TEST: Auna HighQube Design-Aktivlautsprecher mit Bluetooth

Auna HighQube Front Seitlich2

 Auna erweitert ständig das Produktsortiment, nun kommt der sehr attraktive, würfelförmige „HighQube“ Aktivlautsprecher mit Bluetooth für 149,90 EUR dazu, der in weiß-hochglanz angeboten wird und einen 13 cm Tieftöner, zwei 10,16 cm Mitteltöner und zwei 2,54 cm Hochtöner aufweist. Vorn sitzt ein hochwertiges Metallgitter, ebenfalls in weißer Ausführung, und die gesamte Gehäuseverarbeitung hinterlässt einen hochwertigen Eindruck. Gerundete Ecken und ein ordentliches Hochglanz-Finish sind in Anbetracht des günstigen Kaufpreises ebenso zu loben wie der mitgelieferte Edelstahl-Standfuß.

Auna HighQube Tieftoener Unterseite

Basschassis unten

Auna HighQube Standfuss2

Standfuß aus Edelstahl mit 29,5 cm Durchmesser

Auna HighQube Standfuss1

 Solide Konstruktion

Oben auf dem Device sind drei große Bedienelemente untergebracht, die Lautstärkeregelung, Quellwahl und Standby-Betrieb abdecken. Die Bedientasten sind überdies blau beleuchtet. Die mitgelieferte Fernbedienung zeigt im Gegensatz zum Hauptgerät doch gewissen Sparzwang. Mit einfachen Folientasten,leicht welliger Gehäuseoberfläche und schwarzer Farbgebung passt sie nicht zum HighQube. Hier wäre etwas mehr Sorgfalt bei der Wahl der passenden Remote angebracht gewesen. Immerhin geben sich die weißen Bedientasten und der rote Standby-Button gut vom schwarzen Gehäuse ab. Die Bedienung mit der Fernbedienung ist aufgrund der etwas indifferent ansprechenden Folientasten, z.B. bei der Lautstärkeregelung, nicht unbedingt eine reine Freude. Da verwenden wir lieber die großen Bedienelemente direkt am HighQube. 

Auna HighQube Rueckseite Seitlich2

Rückseite

Auna HighQube Bassreflexrohr

Bassreflexöffnung

Auna HighQube Bedienelemente Oberseite

Bedienelemente am Device selber

Auna HighQube Fernbedienung

 Fernbedienung

Der HighQube hat einen USB-Eingang, an dem man Mobilgeräte aufladen kann (5V, 2,1A) und einen Stereo-Cinch-Eingang für analoge Zuspieler. Die Öffnung des Bassreflexports befindet sich auf der Rückseite, was zur Folge hat, dass man den HighQube nicht direkt an die Wand stellen sollte. Maximal ist der ca. 11 kg wiegende Klangwürfel mit 60 Watt belastbar. An Bord ist eine Regelung für Bässe und Höhen, die mittels der Fernbedienung erfolgt. 

Akustisch erweist sich Aunas eleganter Würfel als solide. Man kann auch durchaus recht dynamische Stücke hören, ohne dass sich das System überfordert zeigt. Die an den Gerätetasten, aber auch mittels Fernbedienung fummelige Lautstärkeregelung stört etwas, dafür erfreut die Bluetooth-Verbindung mit hoher Stabilität. Die Kopplung geht flott und einfach vonstatten. 

Wir hören verschiedene Stücke von der aktuellen Kontor – Top Of The Clubs Compilation 2015.01. Hier beginnen wir mit „Loving Every Minute“ von Latroit & Bishop – der Bass weist sogar einiges an Kraft auf, der Tiefgang ist gut, wenngleich nicht überdurchschnittlich ausgeprägt. Klanglich verhält sich der HighCube erfreulicherweise ausgewogen und neigt weder zu einer faden, noch zu einer schrillen oder aggressiven Wiedergabe. Die ordentliche Räumlichkeit zeigt sich dadurch, dass elektronische Effekte sich gut vom Lautsprecher lösen und sauber ausbalanciert verteilen. „Hardcore Vibes“ – der Dune-Klassiker tritt bei uns neu aufpoliert von Picco vs. DJs From Mars an. Klare Beats, gute Dynamik, ordentlich Pegel ist möglich – erneut kann man dem Auna-Device wenig vorwerfen.

Bedenken wir, was manches deutlich teurere Gerät für akustische Leistungsfähigkeit bietet, erstaunt es sogar, wie homogen und doch lebendig der HighCube antritt. Schwungvolle Trance-Hymnen wie der Festival Anthem „We Love Trance“ von René Ablaze & Jam Da Bass bereiten ebenfalls keine Probleme – sicherlich, der diese Art von Musik liebt, wird schon etwas Punch vermissen, hier aber ist es generell die falsche Lösung, mit einem designorientierten Lautsprecher, der auch den eleganten Wohnraum schmückt, an den Start zu gehen. Richtig große Standlautsprecher oder leistungsstarke Regallautsprecher plus aktiver Subwoofer wäre hier dann die korrekte Wahl. Flott und akustisch harmonisch geht es aber mit dem HighQube auf jeden Fall zur Sache, für den anvisierten potentiellen Kundenkreis somit sicherlich interessant und mehr als ausreichend. 

Was uns überrascht: Andrea Bocellis „Anema E Core“ vom „Passione“ Album wird differenziert und relativ feinfühlig wiedergegeben, was man an der Präsentation der Stimme Andreas und an der Darstellung der Streicher merkt. Der Basseinsatz erfolgt wohldosiert und angenehm weich, so dass bei der gesamten Wiedergabe der Eindruck wirklicher Harmonie entsteht – ohne dass das klangliche Ergebnis monoton oder langweilig wäre. Auch „Senza Fine“ vom gleichen Album hinterlässt einen sehr guten Eindruck. Auch hier ist die Stimmwiedergabe von nachvollziehbaren Strukturen geprägt, sogar ein gewisser charismatischer Auftritt lässt sich nicht leugnen. Auch die Trennung von Stimmen und Instrumenten gelingt prima. Sicher darf man keine Meisterleistungen hinsichtlich der Detailarbeitung erwarten – aber gerade für kleinere Wohnzimmer oder das Appartement ist die Auna-Lösung sehr zu empfehlen als preiswerte, attraktive und klanglich ausgeglichene Alternative.

„License To Kill“ von Gladys Knight wird ebenfalls gut wiedergegeben, dieses Stück tritt aber im Hochtonbereich etwas scharf auf. Das hat eine gewisse Dominanz zur Folge, die dem Lied etwas die Homogenität nimmt, die wir bei den anderen Beispielen so geschätzt haben. Hier also kommt der HighQube mit dem qualitativ durchschnittlichen Quellmaterial nicht so überzeugend zurecht. Bei Adeles „Skyfall“ sieht es schon wieder anders aus, der Piano-Part gleich zu Beginn wirkt gut eingearbeitet. Auch Adeles Stimme gibt keinen Anlass zur Kritik – sie wirkt nur minimal zu weit im Hintergrund, als würde die Sängerin hinter einem Vorhang stehen. Der Aufbau des Stücks ist ansonsten klar nachvollziehbar, und die Streicher klingen recht frisch und gleichzeitig ausgeglichen. 

Wie sieht es mit Konkurrenz für das Auna-Device aus? Wer eher etwas Kompaktes sucht, kann sich den Denon Envaya für 199 EUR anschauen, der im gelungenen Design und vier farblich unterschiedlichen Einschüben für die Gerätefront ausgeliefert wird, so kann jeder die favorisierte Farbe verwenden bzw. je nach Jahreszeit und Stimmung wechseln. Akustisch gefällt die kultivierte und lebendige Wiedergabe des Denon BT-Lautsprechers. Mehr Pegel und mehr Räumlichkeit lassen sich mit dem deutlich größeren, 50 EUR günstigeren HighQube erzielen. Was die Verarbeitung angeht, zieht der HighQube mit dem Envaya gleich, was uns erstaunt hat. 

Leistungsfähig, mit 250 EUR aber auch merklich kostspieliger, präsentieren sich die edel und modern auftretenden Teufel Motiv B Bluetooth-Lautsprecher. Mit klarem sowie überraschend detailfreudigem Klang sorgen sie für Staunen, denn wirklich groß sind die Berliner Sound-Experten nicht. Sie treten als klassisches Boxenpaar auf, was den Vorteil einer ausgezeichne5en Stereo-Bühne mit sich bringt. Für die gebotene Leistung ist der Preis günstig – wer nicht so viel Geld hat und auf Noblesse und akustische Homogenität nicht verzichten möchte, findet im HighQube eine gute Alternative. 

Bei Auna geht Bluetooth auch sehr günstig, mit dem Princeton BT-Lautsprecher mit UKW/MW-Radio für 50 EUR. Er markiert eine völlig andere Seite von Auna – wer den HighQube anschaut, glaubt kaum, dass beide unter dem selben Markennamen verkauft werden. Der Princeton ist durchaus sein Geld Wert, klingt recht angenehm und ist passabel verarbeitet. Trotzdem wirkt er wie ein typisches Einsteigergerät, während der HighQube geschickt eine wirklich gute Klangqualität mit sehr gelungenem Design verbindet. 

Fazit

Auna HighQube Front Seitlich1

Der Auna HighQube ist ein Gerät des Berliner Anbieters, das uns beinahe ausnahmslos überzeugt hat. Sehr schöne Optik, ausgezeichnete Verarbeitung des Hauptgerätes, ausgewogener, recht dynamischer Klang paaren sich mit einem Auna-typisch günstigen Kaufpreis. Es sind Devices wie der HighQube, die das Brand Image nachhaltig steigern – würde kein Namensschild draufstehen, könnte auch Teufel oder Canton der Hersteller dieses hübschen Bluetooth-Lautsprechers sein. Mit geradliniger, zeitloser Formensprache macht sich der HighQube in nahezu jeder Wohnlandschaft gut. Kritik gibt es nur für die billige Fernbedienung. 

Auna auf dem Weg nach vorn – der HighQube sieht sehr gut aus, klingt ausgezeichnet und ist trotzdem günstig
ausgezeichnet
Bluetooth-Lautsprecher bis 200 EUR
Test 09. Februar 2015

+ Ausgewogener Klang
+ Schicke Optik
+ Gute Verarbeitung
+ Stabile Bluetooth-Übertragung
+ Günstiger Preis

– Billige Fernbedienung mit Folientasten

Test: Carsten Rampacher
Bilder: Sven Wunderlich
Datum: 09. Februar 2015

 




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