XXL-TEST: JBL L42ms - All-in-One-Lautsprecher mit 200 Watt und flexiblen Streamingoptionen
Klangtestreihen
Wenden wir uns nun den klanglichen Eigenschaften des JBL L42ms zu. Vor kurzem konnten wir Those Damn Crows noch Live und in Farbe bewundern, und nun nehmen wir einen Titel in unsere Klangwertung auf: Wir haben wir uns von "Find a Way" ausgesucht. Der Titel startet mit einer E-Gitarre, und sofort danach gesellt sich Gesang dazu. Beides kann das Device glaubwürdig und stimmig umsetzen. Die Stimmfarbe von Frontmann Shane Greenhall wird überraschend präzise getroffen. Als der Titel dann deutlich an Grobdynamik zunimmt, präsentiert uns der JBL L42ms ein stimmiges und differenziertes Klangbild, mit einem sehr guten Bassbereich, der sauber und kräftig agiert. Der Klang löst sich sehr gut vom Lautsprecher und ist zu jeder Zeit klar zu orten.
Weiter geht es mit dem gefühlvollen Track "Untouchable", von Takida feat. Dea Norberg. Der Song startet mit einem Klavier, dessen Klangfarbe das JBL Device recht akkurat trifft. Die Konturen sind prima ausgeprägt, dass man jede Nuance der Anschlagdynamic heraushört, darf man hier selbstverständlich nicht erwarten. Als Takida-Frontmann Robert Petterson mit seiner unverwechselbaren Stimme in den Titel einsteigt, wird die spezielle Stimmfarbe vom JBL L42ms mit einer überraschenden Portion Charisma präsentiert. Auch als die schwedische Sängerin Dea Norberg mit eingreift, kann der All-In One Lautsprecher für seine Geräteklasse praktisch vollends überzeugen, er trifft die Stimmfarbe tadellos und kann auch mit kleinen feindynamischen Details gut umgehen. Die unterschiedlichen Stimmfarben werden in jeder akustischen Situation sauber und mit einer klaren Kontur umgesetzt. Auch bei höheren Pegel werden die Stimmcharaktere nie aggressiv oder in irgendeiner Weise aufdringlich. Als der Titel dann etwas an Fahrt aufnimmt und beide Protagonisten gleichzeitig in den Track eingreifen, gelingt zudem eine sehr gute Differenzierung. Der Bassbereich wird ebenfalls stimmig umgesetzt - der richtige Punkt wird exakt getroffen, und der Nachdruck ist ebenfalls lobenswert.
Wir wechseln das Genre und möchten nun wissen, wie sich der JBL L42ms bei basslastigen Titeln schlägt. Dafür haben wir uns "Escapism" von Raye & 070 Shake ausgesucht. Der von Sprechgesang und harten Basspassagen nur so strotzende Titel war für viele Testsamples eine Herausforderung. Bereits nach wenigen Momenten geht es auch gleich richtig zur Sache mit satten Bässen und Rayes Rap-Gesang. Aber auch hier gibt sich der JBL Speaker keine Blöße. So präsentiert er uns einen lebendigen, glaubwürdigen Bassbereich, und die Stimmfarbe von Raye wird für ein solches Device hervorragend getroffen und facettenreich präsentiert. Für mittlere Lautstärkepegel würden wir uns eine Bassanhebung (sowas wie eine Loudness-Funktion) wünschen, bei höheren Pegeln kann der L42ms aber überzeugen. Der Tiefgang im Bassbereich wird kraftvoll und mit einer sehr guten Genauigkeit umgesetzt - ohne es zu übertreiben.
Da der JBL L42ms über einen HDMI-Eingang für den TV verfügt, wollen wir unsere Klangwertung mit der Wiedergabe von Filmton weiterführen. Wir verwenden hierfürs ehr gerne "Kingsman - The Golden Circle" und beginnen mit der Anfangssequenz, in der sich Eggsy und Charlie nach einem längeren Zeitraum wiedersehen und sich daraufhin einen harten Fight im Agentenfahrzeug - einem umgebauten London-Taxi - abliefern. Die unterschiedlichen Effekte, wie z.B. das Zerbersten des Glases oder die Geräusche des Elektroschockers, sind klar und differenziert wahrnehmbar. Die Dialoge wirken stimmig und werden sehr gut ins Geschehen eingebunden. Der Kampf wird mit guten, aber wie zu erwarten nicht überbordenden Portion Grobdynamik von den beiden 4 Zoll messenden Tieftönern unterstützt. Unser Meinung nach könnte der Bassbereich allerdings etwas kräftiger ausfallen. Der JBL Speaker liefert, dank der SFX-Funktion, eine sehr gute Räumlichkeit. Die darauffolgende wilde Verfolgungsjagd quer durch London, wird ebenfalls realistisch und mit zahlreichen Facetten präsentiert, auch die Salven aus den automatischen Waffen der Killer, die vom Dach der Jaguar SUVs das Feuer eröffnen.
Abschließen möchten wir unsere Klangwertung mit dem Blockbuster Mission: Impossible, Rogue Nation. Wir skippen zu Kapitel 9, in dem Ilsa Faust zuerst Ethan das Leben rettet - per Defibrillator. Die Dialoge werden klar in unseren Hörraum abgegeben und selbst Nebeneffekte, wie das Plätschern des Wassers, kann das JBL Device glaubwürdig und facettenreich umsetzen. Die darauffolgenden Szenen, als Ilsa per Motorrad vor den Killern und Ethan flieht, werden ebenfalls lebendig umgesetzt und die Darstellung der Motorengeräusche empfinden wir stets als realistisch und nie als zu harsch oder oder zu aggressiv. Die tieffrequenden Signale werden für ein Device dieser Größenklasse ordentlich umgesetzt, allerdings fehlt uns etwas die Genauigkeit sowie die Durchschlagskraft im Bassbereich.
Konkurrenzvergleich

Yamaha MusicCast 200: Yamahas noch recht frisches All-In-One-System kommt auf einen Kaufpreis von 719 EUR und ist, dank MusicCast-Modul, CD-Laufwerk und Radio-Funktion, flexibel einzusetzen. Zudem ist auf dem Device eine Ladefläche fürs Smartdevice installiert. Inn der Praxis ist das Handling einfach, und ds CD-Laufwerk punktet mit einer tadellosen Fehlerkorrektur und kurzen Einlesezeiten. Das MusicCast-Modul ist nicht mehr ganz auf der Höhe der Zeit, MQA wird nicht unterstützt. Die Verarbeitung ist gut, aber die Materialqualität wirkt nicht enormn hochwertig. Hier sollte man in dieser Preisklasse etwas mehr erwarten. Akustisch schlägt sich das Yamaha MusicCast 200 System dann wirklich überzeugend, wenn die "Bass Boost" Funkion aktiviert ist. Selten hatten wir ein Device im Test, bei dem sich ein solches DSP derart massiv positiv bemerkbar gemacht hat. Ohne Bass Boost ist der Klang eher verhalten und bei tieferen Frequenzen fehlt es an Dynamik.

Technics SC-C65: Das Technics SC-C65 System (UVP: 899 EUR) hat uns damals im gesamten Testbetrieb praktisch zu 100 Prozent überzeugen können - nur die Abwesenheit eines HDMI-Ports bringt Punktabzüge mit sich. Die Vorzüge der japanischen Lösung beginnen bereits nach dem Auspacken. Die äußerst edle, gediegene Optik besitzt einen hohen Wiedererkennungswert, ohne aufdringlich zu erscheinen. Die Materialqualität ist vorzüglich, nimmt man die qualitativ mittelprächtige Fernbedienung aus. Zieht man allerdings die Lösungen der Konkurrenz mit ins Kalkül, so wird dort entweder gar keine oder aber eine deutlich schlechtere Remote mit beigelegt. Das Display auf der Gerätefront löst tadellos auf, die Bedienung mit der Technics-eigenen App, Google Home-App oder mittels der Fernbedienung ist einfach sowie komfortabel. Akustisch trumpft die SC-C65 groß auf. Fundiert, kräftig, impulstreu und detailreich, wird hier rundherum hoher Standard offeriert. Dank der Ausstattung mit Streamingmodul, Bluetooth, DAB/FM-Tuner und CD-Laufwerks ist das SC-C65 zudem extrem flexibel einzusetzen.
Fazit

Der JBL LS42ms ist für 999 EUR in den Ausführungen Walnuss Natur oder Walnuss Schwarz im Handel erhältlich.
Um den JBL L42ms vielseitig einsetzen zu können, verfügt das mittelgroße All-In One Device über Google Chromecast und kann komfortabel ins Heimnetzwerk sowie in ein Multiroom-Setup eingebunden werden. Auch über die klassische Bluetooth-Verbindung kann man streamen (Version 4.2). Ebenso werden AirPlay 2, Amazon Music, Qobuz, Internet-Radio sowie Spotify Connect unterstützt. Für eine komfortable Verbindung zu einem Smart-TV verfügt der L42ms auf der Rückseite über eine HDMI-Schnittstelle inklusive ARC Unterstützung. Streamen über vorhandene Musikserver ist, dank der UPnP Konnektivität, ebenfalls möglich. Zudem stehen auf der Rückseite eine USB-Buchse sowie ein Line-In Eingang für weitere Zuspieler zur Verfügung. Durch die Roon Ready und Works with Smart Things, kann das JBL Device nahtlos ins Zuhause integriert werden.
Der All-In One Lautsprecher verfügt über zwei 20 mm messende Aluminiumkalotten Hochtöner mit Waveguides. Für die tieffrequenden Signale und den Mitteltonbereich sind die beiden 4 Zoll Tief/Mitteltöner verantwortlich. Ein 4-Kanal Class D-Verstärker mit einer Leistung von satten 200 Watt versorgt die Lautsprecherchassis tatkräftig. Eine fortschrittliche DSP-Engine passt alle Audiosignale perfekt an, bevor diese weitergeleitet werden.
Als Besonderheit besitzt der JBL Speaker einen Bass-Kontur Regler. Dieser wird benötigt, wenn der Anwender das All-In One Device wandnah aufstellen möchte. Hier können wir einstellen, ob der Bassbereich um 3 dB gesenkt wird oder voll aufspielen soll. Diese Absenkung hat den Sinn, dass bei einer wandnahen Aufstellung störende Wandreflektionen vermieden werden.
In unserer Klangwertung präsentierte sich der JBL L42ms als vielseitig einsetzbarer Schallwandler. Zudem bot dieser, eine facettenreiche und stimmige Gesamtwiedergabe. Bei der Musikwiedergabe präsentierten uns die beiden Tief/Mitteltöner einen hervorragenden Bassbereich, der gerade bei höheren Pegeln uns überzeugen konnte. Für die Wiedergabe von Filmton, verfügt der L42ms über einen Sound-Field Expansion (SFX)-Modus, der für eine hervorragende Räumlichkeit und ein breitere Klangbühne sorgt.
Vielseitig einsetzbares All-In One Device im klassischen JBL Classic Design

All-In One Device bis 1000 EUR
Datum 04. Juni 2024
Test: Sven Wunderlich
Bilder: Sven Wunderlich
Redaktion: Carsten Rampacher
Datum: 04. Juni 2024
Tags: AirPlay2 • All-In-One • All-In-One-System • Amazon Music HD • Chromecast • Internet Radio • JBL • Qobuz • Spotify Connect • Streaming • Streaming-Lautsprecher • WLAN-Lautsprecher












