TEST: Denon Bluetooth-Lautsprecher Envaya – Moderner Chic und typische Klangstärke für 199 EUR

Denon Envaya Seitenansicht

Besser spät als nie – so könnte Denons Maxime bezüglich des nun erfolgten Einstiegs ins beliebte Marktsegment der hochwertigen Bluetooth-Lautsprecher um 200 EUR lauten. Exakt 199 EUR kostet „Envaya“, und zum klangvollen Namen soll das edle Design perfekt passen. Natürlich ist, um den typischen hochwertigen Denon-Klang auch bei einer solchen Komponente zu garantieren, der BT-Audio-Codec aptX für eine hohe Streaming-Qualität mit an Bord. Die „Low Latency“ Technik ermöglicht zudem eine genaue Ton-Synchronisierung, wenn der BT-Lautsprecher für die akustische Untermalung bei Videos oder Games verwendet wird.

Denon Envaya Rueckseite Seitlich1

Rückseite – die obere Abdeckung kann als Ständer verwendet werden

Denon Envaya Bestueckung1

Bestückung

Denon Envaya Bestueckung2

Passivradiator

Denon Envaya Anschluesse Seitlich

Anschlüsse: Fürs externe Netzteil, AUX für ältere Devices mit 3,5 mm Klinkenstecker, USB-Anschluss zum Aufladen von Smartphones und anderen mobilen Devices

Denon Envaya Bedienelemente Oberseite2

Bedienelemente, tadellos integriert

Denon Envaya Cover1

Vier (die orangefarbene Version ist installiert) Gitterfarben zur Auswahl

Dank der integrierten NFC-Funktion ist die Kopplung bei ebenfalls mit NFC ausgestatteten Devices besonders einfach, aber auch bei Smartphones ohne NFC geht das Koppeln völlig reibungslos vonstatten, wie unsere Testreihen zeigen. Envaya verfügt über einen Kopplungsspeicher für bis zu 8 Devices. Gleich 3 Geräte können gleichzeitig gekoppelt werden, sehr gut.

Zwei von Denon entwickelte 57 mm Vollbereichstreiber sowie eine 100 mm Passivmembran für bessere Bass-Kraft stellen die Bestückung dar. Eingebaut ist besonders effizient arbeitender Class D-Verstärker. Leistungsangaben macht Denon keine. Damit die klangliche Leistung über den gesamten Frequenzbereich stimmig ist, geizt Denon nicht mit hochwertiger DSP-Technik: Das DSP simuliert einen virtuellen Subwoofer, der einen natürlichen und erstaunlich tiefen Bass erzeugt, der 1,5 Oktaven tiefer liegt, als es der Treiber eigentlich darstellen kann. Aufgabe des  internen DSP-Processings ist es auch, ein weitläufiges, zugleich auch in die Tiefe gehendes Klangbild zu erzeugen. Die Klangtestreihen später werden beweisen, ob die von Denon angestrebten akustische Merkmale sich praktisch nachvollziehen lassen.

Der ab Ende Mai erhältliche BT-Lautsprecher wird in hochglänzendem Weiß oder mattem Schwarz angeboten. Hinzu kommen vier Farbversionen für die Bespannung: Lunar, Sunset, Fandango und Indigo liegen als Gitter bei. Das Gitter wird allerdings nicht direkt vorn angebaut, sondern unter das bei unserem weißen Testgerät ebenfalls in weiß auftretendem vorderem Gitter befestigt.

Der eingebaute Akku sichert eine Laufzeit von bis zu 10 Stunden, dank des seitlichen USB-Terminals können Smartphones, deren Akku kurz vor der Aufgabe steht, wieder startklar gemacht werden. Der Akku im Envaya benötigt rund 2,5 Stunden, bis er wieder voll aufgeladen ist.

Der Lautsprecher gefällt durch die hochwertige Verarbeitung. Man erkennt, dass Denon auch bei derartigen portablen Devices klar eine gewisse Noblesse fokussiert – die Oberflächenqualität, die Integration der Bedienelemente und die leuchtende Umrandung des Denon Schriftzuges sind weitere Botschafter, dass Denon nicht lediglich ein „Me Too“ Produkt auf den Markt bringen wollte. Wer seinen edlen BT-Lautsprecher schützen möchte, muss allerdings zur optionalen Neopren-Tragetasche BAG200DSB greifen, ab Werk ist keine Transporttasche dabei. Envaya wiegt 1,28 kg und ist 255 mm breit, 141 mm hoch und 47,5 mm tief.

Und wird Envaya klanglich den hohen Anforderungen, die wir an ein Denon-Produkt stellen, gerecht? Wir proben mit Juanes „La Luz“ und sind angetan vom angenehmen Klang. Die Instrumente gliedern sich fließend ein, die Stimme kommt gut heraus. War es das schon? Die eben beschriebenen Eigenschaften kennen wir auch von anderen guten Bluetooth-Lautsprechern, die teils sogar günstiger sind als Denons Neuheit.

Wir testen weiter, auf der Suche nach der typischen Denon-Performance – und werden fündig bei „Skyfall“, dem 007-Titelsong von Adele. Hier hat das Piano zu Beginn eine erstaunlich klare Kontur, als Adele ihre Stimme erhebt, ist die Trennung der vokalen von den instrumentalen Anteilen gelungen. Nun kommt Bass hinzu – und nun endlich kommt unsere Überraschung: Tiefgang und Basskraft sind ausgezeichnet, und auch der nun folgende Dynamiksprung wird prima wiedergegeben. Der Klang bleibt auch bei gehobenem Pegel angenehm, hinzu kommt eine ausgeprägte Räumlichkeit, die in Anbetracht des kleinen Gehäuses verblüffend ist. Wir fahren gleich mit dem Garbage-Song aus dem gleichnamigen Bond-Streifen „The World Is Not Enough“ fort, und es überrascht uns, was an Lautstärke aus dem portablen BT-Speaker zu holen ist. Verzerrungen? Kaum vorhanden. Positiv ist zu vermerken, dass die Streicher gut herauskommen. Dynamiksprünge bereiten Envaya auch diesmal keine Probleme, sie werden ordentlich herausgearbeitet.

Und können Klassik-Liebhaber auf Envaya bauen? Hier kommt die klare Antwort: Ja. Der Klassikfreund, der einen Ausflug ins Grüne plant, kann den schicken Bluetooth-Lautsprecher ohne Bedenken mitnehmen und seine Lieblingsmusik beim standesgemäßen Picknick abspielen. Bei Wolfgang Amadeus‘ Mozarts Klarinettenkonzert, Köchelverzeichnis 622, beim ersten Allegro, spielt Envaya harmonisch auf, und selbst die Soli kommen gut und recht  glaubwürdig heraus. Sicher, eine enorme Detaillierung darf man nicht erwarten. Schließlich handelt es sich um einen kompakten Bluetooth-Lautsprecher. Aber das, was auch feindynamisch geboten wird, ist tadellos. Wieder verblüffend ist das Raumgefühl, das der Denon-Speaker schafft. Hier würde man mit geschlossenen Augen auf einen deutlich größeren Lautsprecher tippen, der gerade seinen Dienst verrichtet.

Was leistet die Konkurrenz? Zu nennen wäre hier der preiswerte, adrett verarbeitete und klanglich richtig gute Grundig GSB-500, der auf Marktpreise um die 100 EUR kommt. NFC ist beim Grundig nicht mit an Bord, dafür wirkt er enorm hochwertig fürs Geld – er steckt hier nicht hinterm Denon BT-Speaker zurück. Gerade haptisch gefällt die leicht gummierte Oberfläche sehr gut. Akustisch spielt er groß auf, der Denon kontert mit noch etwas knackerigerem Bass und noch räumlicherer Gesamtdarstellung. Auch, dass drei Geräte per Bluetooth parallel eingesetzt werden können, ist ein Vorteil von Envaya.

Superkompakt, optisch modisch, sauber verarbeitet – das alles zeichnet JBLs Bluetooth-Alternative Charge aus. Die dosenartige Form sorgt im Zusammenspiel mit den teils peppigen Farben für hohen In-Faktor, der klare Klang bereitet Freude. Denons teurere Alternative ist pegelfester, bassstärker und spielt räumlicher auf, ist aber größer.

Wer lieber aktuelle elektronische Musik als Material fokussiert, kann sich Envaya ebenfalls anvertrauen. Der Sommerhit „Sunny“ von traum:a macht sogar regelrecht Spaß, was wiederum am beachtlichen Volumen liegt, das Denons neuestes Mitglied im Produkt-Portfolio freisetzt. Auch Bass ist tatsächlich vorhanden, natürlich nicht drückend-massiv, aber doch in einer Dosierung, die wahrnehmbar ist und die Freude an der Akustik steigert. Dass der Klang nicht monoton oder blechern wird, selbst bei gehobenem Pegel nicht, ist ebenfalls lobend zu erwähnen. Bei Body Bangers Edit von DJ Scottys Trance-/Dance-Version des Fluch-der-Karibik-Klassikers „The Black Pearl“ legt sich Envaya einmal mehr ins Zeug und kokettiert mit einer Wiedergabe, die man in weiten Zügen sogar als souverän bezeichnen kann. Gerade die Dynamik in Verbindung mit dem angenehmen Klang sorgt für eine gelungene Mischung. Wechsel bei Dynamik und Rhythmus werden impulstreu übertragen.

Fazit

Denon Envaya Front Seitlich1

Denons Bluetooth-Alternative kommt spät, erweist sich aber als sehr schlagkräftig. Mit schicker Optik, hochwertiger Verarbeitung und kräftigem, lebendigem Klang zeigt sie typisches Denon-Erbgut. Anstatt ein liebloses Me Too-Produkt auszuliefern, hat Denon versucht, in Envaya all dies auf einen hochwertigen Bluetooth-Lautsprecher zu übertragen, wofür Denon klanglich steht. Dass die Bluetooth-Verbindung sehr stabil ist und bis zu 3 Devices parallel an Envaya betrieben werden können, sind weitere Vorzüge. Für Individualismus sorgen vier mitgelieferte Gitter, so kann die Optik nach Wahl angepasst werden.

Envaya trifft ins Schwarze – schick, elegant, klangstark und praktisch
ueberragend
Bluetooth-Lautsprecher Obere Mittelklasse
Test 06. Mai 2014

+ Erstaunliche Räumlichkeit
+ Tadelloser Bassbereich
+ Lebhaft und impulstreu aufspielend
+ Bis zu 3 Devices können parallel gekoppelt sein
+ Schicke Optik
+ Akkurates Finish

– Keine Transporttasche im Lieferumfang

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 06. Mai 2014




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