TEST: Harman Kardon Aura – Wireless-Lautsprechersystem mit Bluetooth, DLNA und AirPlay

Harman Kardon Aura Front Seitlich3

Könnte auch ein extravagantes Küchengerät, ein „Device from Outer Space“ oder eine physikalische Versuchsapparatur sein: Harman Kardon Aura Wireless-Lautsprecher für 399 EUR

Schon in der Vergangenheit zeigte sich Harman Kardon niemals verlegen, wenn es um extravagantes Design ging. Und dass dieser Charakterzug auch in heutiger Zeit noch unverändert Bestand hat, beweist uns der Wireless-Lautsprecher Aura Black für 399 EUR. Der Aura ist kein reiner Bluetooth-Lautsprecher wie viele Konkurrenten, sondern beherrscht überdies AirPlay sowie die Wiedergabe mittels DLNA. Es werden (WiFI) 802.11b/g unterstützt.

Screenshots der App:

Harman Kardon Aura App 1

Songs aus der Musikbibliothek hinzufügen

Harman Kardon Aura App 2

Beim Easy-Setup sendet in unserem Falle das iPhone die WiFi-Einstellungen an HK Aura

Harman Kardon Aura App 3

Varianten

Harman Kardon Aura App 4

Erklärung, wann die Verbindung geklappt hat und wann nicht

Harman Kardon Aura App 5

Freigeben der WLAN-Einstellungen

Harman Kardon Aura App 6

Lautstärkeregelung

Harman Kardon Aura App 7

Musikwiedergabe

Harman Kardon Aura App 8

Wiedergabe

Harman Kardon Aura App 9

Settings. Hier kann man auch DLNA aktivieren

Dreh- und Angelpunkt für die dafür erforderliche WLAN-Einrichtung ist die Harman Kardon Remote App, für Android und Apple iOS Mobile Devices verfügbar. Die Remote App stellt die DLNA- und AirPlay-Einbindung sicher, was in der Praxis auch relativ zügig funktionierte. Mittels der App kann man auch gleich auf die Musikbibliothek auf dem Smartphone zugreifen. In den Settings kann man auch die DLNA-Funktion aktivieren und hat anschließend Zugriff auf die Inhalte von PCs und Home Servern mit entsprechend frei geschalteten Inhalten. MP3, AAC und WMA-Dateien werden wiedergegeben, FLAC hingegen nicht, was etwas bedauerlich ist. 

Aufwändig ist die Technik des Aura. Gleich 6 Hoch-/Mitteltöner (1,5 Zoll) und ein 4,5 Zoll-Subwoofer stellen einen lebendigen Klang sicher. Die Leistung ist mit 2 x 15 Watt für den Mittel- und Hochtonbereich sowie 30 Watt für den Bassbereich recht großzügig bemessen. 2,4 kg wiegt die „gläserne Alien-Schüssel“, sie ist  270 mm hoch, 215 mm breit und 215 mm tief. Der Frequenzgang reicht von 50 Hz bis 20 kHz. 

Harman Kardon Aura Tieftoener Unterseite

Basstreiber

Harman Kardon Aura Kopfhöreranschluss

6 Mittel-/Hochtöner hinter der Abdeckung

Harman Kardon Aura Bedienelemente1

Beleuchtete Sensor-Bedienelemente

Harman Kardon Aura Detail1

Extravaganz in jedem Detail

Harman Kardon Aura Anschluesse Rueckseite

Anschlüsse. USB-Buchse nur für Service-Zwecke, zusätzlich 3,5 mm analoger Audio-Eingang und optischer Digitaleingang

Aura ist sehr gut verarbeitet, wie eingangs erwähnt, könnte das Device durchaus auch extraterrestrischen Ursprungs sein. Unten ringförmig angeordnet sind die 6 Mittel-/Hochtöner, während sich der optisch interessante Aufbau mit oben untergebrachter Bassreflexöffung dem Subwoofer widmet. Eine Fernbedienung wird nicht mitgeliefert, nur ein externes Netzteil. Es finden sich noch ein optischer Digitaleingang und ein analoger Aux-Eingang. Mittels Sensortasten direkt am Gerät lässt sich stilsicher die Lautstärke regulieren, ebenfalls kann man die Eingänge wechseln. 

Akustisch zeigt Harman Kardons Aura unerwartete Stärke. Das soll nicht so aufgefasst werden, dass wir von HK-Devices keinen guten Sound gewohnt sind, aber die Wucht und die Kraft, mit der Aura zu Werke geht, haben uns dann doch erstaunt. Bei „Computer Love“ von G&G vs. Gerald G! im Remix von DJ Kuba und Neitan legt der Wireless-Lautsprecher gerade im Bassbereich eine beneidenswert gute Performance an den Tag. Er spielt gelassen auch bei hohem Pegel auf und produziert praktisch keine hörbaren und störenden Verzerrungen oder dynamische Einbrüche. Die zahlreichen elektronischen Effekte erscheinen lebhaft und überzeugen durch eine akkurat gestaffelte Darstellung.

Auch beim 2014er Italo Brothers Mix des 90er Jahre Eurodance-Hits „Up’n’Away“ greift Harman Kardons außerirdischer Spaßmacher die Konkurrenz frontal an. Für unter 400 EUR kennen wir kaum einen anderen Wireless-Lautsprecher, der so gut geht – wie man bei einem Automobil sagen würde. Doch dieser Satz lässt sich einfach perfekt auf den HK Wireless-Lautsprecher übertragen – er beschallt mühelos einen Raum um die 20 Quadratmeter und schiebt so die Messlatte seiner Preisklasse nach oben. Auch die gebotene Räumlichkeit ist verblüffend, in dieser Teilwertung liegt Aura ebenfalls ganz vorn.

Weil’s so schön ist, lassen wir noch „Free Your Mind“ von Shany folgen: Die Vocals zu Beginn kommen klar und mit Substanz heraus, das ist mehr, als manche Micro- oder Mini-HiFi-Anlage bietet. Und das zu diesem Kaufpreis – wir können nur den Hut ziehen. Der Aufbau des Songs kommt klar und durchaus mit Feingefühl heraus, und als es dann, vor allem im Bassbereich, richtig zur Sache geht, stellt der HK Wireless-Lautsprecher erneut sein überraschendes klangliches Potential zur Schau. 

Zeit für Einsätze „im Dienste ihrer Majestät“: Bei „The World Is Not Enough“, dem Titelsong des gleichnamigen 007-Films, geht Aura mit den Vocals sehr gekonnt um. Man muss dem kompakten Klang-Kreisel sogar bescheinigen, der weiblichen Gesangsstimme so etwas wie Charisma zu verleihen – enorm. Und auch bei Adeles „Skyfall“ liefert Aura die passenden Basics für eine ausgezeichnete Akustik: Das Klavier wirkt realistisch, Adeles Stimme ertönt klar und verzerrungsfrei, überdurchschnittlich ausgeprägt ist die räumliche Wirkung. Das kräftige Bassfundament ist tadellos eingearbeitet und schiebt sich nicht zu weit in den Vordergrund. 

Es kommt noch schwieriger für Aura, denn bei der Präsentation von „L’attesa“ von Andrea Bocelli ist eine differenzierte, feinfühlige Wiedergabe gefragt. Und das ist nachweislich nicht die Domäne von Wireless-Lautsprechern der 400 EUR-Liga. Doch Aura beweist auch hier Klasse: Emotional, mit der nötigen akustischen Finesse, macht es richtig Freude, zuzuhören. Lebendig, mit einer guten Betonung auch kleinerer Feinheiten, lässt sich Aura nicht das Geringste zu Schulden kommen. Sicher, akustische Wunder kann auch HK nicht vollbringen. In hinteren musikalischen Ebenen nimmt die Detailarbeit deutlich ab. Aber einen highendig orientierten User glücklich zu machen, ist nicht die Domäne eines solchen Produktes. „Loco De Amor“ von Juanes hat Kraft und Lebendigkeit pur zu bieten – beides überträgt Aura in sehr guter Manier zum Zuhörer. Die Stimme und auch die Instrumente kommen ausgezeichnet heraus, die Trennung vokaler und instrumentaler Elemente ist prima. 

Die Konkurrenz muss hier zurückstecken. Daher steht Aura beim Konkurrenzvergleich glänzend dar, obwohl es starke Konkurrenten gibt: Klassisch-schick sieht der Heco Bluetooth-Lautsprecher Ascada 300 BTX, ebenfalls für knapp 400 EUR UVP zu haben, aus. Er ist ein reiner BT-Lautsprecher ohne DLNA und AirPlay. Er klingt wirklich gut, homogen und ausgewogen, muss sich aber dem bassstark und enorm räumlich autretenden HK Aura geschlagen geben. 

Konkurrenz aus eigenem Hause – der portable, auch mit Batterien zu betreibende Harman Kardon Go+Play Wireless liegt bei 349 EUR und ist ebenfalls extravagant gestaltet. Er klingt, ebenso wie Aura, homogen und angenehm. Die Basswiedergabe ist für ein so kompaktes Device gelungen. Insgesamt aber muss Go+Play gegenüber Aura zurückstecken – allerdings ist der noch klangstärkere und mit DLNA und AirPlay ausgestattete Aura-Lautsprecher nicht mit Batterie oder Akku zu betreiben. 

Und es geht weiter, denn mit dem Harman Kardon Onyx wartet schon der nächste, leistungsfähige Konkurrent aus dem identischen Stall. Mit 499 EUR ist Onyx deutlich teurer, weist aber zusätzlich einen eingebauten Akku auf. Am USB-Terminal auf der Rückseite kann sogar ein mobiles Device aufgeladen werden. DLNA und Bluetooth sind integriert. Klanglich gefällt uns Aura allerdings trotz geringeren Preises noch besser. Die akustische Auslegung ist gefälliger, und zudem ist die Basskraft ausgeprägter. 

Günstiger Bluetooth-Genuss aus Frankreich – der Hercules WAE WBT06 kostet 290 EUR, ist aber im Detail nicht besonders gut verarbeitet. Klanglich wird ein gutes Niveau geboten, zudem ist der flexible Lautsprecher für die Wiedergabe von Musik vom PC und für die BT-Übertragung geeignet. Gegen die Klangstärke von Aura kommt er aber nicht an. 

Fazit

Harman Kardon Aura Rueckseite Seitlich1

Das ist es – extravagantes Design, sinnvolle Ausstattung, weit überdurchschnittliche Klangstärke – und das Ganze zu einem absolut fairen Preis. Wer sich mit dem extravaganten, ultramodernen Design anfreunden kann, findet in Harman Kardons Wireless-Lautsprecher Aura den nahezu perfekten Partner. Über Bluetooth, DLNA (leider nicht in HiRes)  und AirPlay kann Musik wiedergegeben werden, und dies geschieht mit Kraft, Dynamik, Räumlichkeit und enormer klanglicher Gesamtharmonie. Verdient sichert sich Aura daher die Preisklassenreferenz Wireless-Lautsprecher bis 500 EUR.
 
So baut man Wireless-Lautsprecher: Enorm klangstark, mit BT, DLNA und AirPlay und dazu schick sowie preislich fair kalkuliert
preisklassenreferenz
Wireless-Lautsprecher bis 500 EUR
Test 27. Juni 2014

+ Überraschend starker Bass
+ Für Preis- und Gerätekategorie überragende Pegelfestigkeit
+ Räumlich dichte Darstellung
+ Sehr angenehmer Klang
+ DLNA, AirPlay, Bluetooth
+ Fairer Preis

– Keine Fernbedienung im Lieferumfang

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 27. Juni 2014




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