TEST: Teufel AirPlay Soundstation iTeufel Air

11.01.2011 (cr/sw)

 

Einführung

Teufel präsentiert mit dem iTeufel Air für 499 EUR nun ein leistungsfähiges Soundsystem für Apple-Devices wie iPod Touch, iPhone oder iPad, das Apples kabellose AirPlay-Technologie für die Übertragung von Musikdaten nutzt. Selbstverständlich können auch PCs und Macs mit iTunes als Zuspieler dienen. Optisch ist iTeufel Air hochwertig aufgemacht und muss sich somit keinesfalls hinter dem anerkannt hohen Style-Faktor der Apple-Produkte verstecken. Schlicht, modern, mit sehr guter Materialqualität, möchte iTeufel Air auf Kundenfang gehen. Die Einrichtung geht schnell vonstatten, man kann z.B. ein iPad oder in Phone schnell direkt mit dem iTeufel Air verbinden, es ist aber ebenfalls möglich, das Gerät bei einem Router anzumelden. Die AirPlay-Komponente ist mit 130 mm Subwoofer ausgestattet, der 45 Watt an Sinus-Leistung zugewiesen bekommt, weitere 20 Watt fallen por weiterem Verstärkerzug an. Je ein 80 mm Mitteltöner und ein 25 mm Hochtöner wird damit bedient, so dass es sich insgesamt um ein 2.1 System handelt. Den Frequenzbereich, der wiedergegeben wird, gibt Teufel mit 65 bis 20.000 Hz an. Der maximale Schalldruck beträgt 102 dB. Praktisch und Geld sparend: Im Standby-Modus verbraucht iTeufel Air weniger als 0,5 Watt und schont so Umwelt und Geldbeutel gleichermaßen. Etwas mehr Energie benötigt die Soundstation im sogenannten „Sleep-Modus“. Dann bleibt nämlich der WLAN-Empfänger aktiv und wartet auf eingehende Signale, um den Lautsprecher selbstständig wieder in Betrieb zu nehmen. Liegt eine längere Zeit lang (ca. 20 Minuten) kein Signal an, geht der iTeufel Air automatisch wieder „schlafen“. So sparen Nutzer sogar dann Strom, wenn sie das Ausschalten einmal vergessen.

Systeminstallation

 

Kurze, schnelle Einrichtung in iTunes, dann wird iTeufel Air gleich als externer Lautsprecher verwendet

Hier kann festgelegt werden, dass die Klangwiedergabe vom iTeufel Air übernommen wird

Direkte Verbindung, iTeufel Air fungiert als offenes Netzwerk

Es gibt zwei Verbindungsmöglichkeiten, entweder eine direkter Verbindung oder aber die Verbindung über einen WLAN-Router. Zunächst stellen wir die Variante mit WLAN-Route mit WPS (Wi-Fi Protected System) vor. Hier ist Voraussetzung, dass iTeufel Air sich im Standby-Zustand befindet und die Status-LED rot leuchtet. Natürlich muss der PC, von dem aus die Wiedergabe der iTunes-Titel über AirPlay erfolgen soll, ebenfalls ins WLAN-Netzwerk eingebunden sein. Nun hält man die Standby-Taste so lange gedrückt, bis die Kontroll-LED blau zu blinken beginnt. Anschließend aktiviert der Anwender die WPS-Funktion beim Router, oftmals wird diese schlicht in „Push Button“-Form in Betrieb genommen, das heißt, man drückt die für die Erstellung einer WPS-Verbindung zuständige Taste am Router. Wird die Blinkfolge der blauen LED kürzer, drückt man die „Setup“ Taste hinten am iTeufel Air, und anschließend wird die Verbindung automatisch hergestellt, was bis zu 2 Minuten dauern kann. Wenn die blaue Kontroll-LED permanent leuchtet, ist die Verbindung hergestellt. Natürlich kann iTeufel Air auch genutzt werden, wenn kein WPS-fähiger Router vorhanden ist. Dann muss man z.B. unter Win7 die Systemsteuerung öffnen, den Punkt „Verbindung mit dem Internet herstellen“ anwählen, im dann erscheinenden Menü wird „Drahtlosverbindung“ bei der Art der zu erstellenden Verbindung gedrückt, anschließend wird „iTeufel Air“ unter den verfügbaren Verbindungen ausgewählt.  Man kann iTeufel Air auch direkt mit PC,iPhone oder iPad verbinden. Hierzu drückt man zunächst wiederum die On/Standby-Taste so lanfge gedrückt, bis die Status-LED blau blinkt. Wenn nach kurzer Zeit die Blinkfolge der LED langsamer wird, wird die Setup-Taste so lange gedrückt, bis die Kontroll-LED nacheinander blau und orange blinkt. Nun sendet iTeufel Air wie ein öffentliches WLAN-Netz. In der Praxis leistete sich iTeufel Air keine Aussetzer bei der Wiedergabe und erwies sich auch sonst als sehr zuverlässig. Nicht ganz perfekt war nur das manchmal etwas verzögerte Ansprechen auf per iPad, iPhone oder PC gegebene Befehle zur Lautstärkeänderung. Das iTeufel Air unterstützt die WLAN-Verschlüsselungen WPA sowie WPA2 personal. Die maximale WLAN-Reichweite gibt Teufel mit 40 Metern an. Die WLAN-Übertragungsrate beträgt 54 MBit/s, was für Musikdaten ausreicht. Die WLAN-Standards 802.11 b/g werden unterstützt.

  • Kompatibilität
    iPod touch 2G Ja
    iPod touch 2G 32GB/64GB Ja
    iPod touch 3G Ja
    iPod touch 4G Ja
    iPhone 3GS Ja
    iPhone 4G Ja
    iPad Wi-Fi Ja
    iPad Wi-Fi + 3G Ja
    Kompatibel mit iTunes auf Mac oder PC
  • Betriebssysteme
    Windows 2000 Ja
    Windows XP Ja
    Windows Vista Ja
    Windows 7 Ja
    Mac OS Ja
Verarbeitung, Technik und Anschlüsse

Kaltgeräte-Netzsteckeranschluss, Line In (3,5 mm), Restknopf, Setup-Taste

Lautstärkeregelung, Standby-Knopf

Auch die Rückseite versprüht durchaus Eleganz

Standfuß 

Finish des Standfußes

Finish Übergang LS-Gitter - Geräteoberseite

Die Soundstation präsentiert sich in sehr hochwertiger Optik. Materialqualität und Finish können überzeugen. Die weiße, hochglänzende Oberfläche sorgt im Besonderen für Noblesse. Das Gerät ruht auf einem elegant integrierten Standfuß, über die Lautsprecherchassis spannt sich ein präzise eingepasstes Lautsprechergitter aus falten- und knitterfreiem Stoff. Laut Website verfügt das Gerät über einen integrierten DSP, dieser weist aber keine verschiedenen Programme für eine klangliche Beeinflussung seitens des Users auf. Die Status LED auf der Vorderseite ist im Übrigen abschaltbar. Die wenigen Bedienelemente sind sauber eingepasst und geben nach kurzem Studium der gut formulierten und übersichtlich gehaltenen Bedienungsanleitung keine Rätsel auf. Das System weist zwei Hochtöner und zwei Mitteltöner auf, die von je einem Verstärkerzug bedient werden (2.0). Zum 2.1 Gerät wird iTeufel Air durch den dritten Verstärkerzug für den Subwoofer (130 mm, Hochtöner je 25 und Mitteltöner je 80 mm). Die Membran des Tieftöners besteht aus beschichteter Zellulose, ebenso die des Mitteltöners, während der Hochtöner eine Gewebemembran aufweist. Die beiden Verstärkerzüge für Mittel- und Hochtöner liefern jeweils 20 Watt Sinusleistung, der Subwooferkanal 45 Watt Sinusleistung. Das iTeufel Air arbeitet nach dem Bassreflex-Prinzip. Der eingebaute Verstärker arbeitet nach Class D-Prinzip (digitaler Verstärker mit hoher Effizienz und geringem Platzbedarf). Das kompakt bauende Gerät weist 6 Liter Netto-Innenvolumen auf und ist mit Abmessungen von 17,5 cm Tiefe, 43, 5 cm Breite und 27 cm Höhe problemlos unterzubringen. Das Gewicht gibt Teufel mit 5,7 kg an. 

Klang

Akustisch sind wir von Teufel auch bei kompakten Lösungen wie dem iTeufel Air ein hohes Niveau gewohnt. Nun konnte der iTeufel im Vergleich zu anderen Teufel Lösungen, die für Apple-Endgeräte konzipiert sind, bezüglich der Wertigkeit des Designs sogar nochmals zulegen. Hält die klangliche Performance mit der optischen Gestaltung Schritt? Um eben dies heraus zu finden, haben wir „Das Boot“ im Remix von Disco Cell angehört. Die Räumlichkeit überzeugt ebenso wie der Effektaufbau. Der Bass ist präzise und gut strukturiert, im Vergleich mit dem iTeufel Magnum ist der Nachdruck im Bassbereich aber nicht so immens. Hier hatte uns das große iTeufel-Radio sehr verwundert, denn was dort im Bassbereich geleistet wird, ist bezüglich Kraft und Volumen exzellent für ein solches Gerät. Hier ist iTeufel Air etwas anders ausgelegt, tritt schlanker und etwas zurückhaltender auf. Ausgezeichnet ist der klare Hochtonbereich, dieser tritt bei „Music“ von Nid&Sancy erneut gekonnt in Erscheinung. Alternierende Effektanteile werden mit enormer Dynamik und ausgezeichneter Räumlichkeit vorgetragen. Auch die Herausarbeitung von Einzelheiten gelingt gut. Nur in den hinteren Ebenen nimmt das Detaillierungsvermögen naturgemäß ab, was man merkt, dass das Gebotene nicht mehr so griffig und klar strukturiert erscheint. Beim 2011er Hit „On The Floor“ von Jennifer Lopez arbeitet iTeufel Air den Beginn des Songs sehr schön heraus, auch die Stimme von Jennifer wird prima übertragen. Der Bass wirkt zwar recht knackig und ist klar definiert, Kraft und Tiefenwirkung aber sind zwar ordentlich, reißen aber keinen vom sprichwörtlichen Hocker. Gut gefällt uns, was das iTeufel Air bei Keri Hilsons „I Like“ an akustischer Performance offeriert. Die Stimme wird gekonnt fokussiert und hat eine gut erkennbare Struktur. Der Bass erscheint weder aufgesetzt noch neigt er zum störenden Dröhnen – er ist recht präzise und platziert sich korrekt im akustischen Gesamtgefüge. Trotzdem ist iTeufel Air eher eine Komponente, die durch Klarheit und Frische im Hoch- und Mitteltonbereich sowie durch erstaunliche feindynamische Qualitäten auf sich aufmerksam macht als durch immense Bass-Power. Beim 80er Jahre One-Hit-Wonder „You Spin Me Round (Like A Record)“ von Dead or Alive stellt iTeufel Air erneut die vorhandenen dynamischen Qualitäten unter Beweis, zudem fehlt der oft leicht blecherne, monotone Einschlag, den dieser Titel auf manchem Gerät bei der Wiedergabe entwickelt. Nur beim Abklingen von Effekten ist herauszuhören, dass das Ganze etwas detailarm und zu schneidend klingt. „What Is Love“ von Howard Jones erscheint wiederum in schwungvollem Gewand, die Trennung von Stimmen und Instrumenten ist tadellos. Der Auftakt zu Antonio Vivaldis „Vier Jahreszeiten“ gelingt mit prima Detailarbeit, natürlicher Räumlichkeit und frischer Gesamtcharakteristik sehr gut. Die Streicher sind bei normalen bis leicht erhöhten Lautstärken als lebendig und gut durchmodelliert wahr zu nehmen, werden nur bei hohem Pegel etwas spitz. Andrea Bocellis „L’Attesa“ überzeugt durch das sehr gut herausgearbeitete Piano zu Beginn. Andreas Stimme hat Kontur und klingt sauber, auch bei erhöhtem Pegel. Nur macht sich die insgesamt etwas „helle“ Auslegung des iTeufel Air auch hier bemerkbar, zwar klingt alles frisch und dynamisch, aber das Fundament, das alles unterfüttert, könnte durchaus etwas üppiger ausfallen. Bei „Pulcinella“ überzeugt ein weiteres Mal der lebendige Klang, die Klingel zu Beginn des Stücks wirkt sehr realistisch. Das für eine solche Komponente sehr hohe Detaillierungsvermögen im Hochtonbereich kommt gerade bei diesem Stück exzellent heraus. Bilanzierend ist festzuhalten, dass das iTeufel Air eigentlich denjenigen Hörer überzeugen dürfte, der bislang von solchen Komponenten Abstand gehalten hat. In den Punkten Dynamik, Hochtonwiedergabe und Klarheit kann Teufels neuestes Produkt für Apple-Devices mit erstaunlicher Souveränität Punkte sammeln. Die „Power&Fun“ Fraktion, die sich sehr für derartige Geräte interessiert, ist z.B. beim iTeufel Magnum besser aufgehoben, weil Basskraft, Volumen und Nachdruck beim iTeufel Air offensichtlich nicht oberste Priorität bei der Entwicklung hatten. Das iTeufel Air weist keine EQ-Programme zur Beeinflussung des Klangbildes auf, was highfidele Zeitgenossen begrüßen und "Spielkinder" als kleinen Nachteil sehen dürften. 

Fazit

Teufels neuestes Schöpfung iTeufel Air präsentiert sich als hochwertig verarbeitendes, schnell startklar zu machendes Hightech-Produkt, das auch mit der edlen, zeitlos-eleganten Optik punkten kann. Akustisch richtet sich iTeufel Air an den kultivierten, reiferen Musikliebhaber, der auch nicht davor zurück schreckt, klassische Musik oder Jazzmusik mit der Soundstation zu hören. Nicht massivster Bassdruck und enormer Punch standen ganz oben im Lastenheft der Entwickler, vielmehr strebte Teufel offensichtlich den Beweis dafür an, dass auch eine entsprechend aufwändig konstruierte Soundstation für Apple Devices einen Klang liefern kann, der dem klassischen HiFi-Ideal 80er Jahre sehr nahe kommt. Gerade Feingefühl, Detaillierungsvermögen und Durchhörbarkeit im Hochtonbereich sind ausgezeichnet. Die verbaute Technik rechtfertigt im Übrigen auch den Kaufpreis: Zwei Hochtöner, zwei Mitteltöner und ein Tieftöner mit separatem Verstärker stellen eine umfangreiche Bestückung dar, die die erzielten klanglichen Höhenflüge erst möglich macht. 

Optisch sehr elegant, hochwertig verarbeitet und kultiviert klingend - erfahrene Musikliebhaber mit Sinn für Stil liegen beim iTeufel Air genau richtig

AirPlay Soundstation Oberklasse
Test 11. Januar 2012

+ Klarer Klang
+ Für eine solche Komponente sehr gute Feindynamik
+ Verschiedene Einbindungsmöglichkeiten
+ Störungsfreie Signalübertragung
+ Sehr lebendiger Hochton- und Mitteltonbereich
+ Tonal neutral
+ Sehr gute Verarbeitung
+ Edle Optik

- Keine EQ-Programme
- Manchmal leicht verzögernd auf Lautstärkeänderungen ansprechend

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 11.01.2012

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