TEST: Teufel Kombo 22 – Micro-HiFi-Anlage mit Bluetooth

Teufel Kombo22 Gruppenbild1

Teufel verpackt tadellose Stereo-Qualität im kompakten Gehäuse und würzt das Ganze mit Bluetooth – fertig ist die Kombo 22 Micro-HiFi-Anlage mit 60-Watt CD/MP3-Receiver, USB-Port und lebendig aufspielenden 2-Wege-Regalboxen VT11 für schlanke 250 EUR. 

Teufel Kombo22 KB22CR Front Seitlich2

Kleiner, kompakter und schmucker CD-Receiver

Teufel Kombo22 KB22CR #Bedienelemente Front

 Sauber eingepasste Bedienelemente

Teufel Kombo22 KB22CR Display Bedienelemente Front

 Alu-Optik der Frontblende, USB-Anschluss und Display in allerdings recht grober Auflösung

Teufel Kombo22 KB22CR CD Schublade

 Die CD-Lade ist etwas windig gelagert, spricht aber sehr schnell auf das Drücken der „Open“-Taste an

Teufel Kombo22 KB22CR Anschluesse Rueckseite

 Rückseite

Teufel Kombo22 KB22CR Anschluesse Rueckseite3

 Anschlüsse

Teufel Kombo22 KB22CR Fernbedienung

 Mitgelieferte, kompakte Fernbedienung

Teufel Kombo22 KB22CR Innenleben Gesamt1

 Innenleben des kompakten CD-Receivers in der Übersicht

Teufel Kombo22 KB22CR Innenleben1

 Layout im Detail

Teufel Kombo22 KB22CR Innenleben2

 Laufwerk im Detail

Der CD-Receiver KB 22 CR kann Audio-CDs, CD-Rs und CD-RWs wiedergeben, ebenso ist er mit einer USB 2.0-Schnittstelle ausgestattet. Der eingebaute Class D-Digitalverstärker liefert 60 Watt, was für die Beschallung kleinerer Lokalitäten ausreichen dürfte. Das RDS-radio mit 20 Senderspeicherplätzen gehört ebenfalls zur Ausstattung. Im Standby-Betrieb werden nur 0,4 Watt konsumiert. Der CD-Receiver wiegt 1,53 kg und ist 28 cm tief, 15,9 cm breit und 7,8 cm hoch. Für den recht niedrigen Kaufpreis ist die Verarbeitung gut, die verspiegelte Abdeckung über dem Display sieht zwar gut aus, verschlechtert aber die Ablesbarkeit. Unter dem CD-Receiver sind kleine Standfüße, die allerdings etwas sauberer hätten angebracht werden können. Der CD-Receiver verfügt über verschiedene DSP-Modi: Pop, Jazz, Rock, Classic und Flat stehen bereit. Des Weiteren ist eine Loudness-Funktion integriert, das Feature „S-Bass“ optimiert die Basswiedergabe. Die mitgelieferte Fernbedienung lässt eine komplette Bedienung des KB 22 R zu und liegt gut in der Hand. Der Druckpunkt der Tasten allerdings könnte klarer definiert sein, das Ansprechverhalten des CD-Receivers auf Tastendrücken ist leicht verzögert. Ein Sleep-Timer fehlt im Übrigen ebenfalls nicht in der Ausstattungsliste. 120, 90, 60, 45, 30 oder 15 Minuten – so lauten die Einstellschritte. 

Teufel Kombo22 VT11 Front Seitlich2

Kombo 11 mit Stoff-Abdeckgitter

Teufel Kombo22 VT11 Front Seitlich5

 Die Zweiwege-Bassreflexbox mit offener Front

Teufel Kombo22 VT11 Verarbeitung

 Gute Verarbeitung

Teufel Kombo22 VT11 Tieftoener

 Tief-/Mitteltöner

Teufel Kombo22 VT11 Hochtoener

 Hochtöner

Teufel Kombo22 VT11 Bassreflexrohr1

 Bassreflex-Öffnung

Teufel Kombo22 VT11 Rueckseite Seitlich1

 Rückseite

Teufel Kombo22 VT11 Anschluesse Rueckseite

 Anschlussterminals

Teufel Kombo22 VT11 Halter LS Abdeckung

 Stoffschutzgitter im Detail

Die zum Set gehörigen Lautsprecher sind alte Bekannte, es handelt sich um die VT 11, die, so befanden wir damals, zum kleinen Preis eine gute akustische Performance bereitstellt. Die Boxen treten optisch extrem schlicht auf, zeigen aber Merkmale, die für sehr günstige Schallwandler atypisch sind: Die Ecken präsentieren sich hinten gerundet, und anstatt billiger LS-Klemmterminals sind ordentliche Schraubterminals vorhanden. Die matte Folierung  hinterlässt einen guten Eindruck und weist keine störenden Mängel auf. Nimmt man das einfache Stoff-Schutzgitter ab, blickt man auf ordentlich eingepasste Chassis. Klebereste auf der Rückseite des Stoff-Schutzgitters sehen wir hingegen weniger gerne. Die Lautsprecher wiegen pro Stück 2,8 kg, sind 26 cm hoch, 15,6 cm breit und 20 cm tief. Die Dauerbelastbarkeit liegt bei 50, die Impulsbelastbarkeit bei 80 Watt (beide Messungen nach IEC). Die Nennimpedanz gibt Teufel mit 4 bis 8 Ohm an, die Empfindlichkeit mit 85 dB (2,83 V/1 m). Der Frequenzbereich, der wiedergegeben wird, reicht von 80 Hz bis 20 kHz. Die 2-Wege-Bassreflex-Schallwandler sind mit einem 130 mm Tief-/Mitteltöner mit Zellulosemembran und einem 25 mm Gewebehochtöner bestückt. 

Kann Kombo 22 in den Hörtestreihen überzeugen? Wir stellen zunächst eine Bluetooth-Verbindung zu unserem Apple iPhone 5S her. Dies funktioniert über die Pairing-Taste auf der Fernbedienung und bei gewähltem Eingang „BT“ sehr einfach. Wir starten gleich mit dem 2014er Bodybangers Remix des Dr. Alban-Eurodance-Hits „It’s My Life“:  Es hilft, die S-Bass-Funktion gleich zuzuschalten, dann wird der Bass kräftiger, härter – aber nicht schwammig oder unpräzise. Klar die Trennung zwischen vokalen und instrumentalen Anteilen, tadellos die Pegelfestigkeit. Hier ist man gerade von derartigen kompakten CD-Lösungen nicht eben Weltbewegendes gewöhnt. Für Pegel-Orgien eignet sich auch die Kombo 22 nicht, aber man kann deutlich über Zimmerlautstärke hören und handelt sich keine störenden Verzerrungen oder akustische Komprimierungen ein. Das Megamix von R.I.O zeigte ebenfalls, dass Kombo 22 mit aktueller Dance-Musik umgehen kann. Etwas weniger Dröhnen im Bass bei gehobener Lautstärke hätten wir uns gewünscht, sonst keine Einwände: Dynamik, Raumeindruck und Struktur verdienen sich gute Zensuren. 

Wir ändern den Musikstil – „The Living Daylights“ von a-ha war damals Titelsong des 80er Jahre 007-Films „Der Hauch des Todes“. Und hier erfreut uns die Kombo 22 mit harmonischer Wiedergabe, die nur im unteren Mitteltonbereich teilweise etwas dünn erscheint. Im eigentlichen Bassbereich ist dann sogar wieder Zupacken der VT11 auszumachen. Die Stimme kommt gut heraus, und die Räumlichkeit ist ebenfalls als tadellos zu bezeichnen. Wir springen sozusagen „einen Film weiter“, denn auf „Der Hauch des Todes“ folgte „Lizenz zum Töten“ – in beiden Bond-Filmen übernahm Timothy Dalton die Rolle des britischen Doppelnull-Angenten. der Titelsong des zweiten Films wird von Gladys Knight gesungen – die Wiedergabe durch Kombo 22 ist klar, recht facettenreich und durchaus dynamisch. Ein gutes Ergebnis für eine so kleine Anlage. Gerade im Ferienhaus, Schlafzimmer oder Home Office macht sie sich demnach gut, und sie präsentiert sich als vollwertige Anlage und nicht als akustische Behelfslösung. 

Legen wir nun die CD „Andrea“ von Andrea Bocelli ins Laufwerk ein. Während des recht flotten Einlesens macht das Laufwerk hörbare Geräusche, nicht wirklich störend, aber das geht auch leiser. Wer das geöffnete Gerät betrachtet, weiß auch, wieso die Arbeitsgeräusche nach außen dringen: Als Zugeständnis an die Preisklasse gibt es keine aufwändige Kapselung des Laufwerks. Wenn die Kombo 22 zu spielen beginnt, verstummt die leise Kritik: Andreas Stimme bei „Dell’Amore Non Si Sa“ erscheint gut eingearbeitet, und auch die Instrumente hören wir in glaubwürdiger Ausprägung. Die Stimme wirkt in den leiseren Passagen nur eine idee zu weit im Hintergrund. Dafür aber wirkt sie auch dann, wenn es laut wird, nie zu blechern oder zu aggressiv. Der Hochtonbereich spielt relativ frei auf und gibt es nie zu bedeckt oder oberflächlich. 

Weiter geht es mit „Lucifer“ vom Alan Parsons Project – beim rein instrumentalen, schon fast legendären Stück tut sich die kleine Berliner Stereo-Lösung nicht schwer beim Erschaffen eines lebendigen, klaren akustischen Gesamteindrucks. Auch wenn die VT11 optisch langweilig ist und zu einer kleinen, schmucken Lösung wie dem KB 22 CR nicht so recht passen mag: Akustisch wird fürs Geld wieder einmal viel geboten. Der fundierte Sound macht sogar richtig Freude, da ihm jeder Anflug von Ärmlichkeit oder monotoner Darstellung fehlt. Der Rhythmus kommt gut heraus, und der Hochtonbereich spielt mit guter Räumlichkeit auf. 

Wie sieht es mit melodiöser Heavy-Metal-Musik aus? Kommt die preisgünstige kleine Stereoanlage damit auch zurecht? Wir haben uns „The Howling“ von Within Temptation angehört -und wiederum überzeugt die eingebaute Endstufe mit ordentlicher Pegelfreude und spontanem Ansprechen. Über Leistungsmangel braucht sich der Besitzer der Kombo 22 wahrhaftig nicht zu beklagen. Vielmehr freut er sich über einen kräftigen Bassbereich und eine gute Einarbeitung der Stimme. 

Fazit

Teufel Kombo22 Gruppenbild5

Teufel hat mit der Kombo 22 eine erfreulich klangstarke kleine Stereo-Anlage im Produktportfolio, die mit Pegelfestigkeit, dynamischer Gesamtdarstellung und einer natürlichen Akustik rundherum überzeugen kann. Durch die integrierte Bluetooth-Funktion und den USB-Anschluss werden auch moderne mediale Aspekte berücksichtigt, Die kleine Anlage ist solide verarbeitet und preislich sehr fair kalkuliert – so, wie wir es von Teufel gewohnt sind. Nachteile: Das CD-Laufwerk könnte leiser agieren, und die VT 11 ist nicht eben ein Design-Wunder. Optisch würden hier schickere Schallwandler besser passen.

Dynamik, Pegelfestigkeit, natürliche Gesamtdarstellung – Kombo 22 klingt angenehm erwachsen und vollwertig
ausgezeichnet
Micro-Stereo-Anlagen Mittelklasse
Test 04. Februar 2014

+ Natürlicher Klang
+ Gute Pegelfestigkeit
+ Gute Räumlichkeit
+ Bluetooth und USB
+ Fairer Kaufpreis
+ Ordentliche Verarbeitung

– CD-Laufwerk recht laut beim Einlesen
– VT 11 Lautsprecher passen optisch nicht perfekt

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 04. Februar 2014




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