TEST: Aktiver Subwoofer Nubert nuLine AW-1100

Nubert nuLine AW-1100 Front Seitlich5

Der Nubert nuLine AW-1100 ist ein bärenstarker aktiver Subwoofer mit  320 Watt Nenn- und 380 Watt Musikleistung

Nubert nuLine AW-1100 Front Seitlich8

310 mm Treiber mit viel Hub, imposante Abmessungen: Der AW-1100 35,5 kg schwer und 57,5 cm hoch (mit Füßen), 33,2 cm breit und mit Gitter 56 cm tief (ohne 52 cm)

Nubert bietet, das wissen wir seit vielen Jahren, extrem leistungsfähige aktive Subwoofer zu äußerst moderaten Preisen an. Da macht der nuLine AW-1100 für 965 EUR keine Ausnahme. Ihn gibt es, das ist typisch für die nuLine-Serie, in vielen sehr edlen Ausführungen: Mehrschichtlack in Weiß mit Gitter in Weiß, Mehrschichtlack in Schwarz mit Gitter in Schwarz, Mehrschichtlack in Platin mit Gitter in Schwarz, Echtholzfurnier in Kirsche mit Gitter in Schwarz und Echtholzfurnier in Nussbaum mit Gitter in Schwarz. So findet jeder seine Lieblingsvariante, technisch und hinsichtlich der Verarbeitung wird immer ein hohes Niveau geboten:

Nubert nuLine AW-1100 Verarbeitung2

Sorgfältige Kantenverarbeitung

Nubert nuLine AW-1100 Tieftoener

Solide verschraubtes 310 mm Chassis

Nubert nuLine AW-1100 Rueckseite Seitlich2

Rückseite mit großer Bassreflexöffnung

Nubert nuLine AW-1100 Bassreflexrohr2

Bassreflexohr ist durch Schrauben fest mit dem Gehäuse verbunden, solide Standfüße

Das massive MDF-Gehäuse bei unserem Test-Subwoofer ist sorgfältig mit Echtholzfurnier beplankt, an allen Kanten sieht man, dass edles Finish klar im Fokus von Nubert liegt. Die Kanten sind leicht gerundet und dadurch tendiert die Verletzungsgefahr gegen Null. Nur auf den Fuß fallen sollte einem der nuLine AW-1100 nicht, mit 35,5 kg „Lebendgewicht“ wären hier gewisse Kollateralschäden kaum zu vermeiden. Unter dem Bass-Experten sind vier solide Füße befestigt, und auch das stabile, massiv verarbeitete Metallschutzgitter vor dem 310 mm Langhub-Chassis bietet keinen Anlass zur Kritik – oder doch? Ein magnetisch haftendes Gitter hätte durchaus auch seine Reize, dann allerdings könnte es wohl kaum so solide ausfallen, da das Gewicht so zu groß wäre. Vorn ist unterhalb des Chassis ein Display eingelassen, auf dem die Funktionen, die man mittels der mitgelieferten scheckkartengroßen Fernbedienung einstellen kann, angezeigt werden.  Die obere Frequenzgrenze des Woofers, die Phase des AW-1100 (von 0 bis 180 Grad bei 80 Hz), die untere Frequenzgrenze der Satelliten, die Aktivierung oder De-Aktivierung der Einschaltautomatik, die untere Grenzfrequenz des Woofers (20 oder 30 Hz), die Aktivierung oder De-Aktivierung der Softclipping-Schaltung und die vier Wahltasten zum Speichern oder Abrufen individueller Einstellungen können mittels Fernbedienung bedient werden.

Nubert nuLine AW-1100 Anschluesse Rueckseite1

Anschlüsse

Nubert nuLine AW-1100 Display2

Display

Nubert nuLine AW-1100 Fernbedienung

Fernbedienung

Noch einige Anmerkungen. Der „Low Cut“ Filter bestimmt die untere Grenzfrequenz, bei 30 Hz ist der maximale Pegel höher, bei 19 Hz der Tiefgang ausgeprägter. „Soft Clip“ meint ein effektives Verhindern von unschönen Übersteuerungseffekten – der maximal erzielbare Pegel ist zwar etwas geringer, dafür aber wird dieser Pegel stets sauber und nahezu verzerrungsfrei erreicht. Zur Abschaltautomatik ist hinzuzufügen, dass diese den AW-1100 bei Nichtgebrauch des Subwoofers nach ca. 15 Minuten in den Ruhezustand versetzt. Die vier Presets (Wahltasten) haben den Vorzug, dass der Anwender je nach Einsatzzweck – z.B. Klassische Musik, Rockmusik, Filmton oder TV-Sportübertragung – eine eigene Kombination an Parametern für bestmögliche Akustik zusammenstellen und abspeichern kann.

Nubert nuLine AW-1100 Innenleben Detail2

Blick ins massive Gehäuse mit zahlreichen Verstrebungen, die helfen, dass keinerlei Gehäusegeräusche den Hörspaß trüben

Nubert nuLine AW-1100 Innenleben Gesamt1

Massiver Ringkerntrafo, der konstant hohe Stromlieferfähigkeit garantiert

Nubert nuLine AW-1100 Innenleben1

Das „Kraftwerk“ aus seitlicher Perspektive

Nubert nuLine AW-1100 Innenleben2

Elektronik

Nubert nuLine AW-1100 Innenleben3

ELKOs

Nubert nuLine AW-1100 Innenleben4

Platinenlayout im Detail

Der AW-1100 hat dank 320 Watt Nenn- und 380 Watt Musikleistung genug Reserven, um auch in Hörräumen bis gut 40 Quadratmeter im Single-Betrieb für genug Schalldruck zu sorgen. Das 310 mm Langhub-Chassis bietet beste Voraussetzungen, auch große Anforderungen an die maximale Auslenkung souverän zu managen.  Das Innenleben des AW-1100 ist sorgfältig arrangiert und zeigt, ebenso wie die äußere Erscheinung, eine ausgezeichnete Qualität.

Nun lassen wir uns überraschen – führt der nuLine AW-1100 die Erfolgsgeschichte von Nubert-Aktivsubwoofern in unserem Hörraum fort? Wir starten mit „Batman – The Dark Knight“ (BD, englische Dolby TrueHD-Tonspur) unsere Testreihen und sind gleich „Feuer und Flamme“ für den AW-1100. Den subtilen, unterschwelligen Bassdruck in den ersten Sekunden gibt der große nuLine-Subwoofer hervorragend wieder, präzise und räumlich. Kurze Zeit später schießen die Schergen des Jokers mittels das Fenster aus einem Skyscraper. Trocken und mit Druck bis in die Magengrube kommt dieses Geräusch heraus. Die Bassanteile des Music Scores kommen ebenfalls extrem gut heraus. Nun folgt der Schußwechsel in der weitläufigen Schalterhalle. Besonders die Schüsse aus der Pumpgun des Filialleiters haben es in sich – brachial donnern sie durch den Hörraum. Die Leistungsreserven des nuLine AW-1100 lassen auch enorme Pegel problemlos zu. Als der Schulbus mit lautem Krachen durch die Wand bricht, zeigt der Nubert-Basslautsprecher ebenso wie bei den danach folgenden MP-Salven sein Potential: Trocken, hart, raumfüllend werden alle Arten von Bässen wiedergegeben. Für denjenigen, der Verzerrungen weitestgehend vermeiden möchte, empfehlen wird die sehr gut arbeitende Soft Clipping-Schaltung – sie nimmt kaum Maximalpegel weg,  nimmt aber Störgeräusche, die von Übersteuerungseffekten herrühren, wirkungsvoll weg.

Für einen weiteren Filmton-Check haben wir uns den 007-Film „Ein Quantum Trost“ (BD, englische DTS-HD-Master Audio-Tonspur, erste Sequenz) vorgenommen. James Bond hat in seinem Aston Martin DBS eine wertvolle Geisel, die deren Hintermänner am liebsten eliminieren wollen, bevor 007 sein Ziel in Siena erreicht: Sie jagen den britischen Doppelnullagenten gnadenlos in zwei Alfa Romeo 159 Limousinen. Die massiven Salven aus den Automatikwaffen der Killer, der Aufprall des einen Alfa Romeos auf der Frontseite eines entgegen kommenden Lastwagens, kurze Zeit später der Abflug des Carabinieri-Landrovers – all dies ist mit einem großartigen Effektspektakel verbunden, welches dem nuLine AW-1100 offensichtlich Freude bereitet. Auch bei enormer Hörlautstärke versagt der Nubert-Woofer nicht, das liegt an der kraftvollen Endstufe ebenso wie am belastbaren Langhub-Chassis, das auch unter enormer Beanspruchung noch eine saubere Auslenkung garantiert. Interessant ist, wie gut der nuLine AW-1100 sowohl mit subtilem Tiefbass als auch mit massiven Basseffekten zurechtkommt. Auch, wenn solche Ereignisse zeitgleich oder mit geringem zeitlichen Versatz erfolgen, bringt der schwäbische Bass-Meister dank hervorragender Impulstreue Struktur in die tieffrequenten Ereignisse.

Wie sieht es beim „Alten Karmuffel“ von Paul Kalkbrenner aus? Alternierende Effekte, die bis hinunter in den Frequenzkeller gehen, ein nachdrücklicher Beat – das hört sich nach einem idealen Betätigungsumfeld für den nuLine AW-1100 an. Und tatsächlich, der großvolumige Ostalb-Hammer schlägt auch hier wieder mit gnadenloser Härte zu. Etwas zarter besaitete Zeitgenossen dürften es schon bald mit der Angst zu tun bekommen, so energiegeladen lässt der AW-1100 die Bass-Gebilde durch den Hörraum donnern. „Es bewegt sich was“ – und wie! Der Nubert-Subwoofer dringt dabei bei den verschiedenen elektronischen Effekten auch bis in subtile Bass-Tiefen vor und hat mit unterschiedlichen, parallel auftretenden Bass-Ereignissen, wie auch schon bei der Filmton-Wiedergabe, keinerlei Berührungsängste. Auch bei „Dockyard“ zeigt sich der AW-1100 als Ausnahme-Talent, wenn es um erstklassige Bassperformance zum niedrigen Kaufpreis geht: Erbarmungslos schiebt er an, impulstreu, präzise und lässig agiert er auch bei hohem Pegel. Man braucht schon einen kraftvollen AV-Receiver wie z.B. unsere Referenz in der Redaktion, den Yamaha RX-A3030, damit sich auch die anderen Lautsprecher entsprechend in Szene setzen können – oder, anders ausgedrückt: Mit entsprechend hochklassigen Spielpartnern macht der nuLine AW-1100 erst richtig Spaß. Erstaunlich auch bei „Dockyard“ wieder die Wirkung der Soft Clipping-Schaltung: Keine Übersteuerungserscheinungen trüben selbst bei hoher Lautstärke das klare Bass-Klangbild.

Bei „The Boys Of Summer“ von den Eagles (BD „Farewell Tour“, DTS-HD Master Audio) integriert sich der nuLine AW-1100 exzellent in die Front-Klangkulisse und bietet einen knackigen Bass, der impulstreu exakt den richtigen Punkt trifft und somit auch beim anspruchsvollen Musikliebhaber für Freude sorgen dürfte. Alles wirkt selbstverständlich, souverän, gelassen – nie entsteht der Eindruck, dass sich der Nubert-Woofer wirklich anstrengen muss. Dass der AW-1100 einen so guten Eindruck hinterlässt, ist aber auch seinen zahlreichen Einstellmöglichkeiten zuzuschreiben. Über die zuschaltbare Soft Clipping-Funktion haben wir uns bereits ausgelassen, aber auch, dass die Grenzfrequenz von Sub und Satelliten so präzise festgelegt werden kann, ist ein nicht zu unterschätzender Vorteil. Auch die vier Presets sind toll, denn so kann man die jeweiligen Parameter dem Quellmaterial exakt anpassen – all dies sind Eigenschaften, die in dieser Preisklasse kaum ein Konkurrent bietet, diese mache den nuLine AW-1100 auf sympathische Weise einzigartig. Bei „In The City“ beweist der Nubert-Bassexperte, wie Gewinn bringend sich ein kräftiges und gleichzeitig präzises Bass-Fundament auf die Klangcharakteristik auswirken kann: Das Klangbild wirkt komplett, dynamisch und reißt den Zuhörer schlichtweg mit, indem er sich im Mittelpunkt des akustisches Geschehens wähnt.

Bei all diesen Qualitäten – wie stellt sich die Konkurrenz dem nuLine AW-1100 entgegen? Starke Konkurrenz kommt von SVS in Form des PB12-NSD.  Er erzielt ebenso enorm hohe Pegel, bietet noch eine Idee mehr Tiefgang, was allerdings auch am sehr ausladenden Gehäuse liegt. Der nuLine AW-1100 zückt nun aber wieder seine Joker-Karte: Es sind die hervorragenden Einstellmöglichkeiten, die der SVS nicht bietet. Und wohnraumkompatibler ist der nuLine-Woofer auch, während sich der kompromisslose Heimkino-Fan vom robusten, grober gestrickten SVS sehr angezogen fühlen dürfte.

Man hat wenig Platz, sucht aber trotzdem nach exzellenter Bassqualität? Dies ist ein Fall für den preisgünstigen Dali SUB E-9F, der auf 500 EUR kommt und mit schicker Optik, geringem Platzbedarf und ausgewogenem Klang positiv auf sich aufmerksam macht. Natürlich kann er bei Pegelfestigkeit und Tiefgang dem großen nuLine AW-1100 nicht das Wasser reichen.

Nubert selber sorgt auch für im wahrsten Wortsinne kräftige Konkurrenz: Der nuBox AW-993 mischt für unter 650 EUR die Riege der Bass-Könner vehement auf. Auch er kommt mit zahlreichen praktischen Einstellmöglichkeiten und sehr gutem Tiefgang sowie leistungsstarker Endstufe. Im Vergleich zieht der nuLine AW-1100 allerdings in 2 Punkten davon: Im großen Hörraum entfacht er einfach ein noch druckvolleres Feuerwerk, und subtile, tief unten liegende Bassanteile gibt er noch gekonnter wieder.

Fazit

Nubert nuLine AW-1100 Front Seitlich10

Erneut schlägt Nuberts Bass-Druckwelle punktgenau zu: der nuLine AW-1100 kann einfach alles, und alles extrem gut. Schwächen? Nicht beim nuLine AW-1100, der sich daher verdient unsere höchste Testauszeichnung sichert. Dass für unter 1.000 EUR nicht nur Technik satt, sondern auch umfangreiche Einstellmöglichkeiten geboten werden, verblüfft Laien und Kenner gleichermaßen. Trotzdem kommt der nuLine AW-1100 nicht optisch ungelenk und grob daher, sondern entpuppt sich als zeitlos gestaltetes technisches Gerät mit hervorragender Verarbeitungsgüte und echten Möbelstück-Qualitäten.

Der Alleskönner: Preiswert, extrem kraftvoll, impulstreu, elegant und bis ins Detail hochwertig
masterpiecelogo
Aktive Subwoofer
Test 23. April 2013

+ Extrem pegelfest
+ Exzellenter Tiefgang
+ Herausragende Gesamtdynamik
+ Impulstreu
+ Vorbildliche Einstellmöglichkeiten
+ Fernbedienung
+ Erstklassige Verarbeitung
+ Attraktive Farbversionen zur Auswahl
+ Preis_/Leistungsverhältnis kaum zu schlagen

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 23. April 2014




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