XXL-TEST: Buchardt Audio I150 - Kraftvoller Stereo-Vollverstärker mit Raumeinmessung und Bluetooth

Klangtestreihen

Canton Vento 90 Nussbaum Dunkel

Cambridge Audio Mxn10 Front Seitlich2

Kommen wir nun zu den klanglichen Eigenschaften des Buchardt Audio I150. Nach mehreren Hörversuchen haben wir uns als Ausgabeorgang für die Canton Vento 90 entschieden. Als Streamer setzen wir den Cambridge Audio MXN10 gerne ein. Zugespielt haben wir digital, um die Qualtäten des DACs im I150 austesten zu können, und analog. Generell war die digitale Zuspielung für noch mehr Detailreichtum verntwortlich, hier merkt man den doch sehr hochwertigen Aufbau/DAC im Buchhardt Audio I150. Für den fairen Kaufpreis ist aber auch der MXN10 mit einem sehr guten DAC ausgerüstet. 

Wir beginnen unsere Klangwertung mit den Bluesrockern rund um Andreas Diehlmann und Band und dem Titel "Long Way To Go". Dieser Titel beginnt mit einer Akustikgitarre, die klar und sehr gut strukturiert herausgearbeitet wird. Nach wenigen Momenten nimmt der Titel dann etwas an Geschwindigkeit und Effekten zu - die Gesamtwiedergabe bleibt klar, sauber und facettenreich. Hervorragend kommt der Buchardt Stereovollverstärker mit der speziellen Stimmfarbe von Andreas zurecht, die mit ihrer Rauigkeit facettenreich und glaubhaft dargestellt wird. Die tieffrequenten Signale werden präzise umgesetzt, mit einem tollen Volumen. 

Wir bleiben bei unseren Wurzeln und spielen dem Buchardt Audio I150 feinsten "Metal" aus unserer oberfränkischen Heimat zu. Wir haben uns für "Dog In The Rain" von den "Fools" (Melodramatic Fools) entschieden. Der Titel beginnt mit einem Regenschauer inklusive Gewitter sowie Hundegebell. All diese Effekte kann der I150 mit sauberen Konturen und ausgezeichenter Detaillierung umsetzen. Als der Frontmann der "Fools" dann loslegt, wird die Stimmfarbe mit ihren charakteristischen Merkmalen überragend getroffen und mit einer hervorragenden Räumlichkeit reproduziert. Selbst als die Effekte und die harten Gitarrenriffs zunehmen, gelingt ein präzise Differenzierung der unterschiedlichen Effekte.

Etwas ruhiger wird es beim nächsten Titel. Wir starten die Wiedergabe von der sehr gefühlvollen Ballade "One More Light"  des leider bereits verstorbenen Ausnahmekünstlers Chester Bennington und Linkin Park. Auch hier zeigt uns der Buchardt Audio Verstärker, dass er auch mit sensiblen Material hervorragend zurechtkommt. Die zerbrechlich wirkende und sehr feinfühlig wirkende Stimmfarbe von Chester kann der I150 eindrucksvoll umsetzen. Die verwendeten Instrumente, die Chester unterstützen, werden präzise und detailreich dargeboten und lösen sich hervorragend von unseren Schallwandlern. Insgesamt spielt der I150 hier sehr sauber, mit fast klinischer Reinheit.

Weiter geht es mit Robin Schulz und seinem Titel "Sweet Goodbye". Der zu Beginn des Titels bewusst mit Hall versehene Gesang wird vom Buchardt I150 hervorragend umgesetzt. Als der Titel dann an Fahrt aufnimmt, liefert uns der dänische Stereovollversärker einen sehr gut aufgebauten und exakt auftretenden Bassbereich. Die elektronisch erzeugten Effekte bleiben selbst bei höheren Pegeln in vollem Umfang enthalten und weisen klare Konturen auf. Auch hier wieder entpuppt sich der Buchardt Audio-Vollverstärker als ein höchst exakt arbeitender Kandidat, der vielleicht nicht der Meister im Entfalten akustischer Faszination ist, dafür sehr genau auch viele Details abbildet. 

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Als nächsten Titel haben wir uns "Living In A Haze" von Milky Chance ausgesucht. Die zu Beginn des Titels erklingenden Gitarren gekonnt in Szene gesetzt und erklingen authentisch. Ebenfalls sehr gut wiedergegeben wird die zu Beginn des Titel elektronisch verzerrte Stimme. Nur bei höheren Pegeln fällt die nüchtere Auslegung des Buchardt I150 auf, und die höher angesiedelte Stimmfarbe wirkt etwas schroff. Der Bassbereich bringt genügend Nachdruck mit, um unseren Hörraum eindrucksvoll zu beschallen, ohne dabei unpräzise oder überladen zu wirken.

Abschließen möchten wir unsere Klangwertung mit dem Titel "Altes Kamuffel" von Paul Kalkbrenner. Zu Beginn des Tracks wird sofort klar, dass auch dieser Titel der Elektronikomponente sehr liegt. Die zu Beginn des Titel verzerrten elektronische Klänge werden stimmig präsentiert. Der Bass hat ein kräftiges und sehr gut strukturiertes Fundament. Alle tieffrequenten Basspassagen meistert der Buchardt I150 mit Bravour. Die verwendeten Synthesizer wirken weder schrill nach aufdringlich, sondern werden hervorragend ins Gesamtgeschehen eingebunden. Ebenfalls nicht verschweigen möchten wir den Maximalpegel, welchen der I150 abliefert. Diese liegen extrem hoch, wer gern laut hört, sollte sich demnach entsprechend belastbare Schallwander kaufen.

Konkurrenzvergleich

Aurum A9 Front Seitlich1

  • Aurum A9: Wir starten unseren Konkurrenzvergleich mit dem Aurum A9. Zum Zeitpunkt unseres Testberichtes konnte der Vollverstärker für 2498 EUR käuflich erworben werden. Der Aurum A9 verfügt über eine klassische Class-AB Ausgangsstufe. Einzeln entkoppelte Sektionen mit getrennten Netzteilen für die Standby Stromversorgung und Digital- und Analogbaugruppen sichern ideale Arbeitsbedingungen. Bezüglich der Eingangsumschaltung setzt man in Hannover auf hochwertige, gekapselte Signalrelais und hart-vergoldete Kontakte für optimale Signalübertragung. Auch die Eingangsstufe versprüht Hochwertigkeit. Sie agiert besonders verzerrungs- und rauscharm dank der BI-FET Operationsverstärker für größte Frequenzbreite und deutliche Erhöhung der Dynamik in der Musikwiedergabe. Rauscharme Operationsverstärker von Texas Instruments sind für die nötige Empfindlichkeit zuständig. Der A9 verfügt über einen echten Doppelmonoaufbau: Eine separate Stromversorgung für jeden Kanal, eine eigene Signalverarbeitung und individuelle Signalverstärkung für einen breiten Dynamikumfang und enorme Leistungsreserven. Der Aurum A9 verfügt über keine Raumeinmessung oder Bluetooth-Modul, beeindruckte uns aber in den Klangtestreihen mit viel Esprit, Homogenität, Detailreichtum und Transparenz. 

Marantz Model 40n Frontansicht2

  • Marantz Model 40n: Umfangreiche Streaming-Funktionen, ein hochwertiger technischer Aufbau und eine umfassende Anschlusssektion: Der Marantz Model 40n für 2.499 EUR hat alles, was das Herz des auch ästhetisch anspruchsvollen Stereoliebhabers begehrt. Wahlweise ist er in schwarzer oder silbergoldener Ausführung erhältlich und ist Bestandteil der Marantz "Modern Musical Luxury"-Linie, die optisch und technisch Noblesse und Exklusivität vermitteln möchte. Der Model 40n verfügt über eine analoge Class AB-Verstärkung, die 2 x 70 Watt an 8 Ohm bzw. 2 x 100 Watt an 4 Ohm bereitstellt. Aufgrund eines größeren, doppelt geschirmten Ringkerntransformators, vier Ausgangstransistoren pro Kanal, massiven Stromschienen aus Kupfer plus besonders kurzen Signalwegen konnte die interne Impedanz gesenkt und die Hochstromfähigkeit in vollem Umfang garantiert werden. Die Lautstärkeregelung erfolgt, wie bei vielen neuen Marantz & Denon-Verstärker-Modellen, elektronisch.cIntegriert im Model 40n sind auch die von Marantz selbst entwickelten HDAMs (Hyper-Dynamic Amplifier Modules), die für hohe Musikalität verantwortlich sind. Als D/A-Wandler kommt der ES9016K2M aus dem renommierten Hause ESS zum Einsatz. Hochwertige Schottky-Dioden, ein symmetrisches Platinen-Layout und eine doppelte Bodenplatte sowie ein Aluminium-Kühlkörper dokumentieren die Hochwertigkeit. Integriert ist auch die hauseigene HEOS Streaming-Plattform Der Vollverstärker gibt PCM-Dateien mit bis zu 192 kHz/24-Bit und DSD-Dateien mit bis zu 5,6 MHz wieder. Die Zuspielung dieser Dateiformate ist zudem über USB-A möglich. Einen USB-Eingang vom Typ B für den direkten Anschluss eines Computers bringt der MODEL 40n jedoch nicht mit. Bluetooth sowie AirPlay 2 werden ebenfalls unterstützt. Überdies ist das Model 40n "Roon Tested".  Klanglich erfreut der Marantz mit seiner kultivierten, zugleicjh lebendigen Wiedergabe. Die dargebotene Räumlichkeit wirkt stets passend und sorgt für ein plastisches Klangbild. Im Vergleich klingt der Buchardt Audio I150 nüchterner, schafft aber nochmals höhere Pegel, und zwar praktisch ohne störende Verzerrungen.

Technics Su Gx70 Frontansicht

  • Technics SU-GX70: Mit 1.799 EUR ist der optisch attraktive Technics deutlich preiswerter, verfügt aber auch über deutlich weniger maximale Leistung. Somit sind mit dem SU-GX70 nicht solche brachialen Pegel möglich wie mit dem Buchardt Audio I150. Daür hat der SU-GX70 eine umfangreiche Streaming-Sektion integriert, die sich auf neuestem Stand befindet. Bedienbar ist das Ganze über eine entsprechende Technics-App. Der SU-GX70 verfügt ebenfalls über eine Raumeinmessung, die allerdings weniger aufwändig ausfällt als die bei Buchardt Audio. Die Anschlusssektion ist komplett bestückt, auch HDMI für die komfortable Verbindung zum Smart-TV ist vorhanden. An Bord des Streaming-Vollverstärkers mit digitalen Endstufen befinden sich jede Menge Technics-exklusiver Technologien, z.B. zum Verhindern von störenden Zeitlauffehlern (Jitter) im Signalweg. Akustisch hat uns der SU-GX70 sehr gut gefallen, er klingt homogen und kultiviert. Der Buchardt Audio I150 detailliert noch besser, der Bass ist noch straffer und genauer auf den Punkt. 

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