TEST: Quadral Aktivsubwoofer QUBE 12 – Bass-Gewalt aus Hannover

 

999 EUR kostet der Quadral QUBE 12

Alu-Blende mit Quadral-Schriftzug

Das Produkt

Quadral führt seit kurzer Zeit das Spitzenmodell der QUBE-Aktivsubwoofer-Baureihe, den QUBE 12, im Programm. Für 999 EUR ist er wahlweise in hochglänzendem Schwarz oder Weiß erhältlich.

Der Preis des Bassisten erscheint schon in der Theorie ausgesprochen fair, wenn man bedenkt, was der Basslautsprecher dafür bietet: Nicht nur ein großes 32 cm Chassis, das nachhaltige Ausflüge in den Frequenzkeller (bis hinunter auf 22 Hz) möglich macht, auch eine Endstufe mit üppigen 500 Watt (Sinus) Leistung sorgt dafür, dass man spontan den Eindruck gewinnt, hier viel Subwoofer fürs Geld zu bekommen.

Quadral gibt 2 Jahre Garantie auf das noch recht kompakte Basskraftwerk (500 mm hoch, 404 mm breit und 493 mm tief), das im Standby-Betrieb zeitgemäß wenig Strom verbraucht: 0,5 Watt gibt der Hersteller an und unsere Messungen bestätigen dies.

Der 27,54 kg wiegende QUBE 12 hat seinen 32 cm Tieftöner auf der Unterseite

Vier rechteckige Standfüße im perfekt zum Subwoofer passenden Design sorgen für den korrekten Abstand zum Boden

Standfuß im Detail

Bassreflexöffnung hinten

Bedienelemente hinten, und die Anschlüsse: Sogar ein symmetrischer LFE-Ausgang in XLR-Form ist vorhanden. Die Phase ist nicht frei regelbar

Rückseite

Innenleben, übersichtlich präsentiert

Im Detail

Elkos

Platinenlayout

Das 32 cm Chassis aus Sicht von Innen

Der QUBE 12 ist hochwertig verarbeitet und sieht schick sowie zeitlos aus. Das eckige Design erinnert an die legendäre Bauhaus-Zeit. Die Ecken des Gehäuses sind sauber gearbeitet. Wirkungsvoll drapiert Quadral eine sauber eingepasste Alu-Blende mit dem Hersteller-Logo auf der Front. Das steigert den Wiederkennungswert.

Die Hochglanzlackierung ist ordentlich gemacht, die Oberfläche hinterlässt eine sehr gute Tiefenwirkung. Unter dem Subwoofer gibt es auch einiges zu sehen. Denn dort thront das große 32 cm Basschassis, also handelt es sich um QUBE 12 um einen nach unten abstrahlenden Downfire-Subwoofer. Vier vom Design her sehr gut zum Subwoofer passende, große Standfüße sichern den idealen Abstand zum Boden des Hörraums.

Auf der Rückseite finden sich Regler für Pegel und Übernahmefrequenz, beide stufenlos. Bei der Phase hat man nur die Wahl zwischen 0 und 180 Grad. Ebenfalls vorhanden ist eine Automatik-Schaltung.  Anschlussseitig stoßen wir auf eine Seltenheit: Ein symmetrischer XLR-LFE-Eingang ist neben unsymmetrischen Cinch-Eingängen (Stereo L+R sowie LFE-Mono) vorhanden. Hochpegeleingänge gibt es keine.

Testequipment
Klang

Bei der Tiesto Blu-ray „Copenhagen – Elements of Life“ (Disc 2, DTS-HD Master Audio) musste sich der QUBE 12 bei „Traffic“ beweisen – und das tat er umgehend: Der harte, unnachgiebige Bass wird enorm sauber und mit überragendem Nachdruck in den Hörraum getragen. Begeisternd ist die Pegelfestigkeit. Der QUBE 12 schiebt auch dann noch munter weiter voran, wenn man sich in Lautstärkeregionen bewegt, die man nur im dedizierten Heimkinoraum oder im Forsthaus mitten im Wald und ohne Nachbarn hören kann.

Resonanzen oder Strömungsgeräusche sind dem Hannoveraner Bassisten fremd. Souverän und ruhig schiebt er machtvoll an. Obwohl das Chassis recht groß ist und sich dadurch Schwächen in der Impulstreue bei kurzen, trockenen Bass-Impulsen breit machen könnten, stellt sich in der Praxis heraus, dass alle Arten von Bassimpulsen mit präzisem Timing verarbeitet werden.

Das zeigt sich auch bei „Back In Your Head“: Der Kickbass und die darunter liegenden anderen Bassanteile werden mit Wucht und einwandfreier Differenzierungsfähigkeit in den Hörraum transportiert. Der QUBE 12 integriert sich exzellent zwischen die Frontlautsprecher, was den Eindruck erweckt, vorn eine in sich schlüssige, räumlich dichte Klangkulisse zu haben.

Insgesamt bietet Quadral bei der Tiesto-BD absolute Spitzenklasse zum Spar-Preis. In Hörräumen bis knapp 40 Quadratmeter reicht einer der Kraftwerke aus Hannover aus, in größeren Räumen kann der Anwender, stellt er große Ansprüche hinsichtlich der maximal möglichen Bass-Gewalt, mit zwei Woofern arbeiten.

Bei „Tequila Sunrise“, abgelegt auf der Eagles-BD „Farewell – Live From Melbourne“ (DTS-HD Master Audio) stellt der QUBE seine Qualitäten erneut eindrucksvoll unter Beweis. Für einen Downfire-Bassreflex-Subwoofer legt er eine erstaunliche Präzision an den Tag. Er zeigt uns deutlich, dass er nicht nur für schlichten massiven Druck der richtige Partner ist, sondern diesen Druck auch in einer Güte erzeugt, dass selbst anspruchsvolle Anwender sehr erstaunt sein dürften. Auf jeden Fall ändern sich die Machtverhältnisse in der 1.000 EUR-Liga bei den aktiven Subwoofern – die „Bass-Macht aus Niedersachsen“ heizt der Konkurrenz mehr ein, als manchem lieb sein könnte. Die kraftvolle Endstufe schiebt unter allen Bedingungen immer weiter,  und dass das Chassis anschlägt, passiert selbst bei sehr hoher Lautstärke nicht.

Bei „Love Will Keep Us Alive“ ist der QUBE 12 erneut spontan und mit purer tieffrequenter Energie zur Stelle. Alles, was er macht, wirkt selbstverständlich und mühelos. Auch auf hartem Boden (Parkett oder Laminat) kann man den Downfire-Sub ohne Kompromisse einsetzen. Keine unschönen Vibrationen oder andere akustische Störeffekte hindern am optimalen Hörspass.

Natürlich sollte ein kraftvoller aktiver Subwoofer nicht nur bei musikalischem Material, sondern auch bei Filmton eine beeindruckende Vorstellung abgeben. Ob der QUBE 12 dies auch in der Praxis schafft, haben wir beim actiongeladenen Film „Avengers“(DTS-HD Master Audio) ausprobiert.

Wir sind gegen Ende des Filmes eingestiegen, als die außerirdische Invasion beginnt. Und der QUBE 12 liefert ebenso pure Energie wie der Reaktor, der der Alien-Armee Zutritt auf die Erde gewährt. Auch in den Dialogszenen macht sich der Quadral-Subwoofer gut. Das unterschwellige Effektgebaren im Bassbereich bringt der QUBE 12 stets ausgezeichnet zur Geltung. Die Geräusche der energiegeladenen Lanze Lokis bringt der Subwoofer sehr gut heraus. Als der Iron Man mit dem neuen Anzug ausgestattet wird, liefert der Subwoofer  erneut eine extrem kraftvolle tieffrequente Unterstützung. Nur bei enormem Pegel und sehr großen Effekten – wie dem Auftauchen der fliegenden Panzer-Echse – kann es passieren, dass das Chassis kurz anschlägt. Klar dürfte überdies sein, dass es man den aktiven Basslautsprecher korrekt einpegelt. Damit steht und fällt die Güte des Ergebnisses,  das wissen erfahrene Cineasten durchaus. Weniger versierte Anwender sollten sich dies aber stets vor Augen führen.

Enorm ist der Tiefgang, in Anbetracht der Tatsache, dass der QUBE 12 gar nicht so groß ist, ist dies sehr erstaunlich. Es gibt deutlich größere Modelle, die bezüglich des Tiefgangs mit dem Bassisten aus Hannover nicht mithalten können. Verschiedene parallel stattfindende tieffrequente Effekte werden akkurat auseinander differenziert.

Und wie sieht es ab Filmbeginn bei „Ein Quantum Trost“ (englisch, DTS-HD Master Audio) aus? Der vorletzte 007-Film offeriert zu Filmbeginn eine wilde Verfolgungsjagd, in der der britische Doppelnull-Agent im Aston Martin DBS von schießwütigen Killern mit Automatikwaffen in schwarzen Alfa Romeo 159 gejagt wird. Die Salven aus den MP2 kann der QUBE 12 mit hoher Impulstreue und enormer Wucht wiedergeben. Bis ins Mark erschüttert wird der Hörraum bei den Auto-Crashs. Auch das subtile, immer stärker wirkende tieffrequente Grollen gleich zu Beginn stellt der Basslautsprecher ausgezeichnet dar.

In allen Sequenzen, ganz gleich, ob musikalischer Natur oder Filmtonspur, erweist sich der QUBE 12 als ganz Großer – entsprechend günstig fällt für ihn auch unser Konkurrenzvergleich aus.

Der Nubert nuBox AW993 ist mit schlanken 650 EUR deutlich preiswerter. In seiner Preisklasse ist er absoluter Champion. Mit dem QUBE 12 kann er jedoch erwartungsgemäß nicht mithalten. Bei hohem Pegel liefert der Quadral-Woofer noch mehr Nachdruck, der Tiefgang ist noch ausgeprägter. Verschiedene, parallel stattfindende Bass-Effekte arbeitet der QUBE 12 noch differenzierter heraus. Für die jeweiligen Kaufpreise sind beide Subs schlichtweg hervorragend.

Der kleinere Quadral QUBE 10 ist mit 599 EUR nur etwa halb so teuer und für dieses Geld enorm gut. Nicht ganz so kraftvoll wie der Nubert nuBpx 993, der in dieser Preisklasse, wie oben erwähnt. Maßstäbe setzt, aber sehr kultiviert und ausgewogen ausgelegt. Bei Maximalpegel, Tiefgang und Nachdruck kann sich der QUBE 12 deutlich vom kleineren Bruder absetzen und rechtfertigt den höheren Kaufpreis voll und ganz.

Ein enorm guter aktiver Subwoofer ist der Klipsch SW-311, der einen Listenpreis von 1.900 EUR aufweist, im freien Handel aber für rund 1.700 EUR zu haben ist. Nach wie vor sind Leistungsfähigkeit, Nachdruck und Tiefgang des Klipsch-Woofers exzellent, und der QUBE 12 kann diese Werte nicht ganz erreichen. Aber – er ist sehr deutlich günstiger, und die Kluft zwischen beiden Bass-Kraftwerken fällt deutlich geringer aus, als es der Preisunterschied suggeriert.

Fazit

 

Ausnahme-Talent zum Sonderpreis: Quadral gelingt mit dem QUBE 12 einer der besten aktiven Subwoofer, die wir bislang im Hörraum hatten – wenn man das Preis-/Leistungsverhältnis mit berücksichtigt. Wer sprechen hier von 999 EUR, und das, was der Käufer dafür geboten bekommt, ist exzellent: Eine ausgezeichnete Verarbeitung, schicke Optik und somit volle Wohnzimmer-Kompatibilität, herausragende Pegelfestigkeit, untadelige Präzision, erstklassigen Tiefgang und hervorragende Eignung für alle Arten von Quell-Material. Mehr kann man kaum noch erwarten.

Erstklassiger Subwoofer für hohe Ansprüche zum kleinen Kaufpreis

Aktive Subwoofer Oberklasse
Test 18. September 2013

+ Extrem pegelfest
+ Enormer Tiefgang
+ Sehr präzise
+ Schicke Optik
+ Saubere Verarbeitung
+ Günstiger Kaufpreis

– Phase nicht stufenlos einstellbar

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 18. September 2013

 




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