XXL-TEST: Samsung harman/kardon 7.1.4-Kanal-Soundbar HW-Q90R

Für knapp 1.100 EUR Marktpreis ist das Soundbar-Topmodell HW-Q90R im Angebot. Diese Samsung-Soundbar mit drahtlosem aktivem Subwoofer greift im Sinne eines besonders imposanten Klangbildes auf harman/kardon-Technologie und die große Expertise des US-Herstellers, der seit geraumer Zeit zu Samsung gehört, zurück. Im Set enthalten sind auch zwei Wireless-Rear-Lautsprecher, die keine Kabel, sondern nur jeweils eine Steckdose benötigen. Die Soundbar decodiert DTS:X und Dolby Atmos, zudem sind echte Top Firing-Lautsprecher verbaut, die Klanganteile präzise berechnet nach oben aussenden, um realistisches 3D-Audio zu offerieren. Mit 510 Watt Gesamtausgangsleistung (nach RMS) ist genug Kraft vorhanden, Bluetooth, WLAN-Modul, HDMI-Beschaltung und eine schicke Fernbedienung sind weitere Merkmale.

Verarbeitung

Soundbar

harman/kardon-Technologie inside

Display

Bedienelemente, diese könnten edler wirken

Das gesamte Paket hinterlässt hinsichtlich der Verarbeitung einen sehr guten Eindruck. Kein Vergleich mit mit früheren Samsung Soundbar-Systemen, die aus gewisser Distanz durchaus hübsch aussahen, im Detail aber einfach verarbeitete waren.

Wir freuen uns über präzise eingepasste Metallgitter, oben und auf der Frontseite montiert, hinter denen sich die Treiber befinden. Auch ein Display mit ordentlicher Auflösung ist an Bord. Die ganzen Komponenten, demnach Soundbar, Subwoofer sowie die beiden kabellosen Rear-Lautsprecher (die ebenfalls über Top Firing Arrays, die nach oben abstrahlen, verfügen) überzeugen durch die gute Haptik.

Wireless Rears

Top Firing Modul

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Rückseite

Auch die Teile, die aus Kunststoff bestehen, machen einen gleichermaßen robusten wie hochwertigen Eindruck.. Lobenswert aus unserer Perspektive: Keine staub- und kratzeranfällige Hochglanz-Optik, von Heimkino-Fans auch wegen der entstehenden Reflexionen nicht geschätzt, sondern eine pflegeleichte Oberfläche - sehr praxisgerecht. Oben links auf der Soundbar ist der harman/kardon-Schriftzug neben dem Samsung-Logo zu finden.

 

Subwoofer mit seitlichem Basschassis

Basstreiber

Bassreflexöffnung

Rückseite

Netzsteckeranschluss beim Subwoofer

Die 8,5 kg wiegende Soundbar ist 1.226 mm breit, 83 mm hoch und 136 mm tief. Bedingt durch diese recht eindrucksvollen Abmessungen, macht sich die HW-Q90R auch gut in Verbindung mit großen TVs. Die beiden Rears messen 120 mm in der Breite, 210 mm in der Höhe und 141 mm in der Tiefe, das Gewicht liegt bei 2 kg pro Box. Der aktive Subwoofer ist 205 mm breit, 402 mm hoch und 403 mm tief. Er wiegt 9,8 kg.

Anschlüsse

Als drahtlos Varianten sind WLAN (Dualband, 2,4/5GHz) und Bluetooth vorhanden, hinzu kommen weitere Anschlussformen. 

Anschlüsse

Unterseite der Soundbar

Zwei HDMI-Eingänge und ein HDMI-Ausgang mit Audio Return Channel (ARC) sowie ein digitaler optischer Eingang sind vorhanden.  Die HW-Q90R unterstützt über HDMI auch die dynamische HDR-Norm HDR10+. Weiterhin keinen Support, als mittlerweile fast einziger Hersteller, bietet Samsung hingegen für die ebenfalls dynamische HDR-Norm Dolby Vision. Die HW-Q90R kann überdies auch 3D-Videosignale, die an ältere TVs mit 3D-Videowiedergabe weitergeleitet werden, durchschleifen. 

Smart Things App

In diesem Abschnitt haben wir zunächst zahlreiche Screenshots der Smart Things App, die die Verwendungsmöglichkeiten dokumentieren.

Startbildschirm

Neues Device gefunden

Erste Schritte

Wahl des Standortes

Raum auswählen

LEISER-Taste an der Soundbar drücken

WLAN Passwort wird eingegeben

Erfolgreich verbunden

Übersicht

Tune In ist verfügbar

Stationen, die "im Trend" liegen

Quellübersicht

Pegelregelung des Subwoofers

Soundbar selbst: Bass- und Höhenregelung

Grafischer EQ

Weitere Modi: Pop, Jazz, Classic

EQ-Feld "Classic"

Einstellbarer Sleep Timer

Firmware-Update erfolgt ebenfalls über die Smart Things App

Aktualisierung der Firmware (dauert 5 bis 10 Minuten, je nach Internetverbindung)

Erfolgreich beendet

Die HW-Q90R ist mit der Samsung Smart Things App einzurichten und zu steuern. Mittels dieser App können alle netzwerkfähigen und entsprechend kompatiblen Samsung Geräte, nicht nur "braune", sondern auch "weiße" Ware, gesteuert werden. Weil die App so flexibel und umfangreich ist, muss man auch zu Beginn eingeben, welcher Art das Gerät ist, das ins Smart Things-Universum hinzugefügt werden soll, z.B. TV oder Audiosystem. Die Einrichtung gestaltet sich dann problemlos, und die Soundbar kann, was z.B. Lautstärke, Klangfunktionen oder die Eingangswahl betrifft, über die Smart Things App bedient werden. Auch die Streaming-Funktionen sind auf diese Weise abruf- und steuerbar. Zudem ist die HW-Q90R kompatibel zu Amazon Alexa. Hat man einen Alexa-Lautsprecher mit eingebauten Mikrofonen zur Verfügung, kann mittels des passenden Skills die Soundbar mit Sprachbefehlen bedient werden. 

Bedienung mit der Fernbedienung

Elegante, gut verarbeitete Fernbedienung

Die Bedienung mit der schmucken, gut in der Hand liegenden Fernbedienung geht leicht von der Hand.  Die Soundbar regiert zügig auf Befehle, die mit der Remote gegeben werden. Oben links ist der Standby-Schalter, darunter zwei Tasten für Eingangswahl und Bluetooth-Pairing. Es folgt das Navigationskreuz, in dessen Zentrum sich die Play-/Pause-Taste befindet. Unter dem Navi-Kreuz sind Mute-Taste, die Sound Mode-Taste und die Taste zum Aufrufen der Einstellungen. Unter dieser Dreierreihe sind noch Wipptasten für die Lautstärkeregelung der Gesamtlautstärke des Systems und für den Subwoofer. 

Akustischer Aufbau und akustische Features

Die Samsung Soundbar selbst hat einen Front Links, einen Center- und einen Front Rechts-Kanal sowie zwei Kanäle fürs Top-Firing. Zudem strahlen weitere Chassis nach der Seite ab.  Samsung legt größten Wert auf einen breiten Sweet Spot - mit verantwortlich dafür ist zum Beispiel der sogenannte "Breitband-Hochtöner". Hinter diesem eher widersprüchlichen Wort verbirgt sich ein Hochtonchassis, das in der Lage ist, bis hinunter in den Mitteltonbereich zu spielen. Insgesamt sind 17 Lautsprecher verbaut, die den 7.1.4-Sound realisieren sollen. Als Feature hinzu kommt Adaptive Sound, das wir schon kennen. In aller Kürze soll Adaptive Sound immer das optimale Klangerlebnis beim jeweiligen Quellmaterial bieten. Für Gamer findet sich der "Game Mode Pro", der laut Samsung ein "packendes Game-Erlebnis" ermöglichen soll. Die HW-Q90R ist ebenfalls mit "UHQ" Audio-Upscaling ausgestattet. Dieses Ausstattungsmerkmal generiert aus jedem Material ein Signal mit 32 Bit Tiefe für enorme Präzision. Zusätzlich zum bereits erwähnten "Adaptive Sound" finden sich noch drei DSP-Modi: Surround, der schon genannte "Game Pro" Modus, und Standard. An Audio-Wiedergabeformaten werden MP3, WMA, AAC, OGG, FLA, WAV, ALAC und AIFF wiedergegeben. 

Klang

Wir starten mit "Lichtmond - The Journey 1 + 2" (Dolby Atmos). Das gesamte System wird von uns im Modus "Standard" eingesetzt. Hier richtet sich die Ausgabe nach der Quelle, das heißt, Stereo wird in Stereo wiedergegeben, und in unserem Falle Atmos über alle Kanäle. In den Modi Surround und Adaptive Sound wird stets das gesamte Lautsprecher-Equipment mit in die Wiedergabe einbezogen. Der Klang ist relativ differenziert und kraftvoll, uns aber in den Höhen teils etwas zu blechern. Der kompakte aktive Subwoofer generiert ein überraschend gutes Volumen, selbst den Tiefgang kann man in Anbetracht des kompakten Gehäuses kaum bemängeln. Die Räumlichkeit ist hervorragend, auch im Rear-Bereich. Problemlos kann man in höhere Pegelregionen vordringen, und Hörräume um die 25 Quadratmeter sind ohne Schwierigkeiten souverän zu beschallen. Dynamische Differenzen werden impulstreu erkannt und glaubwürdig präsentiert.

Über alle Kanäle im "Adaptive Modus" geben wir "The Sun Always Shine On TV (DTS-HD Master Audio) von a-ha wieder. Direkt zu Beginn hört man noch recht leise den Synthesizer, aber dafür umso lauter die Beifallsbekundungen der Fans. Den Aufbau der gesamten Klangkulisse arbeitet das Samsung-System ausgezeichnet ab. Auch auf den beiden Rear-Lautsprechern tut sich einiges, ohne das Maß übervoll zu machen. Die Stimme von Morten Harket ist minimal zu hoch, ansonsten aber klar umrissen. Das Samsung-Set fokussiert die Stimme gelungen, ohne den parallel stattfindenden instrumentalen Aufbau zu vernachlässigen. Als dann der Song durchstartet, erfreut uns die HW-Q90R inklusive dem Subwoofer und den drahtlosen Surround-Lautsprecher mit einem dichten, zugleich wietläufigen Klangerlebnis. Wäre noch die minimal metallische Note im Hochtonbereich nicht vorhanden, gäbe es nichts zu kritisieren. 

Nun folgt "ID4" (Ultra HD Blu-ray) mit DTS:X-Ton. Wir hören ab Filmbeginn. Beim Logo von 20th Century Fox fehlt es im Bassbereich etwas an Durchsetzungskraft, das ändert sich aber direkt anschließend. Als der Schriftzug Independence Day auftaucht und danach zersplittert, legt sich der aktive Subwoofer mächtig ins Zeug. Und auch die Surroundlautsprecher tun viel für ein räumlich dichtes Klangbild. Als das Alien-Raumschiff den Mond passiert, fehlt es verständlicherweise unten herum an Tiefgang. Diese enorm tiefen Frequenzen kann der relativ kleine aktive Subwoofer schlichtweg nicht wiedergeben. Trotzdem, vom Aufbau der gesamten Klangkulisse her überzeugt uns das 7.1.4 System durchaus. Wenden wir uns Kapitel 4 zu, als der Satellit gegen das Raumschiff donnert. Hier sind wieder Substanz und Kraft gefragt, beides stellt das Samsung-System gekonnt bereit. Szenenwechsel, Schachpartie zwischen David und seinem Vater. Leise Musik, die Stimmen der beiden: Auch solche Szenen gibt das HW-Q90R System prima wieder. Stimmen sind ordentlich eingearbeitet und zudem problemlos verständlich. Allerdings wird unserer Meinung nach bei leiseren Sequenzen die Räumlichkeit zu deutlich eingedampft. Subtile Effekte finden zwar bezüglich der Front-Klangkulisse statt, aber die Surround-Kanäle werden zu wenig einbezogen. Mit dem "Adaptive Sound" Modus verbreitere ich zwar die Front-Klangkulisse, aber was hinten angeht, tut sich nicht entschieden mehr. Ganz anders im 7. Kapitel, während des Flugs des Agrarflugzeugs: Hier donnert der alte Doppeldecker mit Wucht über das Auditorium hinweg, und der Music Score ist gleichmäßig über alle Kanäle eingearbeitet.

Weiter geht es mit "Mission Impossibe - The Phantom Protocol". Die Tonspur liegt in Dolby True HD 7.1 vor, wir hören ab Filmbeginn zu und setzen den "Adaptive Sound" Modus ein, der das Signal auf alle verbauten Lautsprecher verteilt und somit auch auch die Arrays für 3D-Audio aktivieren. Es geht direkt in der ersten Sequenz richtig rund. Und Dynamik ist auch durchaus vorhanden, aber das Problem des etwas zu aggressiven Hochtonbereiches ist bei den Schusswechseln wieder präsent. Das Samsung System baut bei dieser Quelle hier in den auf den turbulenten Anfangsszenen ruhigeren Sequenzen mehr Atmosphäre im Rear-Bereich auf als eben bei "ID4". Dynamische Unterschiede werden gut erkannt, und in Ansätzen ist auch die akustische Überkopf-Ebene heraushörbar. Verglichen mit frühern Generationen, ist hier mehr Leben in der dritten Audio-Ebene, was man auch in der Sequenz im russischen Gefängnis hört. Nach eher ruhigen ersten Minuten geht es dann richtig zur Sache. Auch das Laufen im Abwasserkanal Sekunden vor dem Tumult kommt realistisch heraus. Nur das akustische Alarmsignal klingt nicht dominant genug. Als dann die Musik ertönt und sich dazu die Gefängnistüren öffnen, stellt das Samsung-System wieder eine gute Dynamik und eine beachtliche Raumwirkung bereit. Auch Effekte, die über alle Lautsprecher laufen, kommen authentisch heraus. 

Über die Smart Things App sind noch weitere DSP-Modi abrufbar. Ist der "Classic" Modus zu empfehlen? Wir überprüfen dies anhand der SACD "Antionio Vivaldi - Vier Jahreszeiten" und lauschen dem "Frühling". Im "Classic" DSP-Modus werden die Mitten angezogen, und bei 150 Hz im Bassbereich wird ebenfalls etwas draufgelegt - Geschmackssache. Im "None" Modus, also ohne DSP-Programm, ist der EQ auf neutraler Mittelstellung, die wir für Musik als besser empfinden. Demnach sind diese EQ-Programme eine nette Spielerei, wer aber wirklich effektiv verändern möchte, greift, was ebenfalls möglich ist, lieber selber in die Regler des grafischen EQs ein. 

Konkurrenzvergleich

Deutlich im Preis ist nicht nur die HW-Q90R, die ursprünglich 1.399 EUR kostete, gefallen. Viel drastischer noch fällt der Sturz bei der HW-Q70R aus, die man bei Fachmärkten ab knapp 500 EUR finden kann. Für ein Soundbar-/Subwoofer-System mit 350 W Gesamtleistung und ähnlicher Vollausstattung (3.2.1 System ohne Wireless-Rears und ohne seitlich abstrahlende Lautsprecher-Chassis, aber mit Dolby Atmos/DTS:X Decoding, Steuerung über Smart Things App, HDR10+ Support über HDMI etc.) ein Top-Preis. Wer auf die Wireless Rears verzichten kann und einen etwas kleineren Raum beschallen möchte, findet hier ein Spitzen-Angebot. 

Die Kombination aus der Canton Smart Soundbar 9 und dem Smart Sub 8 liegt bei 1.300 EUR. Alternativ gibt es das Paket auch mit der Dolby Atmos-fähigen Smart Soundbar 10, dann werden 200 EUR mehr fällig. Klingt nach viel "Moos", aber qualitativ macht den Canton Komponenten kaum ein Kontrahent etwas vor. Schon die Glasoberfläche und die Oberflächengüte des gesamten Gehäuses zeigen, wer hier Maßstäbe setzt, und auch klanglich ist bereits die Kombi aus Smart Soundbar 9 und dem Smart Sub 8 beinahe über jeden Zweifel erhaben: Ausgewogen, homogen, sauber und dynamisch, können hier selbst Leute, die Soundbars klanglich nie ernst genommen haben, schwach werden. 

Teufels Cinebar Pro tritt massig auf, klingt aber bei Bedarf erstaunlich filigran. Für aktuell 1.300 EUR im Paket mit einem äußerst kräftigen Subwoofer ist sie zu haben, optional kann man noch Wireless Rears dazu erwerben. Mit enormer Pegelfestigkeit und Dynamik tritt die Cinebar Pro an, das Teufe-eigene Dynamore Ultra weitet effektiv die Klangbühne. Sechs einzelne Endstufen-Züge sind in der Soundbar verbaut, der hohe konstruktive Aufwand rechtfertigt auch den recht hohen Preis. 

Fazit

Mit exzellentem Preis-/Leistungsverhältnis, einem aufwändigen 7.1.4 Aufbau, satter Ausgangsleistung und verschiedenen Soundmodi trumpft das HW-Q90R-System im Test auf. Meist gibt es eine tolle Dynamik und Räumlichkeit satt, mit einer gut integrierten klanglichen Überkopf-Ebene auch bei nicht nativen DTS:X oder Dolby Atmos Tonspuren. Die saubere Verarbeitung und die komplette Einbindungs- und Steuerungs-Möglichkeit über die Samsung Smart Things App sind weitere Pluspunkte. Der minimal metallische Einschlag im Hochtonbereich, lediglich zwei HDMI-Eingänge und die nicht besonders hochwertigen Bedienelemente direkt an der Soundbar stellen unsere Kritikpunkte dar. 

Üppig ausgestattetes 7.1.4 Soundbar-/Subwoofer-System mit Wireless Rears und dynamischer sowie räumlicher Akustik

Soundbar-/Subwoofer-Systeme Oberklasse
Test 19. August 2019

Test: Carsten Rampacher
Redaktion: Philipp Kind
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 19. August 2019

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