TEST: Klipsch aktiver Hochleistungssubwoofer R-115SW – die Messlatte

Klipsch R-115SW Front Seitlich4

Für rund 1.000 EUR gibt es Basskraft satt – nämlich das neue Spitzenmodell R-115SW aus dem Hause Klipsch. Schon traditionell stehen Klipsch-Aktivsubwoofer für enorme Peformance. Der R-115SW macht hier mit seiner Class D Digitalendstufe, die auf verlustarme und effiziente Art und Weise 400 Watt Dauer- und 800 Watt kurzzeitige Spitzenleistung mobilisiert, keine Ausnahme. Mit 34,2 kg Gewicht, einer Höhe von 54,61 einer Breite von 49,53 und einer Tiefe von 56,64 cm sind die Abmessungen auch nicht gerade so, wie sie sich der Liebhaber filigraner technischer Objekte vorstellt. Doch für diesen Kundenkreis ist der R-115SW auch nicht vorgesehen – sondern für „echte Kerle“, die Freude daran haben, wenn man die Bass-Eskapaden des hauseigenen Subwoofers nicht nur im Nachbarhaus, sondern auch einige Häuse weiter noch mitbekommt. Dank des 38 cm Chassis mit leichter, verzerrungsarmer Cerametallic-Membran wird die immense Leistung der eingebauten Hochleistungsendstufe optimal in massiven Bassdruck umgesetzt. 

Klipsch R-115SW Bedienelemente Anschluesse Rueckseite

Nicht üppig, aber ausreichend – Einstell- und Anschlussmöglichkeiten

Klipsch R-115SW Bassreflexoeffnung

Sockel, auf dem der Subwoofer ruht. Das Chassis ist ohne sichtbare Schrauben eingelassen

Klipsch R-115SW Tieftoener

Mächtiges 38 cm Basschassis

Klipsch R-115SW Rueckseite Seitlich2

 Rückseite

Das ausschließlich mit schwarzem „Brushed Black Polymer Veneer“ bezogene MDF-Gehäuse ist sehr solide verarbeitet. Schickschnack, den verspielte Technik-Lover brauchen, bietet der R-115SW nicht – keine Einmessautomatik, keinen paramaterischen EQ, keine vordefinierten Soundprogramme zum Beispiel für Musik und Film und auch keine Fernbedienung. Wahre Bass-Cowboys, rough and tough and dangerous, brauchen Leistung. Schwarze, tief nach unten reichende Leistung. Und Respekt gebietende Abmessungen. All dies kann der R-115SW für sich in die Waagschale werfen – doch kann er diese Voraussetzungen auch akustisch umsetzen? Das haben wir nun überprüft.

Klang

Es gibt Tests, bei denen haben auch die Tester außergewöhnlich viel Freude. Ein solches freudiges Ereignis war definitiv der Bericht über den Klipsch R-115SW. „Party in the Office“  das war die direkte Folge, als man beim ersten Probe anschließen gleich mit massiven und nachdrücklichen House/Trance/Techno-Stücken durchstartete und es nicht lassen konnte – aufgrund der exzellenten Performance des R-115SW schoben wir immer weitere Tracks nach. Wir polierten die in Stereo vorliegenden Stücke mittels DTS Neo:X auf – das macht unser Onkyo TX-NR3030 ausgezeichnet.

Klipsch R-115SW Innenleben Gesamt2

Leistungszentrum: Elektronik des R-115SW

Klipsch R-115SW Innenleben3

Kabel mit Kabelbindern zusammengefasst, Schaumstoff-Ummantelung

Klipsch R-115SW Innenleben2

Elko-Sektion – 800 Watt Peak-Leistung stemmt der R-115SW kurzzeitig

Klipsch R-115SW Innenleben1

Digitale Endstufe = Schaltnetzteil und hohe Effizienz. 400 Watt Dauerleistung sind ein Wort

Aus 2015 ganz aktuell kam das Klardust Remix von „Feel Me“ (Paris Lover feat. A*M*E) zu großer Ehre, denn hier zeigte uns der R-115SW, dass er absolut authentisches Club-Feeling in den Hörraum bringen kann. Enormer Nachdruck, Volumen, Staffelung und Schnelligkeit – das haben wir nicht erwartet, denn das 38 cm Basschassis ist sicherlich Garant für Pegelfestigkeit und Tiefgang, aber Schnelligkeit ordnet man einem solchen Membran-Giganten aus Klipsch-typischem Cerametallic spontan nicht zu. Üppige Leistung garantiert die komplett digital arbeitende Endstufe mit maximal 800 Watt, 400 Watt sind es im Dauerbetrieb. Ganz gleich, welche Zahlen hier stehen – lassen Sie sich versichern: Wenn es dem R-115SW an einem nie mangelt, dann an Leistung. Beim aktuellen Picco-Mix des Dune-Klassikers „Hardcore Vibes“ schiebt der R-115SW derart gnadenlos an, dass zart besaitete Zeitgenossen vor Schreck in den Sofakissen versinken. „Druck im Club“ – mit dem R-115SW hat man diese Freude allzeit in den eigenen vier Wänden. Dabei ballert der leistungsstarke Frontfire-Subwoofer seine Bass-Salven nicht oberflächlich-wuchtig in den Hörraum, sondern mit Struktur und sauberer Differenzierungsarbeit.

Wir sollten uns vielleicht an etwas seriöseren Beispielen versuchen, aber die Lust, den R-115SW einfach weiter Druck machen zu lassen, siegt: „Can’t Stop Playing“ von Dr. Kucho & Gregor Salto belebt nun mit Clubbing-Sounds den Hörraum. Auch hier wieder spielt der mächtige aktive Subwoofer mit dem Track – er schiebt extrem an, trifft exakt den richtigen Punkt und liefert somit eine Spitzenleistung ohne jeden Tadel ab. Kaum verwunderlich, dass der US-Bassmeister auch bei Armin Van Buurens „Ping Pong“ große Leistung bringt: Hart, klar, massiv – der Bass geht durch Mark und Bein, zudem hört man auch hier wieder, dass es offensichtlich ein Leichtes für den R-115SW ist, ganz genau den richtigen Punkt zu treffen. Bislang kennen wir kaum Subwoofer mit so großem Chassis, die so präzise agieren.  

Wenden wir uns nun der Blu-ray (Tonspur DTS 96/24 5.1) des Within Temptation-Livekonzertes „Black Symphony“ zu. Hier hören wir das gewaltige Intro und den ersten Track, um nachzuverfolgen, ob der Bass-Gigant auch im nativen Mehrkanal-Betrieb bei Blu-rays punkten kann. Er kann – und wie! Mit Tiefgang, Kraft, Wucht und Volumen pumpt er auch den über 30 Quadratmeter messenden Hörraum mit randvoll mit satter Bassenergie. Es ist schier unglaublich, welche Pegel vom R-115SW ohne jede erkennbare Anstrengungen bewältigt werden. Den gesamten tieffrequenten Aufbau präsentiert er klar und transparent, kombiniert mit schier unendlichen Reserven. Bedenkt man, dass lediglich 1.000 EUR für dieses Ausnahmetalent fällig werden, kann man nur den Hut ziehen vor dieser Leistung. Uns sind nicht wenige doppelt so teure Kontrahenten bekannt, die den Weg des R-115SW nicht mitgehen können und schon deutlich vorher aussteigen. Als dann der erste Song nach dem überwältigenden Intro beginnt, stellt der Klipsch-„Aktivist“ seine Leistungsfähigkeit ein weiteres Mal unter Beweis, Timing, Kraft, Lebendigkeit – in allem bringt es der US-Woofer auf Spitzenleistungen und setzt nicht nur den Hörraum, sondern auch die Konkurrenz stark unter Druck. 

Beim Abschlusskonzert der norwegischen Pop-Titanen von a-ha wurde auch „Stay On These Roads“ gespielt – ein sehr sentimentales, ausdrucksstarkes Stück. Und auch hier besticht der R-115SW durch sein Können – er integriert sich hervorragend zwischen die Frontlautsprecher und serviert einen satten, kräftigen, nie störenden, sondern harmonisierenden Bass. Es ist also keinesfalls so, dass der R-115SW nur bei harten, schnellen Bässen richtig abgeht – er kann bei ruhigerem Quellmaterial ebenfalls voll begeistern. Bei „The Sun Always Shine on TV“ hat es der Klipsch R-115SW wieder mit schnelleren Beats zu tun. Dass er damit umgehen kann, hat er ja eingangs bereits bewiesen, nun folgt die Fortsetzung. Und noch bevor der Song richtig durchstartet, schafft der R-115SW durch das enorme Volumen, das er verbreitet, schon einen Vorgeschmack auf das, was den Hörer gleich erwarten wird. Die Bassuntermalung beim Aufbau erledigt der R-115SW souverän und professionell. Dann startet der 80er Jahre Hit richtig durch, um im Gegensatz zu vielen Kontrahenten, die nicht besonders viel tieffrequenten Nachdruck aus der DTS-HD Master Audio-Tonspur holen, legt sich der Klipsch-Woofer richtig ins Zeug und bietet eine exzellente Dynamik.

Nun muss sich der R-115SW ein weiteres Mal mit elektronischer Musik beschäftigen, diesmal mit der DTS-HD Master Audio 5.1 Tonspur von Paul Kalkbrenners „Altem Karmuffel“. Schon der Beginn ist eine Freude, denn bis tief in den Basskeller präsentiert der potente Aktivbasslautsprecher sein Können. Als es dann richtig losgeht, können wir uns eine recht genaue Vorstellung davon machen, wenn großes Chassis auf großen Membranhub, immense Endstufenleistung und ausladendes Gehäuse trifft. Ohne Ansatz legt das US-Kraftwerk los und bringt hierbei eine Bassleistung zustande, dass man sich nur verblüfft die Augen reibt. Der Bass integriert sich sehr gut, wirkt nicht losgelöst vom akustischen Rest. 

Beim vierten Transformers.-Part „Ära des Untergangs“ tobt sich der R-115SW im Filmtonbetrieb richtig aus. Schon die erste kurze Sequenz, als die Macht aus dem All die Dinosaurier auslöscht, ist bestens geeignet, um zu zeigen, zu welcher Leistung der aktive Subwoofer imstande ist: Abgrundtiefe, harte Bässe, die aber kontrolliert und strukturiert wiedergegeben werden. Auch der Music Score, der den Spannungsbogen mit aufbaut, wird von kräftigen Bässen unterstützt, diese arbeitet der Klipsch R-115SW ebenfalls ausgezeichnet heraus. Der große US-Basslautsprecher beweist, dass er den Begriff „Heimkino“ durchaus wörtlich nehmen kann, und jeden Film – erst recht einen Action-Blockbuster wie den vierten Transformers-Teil – zu einem tiefgehenden Erlebnis werden lässt. So souverän und nachdrücklich, wie er aufspielt, es ist eine Freude, zuzuhören. Für vergleichsweise wenig Geld fährt der R-115SW mit erstklassigen Qualitäten auf, die jedem Vergleich locker standhalten. 

Die Konkurrenz ist stark, aber nicht ganz so stark wie der R-115SW. Starten wir mit dem schon sehr guten, rund 200 EUR günstigeren Modell R-112SW (800 EUR) – hier konstatierten wir beim Test im November, dass der R-112SW auf preiswerte Art und Weise bereits die Tür zur obersten Liga aufstößt. Also harte Konkurrenz – doch mit noch mehr Tiefgang, maximal möglichem Druck, Struktur und Volumen macht der R-115SW seine Vorzüge unmissverständlich klar. Auch aus Hannover kommen erstklassige aktive Subwoofer, so der hervorragende Quadral Qube 12. Pegelfest, mit tollem Tiefgang, dabei kultiviert klingend – eine klare Kaufempfehlung, nach wie vor. Doch der R-115SW, das Bessere ist des Guten Feind, kann als neue 2014er Konstruktion alles nochmals etwas besser. Klar, er ist auch noch größer, aber seine Leistungen sind auch wirklich außergewöhnlich. 

Einer zieht gleich – der Nubert nuLine AW-1100. Während der Klipsch noch etwas mehr tieffrequenten Druck entwickelt, agiert der Nubert feindynamisch noch eine Idee besser und kultivierter. Somit besteigen beide Boliden verdient den Subwoofer-Olymp – mehr Bass und Qualität für weniger Geld gibt es nirgendwo.

Fazit

Klipsch R-115SW Front Seitlich6

Der Klipsch R-115SW überstrahlt in Relation zu seinem Preis alles, was wir zuvor, auch von Klipsch, getestet haben. Seine Pegelreserven sind so gigantisch, dass kaum jemand sie in der Praxis, außer im großen dedizierten Heimkinoraum, auch nur annähernd ausnutzen kann. Selbst bei höchstem Pegel legt der R-115SW eine Kontrolle an den Tag, die auch sehr anspruchsvolle Anwender restlos begeistern dürfte. Der R-115SW mit seinem großen Chassis kann schlichtweg alles. Wer denkt, es handele sich nur um einen Spezialisten für die untersten Ebenen im Bassgefüge, hat sich komplett getäuscht. Der R-115SW liefert auch im Kickbassbereich eine First-Class-Leistung ab, die sich an die Spitze im Konkurrenzgefüge setzt. Optisch ist der R-115SW sehr ausladend, was man aber auch sofort versteht – denn um solche Performance bis hinunter in den subsonischen Bereich zu bringen, muss ein ausladendes Gehäuse her. Da muss derjenige, der nur auf Eleganz achtet, sicherlich gewisse Abstriche machen – die aber durch den bombastischen Bass mehr als wettgemacht werden. 

Echter Champion – verdient holt sich der Klipsch R-115SW seinen Platz auf dem Subwoofer-Olymp
masterpiecelogo
Aktive Subwoofer
Test 27. Januar 2015

+ Extrem pegelfest
+ Erstklassiger Tiefgang
+ Stets, auch bei hohem Pegel, kontrolliert und präzise
+ Für Musik und Filmton geeignet
+ Solide Verarbeitung
+ Kaum zu schlagendes Preis-/Leistungsverhältnis

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 27. Januar 2015




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