grafik kümmert sich der oben montierte Lautsprecher nicht, wie man denken könnte, um die Hochtonwiedergabe, sondern um die Mitteltonwiedergabe. Die beiden tiefer in der Säule untergebrachten Chassis widmen sich der Hoch- und Tieftonwiedergabe.

Relit  lässt sich durch eine für iOS- und Android-Devices herunterzuladende App bequem steuern. Wir haben hier alle relevanten Screenshots (als Beispiel dient die iOS-App) für Sie:

Yamaha Relit LSX-700 App1

Startbildschirm der „Yamaha DTA“ App

Yamaha Relit LSX-700 App2

Hier kann man die Beleuchtung ein- und ausschalten sowie hinsichtlich der Helligkeit justieren

Yamaha Relit LSX-700 App3

Musikwiedergabe

Yamaha Relit LSX-700 App5

Alben-Übersicht

Yamaha Relit LSX-700 App6

Timerfunktionen

Yamaha Relit LSX-700 App7

Einstellungen

Yamaha Relit LSX-700 App9

Verschiedene wählbare Skins

Yamaha Relit LSX-700 App11

Praktisch: Der Abstand zur Wand und die Aufstellposition können eingegeben werden. Damit die Basswiedergabe stets stimmig ist, gibt es „Boundry Bass Effekt“

Yamaha Relit LSX-700 App12

Boundry Bass Effekt justiert die Intensität der Basswiedergabe – in der Praxis wirkungsvoll

Yamaha Relit LSX-700 App13

In die App integriert ist auch ein 3-Band-EQ

Klang

Natürlich kann der Käufer bedingt durch die schmale Säulenbauweise keine Pegel- und Basswunder erwarten. Mittels der App kann man die Akustik noch anpassen, und zwar zum einen durch einen dreibändigen EQ und zum anderen durch das Anwählen der passenden Aufstellposition und des passenden Abstandes zur Wand. Die Bass-Intensität kann dann auch noch in Verbindung mit der Aufstellposition hoch- oder runtergeregelt werden. Wir starten sensibel – mit Shirley Basseys „Moonraker“ 007-Titelsong. Und hier fällt uns gleich auf: Bei moderatem bis leicht erhöhtem Pegel klingt Relit sehr kultiviert und alles andere als oberflächlich-billig. Nicht ratsam ist in den meisten Fällen eine Erhöhung der Bass-Intensität, dann schlagen die recht kleinen Chassis doch recht schnell durch. Schon in neutraler EQ-Stellung ist die Wiedergabe aber auch im tieffrequenten Bereich relativ voll und gut gelungen, daher sind weitere Anpassungen auch kaum von Nöten.

Die Stimmwiedergabe gefällt uns ebenso gut wie der klare Hochtonbereich – beides Vorzüge, von denen man auch bei „Diamonds Are Forever“ profitiert. Die Feindynamik ist wirklich gut, in Verbindung mit der ausgeprägten Räumlichkeit ergibt sich die Möglichkeit, erstaunlich geschliffen zu hören. Die weibliche Gesangsstimme überzeugt auch hier wieder durch ordentliche Herausstellung charakteristischer vokaler Details. Das hätten wir von Relit nicht erwartet. Bei „l’Attesa“ von Andrea Bocelli fühlen wir Relit weiter auf den Zahn. Und die Qualitäten bei der vokalen Präsentation sind auch hier ausgeprägt: Andreas Stimme vermittelt durchaus Emotion, wenn Yamahas Style-Säule für die Wiedergabe verantwortlich ist. Auch werden die Instrumente gut von den vokalen Komponenten getrennt,  Andrea mit seiner ausdrucksvollen Stimme wird zwar fokussiert, die Instrumente rücken aber nicht unpassend in den Hintergrund, sondern weisen stets genug Präsenz auf.

Der Auftakt, passenderweise ist dies der Frühling, von Antonio Vivaldis „Vier Jahreszeiten“ beweist, was wir schon vermutet haben: Relit ist kein stumpfer Krachmacher, sondern die kultivierte Alternative unter den hochwertigen BT-Lautsprechern. Also nicht nur das Design hebt die LSX-700 Klangsäule hervor, es ist auch die spezielle, gefühlvolle akustische Auslegung. Michael Cretus „Samurai“ aus den 80er Jahren liegt der Relit-Klangsäule ebenfalls. Das Saxophon zu Beginn kommt plastisch heraus – und man sieht in Gedanken, wie Derrick ermittelt und Harry den Wagen holt: Das Stück ist 80er Jahre Freitagabend-Krimis wie auf den Leib geschnitten. Yamahas kleines Kunstwerk gibt mit dichter Räumlichkeit und guter Gesamtdynamik viele Facetten des Stücks wieder. Wie wir es schon gewohnt sind, ist auch die Stimme prima eingearbeitet. Wir machen in den 80er Jahren weiter. Beim One Hit Wonder „You Spin Me Round“ von Dead Or Alive ist die Wiedergabe nicht ganz so überzeugend – der Bass wird nicht zu unserer vollen Zufriedenheit wiedergegeben, da fehlt es doch etwas an Souveränität. Stimme und Rhythmus aber kommen gut heraus.

Wechseln wir ins Jahr 2013 – zu Juanes neuer Single „Mil Pedazos“. Und hier läuft Relit wieder zu großer Form auf: Möchte man nicht richtig laut hören, sondern gepflegt in Zimmerlautstärke oder etwas darüber, offeriert die Yamaha-Säule eine wirklich feine, lebendige Wiedergabe mit überzeugender räumlicher Weite und Tiefe. Nun wird es „elektronisch“ – „Sunny“ von traum:a ist auch nahezu ideal für Relit geeignet. Die Trümpfe in Form dichter Räumlichkeit, schöner Staffelung und der klare Klang bringen hier Feeling und echten Hörgenuss. Relit ist somit weit mehr als ein optischer Eye-Catcher – sondern auch ein ernst zu nehmendes Tool für die Wiedergabe beinahe aller Musikstile.

Hat eine Komponente wie Relit überhaupt Konkurrenz? Nicht direkt, wir haben uns aber im Bereich hochwertiger BT-/Netzwerk-Lautsprecher trotzdem mal umgeschaut.

Mit 599 EUR ist Relit nicht unbedingt preiswert, aber auch nicht überteuert. Das gilt auch für den Heco Ascada 300 BTX, der für faire 399 EUR angeboten wird. Das optische Konzept ist ein völlig anderes, hier steht der gute Klang klar im Mittelpunkt. Genau diesen bietet der sauber verarbeitete Bluetooth-Lautsprecher auch: Kräftiger Bass, gute Pegelfestigkeit und tadellose Dynamik. Wer einfach einen richtig klangstarken BT-Aktivspeaker für zu Hause sucht, kann hier zugreifen.

Wer es klassisch mag, kann sich auch zwei Bluetooth-Regallautsprecher ins Haus holen. Für 399 EUR sind die Advance Acoustic AIR 50 eine gute Alternative. Kompakt und prima verarbeitet, liefern sie einen harmonischen Klang und eine prima Räumlichkeit.

Yamaha selber bietet mit der „Restio“ ISX-B820 Anlage auch noch eine Alternative für rund 600 EUR. Weniger zurückhaltend als Relit tritt Restio gerade dann auf, wenn man eine poppige Farbvariante gewählt hat. Lichteffekte gibt es keine, dafür noch ein CD-Laufwerk und ein iPhone-Dock (mit altem Apple-Connector). Der Klang ist auch bei Restio kultiviert und gefällig.

Fazit

Yamaha Relit LSX-700 Front2

Yamahas Klangsäule LSX-700 „Relit“ gefällt zunächst dadurch, dass sie anders ist als die Produkte der Konkurrenz. Schick, edel und trotzdem nicht so avantgardistisch, dass man sich schon nach kurzer Zeit am Design satt gesehen hat. Leider ist nicht jedes Detail so edel, wie man es zum Preis von fast 600 EUR erwarten dürfte. So wirken z.B. die am Device integrierten Bedienelemente einfallslos gestaltet und etwas zu billig, das gilt auch für die Abdeckgitter über den Chassis. Die Oberfläche im Lederfinish hingegen gefällt optisch und haptisch sehr gut. Auch die App hat uns überzeugt, überdies funktioniert sie sehr zuverlässig, was nicht selbstverständlich ist. Klanglich liefert Relit eine reife Leistung ab – kultiviert, lebendig und räumlich bleiben hier kaum Wünsche offen. Dass es sich bei einem Produktkonzept wie der LSX-700 nicht um ein Pegel-Ass handelt, dürfte schon vor dem Kauf klar sein. Für Hörvergnügen in Zimmerlautstärke oder auch einmal etwas darüber ist aber allzeit gesorgt.

Yamahas Bluetooth-Klangsäule sticht durch kultivierten Sound und ein interessantes Produktkonzept klar aus der Masse hervor
ausgezeichnet
Bluetooth-Lautsprecher Oberklasse
Test 02. Mai 2014

+ Kultivierter, räumlich erstaunlich dichter Klang
+ Sehr stabile Bluetooth-Signalübertragung
+ Sehr gute App inklusive Bassanpassung und 3-Band-EQ
+ Sehr edler Überzug im Leder-Finish
+ Integrierte LEDs sind regelbar und sorgen für stimmungsvolle Beleuchtung
+ Fernbedienung zusätzlich mitgeliefert
+ Nicht nur in schwarzer, auch in sehr schicker brauner Version lieferbar

– In Details teils etwas einfache Anmutung
– Kein Display

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 02. Mai 2014

 




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