TEST: Teufel Move BT – In-Ear-Bluetooth-Headphone der Spitzenklasse?

Teufel Move BT 1

Nun offeriert auch Teufel für exakt 119,99 EUR einen In-Ear-Kopfhörer mit kabelloser Bluetooth-Verbindung zum Smartphone. Sehr nützlich in Zeiten des iPhone 7 ohne 3,5 mm Kopfhöreranschluss – und der Move BT kann auf erstklassige Leistungen in der engen Verwandtschaft bauen: Der Move Pro erzielte bei uns vor einigen Wochen ein brillantes Testergebnis. 

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Ohrkapseln aus Aluminium

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Kabelfernbedienung mit drei Tasten

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Befestigungsclip und USB-Ladekabel

Der Move BT stellt sich als „Wireless High Definition In-Ear-Kopfhörer mit Fernbedienung und Freisprecheinrichtung“ dar. Die Bedientasten für Lautstärke sowie Telefonannahme sind in die Kabelfernbedienung integriert. Der Move BT ist überdies spritzwassergeschützt nach IP54 Norm und begeistert mit edlem Aluminium als Material für die Ohrkapseln. Überhaupt beweist der Move BT ebenso wie der Move Pro, dass hochwertige Verarbeitung und überragende Materialqualität für Teufel stark in den Fokus gerückt sind. Auch das Verbindungskabel zwischen den beiden Ohrhörern ist von tadelloser Qualität. 

Teufel Move BT 3

Ohrstücke

Vier Paar verschieden große, besonders weiche und antibakterielle Ohradapter aus Silikon liegen dem Move BT bei. Die effektive Außenschalldämpfung für klaren, ungestörten Musikgenuss bei lauten Außengeräuschen kennzeichnet das neueste Berliner Headphone ebenfalls. 

Teufel Move BT 6

Bluetooth 4.0 mit aptX, 20 Stunden Akkulaufzeit

Er verfügt über Bluetooth 4.0 (energiesparend bei der Kopplung mit dem Smartphone, daher besser als BT 2.1 oder 3.0) mit aptX – das Ergebnis: Kabellose Übertragung in CD-Qualität (dank aptX) bis zu 20 Meter weit. Der leistungsstarke Lithium-Ionen-Akku hält maximal satte 20 Stunden. Hier distanziert sich der Move BT deutlich von vielen Konkurrenten, die nur 5 bis 7 Stunden Akkulaufzeit bieten. Der Akku des Move BT ist im übrigen bereits nach 2 Stunden wieder voll aufgeladen.

Die 5,8 mm großen Treiber sind mit Performance-starken Neodym-Magneten ausgestattet. Ein ausgewogenes Klangbild mit präzisem Kickbass ist laut Hersteller eine der Folgen dieser konstruktiven Maßnahmen.

Teufel Move BT 2

Verpackungsinhalt

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Softcase

Der Move BT bietet einen reichhaltigen Lieferumfang. Neben den Ohrstücken  in 3 Größen gibt es eine erstklassige Transportbox und überdies noch eine Reinigungs- und Transport-Tube. USB-Ladekabel und Befestigungsclip finden sich ebenfalls im mitgelieferten Zubehörsortiment. 

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Verbindungskabel zwischen den beiden In-Ears

Der Move BT stellt Frequenzen zwischen 20 Hz und 20 kHz dar, weist 16 Ohm Nennimpedanz auf und bietet eine Empfindlichkeit (2,83V/1m) von 100 dB. 

Um den Move BT einzuschalten, drückt man die mittlere Multifunktionstaste auf der Kabelfernbedienung  ungefähr 3 Sekunden lang. Dann leuchtet die blaue LED unten in der Kabelfernbedienung. Der Sprachhinweis „Power On“ ertönt zudem. Wenn der Move BT eingeschaltet ist, befindet er sich auch gleich im Bluetooth Paring-Modus, was man daran erkennen kann, dass die blaue LED im 2-Sekunden-Intervall blinkt. Unser iPhone 7 Plus hat den Move BT direkt erkannt und sich problemlos mit dem Teufel Bluetooth In-Ear-Kopfhörer verbunden. Die einmal hergestellte Verbindung erwies sich in allen Testreihen als sehr stabil. 

Mit der Fernbedienung lassen sich verschiedene Funktionen für Telefonate nutzen. Einige Beispiele: Die mittlere Multifunktionstaste wird kurz gedrückt, um einen eingehenden Anruf entgegen zu nehmen. 2 x kurz hintereinander drückt man die gleiche Taste, um einen eingehenden Anruf abzulehnen. Ein Gepräch, das man aktuell führt, wird durch kurzen Druck auf die mittlere Taste wieder beendet. 

Auch im Musikwiedergabe-Modus bietet die Fernbedienung einige Funktionen. Drückt man die mittlere Taste kurz, wird Play oder Pause aktiviert. Die beiden Tasten oben und unten sind für Titelsprung vor-/ruckwärts vorgesehen – man muss diese Tasten jeweils 2 Sekunden lang drücken.  Bedient man diese Tasten durch einmaligen Druck, erhöht oder verringert sich die Hörlautstärke. 

Klang

Das hat Teufel richtig gut gemacht – die eingebaute Freisprecheinrichtung gehört mit zum Besten, was wir bislang bei In-Ears, ganz gleich welcher Preisklasse, gehört haben. Praktisch kein Rauschen auf beiden Seiten des Gesprächs, eine ausgezeichnete Verständlichkeit von Stimmen und eine fein justierbare Gesprächslautstärke – dem Move BT macht hinsichtlich des Führens von freihändigen Telefonaten kaum einer etwas vor. Zudem ist die Abschirmung von Außengeräuschen sehr gut gelungen. Man kann in Ruhe telefonieren, oder auch Musik bzw. Hörspiele anhören, ohne dass Lärm von Außen stört. Trotz der dichten Abmschirmung sitzt der Move BT außergewöhnlich komfortabel im Ohr – eine der vier Größen der mitgelieferten Ohrpolster passt auch bestimmt. Nach mehrstündigem Tragen wird der Move BT auf jeden Fall nicht unangenehm. 

Bei „Poison 2K11“ von General Base liefert der Move BT einen frischen und lebendigen Klang mit einer präzisen Basswiedergabe. Die tadellose räumliche Wirkung ist erstaunlich. Dass der Bluetooth In-Ear-Kopfhörer im Bassbereich in seiner Preisklasse bereit ist, Maßstäbe zu setzen, beweist er uns bei Oliver Heldes „Space Sheep“. Tiefgang, Volumen und Staffelung gefallen gleichermaßen. Der Move BT ist ein tolles „Fun-Tool“, das bewusst etwas auf Vehemenz im Bassbereich setzt. Diese Auslegung kann man aber als sehr gelungen und keinesfalls zu extrem bezeichnen. Der In-Ear-Hörer schafft es jederzeit, auch bei deutlich gehobenem Pegel noch eine angemessene akustische Struktur ins Klangbild zu bringen.

Beim Trance-Klassiker „Final Fantasy“ von Extreme Trax begeistert der Move BT ein weiteres Mal mit seiner lebhaften Wiedergabe. Zu loben ist, dass die Wiedergabe der elektronischen Effekte nicht nur an der Oberfläche stattfindet, sondern mit einer enormen räumlichen Tiefe aufwarten kann. Bei „Don’t Hold Back“ von Extreme Trax schafft der Move BT eine sehr nachdrückliche, räumlich dichte Hör-Atmosphäre, die richtig Spaß macht. Und wir beenden unsere Dance/Trance/Techno-Session noch mit einem Klassiker: „Get Up“ von Technotronic lebt dank nachdrücklichem Bass und sehr guter Grobdynamik richtig auf, wenn der Move BT die Wiedergabe übernimmt. Trotzdem wird die Stimme der Sängerin nicht zu sehr in den Hintergrund gedrängt, sondern nimmt den zugedachten Platz recht präzise ein.

„I Belong To You“ von Eros Ramazzotti und Anastacia beweist uns, dass es der Move BT auch deutlich seriöser angehen lassen kann. Bei diesem Stück mit emotionalem Tiefgang arbeitet der Bluetooth In-Ear-Kopfhörer aus Berlin die Vocals sauber heraus und vergisst dabei auch nicht, das Piano gut zu betonen. Die Wiedergabe erweist sich als kraftvoll, ohne vordergründigen Touch, und somit werden vom Move BT auch gehobene klangliche Ansprüche souverän erfüllt. Hörfreude bereitet auch „Supergirl“ von Reamonn. Der Move BT zeigt bekannte Tugenden: Spielfreude, Ausdruckskraft und einen sehr gut ausgeprägten Bassbereich. Es bewegt sich was – das könnte das Motto des Move BT sein. Er begeistert durch seine spontan vorgetragene Dynamik und die räumlich geschlossene Wiedergabe. „Eternity“ von Vangelis entwickelt eine hervorragende räumliche Fülle, die man einem Bluetooth In-Ear-Kopfhörer nicht zugetraut hätte, schon gar nicht einem Exemplar für knapp 120 EUR. Nur dann, wenn man sehr laut hört (was man im Sinne der Gesundheit der Ohren ohnehin nicht tun sollte), kommen bei diesem Stück mit hohem Dynamikumfang leichte Verzerrungen ins Spiel. 

„Nessun Dorma“ aus Puccinis „Turandot“, dargeboten von Paul Potts, erfreut unser Ohr durch den überraschend gut ausgeprägten Facettenreichtum. Ganz gleich, ob Pauls Stimme oder die instrumentale Begleitung, der Move BT stellt ein relativ detailreiches sowie präzises Hör-Erlebnis sicher. Die Streicher werden mit guter Auflösung, aber nie unangenehm scharf oder mit zu großer Prägnanz herausgearbeitet. Der Chorgesang  beweist ebenfalls eindrucksvoll, wie gut sich der Move BT auch für die Wiedergabe klassischer Arien eignet. Da verwundert es kaum, dass auch „Perfidia“ von Andrea Bocelli sehr schön zur Geltung kommt. Besonders gut gefällt uns das Fundament, mit dem Andreas wunderschöne Stimme aufwarten kann. Der Move BT versteht eine Menge davon, Stimmen die nötige Kraft zur Entfaltung mit auf den Weg zu geben. Bei „Corcovado“ – hier singt Andrea zusammen mit Nelly Furtado – punktet der Move BT genauso: Hier gibt er nicht nur die Stimmen, sondern auch Saxophon und Piano filigran und gleichzeitig gefällig wieder. Andreas und Nellys Stimme überzeugen durch die klar definierten Konturen und die damit verbundene hohe Ausdruckskraft. 

Konkurrenzvergleich

JBL Reflect Aware 2

  • JBL Reflect Aware mit Lightning-Anschluss für 200 EUR: Der sauber verarbeitete JBL In-Ear ist ein Sportkopfhörer, dessen Materialqualität überzeugend ausfällt. Nobler wirkt aber der günstigere Move BT. Mit Bluetooth arbeitet der JBL nicht, dafür mit einer sehr guten, mehrstufig schaltbaren aktiven Geräuschunterdrückung. Mittels einer praktischen App sind alle Einstellarbeiten möglich, der User kann sich sogar eigene EQ-Settings anlegen. Der Sportkopfhörer klingt lebendig und kräftig, zudem sitzt er angenehm im Ohr. Mit 200 EUR ist der Reflect Aware in Anbetracht seines Leistungsprofils keinesfalls überteuert, aber kein so ein „High-Class-Schnäppchen“ wie der Teufel Move BT.

JBL Synchros Reflect BT 9

  • JBL Bluetooth-In-Ear-Kopfhörer Synchros Reflect BT: Nicht nur gegen die kabelgebundene Konkurrenz aus dem eigenen Hause – den JBL Reflect Aware -, sondern auch gegen den Move BT, Gegenstand dieses Testberichtes, zieht der für rund 90 EUR Marktpreis erhältliche JBL Synchros Reflect BT den kürzeren. Nicht nur die etwas fummelige Befestigung im Ohr, auch die Störungssicherheit im BT-Betrieb ist nicht perfekt gelöst. Zudem löst der Move BT feiner auf und bietet mehr Räumlichkeit. 

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  • Teufel Move Pro: Die kabelgebundene Alternative kostet das gleiche – knapp 120 EUR – und ist akustisch noch eine Idee ausgewogener, detailreicher und klarer als der Move BT. Am Move Pro führt für preis-/leistungsbewusste Liebhaber des hochklassigen Klangs zurzeit kein Weg vorbei, Teufel setzt Maßstäbe im hart umkämpften In-Ear-Segment zwischen 100 und 150 EUR. 

Panasonic RP-BTS50 10

  • Panasonic RP-BTS50 Bluetooth-Sport-Kopfhörer für 150 EUR: Die Panasonic In-Ear-Bluetooth-Kopfhörer sehen etwas ungewöhnlich aus, klingen aber ausgesprochen gut und treten damit in harte Konkurrenz zum Move BT. Er spielt keinesfalls oberflächlich, sondern erfreut auch das geschulte Ohr mit der tadellosen Detaillierung.Vorteil ist auch, dass der Kopfhörer einfach nach dem Work-Out unter fließendem Wasser abwaschbar ist. Mit 150 EUR ist der Panasonic etwas teuer als der Move BT. 
Fazit

Teufel Move BT 6

„Berliner Bluetooth-Burner“ – der Move BT bietet für den fairen Kaufpreis nahezu ein Optimum. Exzellent verarbeitet, mit edler Materialqualität und mit enorm langer Akkulaufzeit werden Akzente gesetzt. Akustisch macht der Move BT enorm Spaß und begeistert mit sattem Bass. Aber auch für seriöse Aufgaben ist der flexible Klang-Meister, der Außengeräusche ausgezeichnet abschirmt und komfortabel ohne zuviel Druck im Ohr sitzt, bestens einzusetzen. Für den Move Pro spricht auch die überdurchschnittlich gute Freisprecheinrichtung.

Die Bluetooth-Messlatte: Für knapp 120 EUR gibt es schlichtweg nichts, was dem Move BT das Wasser reichen könnte
preisklassenreferenz
In-Ear-Bluetooth-Kopfhörer Mittelklasse
Test 25. Oktober 2016

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 25. Oktober 2016




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