TEST: JBL Bluetooth-In-Ear-Sportkopfhörer Synchros Reflect BT

JBL Synchros Reflect BT 1

Ab rund 100 EUR Marktpreis in verschiedenen Farben zu haben: JBL Synchros Reflect BT

JBL Synchros Reflect BT 2

Wahlweise in schwarz, blau, grün oder rot lieferbar

Die Synchros Reflect BT Sportkopfhörer erweitern das Bluetooth Kopfhörer-Sortiment der Marke JBL und dringen in ein Marktsegment ein, das aktuell stetig wächst. So ist beispielsweise Konkurrent Denon mit dem „Exercise Freak“ AH-W150 sehr erfolgreich unterwegs. Ob das JBL-Modell für rund 100€ Marktpreis ebenfalls mit vorn dabei sein wird im Rennen um die Gunst des Käufers, zeigt der Test.

JBL Synchros Reflect BT 3

Das Design birgt keine Überraschungen. Hinter dem JBL-Logo des rechten Ohrstöpsels befindet sich übrigens die Micro USB-Schnittstelle fürs Aufladen des eingebauten Akkus

JBL Synchros Reflect BT 4

Kabelfernbedienung

JBL Synchros Reflect BT 5

Je nach Ohrgröße unterschiedliche Einsätze. Insgesamt 3 Größen werden mitgeliefert

JBL Synchros Reflect BT 7

Etwas zeitraubend kann es sich gestalten, bis der Reflect BT optimal im Ohr sitzt

JBL Synchros Reflect BT 9

Reflektierendes Band, das um den Hinterkopf gelegt wird. Größenverstellbar. 

JBL Synchros Reflect BT 11

Hier ist das reflektierende Material gut erkennbar

JBL Synchros Reflect BT 10

Ohrhörer ohne Einsatz

Beginnen wir mit dem Design: Ganz eindeutig für den Sportgebrauch gedacht, sind auch die Aufsätze dieser Funktions-In-Ears speziell gebogen und so ist der Reflect BT insgesamt größer als normale Modelle für den Alltag. JBL setzt auf einen Haken, der fest im oberen Verlauf der Ohrmuschel sitzt. Ohreinsätze in drei verschiedenen Größen liegen ebenso wie ein USB-Ladekabel bei. Des weiteren verfügen die Reflect BTs über ein reflektierendes Kabel, welches wohl gerade für Jogger ein Pluspunkt ist, sowie über eine Fernbedienung mit den gewohnten Knöpfen zum lauter und leiser stellen und einen mittleren Knopf für die Befehle Pause, weiter, zurück und Anrufannahme. Die drei Knöpfe liegen auf einer schmalen, unauffälligen, gummierten Fernbedienung, die ungewohnt nah am Ohrstöpsel selbst liegt. Integriert ist ferner ein Mikrofon, so dass man die Reflect BT auch als ordentlich, wenn auch nicht überdurchschnittlich klingende Freisprecheinrichtung nutzen kann.  

Die Tragweise der Kopfhörer mag für Erstbesitzer von In-Ear-Sport-Headphones etwas ungewöhnlich sein: Diese werden hinten um den Kopf herumgeführt, die Fernbedienung liegt also hinter dem Ohr. Möchte man gerade keine Musik hören, so kann man die Ohrhörer dank kleiner Magnete zusammenheften und die Reflects so um den Hals tragen – praktisch. Bei all diesen zuvorkommenden Funktionen bleibt jedoch die Ästhetik etwas auf der Strecke. Zwar kann man über die Farbe seiner Reflects BT entscheiden (erhältlich sind die Kopfhörer in den Farben schwarz, grün, blau und rot), jedoch sieht man damit nicht so „stylish“ aus wie mit manchem anderen JBL-Kopfhörer: Die Ohrstöpsel ragen relativ weit aus dem Ohr heraus, was eine optisch nicht ganz so attraktive Wirkung erzeugt.

Außerdem ein kleiner Minuspunkt: Es wird keine Aufbewahrungsmöglichkeit mitgeliefert, die Reflects müssen also lose in der Sporttasche liegen oder man muss sich im eigenen Sortiment nach einem kleinen Beutel oder einem kleinen Etui umschauen – was den Nachteil hat, dass es nie 100 % perfekt passen wird. Hier bietet Denon mit einem schicken und strapazierfähigen Etui beim Exercise Freak“ AH-W150 die richtige Lösung an.

Bei der Funktionalität zeigen sich Probleme: Die Knöpfe auf der beim Tragen unsichtbaren Fernbedienung fühlen sich alle gleich an und liegen relativ mittig, sodass man oft den falschen Button erwischt. Mit etwas Übung ist dieses Problem aber bald aus der Welt geschafft, und grundsätzlich kennen wir diese Problematik auch von zahlreichen anderen Bluetooth- und Wired-Kopfhörern – die Fernbedienung sitzt oft zu nah am Ohr und daher ist die Bedienung dann nur „blind“ möglich. Bei einem Bluetooth-Kopfhörer in In-Ear-Bauweise stellt sich auch die berechtige Frage, wohin man die Bedienelemente auslagern soll. Auf der Rückseite der kleinen Ohrstöpsel lassen sich schließlich keine Touch- oder anders geartete Bedienelemente unterbringen. 

Die Bluetooth-Funktion arbeitet nicht unter allen Bedingungen einwandfrei: LEDs auf einem der Ohrstöpsel sollen zeigen, wann die Kopfhörer vom Bluetooth-Empfänger des Smartphones oder PCs gefunden werden können, jedoch scheint dies eher ein Vorschlag als eine immer verbindliche Information zu sein, denn in der Testphase kam es häufig zu mehreren Versuchen, wenn es um das Verbinden mit den Refect BTs ging.

Das funktioniert sonst bei JBL deutlich besser, wie die extrem problemlosen Synchros S400BT im Test bewiesen haben. Wir hoffen, dass es sich bei unserem Test-Sample um einen Einzelfall handelt, denn auch wenn die Kopplung dann erfolgt ist, kann man sich nicht auf ungestörten Musikgenuss verlassen: Ab und zu gibt es Aussetzer, interessanterweise meist bei Bewegungen des Trägers, was gerade beim Sport störend sein kann. Der Exercise Freak“ AH-W150 von Denon war hier, wie der Praxistest, der schon mehrere Monate zusätzlich zum damaligen normalen Test läuft, ebenfalls nicht komplett fehlerfrei: Auch hier gab es ab und zu ein Aussetzen der BT-Connection. 

Beim Aufladen sind die JBL In-Ear-Kopfhörer Spitzenklasse: Innerhalb von kurzer Zeit sind die Reflects aufgeladen und halten durchaus eine vertretbare Zeit (ca. 5 Stunden), bis sie wieder ans Kabel müssen. Außerdem können sie durch die Ausformung der Ohrstöpsel Punke sammeln: Der Gummihaken leistet ganze Arbeit, die Stöpsel sitzen fest und bequem im Ohr, auch nach längerem Tragen. Damit dies bei jeder Person gewährleistet ist, werden die Reflects mit Ohreinsätzen in drei Größen geliefert.

Sind die Kopfhörer aufgeladen und korrekt im Ohr eingesetzt, zeigen sie auch, was sie können: Ein für In-Ears beachtlicher Bass und klare Stimmen machen aus ihnen gute Begleiter für R´n´B, Pop, Rap und Workout Playlists. Auch Techno-Liebhaber kommen auf ihre Kosten: Bei „Perfect Machine“ der Members Of Mayday und bei Nicky Romeros „Se7en“, beide Tracks von der Mayday 2012 „Made In Germany“ Compilation, überzeugten die Reflext BT mit vollem Bass, guter Darstellung der zahlreichen elektronischen Effekte und einem insgesamt beachtlichen Volumen. Bei höheren Pegeln kam es zu leichten, aber nicht wirklich gravierenden Verzerrungen. 

Freunde klassischer Rockmusik oder auch Heavy Metal-Hörer könnten mit dem Modell allerdings nicht ganz glücklich sein, Gitarrenriffs wirken etwas zu schwammig und verschiedene Instrumente vermischen sich zu einer einzigen Hintergrundmelodie. Es fehlt demnach etwas an Differenzierungsvermögen in den hinteren akustischen Ebenen. Bei Bon Jovis „Keep The Faith“ würden wir uns z.B. etwas mehr „Biss“ und Fetzigkeit wünschen. 

Wer beim Sport lieber Klassik hört, bekommt mit diesen Kopfhörern einen recht klaren, dynamisch ordentlichen Sound geboten, der jedoch die Größe und Wuchtigkeit zurückhält, die ein Orchester bieten kann. Insgesamt kann man Antonio Vivaldis  „Vier Jahreszeiten“ in ordentlicher Güte vernehmen, der Klang ist recht angenehm – enorme Ansprüche an eine natürliche Räumlichkeit dürfen aber nicht gestellt werden. 

Das Zusammenspiel von dem schönen Bass und den klaren Stimmen lassen Jazzstücke erstrahlen. Zum Beispiel „Mack the Knife“ in der Version von Louis Armstrong klingt wunderbar, auch wenn es beim Sport wohl nicht die erste Wahl sein dürfte. Interessant, dass der Reflect BT mit diesem nicht ganz einfachen Stück so gut zurechtkommt. 

„Words“ sowie „Massachusetts“ von den Bee Gees ertönen ebenfalls fundiert, hier passt auch die Stimmwiedergabe, die gut von den instrumentalen Anteilen getrennt werden. Die Räumlichkeit ist gut, wenngleich sie stellenweise minimal künstlich erscheint. 

Fazit

JBL Synchros Reflect BT 6

Die JBL Snychros Reflect BT werden zu einem fairen Marktpreis angeboten. Akustisch sind sie für die meisten Musikrichtungen sehr gut geeignet und erfreuen durch klaren Klang und kräftige Bässe. Hörer, die eher ein zurückhaltendes Klangerlebnis wünschen, werden zwar nicht 100 % angesprochen, aber gerade Anwender, die sich beim Sport durch nachdrückliche und dynamische Klänge „anfeuern“ lassen möchten, liegen beim Synchros Reflect BT richtig. Die Ohrstöpsel werden in drei Größen mitgeliefert und sitzen gut im Ohr, Allerdings gestaltet sich die Anbringung etwas fummelig. sehr zu loben ist der schnelle Aufladeprozess. Auch die Laufzeit  des eingebauten Akkus ist ordentlich. Kritik gibt es für die paar Aussetzer in der Bluetooth-Übertragung – die Fernbedienung sitzt auch ungünstig, aber da muss man sagen, dass es kaum andere Möglichkeiten gibt, sie unterzubringen: Ein normales Kabel ist bei einem BT-Kopfhörer nicht vorhanden, und in die kleinen Ohrstöpsel lassen sich nunmal keine Touch-Bedienelemente integrieren. Optisch sind die JBL-In-Ears nicht ganz so attraktiv wie manch anderes JBL-Produkt. 

Satter und klarer Sound trifft auf fairen Marktpreis und gute Akkuleistung. Kleine Detailmängel dürften sich rasch beseitigen lassen
sehrgut
In-Ear-Kopfhörer Mittelklasse
27. August 2014

+ Fester Sitz im Ohr
+ Kräftiger und klarer Klang
+ Basswiedergabe
+ Akku lädt schnell auf und ermöglicht gute Laufzeit
+ Freisprecheinrichtung
+ In vier Farben lieferbar

– Etwas fummelige Befestigung im Ohr
– Ab und zu Aussetzer im BT-Betrieb

Test: Nicolette Steinbach
Redaktion: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum 27. August




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