Test mit Display Basic Check: Panasonic TX-65AXW804

Panasonic TX-P65AXW804 Front Seitlich1

Nachdem wir den AXW804 bereits auf der High End und der IFA in Augenschein genommen und erste gute Eindrücke sammeln konnten, wollen wir dem UltraHD LED LCD-TV natürlich auch einen ausführlichen Testbericht nicht verwehren. Unser Sample kommt in 65 Zoll daher und ist, wie seine Kollegen in 55 und 50 Zoll, enorm flexibel ausgestattet. Dazu gehört ein Twin HD Tuner mit Sat>IP-Funktion, 2000 Hz bls Frame-Interpolationstechnologie und eine intuitiv bedienbare Benutzeroberfläche.

Ein exzellentes Bild sollen hochwertige Bildbearbeitungsprozessoren mit Studio Master Colour und Local Dimming Pro, eine Technologie, bei der einzelne Segmente der LED-Hintergrundbeleuchtung gesteuert werden können, garantieren. Bestätigt hat das bereits THX, die dem Flachbildfernseher ihr Gütesiegel verliehen haben. Damit alle UHD-Inhalte ohne Einschränkung wiedergegeben werden, ist HDMI 2.0 inkl. HDCP 2.2 sowie DisplayPort an Bord. Im 3D-Betrieb setzt der AXW804 auf aktive Shutterbrillen, stellt also zwei UHD-Bilder gleichzeitig dar. Multimedial wird das ganze durch eine integrierte Kamera und „TV Anywhere“ abgerundet.

Panasonic TX-P65AXW804 Verarbeitung1

Solide Detailverarbeitung

Panasonic TX-P65AXW804 Standfuss Detail

Übergang zum Fuß

Panasonic TX-P65AXW804 Rueckseite Seitlich2

Rückseite

Panasonic TX-P65AXW804 Standfuss Rueckseite

Schwergewichtige Standbefestigung des Fernsehers

Panasonic TX-P65AXW804 Standfuss Front

Frontansicht unten

Panasonic TX-P65AXW804 Common Interface

Zwei CI+ Slots

Panasonic TX-P65AXW804 Bedienelemente Rueckseite

Stationäre Bedienelemente

Wie bereits häufiger festgestellt: Der Panasonic AXW804 – egal in welchem Zollformat – ist ein echter Flachbildschirm. „Curved“ steht bei Panasonic außen vor, man setzt auf ein geradliniges, klassisches Design und trifft damit in unserer Redaktion ins Schwarze. Erhaben und elegant, aber nicht aufdringlich oder erschlagend, thront der 65-Zöller auf unserem AV-Rack. Der stabilisierende Fuß ist hinter dem Flachbildschirm kaum zu sehen und stützt den TV nach hinten ab, vorne basiert das Display gänzlich auf der Chrom-Leiste, die den edlen Auftritt nur unterstützt. Der Rahmen des Panels ist recht schmal und mattschwarz gehalten, nur eine Betriebs-LED und der Panasonic-Schriftzug sind kleine Akzente im sonst linearen Auftritt. Die Rückseite ist mattschwarz lackiert und aus Metall. Rechter Hand sind Anschlüsse untergebracht, auf der linken Seite stationäre Bedienelemente zu finden.

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Fernbedienung

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VIERA Touchpad Remote

Panasonic TX-P65AXW804 3D Brille3

Beiliegende 3D-Brille

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Klassisches Design

Ebenso wie der TV selbst, ist auch die Fernbedienung etwas klassischer, geradliniger. Im silbernen, gebürsteten Alu-Finish wirkt sie extrem schick und elegant. Das Layout wurde weitgehend beibehalten und behält Bedienkomfort und Funktionsvielfalt bei, auch wenn das Navigationskreuz etwas höher anliegt. Auch der Tastendruckpunkt ist exzellent, betrieben wird die Remote mit zwei AAA-Batterien. Die Touchpad-Fernbedienung wurde stärker überarbeitet und liegt ebenfalls in geradlinigerem Format vor. Das Touchpad ist jetzt rund, darunter liegen Favoriten, Home- und Options-Taste, auch ein Mikforon ist weiterhin integriert. Elementare Tasten wie Programmwechsel und Lautstärkeregelung sind vorhanden.

In der beiliegenden 3D-Brille kommt eine Knopfzelle zum Einsatz. Die Brille kennen wir bereits von anderen Panasonic-Modellen, auch sie wirkt vom Design her eher klassisch. Trotz der aktiven Shuttertechnologie bietet sie ein geringes Gewicht und ist angenehm zu tragen. Sie besteht komplett aus Kunststoff, die Oberfläche ist hochglänzend schwarz.

Panasonic TX-P65AXW804 Anschluesse Rueckseite2

Anschlüsse seitlich

Panasonic TX-P65AXW804 Anschluesse Rueckseite1

weitere Schnittstellen

Der AXW804 bietet vier HDMI-Anschlüsse an der Zahl, einer davon entspricht dediziert dem HDMI 2.0 Standard und unterstützt UHD-Auflösung mit voller Bildwiederholrate von 50 bzw. 60 Hz. Ein DisplayPort ist integriert, auch hier können die hohen Bildwiederholraten bei der hohen UHD-Auflösung und die volle Farbauflösung übertragen werden. Da der Panasonic über einen Twin Tuner verfügt, sind auch zwei Slots für CI+ Module integriert, um auch Pay-TV gleichzeitig aufzunehmen und parallel einen anderen PayTV-Sender ansehen zu können. Hinzu kommt ein Scart und FBAS/Component-Eingang sowie ein digitaler optischer Audioausgang. Drei USB-Eingänge, davon einer USB 3.0 und ein SD-Kartenslot sind ebenfalls vorhanden. Ein Ethernet- und ein Kopfhöreranschluss runden das Angebot an Schnittstellen ab.

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Start des Einrichtungs-Assistenten

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Shop- oder Home-Modus

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Netzwerkverbindung einrichten

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 Erfolgreicher Verbindungstest

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TV-Signalwahl

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Einrichtung und Sendersuchlauf

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Info Bar-Anzeige

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Einrichtung und Tutorial der Touchpad-Fernbedienung

Selbstverständlich ist beim AXW804 ein Einrichtungs-Assistent an Bord. Hier wählt man die Menüsprache, den Standort aus und deaktiviert den Shop-Modus. Auch eine Netzwerkeinrichtung fehlt nicht. Zudem wird der Tuner eingerichtet und ein Sendersuchlauf kann durchgeführt werden. Im letzten Schritt werden noch interessante Features des TVs vorgestellt und erklärt sowie die Funktionsweise der Touchpad Remote erläutert.

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Hauptmenü des AXW804

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weitere Bildeinstellungen

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Toneinstellungen

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Netzwerkeinstellungen

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Setup

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Werkseinstellungen und Software-Update

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Integrierte Bedienungsanleitung etc.

Das Systemmenü des Panasonic Fernsehers hat sich einer Design-Überarbeitung unterziehen müssen. Es kommt, in einer Kombination aus Schwarz-, Grau- und Blautönen deutlich gediegener daher als bei Modellen der letzten Generation. Zurecht findet man sich weiterhin problemlos, denn das Layout und die Kategorie-Unterteilung wurde beibehalten. Das gesamte Menü scheint aber jetzt mehr zusammenzuhängen. Kommt man beispielsweise in der Kategorie „Bild“ am letzten Punkt an und tippt den unteren Pfeil auf der Fernbedienung ein weiteres mal an, so springt man automatisch in das Submenü der Kategorie „Ton“. Man behält ohne weiteres den Überblick und navigiert zu den richtigen Stellen. Die Bedienung erfolgt aber nicht ganz so flott wie bei frühren Modellen. Hier meckern wir auf hohem Niveau, aber die sofortige Ausführung des Befehls, wie wir es von früher kennen, erfolgt nicht ganz so flott beim AXW804. Gerade wenn man mehrere Menüpunkte überspringt, ist ein leichter Zeitversatz zu spüren.

Auch die Homescreen-Funktionalkalität steckt wieder im TV. Der Anwender kann aus verschiedenen, vorgefertigten Vorschlägen wählen oder sich einfach seinen Startbildschirm selbst zusammenstellen. Wer auf dieses Feature keinen Wert legt, kann auch weiterhin ohne Startbildschirm agieren.

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App-Auswahl

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Browser

Natürlich steckt der TV auch wieder voller Applikationen, die entweder vorinstalliert sind oder man aus dem Internet beziehen kann. Ein Druck auf die Apps-Taste genügt und mang gelangt in eine große Übersicht mit populären VoD-Diensten, Youtube, News-Services und vieles mehr. Wem die vorhandenen Programme nicht genügen, kann im Apps Market neue herunterladen. Neu ist die Funktion „Shopping“, unter der man direkt optionales Zubehör wie zusätzliche 3D-Brillen oder Logitech-Gamecontroller für den TV kaufen kann. Außerdem kann man im Bereich Apps auch auf sämtliche anderen multimedialen Funktionen des Panasonic TVs zugreifen, darunter der Web Browser, die Smartphone-Bildschirmspiegelung, die eigens mithilfe von USB-Speichermedien gemachten TV-Aufnahmen und der Media Player und Media Server.

Der Media Player gibt Dateien, die auf SD-Karte oder USB-Stick gespeichert sind, die am TV-Gerät angeschlossen sind, wieder. Außerdem können Dateien von einem PC drahtlos an den TV gesendet und wiederum auf den angeschlossenen Medien gespeichert werden.

Panasonic TX-P65AXW804 Screenshot 15

Wahl des DLNA-Servers

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Musikwiedergabe vom Server

Unter Media Server findet man die komfortabelste Art auf DLNA-Server im Netzwerk zuzugreifen und Dateien mit dem Panasonic TV wiederzugeben. Zunächst wählen wir einen Server aus einer Übersichtliste aus und dann die gewünschte Dateikategorie. Der AXW804 zeigt sich bereits bei Musik sehr flexibel und gibt neben MP3- und AAC-Dateien auch FLAC wieder, selbst hochauflösende FLAC-Dateien nimmt er entgegen. Bitmap, PNG und JPEG bereiten auch bei Fotos keine Probleme.

Auch bei Videos gibt sich der Panasonic TV keine Blöße. Ob DiVX, WMV, Quicktime MOV, AVCHD, TS-Aufnahmen, MP4 oder MKV HD, alles gelingt ohne Probleme. Auch Dateien mit integrierter Dolby Digital oder DTS-Tonspur werden anstandlos abgespielt. Außerdem sind wir von der Navigationsschnelligkeit und Befehlsreaktion begeistert, hier gibt es keinerlei Verzögerung.

Wie bereits erwähnt, benötigt man zur PVR-Aufnahme ein zusätzliches USB-Speichermedium. Wer in HD aufzeichnet, sollte hier auch definitiv zu einer Festplatte ab 500 GB Speicher greifen. Die Aufnahmen selbst gelingen kinderleicht. Entweder man setzt im EPG einen Timer oder nimmt direkt mit REC-Taste der Fernbedienung auf, auch Timeshift kann man dann ohne weiteres nutzen. Da der Panasonic über zwei echte, separate Tuner verfügt und das Signal nicht einfach gedoppelt wird, kann man bei entsprechendem Setup völlig frei wählen welche Programme und Sender parallel aufgezeichnet werden sollen. Außerdem lässt sich auch ein Sender ansehen, während man einen anderen an ein mobiles Endgerät streamed. Die Festplatte für die Aufnahmen muss lediglich vorher formatiert werden und kann dann auch ausschließlich für die Verwendung mit dem Panasonic TV verwendet werden.

Zur umfangreichen Multimedia-Ausstattung gehört auch TV Anywhere, eine sehr praktische Funktion, mit der man unabhängig vom aktuellen Standort eine Verbindung zum TV herstellen und Inhalte wiedergeben kann, und die Sat over IP-Funktion. Beide Features haben wir schon in anderen Specials vorgestellt, u.a. hier: Klick!

Bild

Der Panasonic AXW804 bringt sehr umfangreiche Bildeinstellungen mit sich. Zunächst lässt sich aus vielen vorgefertigten Bildfeldern wählen, darunter die Standard-Bildfelder Dynamik, Normal, Kino, Monitor, True Cinema, die THX-Bildfelder THX Cinema (für dunkle Umgebung) und THX Bright Room (für helle Räume) sowie die am stärksten individualisierbaren Modi Benutzereinst. und Professionell 1/2. Wer also Weißabgleich, Farbagleich und Gammaeinstellungen vornehmen möchte, wählt diese aus. Wer ein weitgehend natürliches Bild out-of-the-box möchte, aber nicht unbedingt den TV kalibrieren wird, kann mit den THX-Bildfeldern oder True Cinema exzellente Ergebnisse erzielen. Der Farbraum wird dann hier auch direkt auf rec.709 gestellt, für Blu-ray Wiedergabe optimal. Der Panasonic AXW804 bietet aber für den professionellen Anwendungsbereich auch einen erweiterten Farbraum (SMPTE-C/EBU) an.

An konventionellen Schiebereglern stehen hier Backlight, Kontrast, Helligkeit, Farbe, Farbton und Schärfe zur Verfügung. Die Farbtemperatur kann ebenfalls manuell gesetzt werden, ist aber mit Warm2 am nähsten an der korrekten Farbtemperatur. Zudem lässt sich mit der Aktivierung von Colour Management und Farb-Remastering ein dynamischeres Ergebnis erzielen. Wer sowohl bei Nacht als auch tagsüber ohne Abdunkelung den TV verwendet, kann über die Aktivierung des Umgebungssensors nachdenken, der automatisch die Bildeinstellungen an die Umgebungshelligkeit anpasst. Hinzu kommen noch diverse Bildoptimierer wie Rauschunterdrückung und die Intelligent Frame Creation (Zwischenbildberechnung für eine flüssigere Darstellung von Bewegungen).

Display Basic Check

Zunächst wählen wir aus den vorhandenen Bildfeldern ein für uns am natürlichsten erscheinendes aus. Prinzipiell kann man die THX-Bildfelder, Kino, True Cinema oder eben die Professionell-Bildfelder wählen. Gerade, wer seinen TV noch kalibrieren wird, wählt Professionell 1 oder 2. Da wir aber mit dem Display Basic Check die Qualitäten out of the box bewerten und damit auch Anwendern, die keine weiteren Maßnahmen vornehmen wollen, zur Hand gehen möchten, wählen wir THX Cinema aus. Dies ist nämlich auch das einzige Bildfeld (mit THX Bright Room), bei dem der Overscan automatisch deaktiviert ist, bei allen anderen Modi muss man ihn manuell einstellen.

Mit dem Black Level Testbild der Burosch Expert TV and Beamer Tuning Disc überprüfen wir die korrekte Helligkeitseinstellung des Panasonic TVs. Bei absoluter Dunkelheit könnte man hier sogar minimal unter 0 gehen, bei minimaler Hintergrundbeleuchtung ist die Einstellung perfekt und kann so belassen werden. Hier sehen wir auch, dass der Panasonic über eine sehr gute Helligkeitsverteilung verfügt. Man muss schon genau hinsehen, wenn man ein paar geringfügig ausgeprägte Hot Spots erkennen möchte. Beim Kontrast sieht es exzellent aus, dieser kann guten Gewissens bei der Grundeinstellung von 90 belassen werden. Auch die Schärfe ist beim Mittelwert 50 sehr gut aufgehoben, hier muss man auf keinen Fall weiter anheben. Auch absenken ist nicht nötig, Doppelkonturen oder Ringing ist nirgends zu erkennen.

 uebersicht1

Übersicht 1

gamut_cie

Farbraum und Weißpunkt

gamut_luminance

Gamut Luminanz

uebersicht2

Übersicht Gamma

gammakurve

Gammakurve

gammapunkt

Gammapunkt

uebersicht3

Übersicht 3

rgb_balance

RGB Balance

farbtemperatur

Farbtemperatur

Der Panasonic AXW804, der auch mit erweiterten Farbräumen zurechtkommt, bildet den HD-Farbraum korrekt ab. Leichte Abweichungen gibt es zwar, die Primär- und Sekundärfarben liegen aber alle im Toleranzbereich. Beim Weißpunkt im Zoom sieht man, dass der Weißpunkt in den verschiedenen Helligkeitsbereichen geschlossen etwas abseits vom Ideal liegt. Das Gamma ist bei unserem Bildfeld etwas zu niedrig angesetzt und liegt zwischen 2 und 2,3, ein Durchschnittswert von 2,35 wäre perfekt. Insgesamt erkennt man hier ganz deutlich, dass die Farbtemperatur gemessen zu kalt ist und von den 6500K doch ein Stück entfernt ist, auch Rot ist in der RGB Balance unterrepräsentiert. Hier lässt sich aufgrund der umfangreichen Einstellungsmöglichkeiten nachregeln, hier hat Panasonic aber auch schon bessere Werte out-of-the-box geliefert.

Praxisbetrieb

Auch wenn 4K- und UltraHD-Content noch nicht vollends in den Startlöchern steckt, wird die Auswahl stetig größer. Nichtsdestotrotz wird die Zuspielung an UltraHD-TVs noch zum großen Teil und über einen längeren Zeitraum von Blu-ray und damit einer maximalen Auflösung von 1920 x 1080 Bildpunkten erfolgen. Dieses Signal muss der UHD-TV dann auf 3840 x 2160 Pixeln skalieren. Der Unterschied wird dennoch nicht so eklatant ausfallen wie von SD zu HD, denn das Signal liegt bereits in Vollbildern vor. Wir haben uns daher zunächst die Casino Royale Blu-ray vorgenommen. Der 24p-Pulldown macht beim AXW804 einen exzellenten Eindruck, hier reiht sich der Panasonic TV exzellent in die Produktfamilie von Panasonic TV-Geräten ein. Der 24p-Pulldown war schon seit jeher Stärke. Selbst bei deaktiviertem 24p Smooth Film und damit jeglicher Zwischenbildberechnung wird ein geschmeidiges Bild ohne zitternde Kanten oder Artefakte geboten. Das hochskalierte Bild wirkt zudem enorm plastisch, ob im Fokus oder außerhalb des zentralen Bildgeschehens, Objekte wirken plastisch und besitzen dreidimensionale Tiefe. Das Bild ist zudem sehr scharf und offeriert hohen Detailreichtum. Schnelle Bewegungen im Bild bereiten keine Probleme. Die flinken Handbewegungen der Zuschauer, die damit ihren Wetteinsatz tätigen oder die beiden Kontrahenten vehement anfeuern, gelingen ohne Ruckeln oder sonstige Artefakte. Leichtes Rauschen ist bei weiten Panorama-Aufnahmen zu erkennen, dies spielt sich aber sehr hintergründig ab und ist teilweise auch im Quellmaterial zu finden. Zugegebenermaßen fällt die zu kühle Farbtemperatur im Praxisbetrieb nicht allzu stark auf, da das Gesamtergebnis noch weitgehend stimmig ist, am ehesten fällt die Tatsache bei Hautfarben auf. Bezüglich des Kontrastes wird hier eine ausgezeichnete Performance geboten. Feine Details werden auch in niedrigen Hellligkeitsbereichen sauber herausgearbeitet und mit Struktur durchzeichnet. Der Panasonic verfügt über eine sehr homogene Helligkeitsverteilung. Man muss schon bei der richtigen Szene genau aufpassen, um hier Hot Spots zu erkennen.

24p Smooth Film nennt sich die Frame-Interpolationstechnologie, die bei Panasonic TVs während der 24p-Zuspielung aktiv geschaltet werden kann. In der Einstellung „Mittel“ macht sie bei Casino Royale eine sehr gute Figur. Ohne den klassischen Film-Look zu stark zu beeinflussen, wird der 24p-Judder effizient ausgemerzt. Bewegungen, gerade lang gezogene Kamerafahrten, werden absolut flüssig und geschmeidig wiedergegeben. Artefakte konnten wir kaum erkennen, ein minimaler Schärfeverlust muss in Kauf genommen werden, auch hier müssen Kenner aber genau hinsehen. Grobe Fehler gibt es nicht, so dass Gegner der konventionellen 24p-Darstellung gut auf die Zwischenbildberechnung zurückgreifen können.

Im simulierten 3D-Betrieb wird uns weiterhin ein farbauthentisches Bild mit hoher Detail- und Kantenschärfe geboten. Bei schnellen Sequenzen, wie der Verfolgungsjagd direkt nach der Szene in der provisorischen Kampfarena, ist das Bild weniger stabil wie im 2D-Betrieb, hier treten stellenweise nicht ganz ruckelfreie Objektkanten und leichtes Ghosting auf, so dass das Sehen nicht völlig anstrengungsfrei ist. Insgesamt wird ein sehr guter 3D-Effekt mit erhöhter Plastizität geboten, den man mit leichten Schwächen erkaufen muss.

Für den Test des nativen 3D-Betriebs haben wir uns den Klassiker aus 2009 ausgesucht und spielen unserem Panasonic TV die ersten Szenen aus Avatar zu. Hier wird, auch wenn zu Beginn am Fox-Logo bei der Schrift Ghosting gut zu erkennen ist, ein angenehmes und weitgehend stabiles Bild geboten. Als Jake Sully das Ziel – Pandora – seines Fluges im Langstreckenraumschiff erreicht, begrüßt uns ein sehr tiefes Panorama bis in die hinteren Ebenen des Schiffes. Leichtes Zittern an den Armen, als der Helfer sich über den aufwachenden Jake beugt, ist zu sehen. Insgesamt aber ein sehr scharfes und angenehmes Bild, das nicht ganz so unruhig wirkt wie im simulierten 3D-Betrieb. Die Farbgebung ist dem 2D-Betrieb sehr ähnlich und auch die Helligkeit bleibt, trotz der aktiven Shuttertechnologie, auf hohem Niveau. Panasonic setzt nicht auf passiven Betrieb, um zwei FullHD-Bilder gleichzeitig anzeigen zu können, sondern auf aktive Shutterbrillen, um die volle UltraHD-Auflösung beibehalten zu können. Erfreulicherweise sind die meisten negativen Eigenschaften der aktiven Shuttertechnologie software-seitig ausgemerzt, dennoch wirkt das Bild nicht ganz so stabil wie bei Kontrahenten mit passiver Polfilterbrille. Auch wichtig ist, dass man in dunkler Umgebung 3D genießt, da sonst der „Shutter“ der Brille sichtbar wird.

Zur Prüfung der visuellen Performance in der nativen Auflösung des Panasonic TX-65AXW804 steht uns der UltraHD-Showcase von Florian Friedrich zur Verfügung. Das h.264-Video im MKV-Container kann problemlos von einem USB-Speicher auf dem Panasonic TV wiedergegeben werden. Aufnahmen von der Schwesterinsel von Rhodos werden uns mit enormer Detail- und Kantenschärfe, die bis in die hintersten Bildebenen reicht, geboten. Die Bäume im Hintergrund des freistehenden Glockenturms sind absolut sauber trennbar und in sich differenziert. Genauso stellt es sich bei der Fahrt über das Küstengewässer dar, das Geröll und die Felsen im Hintergrund können einzeln exakt differenziert werden und sind enorm detailreich. Dabei gelingt die Bewegung und Kamerafahrt im Bild stets flüssig und geschmeidig. Kanten bleiben stabil, zittern und ruckeln nicht. Auch bei den Tieraufnahmen wird uns überdurchschnittliche Schärfe gezeigt, einzelne Fellhaare können beinahe berührt werden, das Bild wirkt enorm lebensecht und authentisch. Die Farben sind eher lebendig und dynamisch und erregen so natürlich noch etwas mehr Aufmerksamkeit. Auch die Nachtaufnahmen begeistern. Bei der Einstellung mit dem Colosseum wird die gute Helligkeitsverteilung und Kontraststärke des Panasonic TVs deutlich. Leichtes Banding ist gegen Schluss zu sehen. Hier, im nativen UltraHD-Betrieb, legt der AXW804 eine überdurchschnittliche und insgesamt hervorragende Performance hin.

Wir gehen zum anderen Extrem über und spielen mit der dritten Episode von Star Wars eine DVD und die SD-Auflösung von 576 Bildzeilen zu. Hier wird also auf die vierfache SD-Auflösung und dann auf die vierfache HD-Auflösung bis zu den 3840 x 2160 Pixeln des UHD-TVs hochskaliert. Zu Beginn des ersten Kapitels wird ein scharfes und ruhiges Bild geboten. Die Laufschrift wird sauber abgebildet und weist nur geringfügig Treppenstufen auf. Erst ab der Bildschirmmitte und dann im hinteren Drittel fangen einzelne Buchstabenkanten zu zittern an und verschwimmen leicht. Wellenbewegungen gibt es nur im hintersten Bereich und auch diese sind nur schwach ausgeprägt. Besonders gut schlägt sich der AXW804 beim Herausarbeiten vieler Sterne, allerdings wird bei dieser schwierigen Szene deutlich, dass die Homogenität der Helligkeitsverteilung zwar für einen LED LCD-TV sehr gut, aber eben nicht ganz perfekt ist, an den Seiten sind leicht hellere Segmente des Bildes erkennbar. Die gelbe Farbe der Laufschrift bleibt stets erhalten und bleicht auch in den hinteren Bereichen nicht aus. Der Schwenk auf den Zerstörer gelingt gleichmäßig, der Zerstörer selbst zittert leicht, bevor er plastisch im Raum steht. Im Bereich des roten Striches wird am ehesten deutlich, dass hier SD-Material als Basis dient und daher auch etwas Rauschen im Bild nicht fehlt. Erfreulicherweise fällt das Rauschen nur in einzelnen Szenen auf und ist nicht das hervorstechende Merkmal während des Film-Genusses. Die Objektkanten der kleinen Raumjäger bleiben stets stabil und beim Abknicken auf Coruscant eröffnet sich ein weitläufiges Panorama mit guter Durchzeichnung in den verschiedenen Bildebenen. Die vielen umherfliegenden Objekte des Kampfgeschehens beeinflussen die gute Bildstabilität kaum, ein angenehmes, stabiles Bild ist die Folge. Zwar lassen sich teilweise leichte Unschärfen und auch Skalierungsartefakte erkennen, insgesamt ist das Bild aber von hoher Qualität, einem angenehmen Filmerlebnis steht auch bei DVD nichts im Weg.

Beim Upscaling macht nicht nur der Panasonic sondern auch beinahe die gesamte wichtige Konkurrenz eine gute Figur. Schließlich ist dies wohl fast als Königsdisziplin und wichtigstes Element in dieser Zeit, in der nativer UHD-Content noch sehr rar gesät ist. Ein Beispiel eines Konkurrenten, der es ähnlich gut macht, ist der Sony X8500, der in 65 Zoll etwa 500 EUR billiger ist als der Panasonic AXW804. Der Sony ist ebenfalls mit einem Doppel-Tuner und vielfältigen Multimedia-Eigenschaften ausgestattet und bietet im Blu-ray-Betrieb, bei der nativen 4K-Darstellung und DVD-Upscaling eine ausgezeichnete Performance. Auch Sonys Zwischenbildberechnung ist hervorragend. Schickes Design und solide Verarbeitung bieten beide, der Panasonic etwas besseren 3D-Betrieb, wobei beide mit aktiver Shutterbrillen-Technologie arbeiten. Akustisch sind beide im alltäglichen Betrieb sehr gut einzusetzen, der Sony bietet noch etwas mehr Räumlichkeit und Frische.

Bei den „Flach“bildschirmen möchte natürlich auch der Samsung HU7590 ein Wörtchen mitreden. Der Koreaner schlägt in 65 Zoll mit etwa 500 EUR mehr zu Buche, überzeugt aber sofort mit wirklich exzellentemn Ergebnissen im Display Basic Check. Auch beim Handling überzeugt er klar. Die Nutzeroberfläche ist optisch ansprechend, gut aufgebaut und die Reaktion auf Eingabebefehle tadellos. Visuell präsentiert er sich mindestens auf dem Niveau der beiden anderen Geräte und setzt in puncto Farbauthentizität sogar noch das Tüpfelchen auf da i – allerdings schwächelt Samsung ein wenig bei der Frame-Interpolation, die sowohl beim Sony als auch beim Panasonic als weniger intrusiv empfunden wird. Bezüglich der Ausstattung wird hier insgesamt ähnliches geboten.

Ton

Acht kleine Lautsprecher und ein dedizierter Subwoofer sind im Panasonic TV integriert und sollen für eine dichte Klangkulisse sorgen. Im Praxisbetrieb erkennen wir bei Zimmerlautstärke recht gute Dynamik und Lebendigkeit. Die Dialogwiedergabe gefällt uns sehr gut, da die Vokalstimmen zentral vorm Bildschirm platziert werden. Die Räumlichkeit ist in Ordnung, bietet aber keine überdurchschnittliche Einbeziehung des Zuschauers ins Klanggeschehen, auch der virtuelle Surround-Modus hilft hier nur bedingt. Der Panasonic kann ein etwas größeres Wohnzimmer gut beschallen, auch ohne Kompression oder Verzerrungen bei höheren Lautstärken, allerdings ist der Maximalpegel nicht überdurchschnittlich hoch ausgefallen. Für den alltäglichen TV-Gebrauch und den gelegentlichen Filmabend bei nicht allzu hohen Ansprüchen sind die akustischen Eigenschaften des AXW804 absolut ausreichend.

Fazit

Panasonic TX-P65AXW804 Front Seitlich1

Üppige Ausstattung, schicke Optik und eine hervorragende visuelle Performance – der Panasonic TX-65AXW804 glänzt mit überzeugenden Eigenschaften. Er besteigt nicht ganz den Thron von Panasonics TV-Produktfamilie, die sich dem Curved-Trend selbstewusst entzieht. Dieser ist dem AXW904 überlassen. Nicht ohne Grund: Der AXW804 verfügt nämlich bereits über eine sehr homogene Helligkeitsverteilung, ist aber nicht wie der AXW904 mit Direkt LED-Arrays ausgestattet. Besonders bei nativer UHD-Darstellung spielt der Panasonic seine Trümpfe aus, natürlich profitiert auch die Blu-ray-Wiedergabe mit exzellenter 24p-Stabilität und Kontraststärke davon. Beim DVD-Upscaling wird ein angenehm stabiles Bild mit solider Schärfe geboten. Die multimediale Ausstattung ist umfangreich und gerade mit dem doppelten Tuner, Sat over IP und der TV anywhere-Funktion werden praxistaugliche Benefits geboten. Die grafische Benutzeroberfläche ist optisch ansprechend und leicht durchschaubar, reagiert aber nicht ganz so flink auf Eingabebefehle wie noch bei früheren Modellen. Mit exzellenter Ausstattung und ausgezeichneter visueller Performance heimst der Vizepräsident im Hause Panasonic ein hervorragendes Ergebnis ein.

Großzügig ausgestatteter UltraHD-TV mit hervorragenden visuellen Eigenschaften und einfachem Handling
referenz
03.12.2014

+ Exzellente visuelle Performance
+ Sehr gute Ausstattung
+ Twin Tuner
+ Sat>IP & TV anywhere
+ Ausgezeichnetes SD & HD-Upscaling
+ Überragende 24p-Stabilität
+ Solide Verarbeitung
+ Einfaches Handling
+ HDMI und DisplayPort

– Nur ein UHD HDMI-Eingang

 

Test: Philipp Kind
Fotos: Sven Wunderlich




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