TEST: Auna Bluetooth-Lautsprecher „Princeton“ mit UKW/MW-Radio

Auna Princeton Front Seitlich1

Auna Princeton, für 49,90 EUR (exklusive Versand) bei Elektronik-Star mit schwarz oder Buche-foliertem Korpus erhältlich

Auna trägt dem Trend nach preislich fair kalkulierten Bluetooth-Lautsprechern verstärkt Rechnung – das Modell „Princeton“ für rund 50 EUR verbindet jedoch das moderne Ausstattungsmerkmal Bluetooth mit dem klassischen des analogen UKW/MW-Radiotuners. Bis zu 15 Meter, so verspricht der Hersteller, funktioniert die BT-Wiedergabe. Gut 12,5 Meter sind realistisch, aber auch das ist ein sehr gutes Ergebnis. Mittels 3,5 mm Klinkenanschluss kann man auch ältere MP3-Player ohne BT problemlos hinten anschließen. Das externe Netzteil ist sehr kompakt, kaum größer als ein Smartphone-Reiseladegerät, und daher kaum im Weg. Die Bluetooth-Kopplung mit einem Samsung Galaxy S5 ging sehr schnell vonstatten, die Signalübertragung erweist sich als stabil und störungsfrei.

Auna Princeton Verarbeitung

Ordentliches Finish

Auna Princeton Rueckseite Seitlich3

Rückseite. Gut zu sehen ist die klassische Teleskopantenne

Auna Princeton Display

Display

Auna Princeton Bedienelemente

Bedienelemente oben

Auna Princeton Bassreflexrohr Anschluesse Rueckseite

Anschlüsse und Bassreflexöffnung

Das Design des Princeton Bluetooth-Lautsprechers ist klassisch, die Folierung mit Holzmaserung weckt Erinnerungen an große schwarze Lautsprecher-Boxen und weniger an so manche Klang-Skulptur, die im „Nebenberuf“ noch Lautsprecher ist. Für den schmalen Kaufpreis ist die Verarbeitung recht gut, hier kann man kaum Kritik anbringen. Sicherlich, das relativ große Display löst grob auf, und die Bedienelemente mit ordentlichem Druckpunkt auf der Oberseite sind unbeleuchtet. Fürs investierte Geld kann man aber zufrieden sein.

Unterstützt wird Bluetooth 2.1, Finessen wie aptX darf man nicht erwarten. Der Radiotuner hat 10 Stationsspeicherplätze, und die Teleskopantenne weckt Erinnerungen an Zeiten, die manch einer schon vergessen hat. Die nach hinten ausgerichtete Bassreflex-Öffnung verbessert die Qualität der Basswiedergabe. Mit 30 cm Breite, 10 cm Höhe und 10,5 cm Tiefe ist das nicht für den Akkubetrieb ausgelegte Kombigerät recht kompakt. Das Gewicht liegt bei 1,1 kg.

Was die klanglichen Qualitäten angeht, so muss dem Besitzer klar sein, dass man hier nicht das Niveau hochwertiger Soundbars oder Micro HiFi-Anlagen angesetzt werden kann. Doch was Princeton für knapp 50 EUR an Klanggüte realisiert, ist aller Ehren Wert und keinesfalls so „grottig schlecht“ wie es mancher Leser dieses Berichtes vielleicht erwarten würde. Natürlich gibt es keinen richtigen Tiefbass, und auch die Höhen sind etwas bedeckt, aber bilanzierend ist der Klang relativ rund, und es gibt sogar Ansätze von Dynamik.

Bei „be Angeled“ von Jam&Spoon featuring rea (Remix von den Bodybangers) greift der Lautsprecher durch die gefällige Wiedergabe auch  manchen teureren Konkurrenten frontal an. Die Stimme wird gut wiedergegeben, und sogar etwas Räumlichkeit baut sich rund um den Lautsprecher auf. Bei „Misfit“ von Darius & Finlay erscheint das Klangbild etwas belegt, aber erneut ist eine gewisse Dynamik herauszuhören, die Stimme kommt ordentlich heraus. Im Hintergrund, während der Stimmwiedergabe, baut der Princeton-Lautsprecher die elektronischen Effekte prima auf. Insgesamt reicht die Performance für Büroschreibtisch, Home Office oder Ferienwohnung problemlos aus – besonders für so wenig Geld. 

Beim 007-Titelsong „The Living Daylights“ von a-Ha muss sich der Auna-Lautsprecher auch nicht verstecken. Das akustische Gesamterlebnis erscheint ausgewogen, keine unschönen Artefakte oder Dynamik-Einbrüche sind zu befürchten. Das, was ohne zu große Verzerrungen an Pegel gefahren werden kann, ist für die meisten Einsatzzwecke in der Praxis absolut ausreichend. Bedsonders hoch ist die Maximallautstärke aus absoluter Sicht natürlich nicht. Beim nächsten Titelsong aus einem James Bond-Film, diesmal von „Moonraker“, schlägt sich der kompakte Lautsprecher ebenfalls wacker. Die Wiedergabe der Stimme von Shirley Bassey gelingt sogar, trotz einfacher Breitbänder, überraschend gut und mit klarer Struktur. 

Der Radiotuner ist sozusagen Add-On, selbst bei maximaler Lautstärke klingen Sender, die sonst in guter Qualität empfangen werden, zu leise, mit der Dynamik ist es nicht weit her. Wer aber ab und zu herkömmliches analoges Radio hören möchte, kann den Tuner durchaus nehmen. Die Empfangssensibilität ist befriedigend. 

Konkurrenzvergleich
  • Von Auna kommt ebenfalls die stylische „Rocketbox 2.0″ als transportabler Bluetooth-Lautsprecher mit Akku. Für knapp 45 EUR überzeugt der sehr kompakte Lautsprecher mit ordentlichem Klang und richtig guter Verarbeitung. Ein UKW-Tuner fehlt, und insgesamt spricht die Rocketbox eher den jüngeren Anwender an, während sich „Princeton“ auch ans gesetztere Publikum wendet. 
  • Mit robustem Gummimantel und einer orangen Außenfarbe erregt der Bluetooth-Lautsprecher Youga Berlin durchaus Aufsehen. Top ist hier der integrierte Party-Modus, er ermöglicht das Koppeln von 2 Youga Berlin. Ebenfalls kann der smarte Lautsprecher als Bluetooth-Empfänger dienen. Ein UKW-Radio fehlt, und bedingt durch die kleinen Gehäuseabmessungen kann Yougas BT-Box im Bassbereich nicht gegen Princeton ankommen.
Fazit

Auna Princeton Front Seitlich1

Für wenig Geld offeriert Auna einen ordentlich klingenden Lautsprecher, der mit akustischer Gefälligkeit und sogar Anflügen vpn Dynamik und Räumlichkeit viele potentielle Kunden ansprechen dürfte. Für Nostalgiker und Radiohörer ist sogar ein UKW/MW-Tuner mit 10 Speicherplätzen integriert. Fürs Geld ist die Verarbeitung gut, es findet sich sogar ein (wenn auch grob auflösendes) Geräte-Display. 

Gefällig klingender Bluetooth-Lautsprecher mit UKW/MW-Radio und klassischem Design
sehrgut
Bluetooth-Lautsprecher bis 50 EUR
Test 22. Juli 2014

+ Gefälliger Klang
+ Zeitloses Design
+ Display
+ UKW-/MW-Tuner

– Radiotuner mit nur befriedigender Qualität

Test Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 22. Juli 2014




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