TEST: Auna Linie 501 BS-WN – Regallautsprecher fürs kleinste Budget

Auna Linie 501 BS Gruppenbild4

Wieder einmal wagen wir uns vorurteilsfrei an eine günstige Regallautsprecher-Kombination des Berliner Versenders und Elektronik-Herstellers auna heran. Nach den überraschend guten Erfahrungen mit den Standlautsprechern der Linie 600 wollen wir uns diesmal die Linie 501 Regallautsprecher genauer ansehen. Das 2-Wege Lautsprecherpaar ist geschlossen konstruiert und in drei Farben – Walnuß, weiß und schwarz – erhältlich. Unter www.auna.de und www.elektronik-star.de erhältlich werden für die Linie 501 BS gerade einmal knapp 80 EUR fällig.

Auna Linie 501 BS Front Seitlich1

Neben Walnuss auch noch in schwarz und weiß zu haben

Auna Linie 501 BS Verarbeitung

Die Schallwand schließt recht bündig mit dem Gehäuse ab

Auna Linie 501 BS Tieftoener2

10 cm Tiefmitteltöner

Auna Linie 501 BS Hochtoener2

Die Passungen der Chassis sind nicht perfekt

Auna Linie 501 BS Rueckseite Seitlich2

Rückseite

Auna Linie 501 BS Wandhalter

Schlüsselloch-Halterung integriert

Auna Linie 501 BS Anschluesse Rueckseite

Anschluss-Terminal

Bei gerade einmal vierzig Euro Stückpreis sind unsere Erwartungen bezüglich der Material- und Verarbeitungsqualität sehr gering. Die Auna-Lautsprecher überraschen uns aber mit einer solide erscheinenden Folierung des MDF-Gehäuses und recht akkurat sitzender Schallwand, deren Kanten sogar gerundet sind. Die Gehäusekanten an Seite und Rücken fallen zwar gerade aus, aber auch hier sieht die Folierung in Ordnung aus. Mit 3,3 kg haben die 15 x 28,5 x 24,5 cm (BxHxT) messenden Lautsprecher ein gutes Gewicht.

Nicht perfekt sitzen die beiden Lautsprecher-Chassis, Hoch- wie Tiefmitteltöner stehen etwas über die Schallwand hinaus. Zudem handelt es sich bei den „Metall“-Elementen um die beiden Schallwandler lediglich um eine dünne Blech-Schicht und die Verschraubung ist etwas lapidar. Positiv überrascht sind wir vom Stoffgitter. Zwar ist es nicht akribisch genau verklebt, sitzt aber auf einer stabilen Holzkonstruktion und wird mit Metallstiften am Lautsprecher befestigt. An der Rückseite ist bereits eine Schlüsselloch-Halterung integriert, wenn man die Lautsprecher an der Wand befestigen möchte. Im unteren Bereich sitzt das Anschluss-Terminal mit vergoldeten Schraubanschlüssen, die sowohl für großzügige Kabelquerschnitte als auch Bananenstecker geeignet sind. An der Unterseite sind Gumminoppen als Standfüße angebracht.

Bilanzierend kann man hier natürlich an zahlreichen Details verbessern und sauberer arbeiten. Prinzipiell kann man für den Stückpreis von 40 EUR nicht mehr erwarten. Im Gegenteil, die Lautsprecher machen einen insgesamt sehr soliden äußerlichen Eindruck. Gönnt man sich einen Blick hinein in den Lautsprecher, ist der günstige Preis einfacher zu erkennen, die internen Kabel sind direkt an den zwei Metallplättchen der LS-Anschlüsse angelötet. Die Frequenzweiche entzieht sich unseren Blicken an der Seite zwischen Tiefmittel- und Hochtöner.

Auna Linie 501 BS Gruppenbild1

Wie ist es um die akustische Performance bestellt?

Für diese enorm günstige Preisklasse, in der sich die auna Regallautsprecher befinden, muss sich die Verarbeitungsqualität keinesfalls verstecken. Die Frage nach der akustischen Performance ist obligatorisch. Von den Standlautsprechern der 600er Linie waren wir recht angetan, allerdings wird es bei kleinerer Gehäusegröße ausschließlich schwieriger, eine angenehme und qualitativ hochwertige Klangkulisse zu schaffen. Akustische Optimierungen durch technische Finessen sind beinahe unausweichlich, doch ist diesbezüglich noch Platz im Budget der 501 gewesen? Wir wollen es herausfinden.

Wir muten der Linie 501 Mozarts Violinkonzert in D-Dur – Allegro zu. Marianne Thorsen und die Trondheim Solistene spielen auf, die Aufnahme erledigte das renommierte 2L Studio. Vorweg – mit dem Pegel muss man etwas vorsichtig sein, ab einem gewissen Punkt, der zwar schon laut, aber definitiv noch im Rahmen ist, quittieren die Regallautsprecher dies mit Kompression und Durchschlagen des Woofers. Bei gemäßigtem Pegel verhalten sie sich überraschend impulstreu und bieten eine angenehme, harmonische Kulisse. In den unteren Bereichen fehlt es natürlich schon spürbar. Die Differenzierung der Instrumente ist gar nicht so schlecht, wie man vielleicht vermuten könnte. Die einzelnen Violinen lassen sich recht gut unterscheiden und gefalen durchaus mit einer gewissen Wärme. Vereinzelt sind die 501 BS-WN aber schlichtweg überfordert und liefern dann nicht das eigentlich verfügbare Frequenzspektrum. Dennoch sind wir überrascht, dass man selbst diese anspruchsvolle klassische Musik mit den auna Schallwandlern gut hören kann. Sicher, feindynamische Details werden hier nicht herauskristallisiert, aber es entsteht ein recht harmonisches Gesamtbild. Zudem wird eine recht ansprechendes, weitgehend akkurates Bühnenbild geschaffen, das lediglich in seiner lokalen Staffelung etwas zu wünschen übrig lässt.

Wir wechseln das Genre. Mit „Hotel California“ von den Eagles wird die Aufgabe allerdings nicht leichter. Beim Trompetenintro des Evergreens schaffen die beiden kompakten Lautsprecher eine ausgezeichnete Loslösung des Klanggeschehens und bieten ein räumliches Bühnenabbild. Die Trompete dürfte einen Tick schärfer sein, prinzipiell sind wir hier aber zufrieden. Auch als die Gitarren einsetzen, finden wir Gefallen an der Performance der beiden Einsteiger. Sicher ist wiederum die Staffelung der Bühne nicht auf höchstem Niveau und hier fällt es schon deutlich schwerer, die drei Gitarren zu differenzieren. Der Stimme des Schlagzeugers Don Henley fehlt es an Charakter, wird aber zentriert in die Bühne integriert und überlagert nicht das Gros des Ensembles. Dynamik ist nicht unbedingt die Stärke der kleinen Regallautsprecher und natürlich fehlt es beinahe gänzlich im unteren Frequenzbereich. Dadurch geht natürlich auch die ausgewogene Balance etwas verloren und das Stück ist nicht mehr so mitreißend, wie man es von hochwertigerer Technik gewohnt ist. Hier sind wir natürlich auch verwöhnt und insgesamt macht die Linie 501 einen recht guten Job. Vorteil der günstigen Schallwandler ist sicher, dass ein recht solider Bühnenaufbau und gute Räumlichkeit geschaffen wird, die man z.B. mit einem einzelnen Bluetooth-Lautsprecher nicht schafft. Da jedoch technische Raffinessen fehlen, ist es um den unteren Frequenzbereich schwächer bestellt.

Schwierig wird es sicher bei DJ Tiestos Element of Life Tour. In den sehr tiefen Bereichen ist schlichtweg Schluß in dieser Gehäusegröße und Preisklasse. Das Fundament, die bis in den subsonischen Bereich gehende Basis der Tonspur können die auna Lautsprecher nicht umsetzen. Dafür gehen sie recht gekonnt mit Kickbässen um und reagieren präzise und schneller, als wir ahnten. Zudem brechen die kompakten Boxen nicht ein, wenn das Klanggeschehen komplexer wird, sondern bieten weiterhin eine angenehme Kulisse. Einzelne akustische Elemente fehlen, insgesamt bleibt Tiestos „Traffic“ aber lebendig und lädt auf die Tanzfläche. Auch bei höherem Pegel ist kaum Aggressivität festzustellen, einzelne Bereiche können dann aber nicht mehr völlig sauber wiedergegeben werden.

Fazit

Auna Linie 501 BS Gruppenbild4

Insgesamt sind wir von den auna Regallautsprechern der Linie 501 positiv überrascht. Sicher, audiophile Herzen schlagen anders und manch einer wird sich lieber einen noch kompakteren Bluetooth-Lautsprecher holen, der zu ähnlichem Preis in einzelnen Bereichen noch bessere akustische Performance bietet. Dennoch schaffen die Schallwandler eine solide akustische Bühne, lösen das Geschehen von den Komponenten und bieten gute Räumlichkeit. Außerdem ist, wenn natürlich Balance und Ausgewogenheit im Frequenzbereich fehlen, der gebotene Klang angenehm und weitgehend sauber. Bezüglich Verarbeitungs- und Materialqualität wird hier für knapp 80 EUR Paarpreis, trotz Sparmaßnahmen im Gehäuse, gute Solidität geboten.

Enorm günstige Regallautsprecher mit angenehmen akustischen Eigenschaften
areadvd_gut
28.05.2015

+ Solide Gehäuseverarbeitung
+ In Relation zum Preis gute Räumlichkeit und Bühnenaufbau
+ Enorm günstiger Preis

– Kompression und Artefakte bei höherem Pegel
– Lücken im Frequenzbereich

 

Test: Philipp Kind
Datum: 28.05.2015




Alle aktuellen Tests auf AREA DVD
  ZURÜCK