TEST mit Display Basic Check: Sony KD55X8500

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Der X8500 ist Sonys „Einstieg“ in die UltraHD-Welt. Der TV ist direkt unterhalb der X9-Serie angesiedelt und in 49 Zoll bereits ab 1.599 EUR erhältlich. Für unser Modell in 55 Zoll muss man 2.299 EUR berappen und den 65-Zöller gibt es für 3.499 EUR. Kenner der X9-Geräte werden es sofort sehen: Beim X8500 entfallen die Lautsprecher-„Ohren“ der großen Serie, die optisch manch einer nicht ganz so ansprechend findet. Büßt man beim X8500 mehr ein als die seitlichen Lautsprecher? Nun, endgültig muss das der Testbericht klären. Fakt ist aber, dass weitgehend identische Technologien in den TV-Geräten stecken. So handelt es sich auch beim X8500 wie bereits ebenfalls erwähnt um ein UltraHD-Display mit 3840 x 2160 Bildpunkten, auch TRILUMINOS Display und der 4K X-Reality PRO Bildprozessor ist an Bord. Natürlich genießt man auch sämtliche Smart TV-Benefits und Multimedia-Funktionen, die in den größeren Serien integriert sind. Trotz der fehlenden Lautsprecher an der Seite soll solider Klang geboten werden, ein langer Resonanzkanal der Lautsprecher und der „Clear Audio+“-DSP helfen hier nach.

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Schmaler, mattschwarzer Rahmen

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Seitlich in geschliffener Aluminium-Optik gehalten

Sony KD55X8505 Standfuesse

Sony-Logo, Status-LED und mittig platzierte Standfüße

Sony KD55X8505 Skype Kamera

Oberhalb platzierte Kamera, abnehmbar

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Rückseite

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Stationäre Bedienelemente

Der X8500 macht durch die Abwesenheit der seitlichen Lautsprecher optisch natürlich einen, und das sagen wir ohne negativen Beigeschmack, deutlich konventionelleren Eindruck. Abschied nehmen muss man auch von Sonys „Wedge-Design“, der X8500 ist durchgehend recht schlank, lediglich im unteren Bereich ist etwas mehr Platz für die Resonanzrohre der Lautsprecher eingeplant. Ohne unnötige Schnörkeleien macht der Fernseher einen schlichten und eleganten Eindruck. Der vordere Rahmen ist mattschwarz gehalten, das Display geht beinahe fließend in den Metall-Rahmen über. Seitlich bleibt das Material identisch, zeigt sich aber im gebürsteten Alu-Natur-Look. Die Materialübergänge sind allesamt fließend und die Haptik ausgezeichnet. Die beiden Standfüße können an zwei Positionen am TV-Gerät montiert werden. Ganz außen platziert wirkt das Gerät noch etwas schicker, die Aufstellung wird aber bei einem schmaleren Sideboard (o.ä.) natürlich mit der mittigen Platzierung einfacher. Die Standfüße, ebenso wie die Rückseite, sind ebenso aus Metall gefertigt. Sowohl die Material- als auch Verarbeitungsqualität macht einen exzellenten Eindruck und vermittelt Hochwertigkeit. Kunststoff findet sich auf den ersten Blick nur an der Front-Kamera, die per USB-Anschluss oben auf dem Gerät platziert ist. Wer sich dadurch in seiner Privatsphäre gestört sieht, kann diese umklappen oder gar ganz abnehmen.

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Anschlussübersicht

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Anschlüsse Rückseite

Der Sony TV ist mit der mittlerweile als Standard anzusehenden Anzahl von vier HDMI-Anschlüssen ausgestattet. Dabei handelt es sich natürlich um HDMI 2.0-Slots, die die UltraHD-Auflösung auch mit Bildwiederholraten von bis zu 60 Hz entgegennehmen und als zukunftssicher gelten. Der Sony komplettiert dies mit der Unterstützung des aktuellen HEVC (h.265) Codecs. Über den HDMI-Eingängen sind drei USB-Anschlüsse integriert, die bei Anschluss mehrerer USB-Geräte für Flexibilität sorgen.

Ebenfalls seitlich, etwas weiter unterhalb, sitzen die notwendigen Anschlüsse für komfortablen TV-Empfang. Der Sony bietet einen Doppeltuner für Satellit und Kabel, um parallel TV-Programme aufzeichnen zu können, während man Live-TV genießt. Dafür sind zwei LNB-Satellitenanschlüsse integriert. Darüber befindet sich ein Slot für DVB-C sowie eine CI+ Schnittstelle. Zusätzlich gibt es noch einen Komponentenvideo-Eingang mit zwei Stereo Cinch-Anschlüssen für analoges Audio. Außerdem Scart-AV und ein digitaler optischer Audio-Ausgang sowie ein Ethernet-Slot, ein WLAN-Modul gehört ebenfalls zur Austattung.

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Passive 3D-Brille

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Zwei Brillen gehören zum Lieferumfang

Die 3D-Brillen sind uns bereits von den anderen Sony TV-Serien bekannt. Beim X8500 arbeitet Sony im Gegensatz zum X9 mit Polarisations-Technologie, um zwei FullHD-Bilder zeitgleich darstellen zu können. Dadurch ist erfahrungsgemäß ein sehr ruhiges und angenehmes 3D-Bild mit geringstmöglichem Ghosting gegeben. Die passiven 3D-Brillen sind zudem, auch wenn ihre aktiven Pendants deutlich besser geworden sind, leichter als Shutter-Brillen und daher komfortabler über einen längeren Zeitraum hinweg zu tragen. Die Brillen bestehen komplett aus Kunststoff und weisen keine scharfen Kanten oder unsauberen Grate auf.

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Fernbedienung

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Smart View Fernbedienung

Wie aktuell vielen TV-Modellen liegen auch beim Sony zwei Fernbedienungen bei. Eine konventionelle, die auch schon seit mehreren Generationen bekannt ist nur geringfügig verändert wurde, und die Smart View Fernbedienung mit nur wenigen essentiellen Tasten und einem Touchpad. Im Multimedia-Bereich und für alltägliches Fernsehen lässt sich die kompaktere Smart View Remote sehr gut verwenden. Wenn man allerdings häufiger in den Einstellungen unterwegs ist oder prinzipiell stets Zugriff auf die gesamte Bandbreite an Funktionen haben möchte, ist man mit der konventionellen Barren-Fernbedienung besser bedient.

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Start des Installations-Assistenten

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Der TV prüft ob Software-Updates vorliegen

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Privatsphäre- und Update-Einstellungen

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Satelliten-Suchlauf

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Auswählen, welche Dienste in die Suche mit einbezogen werden sollen

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Die Senderliste kann direkt nach dem Suchlauf bearbeitet werden

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Abschluss der Einrichtung

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Erklärung der Smart View Fernbedienung

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Pairing mit dem TV

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Die „Discover“-Funktion wird erläutert

Der Sony TV hält einen umfangreichen Installations-Assistenten bereit. Nach der obligatorischen Auswahl der Sprache und des Standortes kann sofort die Interneteinrichtung, ob WLAN oder per Kabel, erfolgen. Bei aktiviertem DHCP und Anschluss via Kabel sind keine weiteren Einstellungen notwendig. Über WLAN kann man die konventionelle Verbindung mit dem Router mit einer manuellen Passworteingabe oder komfortabel per WPS-Druckknopf-Methode herstellen.

Steht die Verbindung, überprüft der Sony sofort, ob ein neues Software-Update vorliegt. Danach wird ein Sendersuchlauf durchgeführt. Satellit oder Kabel oder auf Wunsch auch beides, direkt im Anschluss kann dann die Senderliste verwaltet und bearbeitet werden. Damit schließt die Ersteinrichtung und der TV ist für den alltäglichen Praxisbetrieb gerüstet. Direkt danach wird noch die Smart View Fernbedienung zur Verwendung vorbereitet und neue Features erläutert. Darunter auch „Discover“, bei dem der Nutzer über das Live-TV hinaus – unter Einbezugs der Smart TV Features und dem Internet – interessante Inhalte finden und mit dem X8500 wiedergeben kann.

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Die grafische Benutzeroberfläche des Sonys

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Hier das eigentliche Konfigurations-Menü

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Szenen-Auswahl

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Video-EQ

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Dynamische Bildoptimierer

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weitere Bildeinstellungen

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Taste „Optionen“ mit Direktzugriff auf verschiedene Parameter

Die grafische Benutzeroberfläche bzw. das „Home“-Menü ist mittlerweile ein Startbildschirm, der sowohl multimediale Features, Applikationen und den Zugriff auf die Konfigurations-Einstellungen des TV-Geräts vereint. Links in der oberen Leiste findet man direkt die typischen Kategorien Fotos, Musik und Videos sowie Zugriff auf Live-TV und Apps. Im Bereich rechts kann man die Eingangsquelle wählen und auf die Einstellungen zugreifen.

Diese sind schlichter gehalten und kommen im Schwarz/Weiß-Kontrast daher. Hier finden sich sämtliche Parameter, ein umfangreicher Video-EQ aber auch Einstellungen zum Ton und TV-Empfang sowie Netzwerk. Optisch sind diese Unter-Menüs nicht unbedingt extrem ansprechend, sind aber gut geordnet und problemlos durchschaubar. Zudem ist das Reaktionsverhalten des Sonys flink, Eingabebefehle werden sofort ausgeführt und umgesetzt.

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Netzwerkeinstellungen

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Apps

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Media Player

Bevor man sämtliche multimedialen Funktionen nutzen kann, muss die Netzwerk- und Internetverbindung stehen. Sollte man das noch nicht während dem Initial-Setup erledigt haben, kann man es problemlos im Hauptmenü nachholen. Danach stehen sowohl DLNA- als auch alle weiteren Internetfeatures zur Verfügung. Natürlich auch Skype, wofür Sony für beste Bildqualität einen Sony Exmor R-Sensor in der Kamera integriert hat. Aufgrund einer ausgefeilten Echominimierung kann man auch problemlos parallel fernsehen und skypen.

Bei den Apps stehen natürlich alle populären Dienste zur Verfügung, die hier nicht alle aufgezählt werden müssen. Dazu nätürlich sämtliche Mediatheken einzelner Sender sowie Internetradio und Games. Auf Sonys Entertainment Network mit dem Video-on-Demand-Dienst „Video Unlimited“ und dem Musikdienst „Music Unlimited“ kann man selbstverständlich mit dem X8500 auch zugreifen. Außerdem ist auch PlayMemories Online hier an Bord, ein Foto- und Video-Clouddienst von Sony, bei dem die Dateien vom Smartphone oder PC hochgeladen werden und auf Sony-Komponenten wiedergegeben werden können.

PVR-Aufnahmen sind mit dem übersichtlichen EPG ebenfalls schnell erledigt. Timer flink gesetzt oder per REC-Taste direkt aufgenommen. Voraussetzung dafür ist der Anschluss einer externen USB-Festplatte.

Gehen wir links oben auf den Punkt „Album“, können wir Bilder von USB oder aus dem Heimnetzwerk (oder via PlayMemories Online) am Sony TV wiedergeben, auch einige hochauflösende Bilder sind vorinstalliert. Unter „USB/Heimnetzwerk“ durchsucht der TV das Netzwerk nach vorhandenen Servern und darauf vorhandenen Bildern, die dann nach Datum geordnet direkt als Thumb-Nail angezeigt werden, JPEG-, PNG-, und auch Bitmap-Dateien werden allesamt problemlos dargestellt. Genauso stellt es sich auch bei Musik dar. Auch Cover-Bilder, sofern vorhanden, werden angezeigt. Wer übrigens nicht mit dem Home-Bildschirm arbeiten möchte, der ruft aus der unteren Leiste „Media Player“ auf und erhält somit eine etwas konventionellere Darstellung. Sehr einfach funktioniert auch das Bild-Sharing mit Smartphones oder Tablets. Verknüpft man sein mobiles Endgerät mit dem Sony TV, kann man den Bildschirm spiegeln.

Musik wird vom Sony X8500 in solider Qualität wiedergegeben. Wir sind positiv überrascht, denn aufgrund der Abwesenheit der Ferrofluid-Lautsprecher haben wir eine durchaus schwächere Performance erwartet. Selbst im unteren Bereich werden hier Ansätze von Volumen suggeriert. Auch die Bühne ist recht breit und räumlich. Die technischen Kniffe, die Sony bei den Lautsprechern selbst und natürlich auch der Software, anwendet, bieten klaren Benefit. Auch im alltäglichen TV-Betrieb weiß der TV akustisch zu überzeugen und schlägt auch bei etwas höherem Pegel nicht gleich durch.

Bei Videos zeigt sich der Sony ebenfalls sehr flexibel und gibt AVCHD-Videos, MKV, MP4 und WMV-Dateien anstandslos wieder. Auch DiVX, MPEG und Quicktime MOV-Videos sind kein Problem. Eine Navigation durch einzelne Ordner ist in der Home-Ansicht überhaupt nicht nötig, da der Sony TV die entsprechenden Dateien vom Server herausfiltert und in einer Übersicht darstellt. Trotz dieses Aufwands werden die Dateien sofort angezeigt und auch so entstehen keine Verzögerungen oder lästige Puffer-Pausen.

Display Basic Check powered by

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Wie üblich suchen wir uns, bevor wir uns an das eigentliche Bewerten der Testbilder und die Messungen machen, ein subjektiv authentisches und natürliches Bildfeld aus. In der Regel ist dies ein Kino- oder Film-Bildfeld. Anders als bei Konkurrenz-TVs sucht man sich bei Sony vor der eigentlichen Wahl des Video-Presets eine „Szene“ aus. Dadurch wird die Wahl der einzelnen Bildfelder schon einmal vorsortiert und nur diejenigen angezeigt, die zur gewählten Szene passen. Einzelnen Szenen sind z.B. „Allgemein“, „Sport“, „Fotos“, „Kino“, „Animation“, etc. – zusätzlich gibt es „Autom. (24p-Syn.)“. Diese letzte Szene verdient Erwähnung, da bei alltäglicher Nutzung ein etwas lebendigers Bildfeld gewählt wird, sobald man aber 24p, also eine Blu-ray, zuspielt, wechselt der TV automatisch auf das Bildfeld „Kino“ und liefert das natürlichste Bild. Da wir zunächst mit den Testbildern aber nicht mit 24p zuspielen, müssen wir „Kino“ direkt anwählen. Innerhalb dieser Szene können wir nun zwischen den Bildfeldern Kino1 und Kino2 wählen, Kino2 erscheint uns am besten. Für hohe Farbauthentizität (rec.709 entsprechend) muss man die Farbbrillianz noch deaktivieren. Außerdem schalten wir für unsere Messungen dynamische Optimierer und die Zwischenbildberechnung aus.

Kommen wir zu den Testbildern. PLUGE verrät uns, dass die Helligkeitseinstellung ziemlich perfekt ist. Wer noch mit etwas Restlicht im Raum zu kämpfen hat, muss den Helligkeitsregler, der standardmäßig bei 50 liegt, um 1-3 Schritte erhöhen. Bei absoluter Dunkelheit sollte man den Wert belassen. Die Grautreppe zeigt kein Clipping und begeistert mit sauberer Differenzierung auch im Überweiß bis über 253 hinaus. Overscan ist hier zudem nicht aktiv, eine pixelgenau Abbildung ist gegeben.

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Übersicht 1

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Farbraum

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Gamut Luminanz

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Übersicht 2

gammapunkt

Gammapunkt

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Gammakurve

uebersicht3

Übersicht 3

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RGB Balance

farbtemperatur

Farbtemperatur

Im Display Basic Check schneidet der Sony X8500 gut, aber nicht überdurchschnittlich ab. Der HD-Farbraum wird bei deaktivierter Farbbrillianz recht sauber getroffen. Minimale, beinahe nicht erwähnenswerte Abweichungen gibt es bei Grün und Gelb, alle Farben liegen aber satt im Toleranzbereich. Auch die Farbhelligkeit ist sehr gut, Optimierungsbedarf gibt es besonders bei den Sekundärfarben. Wir müssen an dieser Stelle bemerken, dass wir 2x gemessen haben. Bei unserer ersten Messung kam der Sony beim Gamma auf einen eigentlich inakzeptablen Durchschnittswert von 1,7. Wir haben also das Gamma auf -2 herabgesetzt und erneut gemessen. Dies hatte nicht nur das Resultat eines deutlich besseren Gamma-Wertes von knapp 2,2 sondern zudem zeigten sich insgesamt Verbesserungen. Die Farbhelligkeit zeigte größere Abweichungen und auch der Weißpunkt über den gesamten IRE-Bereich hinweg sitzt näher am Ziel. Negative Auswirkungen konnten wir keine verzeichnen, vielleicht könnte man bei Gamma sogar auf den Wert „Min“ gehen, um etwa bei 2,4 zu landen. Leider können wir nicht allgemein die Empfehlung aussprechen, hier herabzusetzen, da sich die einzelnen Panels im TV zu sehr unterscheiden. Unser Gamma ist zwar immer noch verbesserungswürdig, aber recht ok. RGB Balance und Farbtemperatur bieten ebenfalls noch Potential, die Farbtemperatur ist ein wenig zu kühl. Auf dem Prüfstand zeigt sich der Sony, wie erwähnt, recht gut, allerdings gibt es Konkurrenten mit besserem Ergebnis. Wir sehen, wie sich der Kandidat im Praxisbetrieb schlägt.

Praxisbetrieb

Für die Darstellung von nativem UltraHD-Material steht uns das UHD Showcase von www.uhdcontent.de zur Verfügung. Das im MP4-Container verpackte h.264-Material wird via USB-Stick vom Sony X8500 kompromisslos wiedergegeben. Sofort übt das ultrascharfe und farbenfrohe Material Faszination auf den Zuschauer aus. Mit dynamischen Farben und enormer Plastizität wird uns die Nachbarinsel von Rhodos präsentiert. Bei der Fahrt mit dem Schiff über die Wasseroberfläche begeistert die geschmeidige und sehr stabile Kamerafahrt. Auch in den äußeren Bereichen werden Details hinterer Bildebenen sauber und scharf herausgearbeitet. Bei einem 55-Zoll Gerät muss man schon recht nahe vor dem Bildschirm sein, um den Unterschied zwischen 1080p und UltraHD deutlich wahrzunehmen – die extreme Detailschärfe über das ganze Material hinweg vereinfacht diesen Umstand immens. Wie erwähnt sind die Farben recht lebendig und wecken sofort Urlaubsgelüste. Wer möchte, und nicht den größten Wert auf maximale Authentizität legt, kann mit „Farbbrillanz“ den erweiterten Farbraum des X8500 für noch sattere Farben und mehr Faszinationspotential aktivieren. Rauschen ist im Display bis auf sehr vereinzelte Stellen nicht zu sehen. Bewegungen laufen ruhig und stabil und mit gleichbleibend hoher Schärfe ab. Als wir uns von der Insel verarbschieden und auf die Zugspitze begeben, kommt erneut die überragende räumliche Tiefe zum Ausdruck. Bis in die hintersten Ecken der Alpen lässt uns der Sony blicken. Kontrast und Helligkeitsverteilung erwecken einen ausgezeichneten Eindruck und machen das plastische Bild erst möglich. Auch die folgenden Bilder mit verschiedenen Tieren wie Tauben und Pferden, bei denen das Federkleid oder Fell bis ins feinste durchzeichnet wirkt oder Aufnahmen von Hochhäusern und der Natur erwecken allesamt den Eindruck, in den Tiefen des Bildes versinken zu können. Stets ist das Material mit 60 Bildern pro Sekunde geschmeidig und bietet maximale Bildruhe bei Bewegungen. Ruckeln öder sonstige störende Artefakte gibt es nicht zu sehen. Wie schon der X9 bietet auch dieser Sony TV zwar keine perfekten Ergebnisse im Display Basic Check, aber dennoch ein realitätsnahes Bild mit jede Menge Faszinationspotential.

Wir wechseln zur „Casino Royale“ Blu-ray und prüfen, wie sich der Sony TV beim Upscaling von 1080p-Material mit 24 Bildern pro Sekunde schlägt. In der ersten Szene des zweiten Kapitels empfängt uns eine plastische Darstellung der provisorischen Kampfarena auf Madagaskar. Einzelne Bildebenen werden unterschiedlich tief wahrgenommen, auch die Zuschauer um den Kampf zwischen Frettchen und Schlange, können den einzelnen Rängen klar zugeordnet werden. Wer genau hinsieht, erkennt an den Kanten und geschwungenen Linien im unteren Bereich, dass der Sony zwar über eine sehr gute, aber nicht ganz perfekte und ruhige 24p-Darstellung verfügt. Dies wird allerdings nur geschulten Augen an vereinzelten Stellen auffallen. Davon abgesehen wird ein sehr stabiles Bild geboten. Während die Zuschauer ihren Wetteinsatz tätigen und dies mit flinken Handbewegungen zum Ausdruck bringen, bleiben sämtliche Objektkanten ruhig und sauber, auch die Bewegungsschärfe ist hier nicht zu beanstanden. Das Upscaling kann sich mehr als sehen lassen, hohe Detail- und Kantenschärfe, exzellente Bewegungsstabilität und Rauscharmut wird uns geboten. Die „geringe“ FullHD-Auflösung wirkt beim 55-Zoll Gerät exzellent, gegenüber einem nativen 1080p-Gerät können wir keinen Nachteil erkennen. Auch die Farben wirken im Praxisbetrieb recht gut und schmälern den positiven Eindruck kaum. Der Kontrast macht ebenfalls einen guten Eindruck und arbeitet feine Unterschieden sehr gut heraus. Gerade in der Szene, in der Bond am verkohlten Holzbalken lehnt, ist die Struktur des verbrannten Holzes sehr gut zu erkennen. Der Schwarzwert ist ebenfalls solide, zeigt aber noch Potential nach oben, auch die sehr dunklen Dachlatten im Hintergrund können gerade so differenziert werden. Die Nahaufname des Agenten bezeugt die hohe Detailschärfe erneut.

Wir aktivieren Motionflow „Echtes Kino“ und beobachten die Auswirkungen der Zwischenbildberechnung des Sony TVs. Die letzten Ruckler und der 24p-Judder wird gekonnt eliminiert, ein sehr geschmeidiges Bild ist die Folge. Eine minimale Schwäche zeigt sich beim Schriftzug „Madagascar“. Schriften im Bild sind für derartige Artefakte bei der Zwischenbildberechnung besonders anfällig und auch hier zittern die Buchstabenkanten leicht. Davon abgesehen bietet der Sony aber exzellente Frame-Interpolation. Besonders deshalb, weil der Film keinen extrem gearteten „Video-Look“ erhält sondern weiterhin authentisch und kino-gerecht präsentiert wird. Auch dem Rest der Szene ist der hohe Rechenaufwand (Upscaling & Frame-Interpolation) nicht anzumerken, das Bild bleibt sauber, stabil und angenehm.

Auch die 3D-Wandlung macht einen sehr guten Eindruck. Zwar wird die 3D-Wirkung und Plastizität der Objekte und Ebenen spürbar, aber nur geringfügig erhöht – dafür bleibt das Bild angenehm, detailscharf und auch in der Farbgebung identisch. Allerdings muss man peinlich genau darauf achten, dass man zentral vor dem TV sitzt. Besonders die horizontale Achse ist empfindlich. Sitzt man beispielsweise zu hoch, sind Doppelkonturen und Unschärfen die Folge.

Dieser Umstand bewahrheitet sich auch bei der nativen 3D-Wiedergabe mit unserem Beispielfilm Avatar von James Cameron. Besser man sitzt zu tief als zu hoch, zumindest bei unserem Modell. In der richtigen Lage macht das Bild dann einen sehr plastischen und räumlichen Eindruck, der dem konventionellen 2D-Betrieb klar überlegen ist. Zudem erkennen wir die Benefits der gleichzeitigen Wiedergabe von zwei FullHD-Bildern. Extrem detailscharf und vor allem angenehm ruhig und mit hoher Bildstabilität wird das Fantasy-Epos dargestellt. Beim Überflug über Pandoras Dschungel bleibt die Durchzeichnung trotz der flotten Kamerfahrt gut und erkennbar. Die Blätter und Baumkronen zerfließen nicht ineinander sondern können ohne Probleme unterschieden werden. Als Jake Sully im Langstreckenraumschiff erwacht und seine kleine Zelle verlässt, erfolgt dies mit einer geschmeidigen Bewegung innerhalb des sauber detaillierten und bis in die hinteren Ebenen durchzeichneten Schiffes. Die etwas zu kühle Farbtemperatur fällt hier Kennern etwas deutlicher auf, wenn es auch unseren Filmgenuß kaum lindert, da die Farben zueinander stimmig bleiben. Ruhige, fließende Bewegungen, exzellenter Kontrast und Helligkeit sowie gut ausgeprägte Plastizität und Räumlichkeit garantieren ein 3D-Erlebnis mit Spaßfaktor, wenn auch – zumindest bei unserem Modell – die Sitzposition recht penibel eingehalten werden muss.

Der Sony TV zeigt im Live-TV Betrieb ein sehr stabiles, gestochen scharfes und angenehmes Bild. Die 720p-Ausstrahlungen der öffentlich-rechtlichen TV-Sender wie Das Erste HD und ZDF HD müssen vom internen Bild-processing des X8500 auf die hohe native UltraHD-Auflösung skaliert werden. Die erfolgt während unserer Testreihen beinahe komplett ohne die Ausprägung von Artefakten. Selbst Kanten wirken sehr sauber, glatt und nicht von Treppenstufen bzw. sogenannten „jagged edges“ gezeichnet. Minimal rauschbehaftet wirkt das ruhige Bild, besonders bei etwas dunkleren Szenen. Auch im Detail wird hier sehr gut durchzeichnet, unscharf wirkt selbst bei schnellen Bewegungen kaum eine Einstellung. Die Farben sind lebendig und dynamisch, wirken zwar leicht kühl aber nie zu intensiv oder überzogen. Auch bei 1080i-Ausstrahlungen können wir ein ausgezeichnetes Bild attestieren, wenn hier das Rauschen geringfügig ausgeprägter ist, Detail- und Kantenschärfe sowie die Stabilität bleibt auf gleichem Niveau. Die Räumlichkeit und Plastizität kommt exzellent heraus, verschieden tiefe Bildebenen kann man problemlos unterscheiden und sauber voneinander abgrenzen. Schriften im Bild können stets gut abgelesen werden und weisen trotz der harten Kanten ebenfalls keine Artefakte auf. Selbst beim gering auflösenden SD-Material macht der X8500 einen guten Eindruck. Natürlich sieht man hier Rauschen deutlicher und es bilden sich sowohl kleine Pixelwölkchen als auch Treppenstufen an Kanten und die Detaillierung nimmt ab. Man muss bedenken dass hier von 576 Bildzeilen auf eine Auflösung von 3840 x 2160 Pixeln hochkonvertiert wird. Durch die hohe Bildruhe und Gesamtstabilität, die der Sony aufbaut, kann man aber selbst SD-Inhalte noch genießen. Auch wenn man hier mit Einschränkungen leben muss, es wirkt kaum schlechter als bei einem FullHD-TV mit 1920 x 1080 Bildpunkten.

Mit der dritten Episode von Star Wars – Die Rache der Sith prüfen wir die Upscaling- & Upconversion-Fähigkeiten von Filmmaterial des Sony TVs. Auch hier muss der Fernseher von 576i auf seine hohe native Pixelanzahl hochkonvertieren. Bei der nach hinten ablaufenden, gelb gefärbten Schrift präsentiert uns der X8500 einen sehr sauberen und gleichmäßigen Verlauf. Bis etwa im hinteren Drittel bleiben die Buchstaben glatt und scharf, leichte Treppenstufenbildung und Kantenzittern fällt erst im hinteren Bereich auf. Auch die gelbe Farbe behält ihren Farbton und bleicht nicht ins weißliche aus. Der Schwarzwert macht in dieser Szene einen soliden, aber LCD-typischen Eindruck. Auffallend positiv zeigt sich die Helligkeitsverteilung, die trotz einzelner helleren Spots in den Ecken, einen sehr homogenen Eindruck macht. Im hinteren Bereich des Bildschirms wirkt die Schrift dann, wie bereits erwähnt, nicht ganz so sauber und minimale Wellenbewegungen sind zu erkennen. Beim Kameraschwenk auf den Zerstörer wird uns eine gleichmäßig ablaufende Bewegung geboten, auch die Kanten des Schiffes stehen nach einer Sekunde stabil und das große Raumschiff steht plastisch im Raum. Die kleinen Raumjäger, die über das Schiff hinwegfliegen machen ebenfalls einen scharfen Eindruck, die bewegten Objektkanten sind kaum von Artefakten betroffen. Im hinteren, im Schatten liegenden Bereich der Turbinen werden bestmöglich Details herausgearbeitet und Strukturen des Schiffes sind zu sehen. Als die Räumjäger dann abknicken, eröffnet sich uns ein weites Panorama mit exzellent gestaffelten räumlichen Ebenen, auch die einzelnen Schiffe schweben klar über der Planetenoberfläche und wirken nicht zweidimensional. Trotz der vielen bewegten Objekte im Kampfgeschehen bleibt das Bild meist ruhig und angenehm, so dass man trotz des großen Auflösungsunterschiedes und einigen visuellen Einbußungen auch mal eine DVD problemlos sehen und vor allem genießen kann. Auch bei den Nahaufnahmen im Cockpit von Obi-Wan und Anakin arbeitet der Sony TV viele Details in den Gesichtern, der Kleidung oder den Droiden heraus, die das Schiff attackieren.

Konkurrenzvergleich

Mit 3.199 EUR UVP ist der X9000B von Sony, den wir ebenfalls bereits im Test hatten, in 55 Zoll etwa 900 EUR teurer als der X8500. Die Feature- und Multimedia-Ausstattung ist weitgehend identisch und auch das Bedienkonzept der beiden Sony-Geräte unterscheidet sich nicht. Beide Geräte zeigen hohe Reaktionsgeschwindigkeit und ein recht intuitives Handling. Dem „Einsteiger“ fehlen die Ferrofluid-Lautsprecher, die am X9000B seitlich montiert sind und für ansprechende akustische Eigenschaften ohne zusätzliche Lautsprecher sorgen. Vielleicht noch wichtiger ist der Umstang, dass der X8500 mit passiver 3D-Technologie arbeitet, während der X9000B hier mit aktiven Shutterbrillen daherkommt. Aufgrund des fehlenden 4K-Contents und der Vorteile beim passiven Betrieb, könnte man dem günstigeren Gerät dies sogar als Vorteil auslegen. Beide Geräte bieten einen Doppel-Tuner und schneiden beim Display Basic Check ähnlich gut ab. Die visuelle Performance im Praxisbetrieb begeistert mit hoher Detailschärfe und ausgezeichneter Upconversion – lediglich die 24p-Wiedergabe ohne Zwischenbildberechnung gefällt uns beim X9000B noch etwas besser.

Der Samsung HU7590, den wir in 65 Zoll in der Redaktion zu Besuch hatten, kostet 2.799 EUR in 55 Zoll-Größe und ist ebenfalls teurer als der Sony X8500. Beide TVs sind elegant, schick und zeigen sich mit schmalem Rahmen und solider Verarbeitungsqualität. Aufgrund der Möglichkeit, den Fuß beim Sony an zwei verschiedenen Stellen zu montieren, ist der Japaner etwas flexibler. Auch weniger erfahrene Anwender finden sich bei beiden Geräten recht schnell zurecht, Samsungs grafische Benutzeroberfläche wirkt auf uns noch etwas ansprechender und intuitiver. Beim Display Basic Check schlägt der HU7590 den Sony und liefert exzellente Ergebnisse. Im Praxisbetrieb zeigen beide hohes Niveau, der Samsung aber etwas mehr Authentizität. Zudem ist der Samsung im 3D-Betrieb nicht ganz so anspruchsvoll bezüglich der Sitzposition. Dafür hat der Sony wiederum bei der Frame-Interpolation die Nase vorne.

Fazit

Sony KD55X8505 Front Seitlich1

Der X8500B ist der „Barebone“-Einstieg in die UltraHD-Welt von Sony – das heißt: kein Wedge-Design und keine seitlichen Ferrofluid-Lautsprecher! Ausgestattet mit Multimedia-Funktionen, Doppel-Tuner und ausgezeichneten visuellen Eigenschaften ist aber auch dieses Modell und überzeugt in weitgehend allen Belangen. Leichte Kritik müssen wir beim etwas eingeschränkten Bereich der Sitzposition im 3D-Betrieb üben, die der Sony für ein exzellentes Ergebnis benötigt. Ausgezeichnet hingegen ist die Frame-Interpolationstechnik, die trotz exzellenter Bewegungswiedergabe einen authentischen Film-Look offeriert. Blu-rays und selbst DVDs werden hervorragend auf die native Auflösung konvertiert. Bei UltraHD-Material begeistert der Sony mit überragender Detailschärfe und einer sehr räumlichen Präsentation. Selbst bei den akustischen Eigenschaften werden dank ausgefeilter Technik solide Resultate erzielt, obwohl die seitlich sichtbaren Lautsprecher fehlen. Flexiblität wird mit zahlreichen Multimedia-Features sowie mit dem Doppel HD-Tuner bewiesen.

Sonys UltraHD-Einstieg – Schlichte, elegante Optik, unproblematisches Handling und ausgezeichnete visuelle Eigenschaften
ueberragend
28.08.2014

+ Hohe Bildschärfe
+ Exzellente Plastizität & Räumlichkeit
+ Hervorragende Frame-Interpolation „Motion Flow“
+ Exzellente Upconversion Blu-ray/DVD
+ Doppel HD-Tuner
+ Standfuß kann an 2 Positionen angebracht werden
+ Solide Material- und Verarbeitungsqualität
+ Guter Klang

– Sitzposition im 3D-Betrieb muss genau stimmen

 

Test: Philipp Kind
Fotos: Sven Wunderlich




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