TEST: Teufel iTeufel Air Blue – Berliner Offenbarung?

Teufel iTeufel Air Blue Front Seitlich1

Teufel hat für knapp 500 EUR den iTeufel Air Blue im Angebot und hat sich beste Klangqualität bei der Nutzung moderner Musikquellen auf die Fahnen geschrieben. Bluetooth, AirPlay und Spotify Connect ist die versammelte Funktionsvielfalt – also modern und zeitgemäß, dieser Eindruck drängt sich auf.

Teufel iTeufel Air Blue Rueckseite Seitlich1

Elegant aus allen Blickwinkeln

Teufel verspricht richtigen „HiFi Stereo-Klang“ und packt in den eleganten 2-Wege-Lautsprecher plus extra Subwoofer im Gehäuse satte 100 Watt Maximalleistung, so dass auch höheren Pegeln nichts im Wege steht. 

Teufel iTeufel Air Blue Bedienelemente Oberseite

Bedienelemente oben. Nachteil: Bei Lichteinfall spiegelt sich das Licht auf der Oberfläche der Knöpfe, und die Symbole darauf sind nicht klar zu erkennen

Teufel iTeufel Air Blue Bedienelemente

 Netzanschluss (kein Adapter dabei), 3,5 mm LIne-In, Reset- und Setup-Button hinten

Teufel iTeufel Air Blue Standfuss

 Standfuß

Teufel iTeufel Air Blue Rueckseite Seitlich2

 Sehr gute Materialqualität

Wir wollen uns den iTeufel Air Blue in allen Details anschauen. Optisch sticht die schlichte Eleganz hervor, die keinen Vergleich mit Design-Ikonen scheuen muss: Klar, zeitlos und wertig steht der iTeufel Blue vor uns. Alle Passungen sind präzise, die Material- und Oberflächenqualität gefällt uns nahezu ohne Abstriche. Dass das Abdeckgitter aus Stoff und nicht aus Metall ist, fällt bei diesem Design nicht negativ ins Gewicht, nur vielleicht haptisch. Mini-Kritik: Wieso nicht das neue schicke rote Teufel-„T“ als Lolo, sondern den alten Schriftzug? Lob erntet der elegante Standfuß. 

Modern präsentiert sich die Technik an Bord – Bluetooth 4.0 ist mit dabei, und das Koppeln mit dem Smartphone oder Tablet geht einfach und schnell vonstatten. Natürlich muss man elementare Dinge schon wissen, wie etwa, dass das mobile Device im Modus „sichtbar“ sein muss – sonst hat iTeufel Air Blue keine Chance, es zu finden. Die BT-Verbindung selbst unterstützt aptX und erweist sich in den Testläufen als sehr stabil, auch bei größerer Entfernung. Aussetzter sind absolute Mangelware, und die reine, klare Klangqualität hat uns überzeugt. 

Natürlich muss der iTeufel Air Blue zur Nutzung der AirPlay-Funktion entsprechend mit einem iOS-Device verbunden werden. Dies funktioniert über WiFi-Direct (hier baut iTeufel Air Blue z.B. zum  iPhone 5S eine eingene WiFi-Verbindung auf) oder aber auch über den Router als „Mittelsmann“. Inzwischen haben sich Router mit WPS auf breiter Front durchgesetzt, und das sorgt für einfache Netzwerk-Integration des iTeufel Air Blue: Einfach die Setup-Taste auf der Rückseite drücken, und so lange gedrückt halten, bis vorn die große LED weißblau schnell blinkt. Dann ist die WPS-Taste am Router zu betätigen, und nach kurzer Zeit haben sich beide „gefunden“. Die LED leuchtet dann permanent blauweiß – und nun ist  iTeufel Air Blue auf dem iPhone 5S z.B. direkt als AirPlay-Lautsprecher verfügbar. Auch, wenn man iTunes auf PC oder Notebook laufen hat, kann problemlos der iTeufel Air Blue eingesetzt werden. Ähnlich unkompliziert erweist sich die Verwendung von Spotify. Hier muss man bei installierter App während der Wiedergabe des gewünschten Spotify-Materials auf den Lautsprecher neben den Abspiel-Buttons gehen. Dann kann man Spotify-Connect aktivieren, und der Stream gelangt zum iTeufel AirBlue. Voraussetzung für die drahtlose Übertragung von Spotify Streams zum iTeufel Air Blue ist, dass man einen Premium-Account (10 EUR/Monat) für Spotify besitzt – oder aber ein AirPlay-fähiges Apple-Smartphone verwendet: Dann kann man den Spotify-Stream auch über AirPlay bei der kostenlosen Variante zum iTeufel Air Blue übertragen. Android „Smartphoner“ hingegen müssen sich die Premium-Variante holen. Konventionelle Wiedergabegeräte können per analogem 3,5 mm Stecker eingebunden werden. 

So sind aktuelle und stark nachgefragte Features integriert, die in einem klangtechnisch aufwändigen Umfeld naturgemäß besonders gut zum Tragen kommen. Daher hat Teufel vollwertige 2-Wege-Lautsprechersysteme (2 x 25 mm Gewebe-Hochtöner, 2 x 80 mm Mitteltöner mit Membran aus beschichteter Zellulose) eingebaut, die in ihren Bestrebungen nach räumlich ansprechender Darstellungen von der Teufel-eigenen „Panorama“-Funktion unterstützt werden. Diese weitet die Stereo-Bühne effektiv. Im tieffrequenten Bereich hat Teufel noch einen 130 mm Subwoofer zusätzlich ins Gehäuse des iTeufel Air Blue eingelassen. Ein Frequenzband von 62 bis 20.000 Hz zeigt, dass selbst „untenherum“, also unterhalb der 100 Hz, etwas geht. Ob dies auch in der Praxis so ist, fördern später die Klangtestreihen zu Tage. Die insgesamt 5 Chassis werden von einem effektiv arbeitenden Class D-Digitalverstärker angetrieben, der kaum Verlustwärme aufweist und zudem sehr wenig Platz benötigt. Hohe Pegel, rauscharm und verzerrungsfrei – so lautet das Versprechen von Teufel. Der iTeufel Air hat ein Netto-Innenvolumen von 6 Litern vorzuweisen und unterstützt WLAN 802.11 b/g, aber weder n noch ac. Als WLAN-Verschlüsselung sind WPA und WPA2 personal möglich. 5,7 kg wiegt der Lautsprecher, er ist 17,5 cm tief, 43,5 cm breit und 27 cm hoch. 

Dem Vorgänger iTeufel Air haben wir damals zwar einen lebendigen und frischen Klang konstatiert, allerdings riss die Basswiedergabe niemanden vom sprichwörtlichen Hocker. Wohl auch aus solchen Gründen  weist Teufel beim iTeufel Air Blue auf die verbesserten tieffrequenten Qualitäten hin – der neuen Frequenzweiche und der überarbeiteten Gesamtabstimmung sei Dank. 

So viel zur grauen Theorie – doch wie hört sich die Praxis an? Der 007-Titelsong „Skyfall“ musste herhalten, um dieser Frage auf den Grund zu gehen. Und gleich von Beginn an sind wir erstaunt von der charismatischen und keinesfalls vordergründigen Stimmwiedergabe, die wir vernehmen dürfen. Der Bassbereich ist, wie wir kurz darauf ermitteln, tatsächlich deutlich präsenter geworden. Die Darstellung ist homogener, nicht mehr ganz so hell, fundierter und schlichtweg angenehmer geworden. Kraft hat der aktive Lautsprecher mehr als manche Micro-HiFi-Anlage und beschallt selbst einen 20 Quadratmeter-Raum nachdrücklich – das sind gute Voraussetzungen für beste Kundenzufriedenheit. 

Auch bei „For Your Eyes Only“, aus dem gleichnamigen James Bond-Film, macht sich Zufriedenheit breit. Die tadellose Stimmwiedergabe sticht hervor, und auch die Einarbeitung der Instrumente ist erstaunlich gut. Grob- wie auch Feindynamik sind für eine One-Loudspeaker-Komponente ausgezeichnet. Noch besser ist es um die Räumlichkeit bestellt – es ist schon fast als sensationell zu bezeichnen, welche räumliche Weite und räumliche Tiefe hier erzeugt werden. Teufels Panorama DSP scheint ganze Arbeit zu leisten. Hier wurde auch im Vergleich zum Vorgänger ein merklicher Vorsprung geschaffen.

Der 80er Jahre Hit „Building A Bridge To Your Heart“ von Wax gliedert sich nun in unsere Test-Wiedergabeliste ein. Schwungvoll, mit guter vokaler wie auch instrumentaler Präsenz gesegnet, erfreut der dichte Klang durch Räumlichkeit und Struktur. Erst bei hohem Pegel nimmt das Differenzierungsvermögen ab, so dass das Ganze eindimensionaler und feindynamisch weniger sensibel erscheint. Stabil und störungsfrei ist allzeit die Übertragung, hier erweist sich iTeufel Air Blue als betriebssicher – auch wenn es bei allen Devices so sein sollte, ist es in der Praxis keine Selbstverständlichkeit. Kraftvoll und mit geschlossener Klangkulisse setzt iTeufel Air Blue beim Hubert Kah-80er Jahre Hit „Military Drums“ seinen Erfolgsweg fort. Beeindruckend hier Tiefgang, Substanz und Nachdruck im Bassbereich: Genau das fördert einen entspannten und souveränen Klangeindruck.

Zurück in die musikalische Gegenwart – und zu „Jubel“ von Klingande: Der Titel nimmt schon einiges vorweg, zum Beispiel den Jubel der Teufel-Verkaufsstrategen, die sich bestimmt über zahlreiche Intressenten für iTeufel Air Blue freuen dürfen. Nachdrücklich und lebendig geht das System auch hier an den Start, leichte Verzerrungen im Bassbereich treten erst bei Pegeln auf, die so hoch sind, dass man den Bereich der kompakten All-In-One-Lautsprecher verlässt. Das Saxophon wird frisch und impulstreu präsentiert, die Stimme wirkt räumlich gut eingearbeitet. Bei R.I.O.s aktuellem Hit „Komodo – Hard Nights“ verblüfft zu Beginn die intensiv empfundene Räumlichkeit und der saubere Aufbau des Tracks. Erneut ist im Bassbereich ein deutlich zu hörendes Fundament vorhanden.  Die elektronischen Effekte werden bis weit in den Hörraum geschleudert. Kurzum – akustisch ein Universaltalent, angenehm und homogen ausgelegt, gleichzeitig aber dynamisch aufspielend. 

Wie schlägt sich die Konkurrenz? Der Vorgänger  iTeufel Air klingt deutlich zurückhaltender im Bassbereich und agiert weniger räumlich. Erstaunlich detailreich und teils sogar filigran darstellend, kann er aber nach wie vor auch mit speziellen Tugenden überzeugen. 

Speziallösung ist der Ceratec CeraAIR TWO. Hier wird ein sehr edler, hochwertiger Lautsprecher einfach mit einem AirPort Xpress Modul ausgeliefert – fertig ist die AirPlay-Lösung. Außer AirPlay ist nichts an Bord bei diesem Modell, das 2012 getestet wurde – aber klanglich und hinsichtlich Materialwahl sowie Verarbeitung wird Überzeugendes geboten. Mit 599 EUR ist der CeraAIR TWO aber auch recht teuer und nicht so flexibel wie der iTeufel Air Blue, der praktisch ebenso gut klingt und 100 EUR günstiger ist. 

Klangstark und mit Bluetooth – das sind die Attribute des ausgewachsenen Heco Ascada 300 BTX. 399 EUR kostet der aufwändig konstruierte Lautsprecher mit satter Leistung. Sehr gut verarbeitet ist er auch noch, und überdies in schwarz oder weiß lieferbar. Wie rechtfertigt der iTeufel Air Blue den Mehrpreis von 100 EUR? Zum einen durch mehr Flexibilität – Spotify Connect und AirPlay -, zum anderen mit dem noch edleren Design. So kann festgehalten werden: Zu den jeweiligen Preispunkten packen sowohl Teufel als auch Heco nahezu ein Optimum mit ins Paket. 

Fazit

Teufel iTeufel Air Blue Front Seitlich4

Der neue iTeufel Air Blue-Aktivlautsprecher führt sich glänzend ein. Der Kaufpreis hat zwar keinen Schnäppchencharakter, dafür aber bekommt man für knapp 500 EUR auch einen erstklassigen Gegenwert. Mit Basskraft, enormer Räumlichkeit und toller Dynamik spielt sich der Wireless-Speaker weit nach vor. Dass er auch noch blendend aussieht, ist „Erbgut“ vom Vorgänger. Im Detail erscheint der „Neue“ noch eine Idee nobler und hochwertiger. Im Testbetrieb funktionierten alle drahtlosen Übertragungs-Pfade reibungslos, ganz gleich, ob Spotify Connect, AirPlay oder die Bluetooth-Übertragung. 

Leistungsstarker, homogen aufspielender und hochwertiger Wireless-Lautsprecher
ueberragend
Wireless-Lautsprecher Obere Mittelklasse
Test 17. Februar 2014

+ Kräftiger und angenehmer Klang
+ Ausgezeichnete Räumlichkeit
+ Pegelfest
+ AirPlay, Spotify Connect und Bluetooth 4.0 + aptX
+ Saubere Verarbeitung
+ Sehr elegante Optik

– Nur in weiß lieferbar

Test: Carsten Rampacher
Datum: 17. Februar 2014

 




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