XXL-TEST: KEF LSX ll LT - kabelgebundene und kompakte Streaming-Lautsprecher mit hohem Potential

Klangtestreihen

Wir beginnen unsere Klangwertung mit den Blues-Rockern von der Andreas Diehlmann Band und dem Titel "Long Way To Go". Der Titel startet mit einer Akustikgitarre, die sehr klar und strukturiert herausgearbeitet wird. Nach wenigen Momenten nimmt der Titel dann an Fahrt auf, die Gesamtwiedergabe bleibt präzise und glänzt mit einer sehr guten Struktur. Hervorragend können die KEF-Schallwandler  die Stimmfarbe von Andreas darstellen. So präsentieren uns die LSX II LT die unverkennbare Stimme mit ihrer Rauigkeit exakt so, wie wir sie kennen und schätzen. Die tieffrequenten Elemente des Tracks werden ebenfalls mit der nötigen Portion an Durchschlagskraft präsentiert. So liefert der 115 mm messende Tief-/Mitteltöner einen kräftigen und zudem präzisen Bass ab, selbst in unserem großen Hörraum. Gerade das ist eine enorme Überraschung in Anbetracht der kompakten Abmessungen der Schallwandler. 

Als nächsten haben wir uns für den Track "Daylight" von David Kushner entschieden. Das zu Beginn des Titels erklingende Klavier können die KEF LSX II LT homogen und glaubwürdig abbilden. Auch die im Hintergrund agierenden Effekte bleiben voll erhalten und sind präzise wahrnehmbar. Als David dann mit seiner charismatischen Stimme einsetzt, können die Aktivlautsprecher wieder auf voller Linie überzeugen. Die Stimmfarbe des Künstlers ist speziell-rauh, wechselt auch zu hoch angesiedelten Gesangseinlagen. Beide vokalen Präsentationen meistern die KEF Lautsprecher exzellent und zeigen deutlich auf, was die Uni-Q Treibereinheit im Stand ist, aus sehr kompakten Lautsprechern herauszuholen. Ebenfalls überzeugen kann der Chorgesang, der David begleitet: Facettenreich und räumlich sauber eingearbeitet.

Weiter geht es mit dem Titel "Blood In The Water" von Ayron Jones. Den instrumentalen Start meistern die LSX II LT sehr gut, und auch, als der Gesangspart beginnt, verleihen die aktiven Protagonisten den Titel seine Eigenständigkeit, die dieser verdient: Die Vocals bleiben gefühlvoll und besitzen dennoch eine gewisse Aussagekraft. Auch als sich die Facetten förmlich überschlagen, gelingt eine ausgezeichnete Differenzierung der zahlreichen akustischen Elemente.

Nun wechseln wir das Genre und spielen den LSX II LT "Living In A Haze" von Milky Chance zu. Zu Beginn des Titels dürfen wir feststellen, dass dieser Titel Aktivlautsprechern erneut liegt. Die zu Beginn des Titels erklingenden Gitarren werden facettenreich präsentiert. Auch die leichte und elektronisch verzerrte Stimme wird erstklassig präsentiert. Die 115 mm messenden Tief-/Mitteltöner liefern einen knackigen Bass und einen erstaunlichen Tiefgang. Der Bassbereich kommt auf den Punkt, bringt Nachdruck mit, übertreibt nicht und gliedert sich hervorragend ins tonale Gesamtgefüge ein.

Abschließen möchten wir unsere Klangwertung mit "Land of Confusion" von Disturbed. Der sehr explosive Titel startet mit harten Gitarrenriffs sowie Drums, die die KEF Schallwandler mit Nachdruck, aber auch mit dem nötigen Differenzierungsvermögen umsetzen können. Ebenfalls gefällt uns die Darbietung der Stimme von Frontmann David Draiman ausgezeichnet. Da die Stimme sehr hoch angesiedelt ist, kann sie bei der Wiedergabe schnell aggressiv werden. Bei den LSX II LT ist dies aber nicht der Fall,, trotzdem wirkt das Gebotene aber nicht fade oder zu dumpf. Das Zusammenspiel aus energiegeladener Power und den fordernden Gesang klappt unserer Meinung nach hervorragend.

Anzeige

Konkurrenzvergleich

Heco Aurora 200 P Gruppenbild1

  • HECO Aurora 200 P: Wir beginnen unseren Konkurrenzvergleich mit Aktivlautsprechern aus dem Hause HECO. Die Aurora 200 P sind ausschließlich in der von uns getesteten schwarzen Farbvariante für einen Paarpreis von 749 EUR erhältlich. Um die Aktivlautsprecher vielseitig nutzen zu können, unterstützen diese Bluetooth 5.0 mit aptX-Standard. Darüber hinaus offerieren die Aurora 200 P einen HDMI-Eingang für die Einbindung eines TVs. Somit können Inhalte vom TV mittels HDMI-ARC ohne Aufwand auf den HECO Speakern wiedergegeben werden. Die Lautsprecher bieten leider keinerlei Netzwerkschnittstellen und können somit auch nicht in einem Multiroom-Verbund eingesetzt werden. Unserer Meinung nach sollte man hier zukünftig über die Integration einer gängigen Streaming-/Multiroom-Plattform wie z.B. Google Home und/oder Apple AirPlay 2 nachdenken. Die HECO Schallwandler sind ebenfalls als Master/Slave-Lautsprecher konzipiert, dies bedeutet, dass der Masterlautsprecher mit der Verstärkertechnik ausgestattet ist und den passiven Slavelautsprecher mit einem Signal versorgt. Da im passiven Lautsprecher keinerlei Elektronik verbaut ist, erfolgt die Signalübertragung klassisch über Lautsprecherkabel und nicht drahtlos. Im Inneren des Masterlautsprechers werkelt ein Class D Verstärker, der mit 2 x 35 Watt Dauer- und 2 x 70 Watt Spitzenleistung ausreichende Kraftreserven zur Verfügung stellt. In den Klangtestreihen bescherten uns die Aurora ein sehr breites und räumliches Stereobühnenbild und punktete mit einer sehr guten Differenzierung im Hochtonbereich. Beim Mittel- sowie Tieftonbereich meisterten die HECO Speaker ruhigere Stücke tadellos, bei dynamischeren Titeln mussten wir stellenweise Einstellungen am Hoch- sowie Tieftonbereich vornehmen. 

Advance Paris Zeneo Zx Front Seitlich

  • Advance Paris Zeneo ZX: Weiter geht es mit den Advance Paris Zeneo ZX. Diese sind, in drei unterschiedlichen Farbvarianten für rund 1.490 EUR im Handel erhältlich. Im Kaufpreis ist zudem ein Streaming-Dongle (WTX Microstream, kompatibel mit der Advance Playstream App) enthalten. Wenden wir uns nun den Austattungsmerkalen zu. Es gibt unabhängige Verstärkerzüge, zwei Pro Box, für die Versorgung des Tief-/Mitteltöners (70W/RMS, 150 Watt Impulsleistung, Class AB Analogendstufen) und des Hochtöners (20W/RMS, 40W/Impulsleistung, Class AB Analogendstufen). Die beiden Schallwandler kommunizieren drahtlos miteinander - die Masterbox mit den ganzen Anschlüssen und die Slavebox, die auch eigene Endstufen hat, sonst aber keine Bedienelemente oder Terminals. Das gesamte Audiosignal des Master-Lautsprechers wird zum Slave-Lautsprecher geht durch einen 32-Bit Tri-Core-Prozessor. Als D/A-Wandler kommt ein Wolfson-Bauteil zum Einsatz. Allerdings ist bei 192 kHz/24-Bit Schluss. Die WiFi-Version mit Streaming-Adapter besitzt einen zweiten 192 kHz/24-Bit DAC. Frequenzen zwischen 30 Hz und 22 kHz werden wiedergegeben. Die Masterbox verfügt über zahlreiche Anschlüsse wie z.B. 2 x Stereocinch, Sub Out, optischer/koaxialer Digitaleingang, USB-B (USB-DAC) sowie einen Phono-Eingang. Ein HDMI-Terminal für eine komfortable Einbindung eines TVs fehlt allerdings. In unserer Klangwertung überzeugten die französischen Schallwandler mit einer hervorragenden, kompromisslos guten Akustik. Ein straffer Bass, ein ausgezeichneter Tiefgang, eine authentische Dynamik, eine sehr gute Detaillierung über den gesamten Frequenzbereich und eine tadellose Pegelfestigkeit konnten wir attestieren.

Kef Lsx Ii Gruppenbild2

  • KEF LSX II: Abschließen möchten wir unseren Konkurrenzvergleich mit Samples, ebenfalls aus dem Hause KEF. Die KEF LSX II sind derzeit für 1.399 EUR in den Farben Olivgrün, Cobalt, Carbon Black, Mineral White, Lava Red sowie Soundwave by Terence Conran direkt im Onlineshop des Herstellers oder im Handel erhältlich. Die LSX II sind ebenfalls mit einem Uni-Q-Koaxialchassis ausgestattet. Der im Zentrum des Mitteltöners untergebrachte 19 mm Aluminium-Hochtöner ist für eine präzise und brillante Wiedergabe der hohen Frequenzen zuständig. Der 115 mm messende Tief-/Mitteltöner bringt eine Membran aus einer Magnesium-/Aluminium-Legierung mit - diese ist enorm leicht, zugleich steif und hoch belastbar. KEF setzt bei der LSX II auf getrennte Class D-Verstärkerzüge für Hoch- und Mittel-/Tieftonbereich. Für den Hochtonbereich stehen pro Box 30 Watt bereit, für den Tief- und Mitteltonbereich sind es jeweils 70 Watt. Unsere Testmuster in der Ausführung "Cobalt Blue" sind mit champagnerfarbenem Uni-Q-Treiber und champagnerfarbenen Elementen auf der Rückseite bestückt und machten einen noblen Eindruck. Die Seitenwangen sind zudem mit einem optisch ansprechenden Stoffbezug ausgeführt. Die Anschlussauswahl am primären Lautsprecher ist ebenfalls sehr reichhaltig: Dualband-WLAN (2,4/5GHz), mittlerweile Bluetooth 5.0, Ethernetbuchse, HDMI-ARC, optischer Digitaleingang, USB Typ-C, ein analoger 3,5mm Stereo-Miniklinkenanschluss, sowie ein Subwoofer Pre-Out sind vorhanden. Apple AirPlay 2, Google Chromecast (Bedienung über die Google Home-App), Roon ready (zur Einbindung in Roon-basierte Systeme), UPnP-Kompatibilität sind ebenfalls an Board. Die LSX II unterstützt Spotify Connect, Tidal Connect, Amazon Music, Qobuz, Deezer, QQ Music via Q Play, Internet radio, Podcast-Funktion. Die tatsächliche Verfügbarkeit ist von Land zu Land unterschiedlich. Netzwerk-Streaming funktioniert mit bis zu 384 kHz/32-Bit, der optische Digitaleingang verarbeitet bis zu 96 kHz/24-Bit. USB Typ C eignet sich maximal für Auflösungen bis 96 kHz/24-Bit. Der HDMI-Input nimmt nativ maximal 48 kHz/16-Bit entgegen. Bleibt noch zu klären: Welche maximale Auflösung gibt es bei der kabellosen Verbindung? Wie auch beim Vorgänger sind hier maximal 48 kHz/24-Bit möglich. Kabelbasiert erhöht sich der Wert auf 96 kHz/24-Bit. Die Signalübertreibung der beiden Lautsprecher kann wireless oder kabelgebunden erfolgen. Das alles würde aber nicht zum überwältigenden Erfolg der LSX II ausreichen, wäre da nicht eine akustische Leistungsfähigkeit, die wir in dieser Preisklasse und bei diesen ultrakompakten Abmessungen bislang noch nie erlebt haben. Was diese kleinen Lautsprecher für eine Räumlichkeit und für eine Basskraft erzielen, kann man nur mit dem Wort "sensationell" umschreiben. Aber auch das Auflösungsvermögen und die Dynamik sind grandios, ebenso die Pegelfestigkeit. Natürlich gibt es teurere Systeme, die noch besser sind - aber eben sehr viel teurer und nicht so kompakt. Berücksichtig man enorme Flexibilität, Baugröße und Preisklasse, stellen wir fest, dass die LSX II das beste Angebot ihrer Kategorie ist, das man derzeit kaufen kann. 

Anzeige


Weiter auf: Vorherige Seite Nächste Seite

Seiten: 1 2 3 4

Tags:

Alle aktuellen Tests auf AREA DVD

Themen-Schlagwörter (nach Häufigkeit sortiert)

Lautsprecher Blu-ray Disc-Review Samsung Panasonic IFA TV Kopfhörer Ultra HD Ultra HD Blu-ray-Review Soundbar LG Sony AV-Receiver CES Teufel Fernseher OLED Denon Subwoofer nubert Verstärker Bluetooth-Lautsprecher Special Dolby Atmos Yamaha Smartphone Bluetooth Aktivlautsprecher Stereo Canton Beyerdynamic Dali JBL Marantz aktiver Lautsprecher Philips AVR Wireless-Lautsprecher KEF Info-Special

Privacy Manager
  ZURÜCK