XXL-TEST: AVM Evolution MP 5.3 Röhren-Vorstufe/Media-/CD-Player - kultivierte Noblesse handmade in Germany
Klang Einführung
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Dali Rubicon 2C Premium-Aktivbox
Nach dem Einschalten des MP 5.3 wärmen sich zunächst die Röhren auf, bevor es losgehen kann. Wir haben den Evolution MP 5.3 in Verbindung mit den exzellenten Dali Rubicon 2C Aktivlautsprechern (Stückpreis 2.199 EUR, Endstufe mit 250 Watt pro Lautsprecher) getestet - natürlich ohne den Dali Sound Hub. Wir haben die aktiven Schallwandler direkt per Cinch mit den Pre-Outs des MP 5.3 verbunden. Die Wahl fiel nicht zufällig auf die Rubicon 2C, Der authentische, direkte und klare Klang passt sehr schön zum MP 5.3, und zusammen ergibt sich ein zwar recht kostspieliges, aber eben auch sehr geschmackvolles und klanglich überzeugendes Ensemble. Von den Rubicon 2C Aktivlautsprechern folgt in Kürze ein Test.
Klang CD
Wir lassen die Andrea Bocelli-CD "Andrea" vom leisen & schnellen Slot In-Laufwerk einziehen und beginnen sogleich mit der Wiedergabe von "Dell' Amore Non Si Sa". Es dauert nur Sekunden, und wir befinden uns vollständig im Bann der Präsentation. Wie fein ausbalanciert Andreas charakteristische Stimme ertönt, ist absolut überwältigend - nicht nur nüchtern-überragend, sondern die Wiedergabe übt eine enorme Faszination aus. Das schreiben wir auch zu einem beträchtlichen Anteil der Röhrenvorstufe zu, die einen angenehmen, homogenen, fein nuancierten Klang freisetzt. Hier stimmt praktisch alles, die Streicher besitzen Feinheit, Brillanz und zugleich wohldosierte Wärme, Andreas vokale Präsenz entfaltet sich sehr direkt sowie natürlich, auch bedingt durch die herausragende Räumlichkeit: In Weite und Tiefe exzellent, versinkt der Hörer im dicht gewobenen Klangteppich.
Wir setzen fort mit Eva Cassidy "Ain't No Sunshine". Und auch hier dauert es wieder nur eine extrem kurze Zeitspanne, bis wir nichts mehr außerhalb der Wiedergabe wahrnehmen. Brillant ist, wie überzeugend sich Evas Stimme von den Lautsprechern löst, wie fein auch kleine vokale Details präsentiert werden. Die ebenfalls sehr feine Modellierung der Instrumente inklusive der Anschlagdynamik des Klaviers vervollständigt unsere hervorragenden Eindrücke. Wechsel im dynamischen Gefüge werden mit exzellenter Impulstreue pariert.
"Wheel Of Fortune" von Hans Zimmer steht nun auf dem Programm. Und hier ist eine imposante, nachdrückliche, zugleich detailfreudige Wiedergabe Pflicht. Der AVM Evolution MP 5.3 serviert ein höchst exakt aufbereitetes Signal, das von den Rubicon 2C exzellent umgesetzt wird. Viel Spektakel, das wir in dieser Intensität nicht erwartet hätten, und eine sehr angenehme Charakteristik selbst bei hohem Pegel sorgen hier für enorme Freude beim Hören. Wechsel im dynamischen Gefüge werden sofort umgesetzt und beeindruckend klar herausgearbeitet. Auch feines Abklingen akustischer Anteile sowie praktisch alle instrumentalen Konturen sind herauszuhören und stellen sicher, dass man ein kultiviertes, umfassendes Klangbild genießen kann.
Kompletter musikalischer Wechsel zu "The Howling" von Within Temptation: Nach kurzem soften Start geht es extrem kraftvoll zur Sache, ein großer dynamischer Sprung. Dieser macht richtig Freude, wenn sich unser hochwertiges HiFi-System um die Wiedergabe kümmert. Die beeindruckende Stimme von Sharon den Adel geht nicht unter, obwohl die E-Gitarren fetzen und die Basswiedergabe für überraschenden Schub sorgt. Die Röhren in der Vorstufe ermöglichen eine klare, ungemein lebendige Wiedergabe, ohne aber unschöne Schärfe und zu viel Härte in den oberen Mitten und im Hochtonbereich zu generieren.
Klang Filmton/HDMI
Verwenden wir nun den HDMI-Eingang, um zu überprüfen, wie sich der MP 5.3 bei der Filmtonwiedergabe schlägt. Wir streamen "London Has Fallen" von Amazon Prime Video, spulen vor bis Laufzeit 10 Minuten und nehmen erst verschiedene Dialogsequenzen wahr. Hier bleibt der AVM-Vorverstärker-/Mediaplayer seiner angenehmen, klaren, präzisen akustischen Ausrichtung treu. Alle Stimmen klingen natürlich, bei einer kurzen Außensequenz wird das Zwitschern der Vögel sehr genau wiedergegeben. Das Gespräch zwischen dem US-Präsidenten und Mike Banning wirkt praktisch 1:1 realistisch. Auch die Stimme von Speaker Allan Turnbull ertönt so, als stünde Morgan Freeman hier bei uns im Hörraum.
Nun geht es, nachdem die bisherigen Sequenzen in den USA spielten, nach London. Die politische Welt verabschiedet sich unter höchsten Sicherheitsmaßnahmen vom verstorbenen britischen Prime Minister. Der Soundtrack, die sich drehenden Rotoren des Helikopters, die Polizeisirenen der Fahrzeug-Konvois: All diese völlig unterschiedlich aufgebauten akustischen Dimensionen gibt der MP 5.3 außergewöhnlich präzise und impulstreu wieder. Obwohl wir nur mit zwei Lautsprechern, dazu noch ohne aktiven Subwoofer, hören, erleben wir das gesamte Geschehen sehr intensiv. Der Spannungsbogen, der hier aufgebaut wird - bald sollen entsetzliche Terroranschläge stattfinden - beeindruckt uns. Der gebotene Dynamikumfang ist ausgezeichnet, und nach wie vor werden Einzelheiten wie läutende Kirchenglocken hervorragend eingebunden. Man merkt förmlich, dass etwas "in der Luft" liegt - und fiebert dem entgegen, was aus klanglicher Perspektive passieren wird.
Diese sehr intensive Form der Darstellung ist ein typisches Merkmal für außergewöhnlich hochwertige Audiosysteme - genau das schaffen preiswertere Aufbauten nicht. Für sich betrachtet wirklich gut, ist es dann ein nicht zu erwartender, großer Unterschied, wenn eher kostspielige Komponenten die Wiedergabe übernehmen. Als dann die Anschläge beginnen und sich Bomben-Explosionen mit Kugelhagel abwechseln und auch beides zeitgleich stattfindet, merkt man natürlich, dass man kein Mehrkanal-Setup im Einsatz hat und dass kein aktiver großvolumiger Subwoofer vertreten ist. Aber das, was die Rubicon 2C, pro Stück kräftige 250W stark, in Verbindung mit dem MP 5.3 realisieren, ist über alle Maßen lobenswert.
Der dichte, detailreiche Klang, die Kraft bei der Darstellung der Explosionen und Schusswechsel, die zerberstenden Trümmerstücke, die Schreie und Rufe: Action kann unsere Kette, und wenn der Musikliebhaber ab und zu auch einen Film in ausgezeichneter Qualität hören möchte, ist diese Konbination stets zur Stelle - und versagt auch beim räumlichen Gesamteindruck nicht, denn dieser ist immer mit einem realistischen Volumen sowie klaren Strukturen versehen. In jeder Sequenz wird der Music Score Gewinn bringend eingearbeitet, und die beiden Rubicon 2C holen uns auch mit ihrem überraschenden Tiefgang ab. Eine richtig gute Ergänzung der piekfein agierenden AVM-Vorstufe.
Klang Spotify/Wiedergabe über Apple AirPlay 2
Und wieder muss sich der MP 5.3 mit einem komplett anderen Musikstil arrangieren. Doch das Premium-Device kennt auch mit harten Techno-Beats bei "Change With Me" von Belocca keinerlei Berühungsängste, im Gegenteil. Die saubere Arbeit wird auch hier mit einer knallharten Präzision für den harten Bass konsequent fortgesetzt. Natürlich ziehen uns auch die Dali Rubicon 2 wieder in ihren Bann, da sie im Bassbereich selbst bei hoher Lautstärke nie schwächeln und so die hohe Signalqualität des MP 5.3 ausgezeichnet umsetzen können. Klar - man kann auch sündhaft teure und nochmals leistungsfähigere Endstufen an den Evolution MP 5.3 anschließen, sehr lohnenswert zum Beispiel für den großen Hörraum über 30 Quadratmeter. Aber wie gut die Rubicon 2C harmonieren, ist schon beeindruckend. Und natürlich spricht das auch klar für die herausragende Qualität des AVM-Devices - hier bestimmt der Anwender, wie aufspielt wird, und nicht ein spitz auf eine bestimmte Art von Kette zugeschnittenedes Produkt.
Wir setzen mit "San Francisco" im Remix von Darius & Finlay + Tom Borijn fort und wiederum erleben wir, dass auch ein solcher musikalisch eher schlichter gestrickter Track deutlich mehr Freude bereitet, wenn eine hochwertige Wiedergabekette am Werk ist. Die dynamischen Wechsel kommen besonders akkurat heraus, die Stimme löst sich hervorragend von den Lautsprechern, und praktisch jede Kontur wird erlebbar. Klar, manchen Party People wird das gleichgültig sein, Hauptsache Pegel. Aber auch da sticht unser "Team" hervor, denn enorme Lautstärken können praktisch ohne Verzerrungen und Artefakte genossen werden. Der kultivierte, sorgfältig abgestimmte Klang der MP 5.3 Vorstufe mit Streaming-Unit und CD-Laufwerk zahlt sich eben in jeder akustischen Situtation aus.
Beamen wir uns zurück in die 80er Jahre - "Cold Days, Hot Nights" von Moti Special durfte damals auf keiner Schulfete fehlen, wie sich der Redakteur, schon ein "alter Hase", noch gut an die Parties seiner Jugend erinnern kann. In so guter Qualität wie jetzt ertönte der Evergreen aber damals garantiert nicht. Man hört praktisch nicht, wie alt das Quellmaterial ist. So ausgewogen, so sauber ausbalanciert, so kräftig und detailreich haben wir den Song beinahe noch nie gehört. Klar, wir reden hier von einer durchaus beträchtlichen Investition, die der liquide HiFi-Fan tätigen muss, die sich aber unserer Meinung nach absolut rentiert. Konturen, straffer Bass, gute Trennung der vokalen von den instrumentalen Anteilen: Alles vorhanden.
Wir beenden die Spotify-Session mit "Drive" von The Cars. Hier sind wir erneut begeistert - man merkt auch hier kaum, wie alt das Ausgangsmatetial ist! Wie macht das unsere Kombi und ganz besonders der MP 5.3 nur? Die Antwort: Ein kurzer Signalweg, ungemein hochwertige, selektierte Komponenten im Inneren, und natürlich - wer hätte es nicht geahnt - wieder die Röhre. Klar, der preiswertere MP 3.3 ist bestimmt auch ein tolles Gerät - aber das Röhren-Modell hat schon seinen besonderen Reiz, den man praktisch bei jedem Titel auch hört. Der klare, kraftvolle, erwachsene und zugleich fesselnde Sound stellt ein Hörvergnügen sicher, das alles andere als alltäglich ist und durch klare Fokussierung der Stimme auch den sehr anspruchsvollen Hörer überzeugen wird.
Konkurrenzvergleich

AVM Inspiration CS 2.3: Ein echtes All-In-One-Device - Streaming, CDs wiedergeben und zahlreiche andere Quellen verwalten: All dies gelingt mit dem AVM Inspiration CS 2.3 stillvoll und klangstark. In noblem Cellini Chrom kostet unser Test-Kandidat 5.990 EUR und tritt mit nachdrücklichen 2 x 140 Watt Leistung an. Er besitzt die gelungene AVM X-STREAM Engine® und lässt sich mit der RCX App steuern. Inzwischen liegt hier auch eine Fernbedienung bei. Der Klang ist aber auch hier vortrefflich und lässt kaum Wünsche offen. Der Vorverstärker-/CD/Media-Player Evolution MP 5.3 agiert im Vergleich nochmals feiner, kultivierter und homogener - perfekt für den Audio-Gourmet.

Technics SU-R1000: Mit 7.499 EUR gleich teuer - aber ein veritabler Vollverstärker. Das ist der sehr elegante, mit hochwertiger Technik angereichterte SU-R1000 der japanischen Tradition-Brand. Mit stimmig in die Frontblende integrierten, beleuchteten VU-Metern macht der Vollverstärker einiges her und kann auch akustisch mit feinem, zugleich kräftigen Sound aufwarten. Netzwerkfunktionen ider HDMI-Slot bietet der Technics nicht, dafür gibt es wirklich vorzügliche Endstufen. Der Klang ist ausgewogen und direkt, weist aber nicht diese smoothe Eleganz auf wie die Röhrenvorstufe des MP 5.3.
Fazit

Der AVM Evolution MP 5.3 ist ein exzellenter Stereo-Vorverstärker, dessen Flexibilität dank Slot In-CD-Laufwerk nach Red Book-Standard und AVM X-STREAM Engine® sowie der praxisgerechten Anschlussbestückung ausgezeichnet ist. Nur ein dedizierter Phonoeingang wird vermisst, allerdings hält AVM hierfür den PH 30.3 für 799 Euro bereit. Akustisch zieht der Evolution MP 5.3 in allen Testreihen die ganz große Show ab - das haben wir uns sehr gewünscht, denn ein Kaufpreis von 7.490 EUR für den MP 5.3 mit Röhren in der Vorstufe (alternativ steht der Evolution MP 3.3 mit kompletter Transistorbestückung für 5.990 EUR bereit) verzeiht kein unausgewogenes akustisches Konzept. Der MP 5.3 trumpft dank sehr kultivierter, zugleich intensiver, fesselnder Präsentation jeder Quelle ohne Kompromisse auf. Ganz gleich, welcher Musikstil, oder gar Filmton: Aus allem holt der MP 5.3 ein Maximum an Klangqualität. Kontrolliert, sorgfältig, präzise: Der MP 5.3 arbeitet wie ein Schweizer Premium-Automatik-Uhrwerk, würzt dies durch den speziellen, Harmonie spendenden Charakter der eigenes für AVM gefertigten Röhren. Ein echtes Sahnestück, dieses Multitalent, das zurecht auch seinen Preis hat.
Feinster Klang, vortreffliche Verarbeitung und flexible Verwendungsoptionen zeichnen den Evolution MP 5.3 aus

Gesamt-Referenz Stereovorstufen/Streamer Luxusklasse
Test 27. Januar 2023
Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 27. Januar 2023
Tags: AVM • Streamer • Vorverstärker













