XXL-TEST: Denon PMA-1700NE Vollverstärker und Denon DNP-2000NE Netzwerkplayer inklusive großer Einordnung ins Konkurrenzzumfeld
Klang
Wir haben den DNP-2000N analog am Vollverstärker angeschlossen - in verschiedenen Hörtestreihen fanden wir den Klang noch detailreicher und mit mehr Dynamik versehen, wenn der herausragende DAC im Netzwerkplayer arbeitet. Nicht falsch verstehen, es sind lediglich Nuancen, und sicherlich hängt es auch von den persönlichen Präferenzen und vom Quellmaterial ab.
Hier starten wir mit Spotify und "Pulverturm" (Niels van Gogh - DJ Tomcraft Remix). Der Verstärker legt sich sofort uns Zeug und bleibt auch bei deutlich gehobenem Pegel stabil. Was umgehend auffällt: Wie gekonnt die beiden Denon Komponenten räumliche Informationen verteilen. Alles wirkt enorm schnell, gleichzeitig wird ein großer, jedoch stets glaubwürdiger virtueller Raum bereit gestellt. Klar, lebendig, aber zugleich angenehm und rund - das ist genau die Auslegung, die Denon-Fans zu schätzen wissen.
Es geht mit Nachdruck weiter. "No Goodbye" von Paul Kalkbrenner beweist erneut, wie gut die beiden Denon-Geräte mit elektronoscher Musik umgehen können. Der Bass besitzt Substanz und Ausdruckskraft, die elektronischen Effekte werden präzise herausgearbeitet. Verschiedene Wechsel im dynamischen Gefüge kommen mit äußerst exakter Wirkung heraus. Die weibliche Gesangsstimme ist ausgezeichnet eingearbeitet, befindet sich unserer Meinung nach nur minimal zu weit im Hintergrund und könnte noch einen Schuss mehr Präsenz vertragen.
Diana Kralls "Look Of Love" geben unsere Denon Komponenten schön luftig, souverän und mit einer vielschichtigen Struktur wieder. Dianas charakteristische Stimme scheint mitten im Raum zu stehen - die Denon HiFi-Bausteine erzeugen zusammen mit unseren Canton Townus 90 ein atmosphärisch dichtes Klangbild, das mit der stabilen, klar definierten Bühne und einer sauberen Gruppierung der Instrumente rund um die vokale Präsenz Dianas praktisch voll punkten kann.
"Don't Be So Shy" von Imany (Filatov & Karas Remix) hält als dritter elektrischer Titel her, bevor wir uns anderen Musikstilen zuwenden. Das Entspannte, Relaxte bei der Darstellung wirkt gekonnt, als gäbe es kaum etwas Leichteres. Kraft ist beim 1700er in jeder Situation genug vorhanden, und auch, wenn man wirklich mal die Lautstärke auf 70 Prozent erhöht, was schon recht üppig im Alltag ist, bleibt diese souveräne akustische Tendenz praktisch ohne Einschränkung vorhanden.
"Nessun Dorma", gesungen von von Jonas Kaufmann, verdeutlicht erneut, wie klar und zugleich sensibel beide Denon Komponenten agieren. Jonas* Stimme steht souverän im Raum, mit klarer Kontur, hervorragend vorbereitet durch den DNP-2000NE und die erstklassige D/A-Wandlung, vollendet von den geschmeidigen Endstufen des PMA-1700NE. Der gesamte Aufbau, inklusive des Chors, kommt mit intensiver Wirkung zum Ausdruck. Die gebotene Räumlichkeit ist authentisch, die Tiefenstaffelung wie auch die akustische Weite überzeugen uns durch eine realistische Ausprägung. Punkte gibt es auch für die sehr gute Handhabung der Dynamiksprünge.
"Nothing Else Matters" in der instrumentalen Kurz-Version aus dem Disney-Film "Jungle Cruise" gefällt uns ebenfalls enorm gut. Die filigrane Arbeit des Denon-Duos fällt ebenso positiv auf wie die enorme Gesamtdynamik inklusive makelloser Darstellung des wuchtigen, umfassenden Basses. Hier, bei diesem Titel, ist die räumliche Wirkung überwältigend - sehr dicht, sehr energiegeladen. Zudem wirkt das Gebotene nahtlos, in sich schlüssig. Die Impulstreue ist ebenfalls ausgezeichnet, sodass gerade diese Komposition richtig Freude bereitet.
"I Heard It From The Grapevine" (Paloma Dineli Chesky) liegt unseren Testkandidaten ebenfalls. Hervor sticht, wie frei sich die Stimme ausbreitet, bei gleichzeitig erstklassiger Präzision für die Preisklasse, in der sich beide Denon-Komponenten befinden. Aber auch der raumfüllende Bass, der es trotzdem nie an exakten Strukturen missen lässt, reiht sich in die lange Reihe positiver Eigenschaften ein. Hier wird wieder ein feines, zugleich kraftvolles Hörvergnügen offeriert, das auch anspruchsvolle Hörer sehr schätzen werden.
"Wicked Game", der Klassiker von Chris Isaac, wird entspannt, präzise und mit einer fein ausbalancierten räumlichen Wirkung dargestellt. Die vokale Präsenz von Chris steht, wie es auch korrekt ist, im Zentrum, die Instrumente gruppieren sich passend darum, ohne zu weit aus dem Fokus zu rücken. Der Bass ist wieder überragend, er trifft den richtigen Punkt, ist stets als Fundament vorhanden, wirkt aber nie überzogen. Die enorme Impulstreue, den Rhythmus betreffend, sorgt ebenfalls für zufriedene Gesichter bei den Testern.
Ganz andere Qualitäten sind bei "Land Of Confusion" in der Cover-Version von Disturbed gefragt. Und oft sind wir nicht vollends überzeugt, weil alles in einem schrillen Brei endet, sobald man lauter hört. Hier zeigen die Denon-Komponenten und besonders der 1700er Vollverstärker auf, wie man es macht: Mittels einer harmonischen, homogenen, aber zugleich vitalen Auslegung ist der Klang nicht zu harsch, das gewollt Aggressive bei Vocals und E-Gitarre kommt aber trotzdem richtig gut heraus.
Die Wiedergabe von Musik aus unserer Smartphone-Mediathek (iPhone, iTunes) gelingt ebenfalls auf hohem Qualitätsniveau. Bei "Dell'Amore Non Si Sa" von Andrea Bocelli begeistert uns die fundierte Stimmwiedergabe und die präzise Ausarbeitung der instrumentalen Details. Klarheit und Lebendigkeit werden auf nahtlose Art und Weise miteinander verbunden, was zu einem direkten, zugleich räumlich dichten & präzisen Klangeindruck führt.
Beim 007-Titelsong "The World Is Not Enough" von Garbage beeindruckt die Denom-Kombination erneut mit einem feinfühligen, zugleich energiegeladenen Klang. Die Stimme könnte noch minimal stärker im Vordergrund stehen, die vokalen Konturen sind aber klar erkennbar. Das Fundament im Bassbereich ist üppig, was den "Fun-Faktor" stärkt. Dadurch, dass es ebenfalls sehr präzise ausgeformt ist, werden sich Hörer, die authentisch und exakt hören möchten und keine Spaß-Auslegung auf Kosten einer sauberen Gesamtbalance möchten, mit dem Denon-"Team" wohl fühlen.
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Tags: Denon • Netzwerkplayer • Streamer • Vollverstärker






