XXL-TEST: Eversolo DMP-A8 - Enorm flexibler Netzwerk-Player und DAC mit erstklassigen Klangeigenschaften

Klang

Die Leistungsdaten des DMP-A8 sind beeindruckend. Auf dem Papier werden hier ein Signal-Rausch-Verhältnis von 128dB, ein enormer Dynamikbereich von 128dB sowie eine THD+N von -120dB geboten. Zweifellos sehr gute Voraussetzungen, dass sich eine exzellente akustische Performance auch im Praxisbetrieb einstellt. Wir kombinieren den Eversolo DMP-A8 sowohl mit einem Paar hochwertiger Aktivlautsprecher als auch mit einer Kombination aus einem exklusiven Yamaha Analog-Verstärker und anspruchsvollen Passivlautsprechern.

Zunächst darf der Eversolo Netzwerk-Streaming-Player mit den Aktivlautsprechern zusammenspielen, deren Auslegung als sehr neutral, transparent und hochauflösend gelten kann. Das sagt dem DMP-A8 exzellent zu, der selbst mit einer außerordentlich ausgeprägten Klarheit aufspielt. Bei elektronischer Musik, eine Auswahl von Titeln von Skrillex, Birdy Nam Nam, Oliver Koletzki, arbeitet der Streamer jedes einzelne akustische Element, jeden Effekt und Synthi-Sound exzellent und nachvollziehbar heraus. Das gilt auch für hochkomplexe Kulissen. Bei "Hammerhead" von Birdy Nam Nam werden ein tiefes Fundament, harte Kickbässe und zahlreiche Effekte mit unterschiedlichen Stimmen kombiniert. Jedes einzelne Detail, jede Nuance scheint erfasst zu werden. Dabei verschmilzt alles zu einem sehr harmonischen, selbst bei sehr hohem Pegel sehr angenehmen Sound, der dem Zuhörer scheinbar mühelos ein Lächeln aufs Gesicht zaubert. Steht ausreichend Leistung zur Verfügung, wird ein massiver, nachdrücklicher Tiefton präsentiert, der ebenfallls klar strukturiert und sauber erscheint. Gesellen sich zu den sehr tiefen Frequenzen harte Kick hinzu, bleibt der DMP-A8 auch hier absolut sauber und unbeeindruckt. Hart drückt er die Drums in die Magengrube und agiert dabei blitzschnell. Der Eversolo Streamer schafft hier einen wirklich imposanten Spagat. Alles wird sehr klar und brillant im Hochton abgebildet, gleichzeitig aber hört man gerne zu und wird als Zuhörer nicht zu stark gefordert. Häufig wird eine sehr klare Durchzeichnung und Auflösung nach kurzer Dauer etwas anstrengend. Davon ist hier keine Spur. Ganz entspannt hört man hier bei hoher Lautstärke zu, nimmt aber trotzdem jede Emotion und jedes Detail mit.

Wir wechseln zu Agnes Obel und hören uns mit "Riverside" einen bestens bekannten Titel an. Gleich zu Beginn erfährt man hier Pianoklänge, die hervorragend gelingen. Die leichte Wärme ist spürbar, genauso aber der klare Anschlag und die ausgeprägten Feinheiten der Dynamik. Die Stimmwiedergabe ist nicht weniger beeindruckend. Die feine, leicht hauchende Stimme der dänischen Sängerin wird nahezu perfekt erfasst und tadellos in die Gesamtkulisse integriert. Schon beinahe zu genau nimmt es der Player hier und zeigt die noch minimal erkennbaren Pop-Laute der Aufnahme sehr klar - was die Gesamtqualität der Wiedergabe nicht stört. Was die Staffelung der weitläufigen Bühne betrifft, gibt es nichts auszusetzen. Hier profitiert der DMP-A8 von seinen präzisen Wandlern und gestaltet eine absolut authentische Bühne mit klarer Zuordnung aller Klangelemente. Wieder begeistert uns die Harmonie und Ausgewogenheit des Stereo-Abbilds. Alles verschmilzt zu einer untrennbar miteinander verbundenen Einheit. Konzentriert man sich auf ein einzelnes Instrument oder die Stimme der Sängerin, lässt sich trotzdem jedes Detail und jede noch so winzig erscheinende Kleinigkeit nachvollziehen.

Wir treiben es mit der Detaillierung auf die Spitze und lassen den Gitarren-Virtuosen Luca Stricagnoli ein Cover des "The White Stripes"-Hits Seven Nation Army vortragen. Wir haben uns nicht zuviel versprochen: Selten haben wir das Saiteninstrument so klar, so sauber, so detailliert gehört. Man muss bedenken, dass wir uns immer noch in einem "bezahlbaren" Preisbereich befinden. Aber nochmal: das wirklich beeindruckende beim DMP-A8 ist nicht nur die Herausarbeitung feinster Details, sondern dass er trotzdem in der Lage ist, ein sehr emotionales und mitreißendes Abbild zu vermitteln. Von analytischer Kargheit ist hier nichts zu spüren. Man hat das Gefühl, schlicht jede Einzelheit zu hören, wird aber trotzdem in ein stimmiges Gesamtkonstrukt eingehüllt, welches mit Lebendigkeit und Frische zum völligen Abtauchen in die Musik einlädt.

Dass dem Eversolo DMP-A8 nicht nur die Gitarre als Saiten, sondern auch als Percussion-Instrument sehr gut liegen, beweist er bei "The Last of The Mohicans". Die unterschiedlichen Klopflaute sind problemlos erkennbar, auch das Schlagen der Saiten wird mit enorm hoher Präzision erfasst und wirkt, als stünde man direkt vor der Bühne. Dynamiksprünge sind kein Problem, unabhängig von der gewählten Lautstärke. Im Übrigen: der DMP-A8 kann auch leise und stellt seine exzellenten akustischen Eigenschaften auch bei geringem Pegel unter Beweis.

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In Verbindung mit der Endstufe und passiven Standlautsprechern lässt sich die Klangauslegung des Eversolo nahezu 1:1 nachempfinden. Der leicht wärmere Touch des Yamaha-Verstärkers ist zwar noch da, dennoch wird die hohe Transparenz und Durchhörbarkeit eindeutig vermittelt. Einfach hat es die Kombination mit dem Album Toxicity von System of a Down nicht. Hohe Geschwindigkeiten, eine sehr komplexe Kulisse und unmittelbare Dynamiksprünge stellen die Kombi auf die Probe. Diese gibt sich aber keine Blöße, im Gegenteil. Tiefe Bässe werden mit Kicks und Drum-Klopfen kombiniert, dazu kommt der teils sehr voluminöse Bass und die verzerrte, aber sehr klar abgebildete Gitarre. Und natürlich die charaktervolle Stimme des Frontmannes. Nichts scheint den DMP-A8 aus der Ruhe zu bringen. Bei "Deer Dance" wird die von uns bereits mehrfach gelobte Eigenschaft, ein sehr klares, detailreiches Klangbild zu realisieren, ohne dass man überfordert wird, auf die Spitze getrieben. Selbst die Klingellaute, sehr klar definiert und lokalisierbar, wirken zu keinem Zeitpunkt anstrengend oder ermüdend.

Ganz klassisch zeigt sich das auch bei Vivaldis Vier Jahreszeiten. Im Frühling gelingen die Streicher sehr differenziert, klar, mit passgenauer minimaler Wärme und Seidigkeit. Auch die unterschiedlichen Spielarten lassen sich direkt erkennen. Eine saubere Staffelung der Bühne ist da schon kaum mehr erwähnenswert. Auch die Differenzierung einzelner Instrumente gelingt mühelos und geht bei komplexerem Geschehen nicht unter. Wir hoffen, dass wir die beiden AKM-Chips zukünftig häufiger sehen werden. Diese sind natürlich nicht allein für die außergewöhnliche Performance des DMP-A8 verantwortlich, was man auch am sehr positiven Resultat in unserem Test der DMP-A6 Master Edition sehen kann. In der Gesamtheit aber wird für unter 2.000 Euro schon ein wahrlich beeindruckendes Paket geboten, das aus akustischer Sicht kaum Wünsche offenlässt. Eine Kombination mit hochwertigen weiteren Komponenten natürlich vorausgesetzt.

Konkurrenzvergleich

Eversolo Dmp A6 Me

Eversolo DMP-A6 Master Edition

Aus gleichem Hause kommt die günstigere Master Edition des DMP-A6 daher, die uns im damaligen Test ebenfalls sehr gut gefallen hat. Mit einem nochmals aufwändigeren Aufbau und hochwertigeren Bauteilen zieht der DMP-A8 aber dann glatt vorbei. Noch mehr Feinauflösung, noch höhere Transparenz und ein noch klareres Gesamtbild, ohne dabei an Harmonie und Emotionalität einbüßen zu müssen, sind an der Tagesordnung. Das soll den DMP-A6 ME keinesfalls in schlechtem Licht erscheinen lassen, der Preisunterschied fällt auch entsprechend hoch aus. Was die Bedienung, die App und den hohen Umfang der Streaming-Möglichkeiten betrifft, kann auch der DMP-A6 Master Edition hohen Hauptes gehen. Das größere Modell bietet zwar noch ein paar mehr Klangeinstellungen und bringt z.B. zusätzlich einen HDMI ARC-Slot mit. Die ausgezeichnete Verarbeitungsqualität, das Aluminiumgehäuse und das große Display zeichnen auch den kleineren und günstigeren Netzwerk-Streamer aus.

Cambridge Audio Cxn100 Frontansicht2

Cambridge Audio CXN100

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Preislich passender wäre hier der Vergleich mit dem neuen EXN100 von Cambridge Audio, der zum etwas günstigeren Preis, gegenüber dem DMP-A8, von 1.799 Euro erhältlich ist und ebenfalls sehr vielversprechende Leistungsdaten aufweist. Den brandneuen Streaming-Player konnten wir uns allerdings noch nicht zum Test sichern, dafür steht das All-in-One-System EVO One bereits in den Startlöchern. Aber auch der CXN100 empfiehlt sich als günstige Alternative um 1.000 Euro als vielseitiger Netzwerk-Streaming-Player mit präzisem DAC und intuitiv bedienbarer App-Steuerung. Beim Vertreter von Cambridge Audio geht alles etwas weniger komplex zu. Zwar bietet der DMP-A8 grundsätzlich ebenfalls eine absolut unproblematische Einrichtung und Inbetriebnahme, manch einer kann aber vom schier enorm großen Angebot an möglichen Streaming-Apps und Netzwerkfreigabeprotokollen schon überfordert sein. Der CXN100 ist da eher geradliniger und einfacher zu durchschauen, bietet dafür aber natürlich nicht die identische Flexibilität wie das Eversolo-Pendant, das sogar den Anschluss eines CD-Laufwerks und den Einbau einer SSD-Festplatte erlaubt. Akustisch muss sich der Brite dann doch geschlagen geben. Zwar bietet auch der CXN100 ein klares, feinauflösendes, räumliches Klangbild, die identische Transparenz, Brillanz und hohe Präzision, kombiniert mit einem pegelunabhängig harmonischen und stets unanstrengenden Sound, kann er aber nicht in gleicher Form bieten. Hier macht sich der Preisunterschied von beinahe 1.000 Euro dann schon bemerkbar. 

Fazit

Eversolo Dmp A8 4

Schon der DMP-A6 Master Edition hat einen bleibenden Eindruck hinterlassen, der größere DMP-A8 setzt dem Ganzen noch eins drauf. Ebenfalls im eleganten und sehr soliden Aluminiumgehäuse gibt es bezüglich der Verarbeitungsqualität nichts auszusetzen. Im minimalistischen Design passt er praktisch in jede Umgebung, ist allerdings ausschließlich in Schwarz erhältlich. Herzstück vorne ist sicher das große Touchdisplay. Dabei handelt es sich zwar um eine LCD-Anzeige, dennoch ist die Auflösung ausgezeichnet, die Textdarstellung klar und bei der Albendarstellung überzeugen kräftige Farben und gute Schärfe. Über das Display lässt sich der DMP-A8 auch komfortabel einrichten und bedienen. Das geht grundsätzlich auch mit der beiliegenden Fernbedienung, die praktischerweise auch per Bluetooth gekoppelt wird. Diese ist aber im Vergleich weniger hochwertig ausgeführt und komplett aus Kunststoff. Die App auf dem Smartphone hingegen begeistert ebenfalls mit einfachem Handling und übernimmt in groben Zügen das Layout und die Struktur der Benutzeroberfläche am Display. Die Einrichtung gelang bei uns im Test absolut problemlos und war, selbst mit Firmware-Update, zügig erledigt.

Eine große Stärke des DMP-A8 ist seine Flexibilität. Hier wird kein Streamingdienst ausgelassen und auch, was die Integration von Musikbibliotheken betrifft, die sich auf Geräten im Netzwerk oder USB-Festplatten befinden, sind kaum Grenzen gesetzt. Selbst ein CD-Laufwerk lässt sich anschließen und CDs auf eine integrierte SSD-Festplatte rippen. Auf dem internen Speicher lassen sich auch sonstige Musikdateien ablegen, per Cloud-Sync mit allen wichtigen Infos versehen und theoretisch könnte der Eversolo-Player diese auch anderen Streamern im Netzwerk zur Verfügung stellen. An Vielseitigkeit ist die Plattform kaum zu überbieten. Auch Anschluss-seitig haben wir hier nichts auszusetzen. PC-Anschluss via USB-B, HDMI ARC, XLR-Schnittstellen, alles ist vorhanden.

Zweite Paradedisziplin aber ist ganz klar die Klangperformance. Die AKM DACs sind ganz hervorragend und in Kombination mit dem weiteren audiophilen Aufbau und der hochwertigen Komponentenbestückung wird eine überdurchschnittliche Qualität geboten. Insbesondere zeichnet sich der Klang durch enorm hohe Auflösung und Klarheit aus, die aber mit absolut harmonischem Ausdruck kombiniert wird. Der Zuhörer hört jedes noch so feine Detail, erlebt aber gleichzeitig ein mitreißendes, emotionales Klangbild, das selbst bei hoher Lautstärke und über einen langen Zeitraum nie fordernd wirkt. Das scheint auch unabhängig vom gewählten Genre zu gelingen. Wem das Ganze allerdings nicht so zusagt, dem stehen üppige und zahlreiche Anpassungsmöglichkeiten bezüglich des Klangs zur Verfügung.

Sehr flexibler Musik-Streamer, DAC und Vorverstärker mit audiophilem Aufbau und hochwertigen Komponenten für ein erstklassiges Klangerlebnis
Preisklassenreferenz Neu
DAC/Streamer/Vorverstärker bis 2.000 Euro
Test: 12. November 2024

 

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Test: Philipp Kind
Datum: 12. November 2024

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