XXL-TEST: NAD C700 V2 - leistungsstarker, kompakter Stereo-Streamingverstärker auf Top-Niveau ?
Klangwertung

Dali EPIKORE 8 (Bild: Philipp Kind)
Nun möchten wir auf die klanglichen Eigenschaften des NAD C700 V2 genauer eingehen. Nach einigen Hörversuchen haben wir uns wiedermal für die Dali RUBIKORE 8 als passendes Ausgabeorgan entschieden.
Wir starten unsere Klangwertung dynamisch mit der DJ Klaas-Coverversion von "Silence". Los geht der Titel mit einer elektronisch verzerrten Damenstimme, die der C700 V2 mit sauberen Konturen sowie mit einer sehr guten Räumlichkeit umsetzen kann. Als nach wenigen Momenten die harten und schnellen Basspassagen beginnen, liefert unser Testkandidat einen kraftvollen Bassbereich, der zudem noch punktgenau getroffen wird. Mit allzeit nachvollziehbaren Konturen werden die verwendeten Synthesizer umgesetzt. Tonal punktet der C700 V2 absolut. denn er wird selbst bei höheren Lautstärkepegeln nie schrill oder zu fordernd.
Weiter geht es mit CYRIL Remix vom Disturbed-Klassiker "The Sound of Silence". Die elektronisch erzeugten Effekte zu Beginn des Titels, werden vom C700 V2 hervorragend umgesetzt. Die mittels Filtern veränderte Stimme von Disturbed-Frontmann David Drainman wird exakt abgebildet und glaubwürdig inklusive eines weiten Dynamikspektrums präsentiert. Beim grobdynamischen Bereich kann der NAD C700 V2 uns überraschen und dadurch von sich überzeugen. Die Tieftöner unserer Dali EPIKORE 8 werden tatkräftig angetrieben und es entsteht ein fülliges und dennoch wirklich präzises Bassfundament. Selbst als der Titel an Fahrt aufnimmt, gelingt eine erstklassige Differenzierung der verschiedenen Elemente.
Mit deutlich mehr Grobdynamik, also tatsächlich explosiver wird es nun beim nächsten Track. Wir uns für "Glitch" von der australischen Metalcore-Band Parkway Drive entschieden. Die zu Beginn des Titel erklingende E-Gitarre, die bewusst verzerrt aus dem Hintergrund agiert und sich dann mehr und mehr in den Vordergrund schiebt, meistert der NAD mit Bravour, ebenso die vokalen Fragmente dazu. Als dann innerhalb weniger Momente die Wiedergabe förmlich explodiert, und zwar mit harten Drums und Gitarrenriffs, bleibt der C700 V2 absolut gelassen, was bei uns für etwas Verwunderung sorgt. So liefert der C700 V2 einen absoluten satten Punch in die Magengrube, ohne dabei aber unpassend zu übertreiben. Auch die Differenzierung der vokalen Elemente sowie der E-Gitarren und harten Dumms, gelingt erstklassig für die Preisklasse und die Gerätekategorie des C700 V2. Überzeugen kann uns auch die Darbietung von Winston McCalls spezieller Stimmfarbe, die exakt auf den Punkt getroffen wird und daher enormen Wiedererkennungswert besitzt.
Weiter geht es in unserer Klangwertung mit den Bluesrockern rund um Andreas Diehlmann und Band. Wir starten die Wiedergabe von "Long Way To Go" und dieser beginnt mit einer Akustikgitarre, die klar und mit hervorragender Struktur präsentiert wird. Als der Titel um weitere akustische Facetten ergänzt wird, bleibt die Gesamtwiedergabe facettenreich und absolut klar. Mit der doch sehr speziellen und rauchigen Stimmfarbe von Andreas kommt unser Testkandidat ebenfalls hervorragend zurecht. So bleiben die verschiedenen Nuancen der Vocals voll erhalten und werden ausdrucksstark präsentiert. Der Bassbereich besitzt ein hervorragendes Volumen und wird nahtlos sowie präzise mit in der Wiedergabe eingebunden.
Als nächstes haben wir uns für "Try Again" entschieden, von der bereits verstorbenen Künstlerin Aaliyah. Der zeitlose R'n'B Titel bietet einen satten Bassbereich und feinste Strukturen in Form von Aaliyahs Gesang. Auch bei diesem Track kann der NAD C700 V2 auf ganzer Linie überzeugen. Der sehr fordernde Gesang von Aaliyah wird räumlich, gefühlvoll und präzise vom Streamingvollverstärker umgesetzt. Der Bassfundament wird exakt aufgebaut und liefert eine grandiose Dynamik. Das Zusammenspiel aus der sehr hoch angesiedelten Stimmfarbe, den elektronischen Effekten und des schnellen, kräftigen Basses gelingt auch bei diesem Titel wieder auf hohem Level.
Abschließen möchten wir unsere Klangwertung gefühlvoll und ausdrucksstark. Hierfür haben wir uns für "Run" von Leona Lewis, Steve Robson, Paul Beard, Jon Garrison, Karl Brazil und Luke Potashnick entschieden. Los geht der Titel mit einem klassischen Klavier, das mit gut getroffener Temperatur und mit hervorragender Struktur präsentiert wird. Förmlich Gänsehaut bekommen wir, als Leona Lewis mit ihrem feinfühligen, fast zerbrechlichen Gesang loslegt. Der Gesangspart von Leona wird mit viel Fingerspitzengefühl und Aussagekraft umgesetzt, welcher sich grandios von den eingesetzten dänischen Schallwandler lösen kann. Das Zusammenspiel aus den unterschiedlichen Instrumenten und dem facettenreichen Gesang fügt sich ein weiteres Mal zu einer beeindruckenden Gesamtleistung zusammen. Als der Titel etwas an Geschwindigkeit zunimmt, bleibt eine hervorragende Differenzierung der musikalischen Elemente voll erhalten.
Konkurrenzvergleich

- Marantz Model M1: Wir starten unseren Konkurrenzvergleich mit den Marantz Model M1. Der ultrakompakte Streaming-Stereo Verstärker ist ausschließlich in einer schwarz/matten Farbvariante für eine unverbindliche Preisempfehlung von 1.000 EUR im Handel erhältlich. An Leistung stellt der Marantz M1 recht kräftige 100 Watt pro Kanal bereit, geliefert von einem "digitalen Hi-Res-Verstärker". Der Model M1 verfügt über ein HEOS Built-in Streaming-/Multiroom-Modul. Es ermöglicht die Nutzung von Spotify, Amazon Music, Deezer, Soundcloud, Tidal sowie MOOD:MIX. Ebenfalls lassen sich Dateien aus dem Netzwerk streamen, und durch TuneIn werden Tausende von Internet-Radiosendern zugänglich. Zudem ist es möglich, den Marantz Model M1 in ein vorhandenes HEOS-Multiroom Setup zu integrieren. Mit an Bord sind ein Dolby Digital Decoder, ein HDMI eARC-Terminal für die komfortable Einbindung eines TVs sowie ein Subwoofer Pre-Out, sodass man sich ein klangstarkes 2.1 Layout erstellen kann. Klanglich weiß der M1 absolut zu überzeugen. Er bietet erstaunliche Kraftreserven, agiert zudem dynamisch und mit räumlich dichter akustischer Darbietung.

- Cambridge Audio EVO 75: Der Cambridge Audio All-In-One-Streaming-Verstärker EVO 75 ist mittlerweile zu Marktpreisen von ca. 1.499 EUR im Handel erhältlich und bietet 75 Watt Leistung pro Kanal (an 8 Ohm), ESS Sabre ES9016k2m Ultra-D/A-Konverter, ein StreamMagic-Modul, Bluetooth mit aptX HD sowie digitale und analoge Eingänge für größtmögliche Flexibilität. Chromecast, AirPlay 2, Roon ready, Spotify Connect, Tidal Connect, MQA-Support befinden sich ebenfalls an Board. Als Endstufen kommen Class D-Bauteile zum Einsatz, und zwar Hypex NCore - die als sehr belastbar und akustisch stark bekannt sind. Der Evo 75 punktet mit erstklassiger Verarbeitungsqualität. Das große Display (keine Touch-Funktion) unterstützt den optisch gediegenen, schlichten Eindruck. Der Lautstärkedrehregler liegt sehr gut in der Hand und wirkt edel. Die austauschbaren Seitenwangen sind ebenfalls aus qualitativer Perspektive, ausgezeichnet. Auf der Rückseite des Device befindet sich ein 2.1-Kanal-Pre-Out zum Anschluss externer Endstufen (Stereo) und eines aktiven Subwoofers. Eine Ethernet-Buchse und ein USB-A-Slot kommen hinzu sowie ein optischer und ein koaxialer Digitaleingang, eine spezielle Miniklinken-Digitalverbindung zum Evo CD und der HDMI-ARC-Anschluss (ARC: 16/24 Bit 32-192kHz PCMM, kein Bitstream von Dolby Digital, DTS oder MPEG Tonspuren, hier muss man den Ausgang im TV/BD-Player entsprechend einstellen) ergänzen hier das Angebot. Zum optischen und zum koaxialen Digitaleingang noch einige Daten, was entgegen genommen wird. TOSLINK optisch: 16/24 Bit 32 – 96 kHz, nur PCM, S/PDIF koaxial: 16/24 Bit 32 – 192 kHz, nur PCM. In unserer Klangwertung überzeugte der EVO 75 mit glasklaren und fein abgestuften Klang, mit ausreichend Dynamikreserven. In Hörräumen bis knapp 30 Quadratmeter fühlt sich der Evo 75 zuhause und treibt souverän auch große Standboxen an.

- Nubert nuConnect ampXL: Abschließen möchten wir unseren Konkurrenzvergleich mit der Nubert nuConnect ampXL. Dieser ist, ausschließlich in einer schwarzen Farbvariante, für 1.485 EUR direkt beim Direktvermarkter erhältlich. Im Inneren der nuConnect ampXL kommen Schaltverstärker zu Einsatz, die eine Nubert-Eigenentwicklung sind, mit eigenen Ausgangsfiltern und einer schwachen Gegenkopplung, das merzt Grundrauschen aus. Die Technik nennt sich „Post Filter Feedback“, kurz PFFB. Der Verstärker ist dadurch extrem phasentreu sowie laststabil – sogar 2-Ohm-vollstabil. An 2 Ohm leistet er mindenstens 2 x 500 Watt (Sinus). An 4 Ohm stehen immer noch gewaltige 2 x 340 Watt bereit, an 8 Ohm sind es 2 x 190 Watt. Hochwertige DACs aus den renommierten Hause ESS ermöglichen eine präzise Wandlung des digitalen Signals in ein analoges Signal. Anschlussseitig ist die Auswahl tadellos - leider vermissen wir nur einen HDMI-Slot, der ein nahtloses Zusammenspiel mit einem Smart TV ermöglichen würde. Ein besonders hochwertiger Phono-Vorverstärker für MM und MC Systeme ist an Bord, der entsprechende Phonoeingang ist auf der Rückseite zu finden. Ebenso ein Cinch-AUX-In, Mono-Cinch-Outs für Link und Sub (zum Anschluss eines aktiven Subwoofers per Kabel), 2 x optische Digitaleingänge, 2 x koaxiale Digitaleingänge, USB-B (zur direkten Verbindung mit Notebook oder PC) sowie USB-A. Zum Paket gehören auch die modernen Streaming-Eigenschaften, mit Google Chromecast, Apple AirPlay 2 sowie Spotify Connect. In unserer Klangwertung überzeugte das Nubert Device mit einem authentischen und zugleich sehr kraftvollen Klang.
Tags: NAD • Streaming-Vollverstärker • Verstärker












